
Ein guter, solider Kriminalroman aus England. Ein Ermittler, der eigentlich im Ruhestand sein sollte und sein junger Kollege graben sich durch einen Fall, der als Unfall deklariert wurde, lediglich am Schreibtisch durchgesehen, unterschrieben und abgelegt werden sollte. Sie schließen den Fall nicht und stoßen auf immer mehr Ungereimtheiten und die Ermittlung zieht weitere Kreise und eröffnet die Frage nach Recht und Ungerechtigkeit.
Peter Grainger, geboren 1954, ist das Pseudonym von Robert Partridge, der als Lehrer tätig war und seine Krimis im Selbstverlag veröffentlichte. Seine Serie um den Ermittler DC Smith erlangte große Beliebtheit und weckte das Interesse der Verlage. Jetzt ist diese Serie auch auf Deutsch erhältlich, zumindest wurde diese mit „Ein unglücklicher Tod“ eröffnet. Weitere Fälle folgen zeitnah. Übersetzt wurde der Roman aus dem Englischen von Eva Regul, die in Kiel geboren ist.
Es beginnt mit einer Zeugenaussage. Melanie Carter ist eine Schülerin und Zeugin des unglücklichen Todesfalls. Sie war mit weiteren Jugendlichen in den Ferien zum Baden gefahren. Sie hatten Bier getrunken und am Gewässer die freie Zeit genossen. Einige der Jungs haben Kanufahrer geärgert, während Wayne Fletcher, das Opfer, noch mit einer Freundin am Ufer blieb. Als dann ein weiteres Kanu in Sichtweite kam, ist Wayne ins Wasser gegangen und meinte, das gehöre ihm. Wayne, der ein guter Schwimmer war, schwamm dem Boot hinterher und wurde dann nicht mehr gesehen. Er wurde später ertrunken aufgefunden.
Nach einem routinemäßigen und internen Ermittlungsverfahren kehrt DC Smith in seine Dienststelle in Norfolk zurück. Er nimmt die Polizeiarbeit wieder auf, wobei seine Vorgesetzen ihn gerne in den Ruhestand geschickt hätten. Smith ist unbequem, eigensinnig und charakterstark und immer wieder mit der Befehlskette nicht ganz im Einklang geblieben. Jetzt wurde er auch heruntergestuft und die eigentliche Rente wird ihm immer weiter schmackhaft gemacht. Er bekommt zum Wiedereinstieg belanglose Fälle und kein Team mehr zur Unterstützung. Lediglich einen jungen Kollegen, Chris Waters, soll er einarbeiten. Sie bekommen auch den Fall mit dem ertrunkenen Schüler, der bereits bei der Akteneinsicht Ungereimtheiten vermuten lässt. Das Todesopfer hat eine Kopfwunde und wie schnell soll er geschwommen sein, um sich den Kopf so sehr angestoßen zu haben? Die Vorgesetzte von Smith, die ebenfalls durch die Unterlagen misstrauisch ist, verschafft Smith mehr Handlungsspielraum und sie vergraben sich in den Fall, der einigen ungelegen kommt und dann auch weitere Umkreise miteinbezieht.
Hier trifft althergebrachte und solide Polizeiarbeit auf moderne Ermittlungsverfahren. Smith geht stets seinen Weg und ist in der Einheit wohl auch einer der erfahrensten Ermittler. Doch verweigert er sich dem Fortschritt, der aber durch seinen jungen Kollegen auch in diesen Fall einbezogen wird. Smith ist sehr britisch und bringt den feinen englischen Humor mit. Ein feiner, realistisch wirkender Kriminalroman, der einen Helden ins Leben ruft, der in uns immer mehr wächst und auf sympathische Weise einen Platz in unserer Serienwelt einnimmt.
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