
Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2026. Dies sind die Abenteuer von Schnickmann. Dies sind kosmisch schöne, humorvolle Gedichte. Der Wunsch nach Ferne, Weite und nach Auflösung wird hierbei das Gepäckstück für einen Weltraumflug. Die unbegreifliche Unendlichkeit zeigt uns in ihrer Dunkelheit und Kälte unsere erdwarme Endlichkeit.
Die unendliche Weite und das tödliche Umfeld treffen in lebensbedingender Atmosphäre auf den Zufall des Lebens. Alles bedingt einander, umkreist und zieht sich an. Die Flugbahn und die Aggregatzustände stehen dabei stets in Verbindung zu den anderen Himmelskörpern oder dem Nichts. Die kosmische Sicht ist ein Blick in uns. Im All gefriert alles, nur aus unseren Mündern steigt unerlässlich Rauch auf. Das Individuum verliert sich im Weltraum und kann dennoch an Bedeutung gewinnen. Das Licht reist durch Dunkelheit und wird erst in der Reflexion sichtbar. Dieser Lichtstrahl wird vom erzählenden Ich aufgefangen und bringt Helligkeit in seine Betrachtungen. Er hält die Welt an, um auszusteigen, er steigt empor, um zurückzuschauen. Die Welt rückt dabei in eine Ferne und wirkt unerreichbar wie die Liebe. Die lyrische Stimme weiß von den Planeten mehr zu sagen als vom Gegenüber. Ihr Wunsch nach Verständnis wird eine Space Odyssee oder – Oddity? Manchmal meint man auch, David Bowie, Patti Smith oder Björk singen hier leise mit. Im galaktischen Flug wird eine internationale Sprache gesprochen und das Englische spielt in den Gedichten mit. Diese Lyrik funktioniert auch durch die Setzung, denn die Form gibt ebenfalls Ideen und Stimmungen weiter. Die Texte schauen nur vermeintlich weit, denn das Raumschiff „USS Schnickmann“ ist ein geschrumpftes U-Boot, das im lyrischen Ich abtaucht. Es ist ein verlorener und trauriger Blick voller Sehnsucht nach gefestigter Umlaufbahn, Liebe und doch nach unabhängiger Freiheit. Somit ist das All nur eine Ausflucht und der Flug sucht sein Ziel und Nähe. Wir sind alle Sternenstaub und der Blick durch das lyrische Teleskop schaut lediglich in eigene Zustände.
Diese sprachlich schöne Himmelskarte ist, wie könnte es bei einem Weltraumflug anders sein, eine Herausforderung. Doch gibt es in der fernen und nahen Welt viel zu entdecken, empfinden und schmunzeln. Diesen Flug durch und zu den Gestirnen macht man wohl, einmal angefangen, immer wieder.
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