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Anja Goerz: „Jakobs Schweigen“

Anja Goerz Jakobs Schweigen dtvDer neue Krimi von Anja Goerz wurde inspiriert von einem wahren Fall. Der Roman baut eine feine Spannung auf. Die Gespanntheit liegt  in dem, was passiert ist und was die Charaktere gemacht haben, damit das geschilderte Drama geschehen konnte. Mit wenigen Skizzen umfasst Anja Goerz ein Setting und das ganze Personal. Im Mittelpunkt steht eine wohlhabende Familie, die im innersten aber zerworfen und gebrochen ist. Viele Beziehungen sind verfahren und zerstört. Die spannende Frage ist, ob es eine Situation gibt, die so ausweglos erscheint, dass man seinen Vater erschießt?

Der Prolog erzählt den Mord an einem angesehenen Rechtsanwalt in Bremen. Er wird mit vier Schüssen ermordet. Bevor er verstirbt, erkennt er den Mörder und seine letzte innere Frage bleibt das Warum.

In den folgenden Kapiteln kommen die Protagonisten im Umfeld des Ermordeten zu Wort. Laut der Polizei ist der siebzehnjährige Jakob, der Sohn des Erschossenen, dringend tatverdächtig. Dieser wurde von einer Zeugin vermeintlich gesehen und er hat Zugang zu der Kanzlei und allen Räumlichkeiten. Ferner tauchen auch noch Schmauchpuren auf, die ihn ebenfalls belasten. Doch Jakob zieht sich zurück und schweigt. Alle innerhalb des Umfelds der angesehenen Familie sind durch diesen Mord entsetzt. Ein ehemaliger Polizist, der mit der Großmutter befreundet ist, sucht diese auf und berichtet vom bisherigen Ermittlungstand. Es ist die Großmutter, Dora, die an die Unschuld von Jakob, ihrem Enkel, glaubt. Für sie bricht eine Welt zusammen. Ihr Mann ist verstorben und nun wurde ihr Sohn ermordet und der Enkel wird des Mordes verdächtigt. Ihre Tochter, Kirsten, die ebenfalls ihre Probleme hat und wieder zu ihr gezogen ist, betäubt sich mit Alkohol und ist unzuverlässig und emotional instabil. Ihr Schwiegersohn, der Mann ihres Sohnes, hasst sie und ihr Freundeskreis wendet sich von ihr ab. Was bleibt ihr noch? Nur die Kraft, Jakob zu helfen, denn sie bleibt standhaft von dessen Unschuld überzeugt. Wolfgang, ein Freund und ehemaliger Rechtsanwalt, unterstützt sie bei ihren Nachforschungen. Dabei tritt immer mehr die innere Zerrissenheit der Familie zutage und durch die Recherche wird die wahre Tragödie sichtbar und erschüttert sie.

Doras Mann, Hanjo, war damals das Familienoberhaupt. Er war ein strenger, altmodischer und sehr konservativer Mann. Als sein Sohn, Michael, seine Homosexualität entdeckt, wird dieser fast aus dem inneren Kreis der Familie ausgeschlossen. Dabei wird auch dieser später wiederum seinen eigenen Sohn, Jakob, mit strenger Hand erziehen. Michael toleriert unter anderem dessen vegetarische Weltsicht nicht. Mit einigen Wutausbrüchen und emotionalem Kräftemessen wird der Alltag zwischen Vater und Sohn bestritten. Auch David, der Mann des Ermordeten, hatte seine Geheimnisse, versuchte aber zwischen Michael und Jakob die Wogen zu glätten. Doch jetzt, nachdem Jakob unter Mordverdacht steht, wird auch die Angst deutlich, die David vor Jakob hat. Reichen aber die inneren Zerwürfnisse innerhalb der Familie aus, dass man zu einer Waffe greift?

Durch die wechselnden Perspektiven und in kursiv gestellten Rückblicke baut sich langsam ein gesamtes Bild auf, das aber immer wieder wechselhaft bleibt. Viele Verdachtsmomente werden gestreut und der Roman bleibt bis zum Ende überraschend spannend. Ein psychologisches Rätselspiel, das feine und mitreißende Lesestunden verspricht.

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Danke an Anja Goerz und dtv! Denn dies ist bereits der sechste Roman, auf dessen Rückseite ich zitiert werde.

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Laura Vogt: „Was uns betrifft“

Laura Vogt Was uns betrifft ZytgloggeEin ziemlich intimer Roman, der das Weibliche von innen nach außen stülpt. Bei dieser anspruchsvollen Lektüre wird man zu einem heimlichen Beobachter. Die Themen werden für den Lesenden anschaulich und fast schon spürbar. Ein Roman, der für weibliche und männliche Leser wichtig ist, fast schon therapeutische Wirkung haben könnte. „Was uns betrifft“ betrifft uns, egal welches Geschlecht.

Im Großen und Ganzen geht es um Selbstfindung, Entfremdung, Entfernung, Nähe und Familie. Die Autorin spielt dabei mit den gesellschaftlichen und familiären Rollenbildern, um diese auch wieder gekonnt zu zersprengen. Es ist kein  Beziehungsroman, sondern eher ein sprachliches Einfühlen in das Innenleben der Protagonisten. Im Vordergrund sind es drei Frauen, Rahel, Fenna und Verena. Der Hauptcharakter, die Schwester und die Mutter. Rahel wäre eigentlich Sängerin. Sie schrieb Texte und liebte den Jazzgesang. Doch dann wurde sie schwanger und von Martin, dem Vater des Kindes, sitzengelassen. Dies ist ein wiederkehrendes Trauma in der Familie, das Alleingelassen werden. Auch Verena, Rahels Mutter, hat sich einst getrennt, um jetzt mit einer Frau zusammenzuleben. Somit hat bisher nur die Mutter auf ihre innere Stimme gehört. Rahel verliert ihre Stimme und auch das innere Gespür zu sich selbst kurzweilig. Als das Kind in ihr wächst, lernt Rahel den Schriftsteller Boris kennen. Auf einer seiner Lesungen kommen sich beide näher. Es ist eine Freundschaft, die unaufdringlich und fürsorglich beginnt. Boris schlägt auch ein gemeinsames Wohnen vor. Er lebt in einem großen Haus mit vielen Zimmern, die bisher ungenutzt sind. Aus dieser Gemeinsamkeit wird mehr und Rahel wird erneut schwanger, diesmal von Boris, der bleibt, aber langsam Rahel nicht mehr versteht, da diese in eine nachgeburtliche Depression fällt. Rahel verliert ihre Welt und geht auf Distanz. Besonders zu dem neugeborenen Kind und zu Boris, der immer hilfloser erscheint. Fenna, die  Schwester wirkt getriebener, entschiedener und hat auch mit ihrer Weiblichkeit zu tun. Die Mutter wird kränklich und es kommt zu einem Treffen in Boris Haus. Kann zu einer gemeinsamen Nähe zurückgefunden werden?

Ein Roman über Frausein, Schwangerschaft, Geburt und das Zusammenleben. Ein Text voller Vielschichtigkeit. Mit sehr viel Feingefühl und Einfühlungsvermögen werden die Figuren ausgearbeitet. Das Innenleben macht diesen Roman lesenswert und dadurch sogar spannend. Durch die Sprache und den genauen Blick der Autorin schält sich ein Bild aus der angelegten Oberfläche und bekommt dadurch immer mehr Tiefe. Ein Roman um das Alleingelassen sein und um das Empfinden zwischen Mutter, Tochter, Mann und Frau. Die Vorstellungen des Weiblichen und Familiären werden literarisch beleuchtet und erfahrbar. Der Wunsch nach Individualität, der einhergeht mit der Sehnsucht nach Gemeinsamkeit. Dies Buch könnte uns alle betreffen.

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Kai Wieland: „Zeit der Wildschweine“

Kai Wieland Zeit der Wildschweine Klett-Cotta

Dieser Roman beweist die Wichtigkeit der Literatur. Diese Kunst betritt Niemandsorte, die verloren wirken, aber doch in sich Keime der Phantasie, der Kreativität und des Erschaffens tragen. Ein Erfassen und Fixieren durch Wort oder Bild. Ein Foto nimmt auf, belichtet das Seiende. Die Literatur lässt das Gesichtete durch den Autor lebendig werden. Diese zwei Kunststränge stehen mit im Vordergrund des Romans. Sie werden sogar im folgenden Verlauf zu Rivalen. Gleich am Anfang wird einer der Protagonisten mit Tyler Durden, der Person, die nur in der Vorstellung der Hauptfigur im Film „Fight Club“ lebt, verglichen. Somit ist auch die Beziehung der beiden Hauptcharaktere in diesem Roman von vornherein fragwürdig.

Leon ist als Reisejournalist tätig. Er ist ein Getriebener, ein Mensch, der befürchtet stets etwas zu versäumen. Daher hat er für das beständige und sesshafte Leben seiner Familie wenig Verständnis. Er will vieles erreichen, können und sein. Dabei investiert er für den Weg zu seinen Zielen wenig. Er will Gitarre spielen können, übt aber niemals. Er will surfen, geht aber lediglich ab und zu boxen. Im Boxring trifft er auf Janko und es kommt zu einer ersten Konfrontation, die aber beide zusammenwachsen lässt. Denn Janko ist Fotograf und Leon bekommt von seinem Verlag den Auftrag, in Frankreich „Lost Places“ zu suchen und zu beschreiben. Janko soll mit, damit er diese sogenannten Niemandsorte mit seiner Kamera einfängt.

Leon lebte lange am Rande eines Waldes. Diesen Wald sollte er als Kind nicht betreten, denn dort hausen Wildschweine, die Leon aber noch niemals zu Gesicht bekommen hat. Sein Vater schlägt jetzt dem erwachsenen Leon vor, dass sie beide die Wohnsitze tauschen. Wird dem Vater tatsächlich das Haus zu groß oder möchte er, dass Leon endlich einen Anker im Leben setzen kann?

Die Handlung hat somit zwei Handlungsstränge. Beide sind durch die Bilder der verlorenen Ortschaften geprägt. Das innere, kulturelle und gesellschaftliche Verlassen eines Lebensraumes. Die Familiengeschichte um Leon, seine Schwester und den Vater, der im Laufe der Handlung auch gesundheitliche Probleme bekommt. Der andere Strang ist die Reise nach Frankreich, in dessen geografischem Zentrum Dünkirchen steht. Leon und Jankos verschiedene Sichtweisen werden immer deutlicher. Beide streben ihren Idealen und Idolen nach und es kommt zum Zwist.

Das Buch lebt von der Polarisierung und den exzentrischen Figuren. Die Handlung wird belebt durch die Bilder, die der Text heraufbeschwört. Der Inhalt und die Sprache sind durch leichte Melancholie und feinen Humor geprägt. Vieles findet im Roman einen Vergleich in Bezug auf Literatur, Musik, Film und Fotokunst. Diese „Lost Places“ sind Sinnbilder von etwas Verlorenem und Fallengelassenem. Aber diese Orte wecken auch den Wunsch an etwas festzuhalten, an etwas zu glauben. Das Vermissen ist komplex und bedeutet viel mehr als etwas besitzen zu wollen. «In den Hipster-Cafés dieser Welt füllen sich alte Holzregale mit gebundenen Büchern, und gleichzeitig verschwinden Buchhandlungen aus unseren Städten.« (Seite 156)

Mit diesen Roman beweist Kai Wieland erneut, dass er sich einen Platz in der wichtigen jungen Literatur erschrieben hat.

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Arnd Rüskamp: „Der letzte Käpt’n“

Arnd Rüskam Der letzte Käpt´n Emons

Ein Küstenkrimi, der erneut bekannte Gesichter aus der Realität auf Papier lebendig werden lässt. Dies ist der vierte Fall um die Kieler Polizistin Marie Geisler. Der Titel verspricht Maritimes, doch ist der hier genannte Käpt´n der Anführer einer Rockergruppe, die sich gerne des Marine-Jargons bedient. Dieser Rockerkapitän ist beruflich Zahnarzt und seine dentale Denkweise überschneidet sich gerne mit der des erfolgreichen Anführers. Denn jemand, der ihm im Weg steht, wird auch mal mit einem faulen Zahn verglichen. Die Entfernung ist blutig, aber danach hat man meistens seine Ruhe.

So beginnt der Krimi auch gleich mit einer Hinrichtung. Bei einer Routinekontrolle am Hafen wird ein toter Biker gefunden. Der Ermordete ist ein Schwede und sollte anscheinend mit Hilfe eines Speditionsunternehmens post mortem in seine Heimat überführt werden. Marie Geisler und ihr Team beginnen mit den Ermittlungen. Alle Spuren führen zu Sven Mulder einem Zahnarzt in Neumünster. Nebenbei ist er der Kopf der White Sharks, die ihr Vereinsheim am Westensee haben. Sven Mulder handelt mit Waffen. Sein Gewissen wird dabei nicht in Mitleidenschaft gebracht, denn Waffen sind wie seine medizinischen Instrumente Werkzeuge. Die Verwendung entscheidet über den Nutzen und der Verwender hat somit die Verantwortung. Durch ein gutes und verstecktes, fast schon unsichtbares System tritt Sven Mulder als Verkäufer auf. Er macht sich bei seinen Handlungen mit regulären Lieferwagen fast unsichtbar.

Marie Geisler freut sich eigentlich auf ihren Urlaub, den sie nach einem bevorstehenden Seminar antreten wollte. Durch den Leichenfund am Hafen ist die erste Vermutung, dass es sich hier um einen Bandenkrieg handeln könnte. Ein neuer Kollege, Gregor Sachse, der ebenfalls gewisse Kontakte in die Rockerszene hat, soll sich nun in das Milieu einschleusen. Es läuft einiges aus dem Ruder und es gibt einen weiteren Toten…

Arnd Rüskamp hat sich mit seinem vierten Fall sprachlich und inhaltlich steigern können. Die Landschafts- und Ortsbeschreibungen sind sehr gekonnt eingesetzt und verlangen keine Kenntnisse, sondern wecken durch die Beschreibung eine eigene Stimmung. Doch kennt man sich in den Ortschaften aus, wirkt alles sehr realistisch und glaubhaft.

Im vorherigen Fall, „Windstärke 10“, wurde ich zum ersten Mal literarisch gesichtet. Ich lief in Friedrichsort kurz über die Straße. Jetzt in „Der letzte Käpt´n“ tauchen Sonja und ich gemeinsam auf und werden mehrfach im ganzen Text erwähnt. Ein kurzes Beispiel:

«Astrid Moeller war ob der spontanen Hilfsbereitschaft ein bisschen überrumpelt. Hauke und seine Frau Sonja arbeiteten Hand in Hand.»

Seite 213 (Siehe auch Seite 257 und 326 – eigentlich läge es nun an uns, Arnd Rüskamp einen Apfelkuchen zu bringen!). Wir sagen vielen, vielen Dank!

Jetzt sind wir nicht nur Lesebotschafter sondern auch lebendige Figuren auf Papier! Also ein Krimi, der uns sehr belebt!

Siehe auch: Leseschatz-TV: Im Gespräch mit Arnd Rüskamp (YouTube) vom 24.04.2019

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Ulrike Almut Sandig: „Monster wie wir“

Monster wie wir Ulrike Almut Sandig Schöffling

Ein unglaublich starkes Debüt, das sprachlich und durch den Inhalt überzeugt. Können wir die Monster in uns bekämpfen? Ist Gewalt eine Lösung und was kann vor dieser retten? Was wird aus Menschen, die als Kinder stets mit Gewalt konfrontiert waren? Wem kann man Vertrauen schenken und wie kann man sich gegenseitig heilen?

Das Buch ist in vier Abschnitte eingeteilt. Die beiden mittleren sind die Hauptkapitel, die jeweils die Geschichte von Ruth beziehungsweise von Viktor erzählen. Gleich im Prolog spricht Ruth aber auch jenen Voitto an, der erst im letzten Kapitel gänzlich auftaucht. Vorher ist er eine aufdämmernde Figur, der Ruth alles berichtet und die sie öfters im Text direkt anspricht.

Die Handlung beginnt in der ostdeutschen Provinz. Eine Umgebung, die durch den Kohleabbau geprägt ist und verschlungen wird. Ruth und ihr Bruder Fly wachsen im dörflichen Pfarrhaus auf. Ruth ist noch zu klein, um vieles, was um sie und mit ihr passiert, zu erfassen. Die Stimmung übernimmt sie dennoch sofort. Der Streit der Eltern wird immer spürbarer, bis die Mutter mit ihr später auch kurzweilig ihren Mann, den Pfarrer, verlässt. Ruth findet für sich die Musik als Fluchtmittel. Sie lernt schnell die Geige und das Klavier zu spielen. Die um sie herrschende Bereitwilligkeit zur Gewalt und den immer wieder auftauchenden Missbrauch erklärt sich Ruth mit Vampirgeschichten. In Folge wird es immer die Musik bleiben, die sie in Einklang bringt. Eine Art des Schutzgefühls findet sie stets bei ihrem Freund Viktor. Bei ihm wird sie sich auch trotz seiner Entwicklung sicher fühlen.

Viktor erlebt zu Hause ebenfalls Gewalt und Missbrauch. Später findet er die Möglichkeit, seine Empfindungen auszublenden. Was Gewalt bedeutet weiß er und er will nun selbst abschrecken. Er trainiert, um stark zu wirken, rasiert sich den Kopf und trägt Springerstiefel mit weißen Schürbändern. Für Viktor ist es überall besser als zu Hause. Somit stellt nur sein Erscheinungsbild seinen Weggang als Au-pair nach Frankreich in Frage. Er schummelt auch bei den Bewerbungsunterlagen und fängt bei einer wohlhabenden Familie an. Doch nimmt er sein inneres Monster mit und begegnet in Frankreich auch mindestens einem neuen und doch bekannten Monster in Menschengestalt.

Wohin es letztendlich Ruth oder Viktor verschlägt, ist durch Gewalt geprägt. Die Familien und das Umfeld geben den beiden keinen Schutz. Findet Ruth weiterhin Zuflucht und Schutz bei Viktor,  auch als er sich wie ein Nazi kleidet und sich auch so benimmt? Kann das Zusammenbrechen der DDR ihnen Raum zur freieren Entfaltung geben? Ihr Erwachsenwerden beginnt im Äußeren und vollzieht sich langsam im Inneren. Wer ist jener Voitto, dem Ruth ihre Geschichte erzählt? Wird er oder Viktor bei ihrem Konzert auftauchen? Können sich beide von der Gewalt in ihrem Leben befreien?

Das Buch ist ein Monster – und was für eins. Es ist aufwühlend, kraftvoll und begeistert von Anfang an. Man merkt der Sprache an, dass die Autorin eine gefeierte Dichterin und Klangkünstlerin ist. Inhaltlich gibt es viel zu entdecken und zu empfinden. Es geht nicht allein um Selbstbefreiung oder Selbstbestimmung, dafür ist dieses Monster zu komplex. Es ist ein Romandebüt, aber das siebte Buch der Autorin. Es ist somit der siebte Sohn und ist ganz sicher für Großes bestimmt (Hardrock- und Filmfans mögen diesen Vergleich verzeihen).

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Nicolas Mathieu: „Rose Royal“

Nicholas Mathieu Rose Royal Hanser Berlin

Ein Kurzroman, der überrascht und von einer Frau erzählt, die Höhe- und Tiefpunkte im menschlichen Miteinander erlebt. Doch ist sie vorbereitet und hat zur Sicherheit stets eine Pistole in ihrer Handtasche.

Nicholas Mathieu hatte mit „Wie später ihre Kinder“ einen großen französischen Gesellschaftsroman geschrieben und hat nun einen knappen Roman, eher eine Novelle, verfasst. Der Text stellt eine Protagonistin in den Mittelpunkt, die abgeklärt, tough, lebens- und liebeshungrig  ist. Das literarische Werk ist ein Psychogramm einer Frau, die vom Leben, besonders von den Männern, gezeichnet wurde und sich entschließt, sich nichts mehr gefallen zu lassen. Sie traf in ihrem Leben auf Männer, die nicht auf ein Nein hören konnten, sie hat eine Ehe hinter sich und Kinder zur Welt gebracht. Aber alle ihre Misserfolge im privaten und beruflichen Leben haben sie innerlich gestärkt. Sie möchte sich niemals wieder wehrlos erleben und hat sich eine Pistole organisiert, die sie nun stets bei sich trägt. Ab sofort soll die Angst die Seite wechseln.

Wir lernen Rose als fünfzigjährige attraktive Frau kennen, die sich eines Abends mal wieder in eine Kneipe begibt. Neben ihrer Freundin trifft auch eine Gruppe von Abiturienten ein, die lauthals feiern möchten. Als die Trink- und Feierlaune gestiegen ist, betritt Luc die Szenerie. Sein Auftreten ist der erste Wendepunkt im Roman. Er taumelt mit seinem stark verletzten Hund in die Bar. Da dem Hund nicht mehr zu helfen ist, erlöst Rose diesen kurzentschlossen mit ihrer Waffe. Trotz dieses blutigen Anfangs werden Rose und Luc in Folge ein Paar.

Die Beziehung dümpelt und ist für keinen der Beiden mit Glücksmomenten gefüllt. Das Glück finden sie wohl eher in ihren gemeinsamen Trinkgelagen. Er ist ein wortkarger Mann, der seine Männlichkeit mit seinem Wagen vorgaukelt. Dabei ist gerade sein Liebesleben verklemmt und ungenügend. Sie erträgt es bisher und tröstet ihn oft mit den Worten: „Macht nichts. Morgen schauen wir weiter.“ Doch ist Luc in seinem männlichen Stolz gekränkt und wird handgreiflich.

Das Versagen der Beziehung wird immer offensichtlicher. Ist doch eine Versöhnung möglich? Oder gleiten sie in ihre Gewohnheiten ab? Kommt es zu einem erneuten Schuss aus der Pistole?

Ein schonungsloser Roman, der am Ende überrascht und Charaktere ins Leben geholt hat, die in Erinnerung bleiben. Ein kurzer Lesemoment, der aber wie ein Pistolenschuss knallt und einiges aufwirbelt. Aus dem Französischen übersetzt wurde das Buch von Lena Müller und André Hansen.

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Meena Kandasamy: „Schläge“

Meena Kandasamy Schläge Culturbooks

Der Untertitel lautet „Ein Porträt der Autorin als junge Ehefrau“. Meena Kandasamy ist ein gewaltiger autobiografischer Roman gelungen, der begeistert und unter die Haut geht. Doch findet sich ihn ihm auch die Hoffnung auf die Kunst. Die Kunst, die Sprache und die daraus resultierenden Bilder sind als Ventil und Vermittler der Emotionen wichtige Bestandteile der Gesellschaften. Der Roman ist zart poetisch und herb gewaltig. Es geht um eine junge Frau, die Autorin, die von ihrem Mann gedemütigt, isoliert, geschlagen und missbraucht wird. Sie kann sich durch die Unbesiegbarkeit der Sprache befreien und fixiert ihr Drangsal in Form von literarischer Kunst.

Nachdem sie geflohen ist, kehrt sie heim. Ihre Mutter will die seelischen Schmerzen nicht wahrnehmen, sondern befreit sie vorerst vom körperlichen Schmutz. Zum Beispiel sind es die Läuse, in der Erzählung der Mutter werden es immer mehr, die der geschundenen Frau vom Kopf fallen. Diese Verwahrlosung ist dem Ehemann geschuldet. Doch auch die Füße, die die junge Frau auf ihrer Flucht getragen haben, rücken in den Betrachtungen der Mutter in den Vordergrund. Der Vater beweint und verarztet die Wunden der Tochter. Wie sieht es im Inneren der Frau aus? Meena Kandasamy will ihre Geschichte erzählen und erlebbar machen. Sie verarbeitet durch das Schreiben ihr Erlebtes und will ihre eigene Geschichte zurück. Jetzt ist sie eine Autorin, Übersetzerin und Aktivistin. Sie wurde in Chennai geboren und lebt jetzt in London.

Sie erzählt, was ihr zugestoßen ist. Sie ist jung und lernt einen Universitätsdozenten kennen und lieben. Er wirkt auf sie imposant und charismatisch. Nach der Ehe wird ihre bisherige Welt abgeschlossen. Mit der räumlichen Veränderung beginnt die eigentliche Isolierung. Sie ziehen in eine Region Indiens, wo sie gänzlich der Kommunikation beraubt wird. Sie spricht nicht die dortige Sprache und ihr Mann verbietet ihr die sozialen Netzwerke und verlangt ihre Passwörter für ihre Profile und Mail-Adressen. Immer mehr wird ihr das eigene Leben und besonders ihre Freiheit geraubt. Durch seine Ausbrüche erahnt sie das Kommende und er beginnt sie zu schlagen.

Die Entwicklung der Isolierung und Gewalt steigert sich kontinuierlich. Die physische und psychische Last und Gewalt wirken wie eine Lawine, die langsam über die Frau und jetzt über den Leser hinwegrollt. Der vermeintlich perfekte Mann aus der kurzen Kennenlernphase ist ein Monster geworden oder war es bereits schon immer, nur konnte er sein eigentliches Wesen anfänglich vor ihr kaschieren.

Durch die Literatur gewinnt sie ihre Freiheit zurück. Es beginnt mit imaginären Liebesbriefen, die sie schreibt, um zu schreiben und zu fühlen. Sie vernichtet diese Briefe sofort wieder, somit sind diese Texte nichts Bleibendes. Nicht aber das Resultat daraus. Sie lernt ihre Stärke zu erkennen und sie schwört sich, sich zu wehren und zu befreien. Ihr Widerstand ist letztendlich ihre Geschichte, ihre Sprache und gipfelt in diesem brillanten Buch.

Ein schockierender, lesenswerter und wichtiger Roman. Das Buch ist heftig und toll zugleich und zeigt, warum Literatur und Kunst so wichtig sind. Das Buch wurde aus dem Englischen von Karen Gerwig übersetzt.

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Helena von Zweigbergk: „Totalschaden“

Helena von Zweigbergk Totalschaden Nagel & Kimche

Ein Roman, der mit viel Einfühlungsvermögen und leichtem Witz von der Verletzlichkeit der Familie erzählt. Agneta und Xavier sind seit vielen Jahren verheiratet und haben erwachsene Töchter, die nicht mehr bei ihnen wohnen. Eigentlich war es eine glückliche Ehe. Doch irgendetwas Falsches hat sich in die Gefühlswelt eingeschlichen. Etwas hat sich verändert und Agneta registriert, dass etwas fehlt, kann es aber noch nicht greifen oder benennen.

Es beginnt mit fünf toten Hasen. Xavier liebt den Wald und hat von seinen Kollegen der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften den Jagdschein geschenkt bekommen. Dabei bedeutet Xavier das Jagen nichts, ihm sind lediglich der Wald und die Natur wichtig. Doch nun hat er zum ersten Mal jene fünf Hasen geschossen. Agneta und Xavier versuchen das Beste daraus zu machen. Sie wollen eigentlich die toten Tiere verdrängen, möchten die Hasen aber auch nicht umsonst gestorben wissen. Bei der weiteren Verarbeitung registrieren die Beiden unbewusst, wie sie den anderen eigentlich benötigen. Es soll ein Festschmaus mit Freunden werden. Doch als Agneta die Hasen in der Küche zubereiten möchte, setzt sie das ganze Haus aus Versehen in Brand. Dieser häusliche Totalschaden zeigt ebenfalls die Trümmer der Ehe, des gemeinsamen Lebens auf.

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Agneta, die sich langsam mit den verdrängten Problemen auseinandersetzen muss. Wichtig sind dabei auch die drei Töchter. Xavier kam mit seiner dreijährigen Tochter Maria nach Schweden, nachdem seine Frau in Argentinien ermordet wurde. Daher ist Maria stets der Mittelpunkt in Xaviers Leben. Als Agneta und Xavier sich kennenlernen und heiraten, bekommen sie noch zwei Töchter. Als die Kinder später als Erwachsene zuhause ausziehen, ist aus den vielen Ehejahren ein routiniertes Miteinander geworden. Doch wird auch deutlich, dass besonders Agneta etwas fehlt. Der Totalschaden entzweit und öffnet alte und neue Wunden. Die Charaktere erleiden Leid, Schuld, Sorgen, Neid und Verlust. Können die Töchter helfen? Ist eine Gemeinsamkeit noch möglich und können die negativen Emotionen überwunden werden?

Wie immer ist die Ehrlichkeit und die offene Herzlichkeit der innere Kern jeder Gemeinsamkeit. Sobald dieses gemeinsame Nest zerstört ist, wird es beschwerlich dies wieder aufzubauen oder gemeinsam ein neues zu finden. Die Figuren sind nicht gradlinig, sondern vielschichtig angelegt. Der Roman baut mit der Entwicklung der Figuren eine Situation auf, die mit der Heimauslöschung seinen Anfang nimmt und immer wandelbarer wird.

Ein schön geschriebener und unterhaltsamer Roman. Der Handlungsverlauf ist nicht der eines typischen Familienromans. Die kleinen kaputten Bilder wachsen bis zum Brand und erlöschen immer mehr, um den Figuren Raum zur Entwicklung zu geben. Aus dem Schwedischen übersetzt wurde der Roman von Hedwig M. Binder.

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Alexandra Riedel: „Sonne Mond Zinn“

007Der Titel „Sonne Mond Zinn“ ersetzt die Sterne durch den Nachnamen des Protagonisten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass dieser auf kleinstem Raum angelegte Debütroman auch eine Reise in die Weiten des Weltraums einspinnt. Der Raum besteht aus nichts und darin bewegen sich die Himmelskörper und kommen sich durch die vorgeschriebene Reise etwas näher. Doch kommt es selten zu einer Kollision. So ist auch die Distanz im Text ein wichtiger Bestandteil. Innerhalb der Figuren, der Räumlichkeiten und letztendlich auch kunstvoll eingesetzt zum Lesenden.

Es ist Gustav Zinn, der die Geschichte seiner Mutter erzählt. Anton Hamann ist verstorben und hinterlässt Isolde und die beiden Söhne Ulrich und Anselm. Gustav arbeitet auf einer Insel als Fluglotse und erhält überraschend einen Anruf der Witwe, die ihm mitteilen möchte, dass ihr Ehemann verstorben ist. Er sei zur Trauerfeier eingeladen. Anton Hamann ist der Großvater von Gustav, der Vater seiner Mutter Esther, die nicht zur Begräbnisfeier erscheint. Esther Zinn ist die uneheliche Tochter von Anton.

Während der Anreise, Ankunft und Trauerfeier beginnt Gustav Zinn einen inneren Monolog mit seiner Mutter. Somit spricht der Ich-Erzähler diese oft per Du an, um eine Nähe zu suggerieren, die mindestens räumlich nicht vorhanden ist. Alles wird immer distanzierter und auch etwas grotesker durch die Charaktere, die sich zum Leichenschmaus einfinden, und die wachsende Phantasie, die durch die Anekdoten, Erinnerungen und Gesprächsfetzen angeregt wird. Die Witwe, die Gustav eingeladen hat, ignoriert weitestgehend den Gast. Ulrich ist es, der versucht sich Gustav zu nähern, aber doch durch Alkohol die Bodenständigkeit verliert.

Der Leichenschmaus ist auch visuell einer. Ein grotesk wirkendes Spanferkel, das in einem Umfeld serviert wird, das keine Besinnlichkeit oder Herzlichkeit erkennen lässt. Gustav ahnt, dass die uneheliche Tochter dem Verstorbenen doch etwas bedeutet haben muss. Der für Gustav unbekannte Großvater war Astronom und hat lieber allein den Blick in die Sterne geworfen als die Menschen in seinem Umfeld wahrzunehmen. So ist auch dieser Text ein Beobachten und Registrieren, um die Umlaufbahnen der Menschen zueinander zu verstehen. Ab und zu winkt der Witz und der Slapstick durch die eigentliche Familientragödie. Charlie Chaplin tanzt ab und zu durch den Text, weil Gustavs Mutter für das Kino schwärmte, besonders für jenen Schauspieler. So bricht vieles  facettenreich auf, wie das Licht im Kinosaal, im Tower des Flughafens, bei der Begräbnisfeierlichkeit im Garten und beim Blick in die Sterne.

Ein Spiel aus Wirklichkeiten, Möglichkeiten und Sehnsüchten. Elternliebe als Zentrum. Doch was passiert, wenn diese fehlt? Wohin wandert der Schmerz? Ein poetischer Roman voller Tiefe, Weite und Humor. Der kurze Roman ist sich genug. Alles ist ausreichend und mit nicht zuviel beladen erzählt.

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Zoë Beck: „Paradise City“

Beck Paradise City Suhrkamp

Ein Zukunfts-Thriller, der unsere Gegenwart nur etwas weiterdenkt. Was wäre, wenn in der Orwell-Welt unsere heutigen Errungenschaften bereits möglich gewesen wären? Was, wenn man diese Möglichkeiten für die Zukunft weiterspinnen würde? Was würde jener Big Brother alles damit machen? In dem Werk von Orwell „1984“ wird auch durch kleinste Hinweise ein Bild im Leser geweckt. Bei Orwell ist es gleich am Anfang die Uhrzeit, die eine Verschiebung der Realität verrät. Zoë Beck versteht es ebenfalls, durch  kleinste Bilder große Welten aufzubauen.

Zoë Beck hat eine Vorliebe für Science-Fiction und schreibt nach „Die Lieferantin“ einen Roman, der in der verlängerten Gegenwart spielt. Doch ist diese paradiesische Stadt kein wirkliches Traumland und spielt nach jener Klima-Katastrophe, auf die wir zusteuern könnten. Durch eine Pandemie sind viele aus der Bevölkerung gestorben. Doch ist dieser Roman fern von einer Spiegelung der jetzigen Corona-Krise (auch wurde das Buch weit vorher geschrieben und lag mir vor der Epidemie als Manuskript vor – Danke Zoë!). Es ist tiefgründig und baut dabei ein spannendes Szenario auf.

Es spielt in Deutschland und die heutige Küstenlinie hat sich gänzlich gewandelt. Weite Teile des Landes sind entvölkert und die Menschen, die eine große Pandemie überlebt haben, leben in geballten Städten. Berlin ist lediglich eine Touristenattraktion. Die Hauptstadt ist Frankfurt, die mit dem ganzen Umlandbezirk zu einer Megacity gewachsen ist. Das Leben wird reglementiert. Die Technologien bestimmen und kontrollieren den Alltag. Für alles gibt es die passende App. Auch die Gesundheit wird ständig über eine solche kontrolliert. Es wird sich um einen gekümmert. Alles wird mehr oder weniger bestimmt, auch der Wohnraum muss beantragt und genehmigt werden.

Durch diese Zentrierung des menschlichen Lebens erobert sich langsam die Natur ihren Raum zurück. Dabei kommt es ab und zu wohl auch zu tierischen Übergriffen. Die Heldin, Liina, ist Journalistin und arbeitet für ein nichtstaatliches Nachrichtenportal. Eigentlich sollte sie gerade eine brisante Geschichte übernehmen, doch wurde sie kurzfristig zu einer banal klingenden Recherche geschickt, weil anscheinend erneut Tiere auf Menschen losgegangen sind. Während Liina widerwillig dieser Story nachgeht, passiert ihrem Chef und heimlichen Geliebten, von dem sie ein Kind erwartet, ein traumatischer Unfall. Er ist vor einen einfahrenden Zug gestürzt. War es Suizid oder wurde er gestoßen und die Täter haben moderne Videoblocker verwendet? An welcher brisanten Geschichte hat er gerade gearbeitet, die eigentlich Liina zugesagt wurde? Als dann auch noch die Kollegin stirbt, mit der er zuletzt Kontakt hatte, wird für Liina klar, es handelt sich um ein Komplott. Ihre Recherche wird immer beklemmender und sie kommt einer Wahrheit auf die Spur, die sie in große Gefahr bringt.

Ein fesselnder Thriller. Die Figuren sind sehr plastisch ausgearbeitet und die Bilder, die beim Lesen entstehen, wirken cineastisch. Das Szenario ist erschreckend glaubwürdig und die Handlung des Romans wird immer spannender. Ein verflochtener Roman, der als Spannungsroman, aber auch als Gesellschaftskritik und Warnung zu lesen ist. Ein zum jetzigen Zeitpunkt lesenswerter und passender Thriller.

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