Archiv der Kategorie: Erlesenes

Eduardo Lago: „Brooklyn soll mein Name sein“

Ein wunderbarer Roman, der anfänglich wirkt, als würde man durch schöne Gassen, verwinkelte Straßenzüge und diverse Seitenwege durch ein städtisches Labyrinth wandeln. Diesen Irrgarten betritt man sofort gerne und schaut erstaunt in jedes neue Bild, das sich einem offenbart. Je tiefer man hineingewandert ist, wird deutlich, dass es der Weg ist, der hier von Bedeutung ist. Das Labyrinth ist keines, denn alles mündet kunstvoll ineinander und die Wege haben dieselben Ziele oder Quellen.

Der Roman ist wunderbar geschrieben, voller lebendiger Charaktere und einer Handlung, die einen nicht so schnell wieder loszulassen vermag. Der sehr talentierte Autor hat sich wohl dezent selbst in der vorliegenden Geschichte verewigt. Denn er und die Hauptfigur haben einiges gemeinsam. Eduardo Lago wurde in Madrid geboren und arbeitet als Professor für Literatur an einem College nahe Manhattan. Das vorliegende Werk wurde aus dem Spanischen von Guillermo Aparicio und Carlos Singer übersetzt.

Es sind vorrangig Lebensbilder, die sich zu einem Ganzen vereinen. Eine fiktive Kneipe in Brooklyn ist ein zentrales Bild. Das Oakland ist Treffpunkt der Gesellschaft. Boxer treffen auf Seeleute oder gescheiterte Existenzen trinken mit Literaten. Die Kneipe als Bild und Ort der Heimatsuche. Der Autor, Lago, verweilte selbst gerne in einer solchen Bar und schrieb unzählige Hefte voll mit Szenen, Ideen und Geschichten. Einige davon finden ein Heim in „Brooklyn soll mein Name sein“. Gal Ackermann, die Hauptfigur im Roman, schreibt ebenfalls wie besessen. Er füllt hunderte Notizhefte an seinem Stammplatz am Kapitänstisch im Oakland. Diese Tagebucheinträge und Geschichten sind ergänzende und großartige Fragmente des Handlungsverlaufs. 

Gal Ackerman ist tot und wird auf Wunsch auf einem dänischen Friedhof am Meer beigesetzt. Kurz vor seinem Tod hat er mit einem Freund einen Pakt geschlossen. Gal hat den Roman seines Lebens in seine Hefte geschrieben. Néstor Oliver Chapman, kurz Ness genannt, ist Journalist und wird nun zum Testamentsvollstrecker von Gal Ackerman. Ness soll die Notizen ordnen, vereinen und sogar beenden. Es ist ein bunter, vielschichtiger Roman. Ein Brooklyn-Roman, der in Wahrheit nur ein Ziel hat, Gals große Liebe, Nadja Orlov, zu erreichen, die vor Jahren verschollen ist. Somit beginnt die Reise durch Welten und Zeiten und Ness sichtet und liest Gals Literatur, entfächert Gals Existenz, trifft dabei auf Weggefährten und entschlüsselt Gals Geheimnis.

Ein Roman über einen Roman, der faszinierende Lebensbilder in den Mittelpunkt stellt und eine Liebeserklärung ist an das Leben und die Literatur. Brooklyn erwacht ebenfalls zum Leben und mit dem Ort ein Reigen an Figuren, die fiktiv sind, aber auch wahre Bezüge haben.

Ein Text, der tief schaut und dabei niemals überfüllt ist. Feinfühlig und mit viel erzählerischem Können wurde das Werk verfasst. Alle Lebensthemen sind hier vereint: Liebe, Freundschaft und Einsamkeit. Ein großer spanisch-amerikanischer Roman. Es ist ein Fest, diesen Roman zu lesen.

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Tomas Blum: „Wofür wir uns schämen“

Eine Geschichte über das innere Wachsen. In der Anonymität einer Gruppe kann der denkende und fühlende Mensch sich nicht lange verbergen. Das Wahre, das was tief im Inneren verborgen ist, wird meist vor der Gemeinschaft versteckt. Das Gefühlsleben wird in der erfolgsorientierten Gesellschaft meist als unangenehm wahrgenommen. Die Scham als innerer Schutzraum kann notwendig sein, aber auch ein Hindernis für das eigentliche Wachsen bedeuten, wenn sie einen zu sehr hemmt, sich dem Gegenüber zu öffnen. Die Charaktere bleiben vorerst namenlos und der Ich-Erzähler spricht ab und zu jemanden direkt an. Somit vermengen sich Wahrnehmung, Wahrheit und Erinnerung. Das Verborgene, das Schamhafte wird langsam herausgearbeitet. Ferner geht es um die selbstgewählten oder auferlegten Rollenbilder, die uns prägen und seit der Kindheit unbewusst oder bewusst antrainiert wurden.

Der Erzähler, Gregor, ist Teamleiter in einer Agentur. Die Kunden sind angesehene Auftraggeber aber dennoch kränkelt das Kreativunternehmen und steht kurz vor der Insolvenz. Gregor will mit seinem Team den hoffentlich rettenden Auftrag umsetzen. Die Geschäftsleitung suggeriert ihm einen erhofften Karrieresprung. Das Team bleibt im Text eine undefinierbare Gruppe, aus der sich der Erzähler abhebt. Er wirkt wie ein Mensch, der in der Rolle des Teamleiters aufgeht. Einige Kollegen fürchten seinen scharfen Verstand und seine kreative Kritik. Doch innerlich ist er zerrissen und hadert mit sich. Das Berufsleben ist es nicht, was ihn erfüllt. Doch auch sein Privatleben ist in Schieflage geraten. Seine Ehe ist gescheitert und in der Vergangenheit muss er unter depressiven Schüben gelitten haben und von einer Abhängigkeit gelähmt gewesen sein.

Sein Innenleben beginnt, sich immer mehr ins Außen zu kehren, als ihm eine Kollegin auffällt. Diese bleibt auch bis zum Ende namenlos. Doch erkennt er in ihr das rothaarige Mädchen aus seiner Vergangenheit. Es gab eine Geschichte, die er auf Geheiß seines Vaters lange verschwiegen hatte. Sein Vater war Mediziner und wurde eines Tages zu jenem rothaarigen Mädchen gerufen. Gregors Elternhaus war nicht der wärmende kindliche Ort und das Umfeld war stets auf das äußere Erscheinungsbild geprägt. Die Erinnerungen an den Tag in der Kindheit wachsen und nehmen immer mehr Raum ein. Ist die Kollegin das Mädchen von früher? Haben sie eine gemeinsame Vergangenheit?

Es entsteht eine Beziehung, denn beide scheinen sich immer mehr zu mögen. Er soll sie laut der Chefetage in sein Team integrieren. Sie kommt ihm zuvor und fragt, ob er Lust hat, mit ihr in einen Club zu gehen, in dem man nur als Paar hereingelassen wird. Hier ist die Polarisierung der Geschichte verdeutlicht. Das anonyme Arbeitsumfeld und das nackte, schamhafte Privatleben. Das körperliche und das seelische Nacktsein kristallisieren sich zwischen den Beiden heraus. Es entsteht eine Liebesgeschichte mit einer Vergangenheit in der erfolgsorientierten Gesellschaft. Als er sie direkt auf die alten, dramatischen Geschehnisse anspricht, explodiert die Handlung regelrecht.

Ein erlebtes Gefühlsleben und ein fürchterliches Drama in der Kindheit machen aus zwei namenlosen Typen Menschen, die die Liebe suchen und innerlich wachsen und sich gegenseitig erkennen.

Das Buch weckt von der ersten Seite ein großes Interesse an den Figuren, der Liebesgeschichte und dem Drama im Verborgenen. Eine Aufforderung, das Lebendige zu fühlen und zuzulassen. Die Rollen, die wir uns geben, sind meist nur Schutzräume, die nicht immer von Nutzen sein müssen. Ein sprachlich und inhaltlich überzeugender Debütroman.

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Andreas Pflüger: „Ritchie Girl“

Der Autor pflügt durch die Geschichte und hat damit einen spannenden und bewegenden Roman geschrieben. Andreas Pflüger feierte nach „Operation Rubikon“ große Erfolge mit seiner preisgekrönten Krimireihe um die blinde Ermittlerin Jenny Aaron. Erneut ist die Heldin in seinem neuen Roman eine kluge Frau. Andreas Pflüger schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Drehbücher und Romane. Mit „Ritchie Girl“ hat er wohl seinen bisher besten Roman veröffentlicht. Erneut wirft er einen in die Szene hinein und wandert mit der Kunstfigur Paula Bloom durch die Zeit und die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und begegnet dabei bekannten historischen Persönlichkeiten. Der Roman ist großartig recherchiert und cineastische Unterhaltung mit ganz viel Bildung.

Der Titel ist eine feministische Antwort auf die sogenannten Ritchie Boys, die im Camp Ritchie (offizieller Name: Military Intelligence Training Center) von der US Army ausgebildet wurden. Dies waren in der Regel junge Deutsche, die in der US-Armee den Kampf gegen die NS-Diktatur aufnehmen wollten. Paula Bloom ist als Deutsch-Amerikanerin ein Ritchie Girl. Sie ließ sich nach ihrer Übersiedelung in die USA im Camp ausbilden.

Wir lernen sie gegen Ende des Krieges kennen, als sie sich auf hoher See mit noch unbekanntem Ziel befindet. Sie landet in Italien, wo sie für weitere Verhandlungen miteingesetzt wird. Während dieses kurzen Aufenthaltes, wo sie unter anderem Mussolinis Leiche zu sehen bekommt, wird sie durch eine Mine schwer verletzt. Danach kehrt sie als amerikanische Besatzungsoffizierin in das zerstörte Deutschland zurück. Nahe Frankfurt kommt sie in das Camp King, wo sie einige Weggefährten wiedertrifft.

Während in Nürnberg über die Hauptkriegsverbrecher gerichtet wird, arbeitet man wieder in dem Camp mit einigen Nazi-Tätern zusammen. Viele sollen im Camp der U.S. Army verhört und eingesetzt werden, weil der kalte Krieg gemeinsame Feindbilder suggeriert. Paula hadert mit diesem geschichtlichen Zynismus und kann es nicht gutheißen, dass Pragmatiker das Sagen übernehmen. Paulas Hauptaufgabe wird ihr schnell nach ihrer Ankunft im Camp übertragen. Sie soll herausfinden, ob Johann Kupfer, ein Jude aus Österreich, tatsächlich der sogenannte Spion „Sieben“ war. Nebenbei sucht sie auch nach ihrer persönlichen Liebe und ihrem neuen Halt im Leben.

Ein Roman, der spannende Geschichtsstunden beinhaltet. Nach der Krimi-Reihe ist es erneut eine Heldin, die nach einem Unfall in die Haupthandlung gerät. In „Ritchie Girl“ ist es eine Frau, die beide Seiten des Krieges kennt und persönlich erlebt hat. Der ganze Handlungsverlauf ist toll komponiert und szenisch umgesetzt. Zeitgeschichte wird hier zur unterhaltsamen Lehrstunde mit enormer Spannung. Nicht nur die Dialoge beweisen den Witz und die Raffinesse des Autors. Pflüger versteht es, packende, kluge und tolle Bücher zu schreiben. 

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Lydia Sandgren: „Gesammelte Werke“

Ein Werk zum gänzlichen Versinken und zum Entflammen der Liebe zum Buch. Ein umfangreicher Roman über Kunst und Literatur, der belebt wird durch authentische Charaktere.

Die Figurenzeichnung und der Handlungsverlauf schaffen eine enorme Sogkraft und das Buch ist inhaltlich ein bildender Entwicklungsroman. Wer somit Lust hat, sich mit einem dicken Buch in eine gemütliche Leseecke zu verkriechen und dafür richtig gute Unterhaltung sucht, wird mit diesem Werk viel Freude haben. Der Umfang minimiert sich zügig, wenn man in die Welt eingetaucht ist, die man dann auch ungern wieder verlässt.

Der Roman ist ein Debütroman, der das Lesen in den Mittelpunkt stellt. Die Göteborger Autorin, Lydia Sandgren, geboren 1987, studierte Psychologie, Literaturwissenschaften und Philosophie. Mit Anfang zwanzig begann sie, „Gesammelte Werke“ zu schreiben, dass knapp zehn Jahre später gefeiert und bereits mit dem August-Preis 2020 ausgezeichnet wurde. Aus dem Schwedischen wurde der Roman von Stefan Pluschkat und Karl-Ludwig Wetzig übersetzt.

Der Göteborger Verleger Martin Berg lebt für seine Bücher und liebt es, schöne Werke herauszubringen. Doch die Geschäfte laufen nicht mehr ganz so gut und seine Verlagspartner setzen bereits oft ihre eigenen Ideen und Sortimentsvorstellungen durch. Seine eigenen Romanprojekte bleiben vorerst unvollendet. Privat steckt er ebenfalls in einer Krise, denn seine Frau, Cecilia, ist vor Jahren einfach spurlos verschwunden und hat ihn mit den beiden Kindern allein gelassen. Sein Sohn, der gerade seinen Geburtstag gefeiert hat, entdeckt langsam seine Unabhängigkeit und wird erwachsen. Er bekommt, wie sein Vater damals, ein Gespür für den Reiz der Kultur und möchte diese gänzlich erleben. Martin würde gerne seine Tochter, Rakel, die auch eine Zeit in Deutschland studiert hat, in das Verlagswesen einbeziehen. Als ihm durch eine befreundete Kollegin ein deutschsprachiges Werk angeboten wird, das in das Profil von Martins Verlag passen würde, übergibt Martin Rakel, die gut Deutsch spricht, diesen Roman, damit sie ihn lesen und beurteilen kann.

Martins Erinnerungen wandern oft in seine Vergangenheit, als er wohlbehütet aufwuchs und bereits in der Schule seine Liebe zur Literatur, Kunst und Philosophie entdeckte. Besonders durch seine Freundschaft zu Gustav, der sein malerisches Talent früh fand und auslebt. Doch scheint es einen Bruch gegeben zu haben, der die innige Freundschaft erkalten ließ.

Das Buch wird dem Titel gerecht, denn die gesammelten Werke sind letztendlich welche, die sich stückweise entfalten. Die Perspektiven und Geschichten bauen sich langsam auf und entfalten ein enormes Interesse beim Lesen. Denn Rakel findet zum Beispiel in einem Familienfundus ein Gemälde, das ihre Mutter darstellt und gemalt wurde von Gustav. Auch meint sie in dem Roman, den sie für ihren Vater lesen soll, ihre Mutter erlesen zu haben und begibt sich auf die Suche.

Im Mittelpunkt stehen die Freundschaft und die Liebe. Die besondere Freundschaft zwischen Martin und Gustav seit der Schulzeit, dem Studium und ihrer Zeit in Paris. Ferner die Beziehung zu Cecilia, die plötzlich verschwand und letztendlich ein wichtiges Puzzleteil wird.

Durch die Handlung, die Perspektiven und toll erzählten Geschichten wandert man durch die Seiten ohne zu merken, dass das dicke Buch sich leider auch irgendwann dem Ende nähert. Alles ist sehr dynamisch, spannend und einfühlsam geschrieben und beschrieben.

Wer das Lesen liebt, wird „Gesammelte Werke“ lieben.

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Dorothy Gallagher: „Und was ich dir noch erzählen wollte“

Der neu gegründete aki Verlag hat im ersten Programm fünf Frauenleben in den Mittelpunkt gestellt. Wir können das Leben von anderen nicht gänzlich kennen und schon gar nicht im großen Umfang verstehen. Diese schöne Buchreihe lädt nun ein, genauer hinzuschauen. Der erste Blick fällt auf Dorothy Gallagher. Sie wurde 1935 als Tochter russisch-jüdischer Emigranten in New York geboren.

Sie schrieb Artikel über das glamouröse Amerika, um sich auf finanzielle Füße zu stellen. Bevor sie sich selbständig machte, war sie Redakteurin beim Magazin Redbook und schrieb unter anderem für die New York Times. Sie hat auch einige Bücher geschrieben. Unter anderem die Biographie des italienisch-amerikanischen Anarchisten Carlo Tresca, die in dem vorliegenden Werk auch eine Bedeutung erhält. In „Und was ich dir noch erzählen wollte“ spricht sie aus dem Herzen ihren verstorbenen Mann an und erzählt, was sie ihm persönlich erzählen wollte. Der Text ist somit ein bewegendes Dokument an mäandernden Erinnerungen, voller Tiefgang und Geschichten. Sie verwebt mit dem Buch ihre Gegenwart mit der Vergangenheit, von der sie sich nicht lösen mag, sich aber dennoch stückweise verabschiedet.

Ihr Mann, Ben Sonnenberg, Publizist und Verleger, starb 2010. Er litt an Multipler Sklerose, die seinen Körper, aber nicht seinen Geist lähmte. Dorothy Gallagher blickt auf ihr Leben mit ihm, auf die Zeit und die Leere, die er nun hinterlassen hat. Sie hat es in der gemeinsamen Wohnung nicht mehr ausgehalten und ist umgezogen. An ihrem neuen Lebensabschnitt lässt sie in Worten eingefangen die Leser teilhaben. Sie schreibt es aber für ihren Mann und unterbricht ihre eigentliche Arbeit an einem Buch. Sie kommt in einen Schreibfluß und fängt ein, was sie noch sagen wollte. Dies bewegt und fasziniert sehr. Ihre Gedanken und Erinnerungen sind nicht sentimental, sondern schön und tröstlich.

Sie blickt auf ihren Alltag in New York, sie erzählt von ihren Hunden und der Katze. Sie erinnert sich an ihre ersten Schreiberfahrungen und die geliebte Schreibmaschine. In den Brennpunkt ihres Fokus stellt sie stets ihre Erinnerung an ihren Mann, der ihr sehr fehlt. Das Werk ist eine zarte, tiefgründige Liebeserklärung. Dabei beschreibt das Buch keine reine Liebesbeziehung, sondern ist auch ein Zeitdokument mit der ganzen Würze des Lebens. Aus dem amerikanischen Englisch von Monika Baark

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Valerie Wilson Wesley: „Ein Engel über deinem Grab“

Eine großartige Wiederentdeckung. Mit diesem Krimi taucht man ein in einen spannenden Plot und erlebt lesend die 90er Jahre in Newark, New Jersey. Der Text ist fesselnd und stets authentisch. Die Figuren und die Örtlichkeiten erwachen durch die Sprache und erzeugten Bilder zu einem cineastischen Leben. Das Buch stammt aus dem Jahr 1994 und wurde aus dem Amerikanischen von Gertraude Krueger übersetzt.

Eine schwarze Detektivin agiert in einer Zeit, in der man noch keinen digitalen Fußspuren folgen konnte. Tamara Hayle ist eine Heldin, die man sofort mag. Sie ist glaubhaft beschrieben und ihr erster Fall ist ein pures Drama, das sich Shakespeare ausgedacht haben könnte, aber sich stets am wahrhaftigen Leben orientiert.

Tamara war als Polizistin tätig, hat aber gekündigt und sich von ihrem Mann getrennt. Sie liebt die Freiheit und möchte unabhängig sein. Sie lebt mit ihren Sohn Jamal in Newark und hat eine kleine Detektei gegründet. Dabei ist jeder Monat eine neue finanzielle Herausforderung. Doch möchte sie ihr Leben nicht mehr der Abhängigkeit preisgeben.

Der Roman beginnt mit dem Anruf ihres Exmannes und Vater ihres Sohnes. Damit wird deutlich, dass die erkämpfte Freiheit ins Wanken geraten könnte. DeWayne, dem sie den Laufpass gegeben hatte, bittet sie um Hilfe. Er ist verzweifelt, denn einer seiner Söhne ist gestorben. DeWayne hat fünf Kinder von verschiedenen Frauen. Terrence, einer seiner Söhne, ist ums Leben gekommen. Die Polizei sagt, er sei an einer Überdosis gestorben. Dabei hat Terrence den Drogen abgeschworen und sei seit längerer Zeit clean. Tamara will sich das Zimmer von Terrence ansehen, um zu schauen, ob eventuell die Polizei etwas übersehen haben könnte. Dies macht sie hauptsächlich auch für Jamal, der um seinen Halbbruder trauert.

Das Zimmer entpuppt sich schnell als ein geordneter Raum, der keinerlei Spuren eines Junkies aufweist. Tamara beginnt, sich ihre eigenen Gedanken zu machen und geht der Geschichte nach. Denn auch vor einem Jahr ist ebenfalls einer der Söhne ihres Exmannes erschossen worden. Dies deutete die Polizei ebenfalls als Bagatelle innerhalb der Szene. Während der Trauerfeier und bei weiteren Ermittlungen öffnet sich langsam das ganze Drama der agierenden Charaktere. Tamara fürchtet um das Leben ihres Sohnes.

Das Buch bietet großartiges Kopfkino eines klassischen amerikanischen Krimis mit einer tollen Ermittlerin. Der erste Fall von Tamara Hayle ist einfach Kult und gehört in ein gut gepflegtes Krimiregal.

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John Ironmonger: „Das Jahr des Dugong – Eine Geschichte für unsere Zeit“

Der Autor von „Der Wal und das Ende der Welt“, John Ironmonger, hat einen neuen, kleinen Roman herausgebracht. Die Geschichte für unsere Zeit, so auch der Untertitel,  ist fast schon simpel zu nennen, aber es geht um den Inhalt. Ein Roman für alle, die es bisher noch nicht ganz verstanden haben und Veränderungen verlangen, aber gerne vorerst auf andere verweisen. Es geht um einen Mann, der stellvertretend für unser ökologisches Handeln von einer zukünftigen Generation angeklagt wird.

Toby Markham angesehener Broker steht mitten im Leben. Er arbeitet gerne und viel, genießt aber auch seinen Wohlstand und das Leben. Eine seiner Leidenschaften ist das Fotografieren von Tieren in freier Wildbahn. Bei der Ideensuche für neue Konzepte seines Unternehmens und der Anleger ist er vorrangig daran interessiert, den finanziellen Motor für alle anzutreiben. In seinem Leben wird er von zwei Lawinen mitgerissen und beide Male geht es um Leben und Tod.

Bei einem Skiurlaub kommt es zu einem Unfall und er erwacht in einer ihm fremden Umgebung. Er wird medizinisch versorgt und er meint, sich in einem Krankenhaus zu befinden. Die Menschen, die mit ihm in seiner Sprache sprechen tragen Nachnamen, die an Tierarten erinnern. Die ganze Welt ist eine völlig andere, als er sie kennt. Denn dank einer Technologie konnte sein Körper konserviert werden und er ist der einzige, der wieder zum Leben erweckt werden konnte.

Die Menschen, die mit ihm reden, sind aber keine Ärzte, sondern Wärter, Anwälte und Richter. Er befindet sich nicht, wie gedacht, in einer Klink, sondern in einem Gefängnis. Wie er in Folge erfährt, ist es das Jahr der freundlichen Seekuh, das Jahr des Dugong. Er soll sich als ein Mensch aus unserer Gegenwart für unser Handeln rechtfertigen, das zu der Umweltkatastrophe geführt hat. Toby Markham steht nun stellvertretend für uns alle und wir können uns die Welt nicht schön reden, denn wir wissen, dass ein neues Verständnis und Handeln nötig sind. Toby Markham reagiert menschlich. Denn warum soll er alleine für den Zustand der zukünftigen Welt verantwortlich gemacht werden? Sind es nicht die großen Industrienationen und zum Beispiel die Politiker, die die großen Veränderungen bewirken können? Das persönliche Handeln wird meist als zu unwichtig im Gesamtbild betrachtet. Das individuelle Handeln kann keine großen Auswirkungen haben und man empfindet sich persönlich als unschuldig.

Man kann nicht alleine eine ganze Welt verändern. Man kann nur sich verändern und somit wiederum die ganze Welt. Das Buch liest sich einfach und schnell. Der Spannungsbogen ist mit der angedrohten langsamen Todesstrafe gesetzt und man sitzt mit dem Protagonisten auf der Anklagebank. Der Roman ist auch für junge Leser geeignet. Somit kann dieses Buch Anregung sein und bereits beim Kauf kann man sein Verhalten überprüfen. Der Kauf des Buches im Buchhandel verursacht weniger Verpackungsmüll und CO2-Ausstoß, als wenn der Titel online bestellt und einzeln verpackt individuell angeliefert wird. Ein bewusstes Handeln führt bereits zu einer Verbesserung. Übersetzt wurde das Buch aus dem Englischen von Tobias Schnettler.

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Antonia Bontscheva: „Die Schönheit von Baltschik ist keine heitere“

Der trügerische erste Blick könnte dem Buch nicht gerecht werden. Denn anfänglich könnte man meinen einen seichten  Roman zu lesen. Der Wunsch nach tiefgreifender Veränderung im Leben geht mit dem Besuch beim Friseur einher. Die Frisur als Lebensabschnitt mag wohl nur bedingt ausreichend sein. Doch verfängt man sich in dem Werk, wird man getragen von einer bereichernden Leichtigkeit. Es ist eine autobiographische Familiengeschichte, in der die Selbstbehauptung eine zentrale Rolle spielt.  

Die Ich-Erzählerin lebt seit den 90er Jahren mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Bremen. Sie sind nach der Wende aus Bulgarien gekommen. Ihr humorvoller Blick auf die Kulturen, die Eigenheiten und die handelnden Figuren hat zuweilen auch etwas Abrechnendes. Sie hadert mit sich, dem Werdegang und besonders mit der Liebe. Durch die Lage ihrer Wohnung und das soziale Umfeld fühlt sie sich immer heimatloser. Als ihr Vater stirbt reist sie nach Bulgarien zurück und stellt sich den Erinnerungen und den Konfrontationen. Besonders prägend und charakterstark treten die Frauen aus der Handlung hervor. Besonders die ältere Generation spart nicht mit Lebensweisheiten, die erhört, aber meist nicht befolgt werden. Die Reise zurück ist auch eine Reise der Klärung.

Der deutsche Alltag in einem Mietshaus und der Ehemann, der in ihr eine Frau sieht, die er nach seinem Wunsch noch gestalten kann, lassen die Erzählerin an ihrem bisherigen Schicksal zweifeln. Ihr Bruder und ihre Mutter kommen nach den Trauerfeierlichkeiten mit nach Bremen. Die Mutter erkennt sofort das lieblose Umfeld. Die Sehnsucht nach Liebe hatte die Erzählerin in einer kurzweiligen Affäre mit einem Mann, dem sie Deutschunterricht gab und schwanger von ihm wurde. Die Mutter der Erzählerin erkennt und sieht viel schneller, was im Umfeld der Erzählerin geschieht und fordert diese zum Handeln auf.

Ihr Ehemann, der das Bild, das er von seiner Frau hat, liebt, aber nicht sie, wie sie ist, hält fest an althergebrachten Ritualen, auch in der Sexualität. All diese Momente und der Tod ihres Vaters lassen die Protagonistin am Schwarzen Meer ihr Leben tiefgründig durchleuchten. Ihr zur Seite stehen dominierende Frauen, die stets die Familienfäden spannen. Die Handlung vollzieht sich somit im Wechsel von Erinnerungen, Selbstreflexion und kulturellen und gesellschaftlichen Konflikten. Es ist kein überfüllter Gefühlsroman, sondern, wie oben bereits angedeutet, eine dezente Abrechnung mit den Menschen, die zuweilen wie Ballaste in der persönlichen Entwicklung sind. Denn die Erzählerin muss erkennen, welche Verbindungen im Leben wichtig und welche zu kappen sind.

Ein leichtgängiger Roman, der im Fortgang der Handlung immer mehr an Tiefe zulässt. Da es eine sehr persönliche Geschichte ist, hat der Roman etwas Leidenschaftliches – in der Abrechnung sowie in der Selbstbehauptung. Mit Humor und Hingabe zu den Charakteren gewinnt der Text an Zugkraft und glänzt durch den ironisch, lakonischen Stil.

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Mesut Bayraktar: „Wunsch der Verwüstlichen“

Man könnte den Roman als eine dezente Renaissance des klassischen Sturm und Drangs deuten. Doch viel gradliniger, klarer und fast schon emotional sachlich fixiert der Autor eine Italienreise, die letztendlich eine Reise zu sich selbst ist. Italien – schon immer ein Sinn- und Traumbild des Reisenden. Italien weckt eine Sehnsucht nach Sonne, Zitronen, Kunst und Freiheit. Erneut erinnert es an den Sturm und Drang durch Goethes Italienreise. Goethe erlebte durch seinen Reisebericht einen Freiheitschlag, den sich der Protagonist in „Wunsch der Verwüstlichen“ noch erarbeiten muss. Es sind die Kriege, die die Charaktere in die Handlung zwingen. Kriege, die tatsächlichen, aber auch die inneren, die körperlichen und die seelischen Kämpfe werden betrachtet. Der Roman hat eine einfache Tiefe, die sich schnell erfassen lässt, spielt dann aber auch mit treffsicheren und nachklingenden Sätzen. Mit einer Leichtigkeit werden ganz nebenbei Anspielungen auf Literatur, Mystik und auf länderübergreifende Kultur eingewoben.

Karl und Can sind Brüder, die sich erst nach Jahren wiedersehen. Sie waren als Kinder ein gutes und brüderliches Team. Dann kam es zu einem Bruch und nach einer Ewigkeit sieht Karl Can bei der Bestattung der gemeinsamen Mutter wieder. Erneut wechseln sie kein Wort miteinander. Jeder trauert in sich gekehrt und dem anderen gegenüber verschlossen. Beide bekommen nach der Beisetzung einen Brief der Mutter, in dem diese sie bittet, eine gemeinsame Reise, als ihren letzten Wunsch, zu machen. Egal wohin, aber die Brüder sollen gemeinsam Urlaub und Zeit miteinander verbringen. Beide nähern sich zögerlich den anderen an und der Plan, zu reisen, wird Wirklichkeit, da Can am kommenden Tag nach Italien fahren möchte, weil er dort etwas zu erledigen hätte. Karl könne mit.

Karl ist es, der die Geschichte erzählt. Dabei wandert seine Erinnerung während der Reise zurück in die gemeinsame Kindheit und seinen weiteren Werdegang. Dabei reflektiert er sein Leben und stellt dieses immer mehr in Frage. Karl ist der Studierte in der Familie. Anfänglich vom Vater belächelt, weil er nichts Handfestes lernt und macht. Der Vater ist aus der Türkei nach Deutschland gekommen und kann dem anfänglichen juristischen Werdegang des Sohnes nicht viel abgewinnen. Er ist dann, als Karl Richter wird, sehr stolz auf seinen Sohn. Der Vater ist nun, als die Geschichte beginnt, schon länger tot. Karl ist verheiratet und hat zwei Kinder. Doch sein berufliches und familiäres Leben wirkt auf ihn in Folge immer blasser. Can, der aus seinem Leben spurlos verschwunden war, hat sich mit Gelegenheitsjobs durchgekämpft. Nun reisen die beiden nach dreizehn Jahren des Schweigens gemeinsam nach Italien. In Verona treffen sie auf Nastasja. Sie ist ein Kriegsflüchtling aus der Ukraine und wirkt anziehend auf Karl. Die weitere Reise nach Florenz wird zum Wendepunkt.

Ein Brüderkonflikt und der Bezug zur Herkunft stehen immer wieder im Mittelpunkt. Durch Can und Nastasja lernt Karl sich selbst zu erkennen. Seine biographischen Erinnerungen zeigen einen Mann, der sich selbst unsicher war und dies mit Erhabenheit stets überspielte. Scham spielt neben den inneren Kämpfen auch eine besondere Rolle in der Entwicklung der Protagonisten, die durch den Text sehr lebendig werden. Dabei hat der Roman nie etwas Verklärendes. Die Gefühlsmomente sind frei vom überladenen Sturm und Drang, sondern real nachzuempfinden. Durch die Sprache, die zuweilen sehr klugen Sätze und die gelungenen Bilder ist das Werk ein erinnerungswürdiges Leseerlebnis.

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Gábor Fónyad: „Als Jesus in die Puszta kam“

Ein irrwitziger Ritt auf dem Grat zwischen Wahrheit und Wahn. Ein Roman, der unser mediales Jetzt mit seinen ganzen Facetten auf die Hörner nimmt.

Wir lernen Ludwig kennen, einen phlegmatischen jungen Mann, der in Wien lebt und in einem Spielwarengeschäft „Murmeln & Co.“ tätig ist. Die Einstellung verdankt Ludwig nicht seinem Verkaufstalent oder dem Fachwissen, sondern lediglich der Tatsache, dass seine Familie aus Ungarn stammt und er das Ungarische beherrscht. Dies verleiht, so meint der Besitzer, dem Laden in der Wiener Innenstadt mehr Glaubwürdigkeit und einen Hauch von Exotik. Die innerste Zuwendung zu seiner Tätigkeit findet Ludwig in einem Lemuren-Stofftier, dem er auch alles beichtet und erzählt, wenn keiner im Ladengeschäft zugegen ist. Er ist auch bemüht, diesen Lemuren vor potentiellen Kunden zu verstecken.

Ludwig ist in seinem bisherigen Leben ziellos durch seine biographische Prärie getrieben worden. Die Prärie ist eine der Westernmethapern, die sich in Folge immer wieder durch den Text weben. Denn Ludwig ist Western-Fan und vieles, was nun auf ihn einwirkt, birgt den Stoff für ein modernes Wild-West-Abenteuer. Unser Held, der sich eher wie ein Antiheld durch die Handlung bewegt, ist kein Weltverbesserer und schon gar nicht ein Erlöser. Doch eines Tages wird er wahrlich heimgesucht. Man hat in ihm den wiederkehrenden Messias gefunden. Eine Glaubensgemeinschaft in Ungarn meint, die Zeit der Wiederkehr des Heilsbringers ist gekommen. In Ludwig sehen sie ihren Messias. Die Zeichen sprechen für sich. Am Tag seiner Wiedergeburt sollen laut der Bibel Posaunen erklingen und zur Geburt von Ludwig hat ein Orchester gespielt und es waren himmlische Töne zu vernehmen. Auch seine Narben sprechen eine eindeutige Sprache. Diese und viele andere Zeichen sind der Gemeinschaft Wegweiser genug und Ludwig wird eingeladen, nach Ungarn zu reisen, dem Land aus dem ihrer Ansicht nach Jesus in Wahrheit kam. Somit nimmt Ludwig Urlaub und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise. Dabei schlittert er immer weiter in dubiose Verstrickungen.

Ein Roman, der voller Witz und Tempo ist. Das phlegmatische Wesen des Antihelden wird durch einen irrwitzigen Plot getrieben, in dem sich unsere Gegenwart wiederfindet. Puszta als Bild unserer ganzen Welt. Theorien, Wahrheit und Wahn können je nach Auslegung schnell benannt und auch widerlegt werden. Wie es gerade im Blickwinkel des Betrachters richtig erscheint. Die Bedeutung und Deutung einer Sache liegt neben den Fakten auch stets in der individuellen Interpretation und Auffassungsgabe.

Ein richtig toller und lesenswerter Roman. Alles findet hier seinen Platz: Wahrheit, Verschwörungen, Liebe und Fanatismus. Der Autor moralisiert trotz der Thematik niemals, sondern entwickelt einen Lesedrive, der begeistert und zum Nachdenken und Lachen anregt. Diesem Jesus kann man gerne in die Puszta folgen.

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