
Eine Perle der französischen Literatur wurde erstmals ins Deutsche übersetzt. Ein Abenteuerroman, der durch die Werke von Jules Vernes und H.G. Wells inspiriert wurde und bereits 1907 erschienen ist. In einer Zeit, als es noch weiße Flecken auf den Karten gab und der Traum vom Fliegen Realität wurde. Am Ende des 18. Jahrhunderts werden die ersten Flüge mit Heißluftballons durchgeführt. Die Welt wird kleiner, elektrischer und das noch Unbekannte will ergründet werden. Es ist eine Zeit der Erfindungen und Entdeckungen. Auch die Literatur verwandelt sich. Mit Jules Verne reisen wir unter den Meeren, in die Tiefen der Erde und fliegen zum Mond. Mit Wells wird sogar die vierte Dimension befahrbar. In dieser aufregenden Zeit verfasst Charles Derennes diesen Roman. Das Werk ist ein klassischer Abenteuerroman, der, wie bei Verne, Science-Fiction mit einbindet und somit ein Wegbereiter des Steampunk ist. Die Geschichte erinnert an die „Geheimnisvolle Insel“ von Verne und verbirgt in sich auch etwas von jenem Cthulhu-Mythos, den Lovecraft etwas später zum Leben erwecken wird. Die Erzählweise ist fiktiv, spielt mit Fakten und Fantasie und möchte ihre Leser durch die literarische Spielerei, die eine reale Berichtserstattung vorgaukelt, das Erzählte glauben lassen. Der erfindungsreiche Mensch stellt sich stets über die Dinge und als er die Welt erfahren kann und in das Unbekannte eindringt, wird ihm seine Position bewusst und er erkennt, es gibt neben ihm noch andere und eventuell ebenfalls hochentwickelte Spezies. Somit stellt das Abenteuer grundlegende Lebensfragen.
Es beginnt mit dem Fund eines außergewöhnlichen Skeletts, einem Anthroposaurus. Es folgt der Bericht zweier Abenteurer, die mit einem Ballon zum Nordpol reisen. Dort stoßen sie auf große echsenartige Wesen. Die Hauptentdeckung ist, dass jene Reptilien hochintelligent und technisch hoch entwickelt sind. Kann eine Kommunikation gelingen? Und was ist das für eine alte, fremde und doch so moderne Welt?
Diese Entdeckung macht Spaß zu lesen. Die wissenschaftliche Phantastik wird mit Illustrationen ergänzt. Übersetzt von Dieter Meier, der auch ein sehr lesenswertes Nachwort verfasst hat.
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