
Der dritte Roman von Matthias Hübener verbindet erneut Mythen, aktuelle Weltereignisse und Themen mit individuellen Entwicklungen. Seine Romane sind voller Abenteuer, die uns stets zum Nachdenken und Nachempfinden anregen. Hübener ist ein Geschichtenerzähler, der viel gedanklich durchdringt und welterfahren ist. Somit eröffnen seine Werke neue Horizonte und machen neugierig auf die Welt und auf die Kulturen. Dabei taucht aber stets der Mensch auf, der sich in seiner Rolle innerhalb des globalen und ökologischen Umfeldes noch zu finden hat. Dies weil die Menschheit sich oft über die Dinge stellt, anmaßend und gierig sein kann. Doch ist alles stets am Anfang lediglich ein Gedanke und durch das Abenteuer um das Leuchten der Mondfische wird, wie bei den vorherigen Werken des Autors, die Welt etwas harmonischer und magischer.
Es beginnt sofort spannend und dadurch werden wir umgehend in die Handlung, die Gedankenspiele und die emotionalen Entwicklungen hineingesogen. Innerhalb der Handlung taucht eine Legende auf, die erzählt wird, sich mit den Figuren verbindet und den Titel des Buches immer mehr zu erklären versteht. Clément ist Meeresbiologe und war gerade auf einer Umweltkonferenz auf Tahiti. Auf dem Flugplatz und später im Flugzeug macht er Bekanntschaft mit einem unsympathischen Mitreisenden, der immer wieder die Nähe zu Clément sucht. Der Flug startet trotz der Warnung vor dem Sturm, der an Intensität zunimmt und den Kurs wechselt, somit wird die Flugroute geändert und eine Notlandung eingeleitet. Als der Mitreisende das Ziel erfährt, gerät er in Panik, wütet und verstirbt sogar. Sie landen auf einer Insel der Marquesas. Clément wird dort untergebracht und gerät in ein großes Abenteuer, denn in seiner Reisetasche wurde ein dubioses Behältnis versteckt. Er wird somit verdächtigt, Kunst oder Kultgegenstände geschmuggelt zu haben und mit dem verstorbenen Mitreisenden, der ein gesuchter Dieb ist, in Verbindung gestanden zu haben. Eine Frau tritt in sein Leben, die ihm hilft und sie suchen einen alten Freund von ihr auf, der Rat geben soll und ihnen mehr über jenes Behältnis zu sagen hat. Er erzählt ihnen die Legende um das Leuchten der Mondfische, die von zwei Brüdern handelt und etwas mit der Phiole zu tun hat. Jetzt vermischen sich die Handlungen und die Mythen, denn Clément hat ebenfalls einen Bruder, der wie in der Sage, ganz anders ist und lebt. Der Bruder von Clément arbeitet in einem Unternehmen, die sich das Ziel setzt, das Leben der Menschheit zu optimieren. Lebensverlängernde Maßnahmen werden erforscht, mit der Hoffnung, dadurch vermögend zu werden. Der Bruder hat von mindestens drei Phiolen gehört, die seinem Ziel behilflich sein könnten. Diese Behältnisse haben etwas sagenhaftes, sie soll es aber tatsächlich geben. Ferner geht die Forschung auch mit dem Blick auf die Tierwelt weiter, gerade Haie oder Mondfische haben eine lange Lebenserwartung. Dabei könnte natürlich Clément als Meeresbiologe sehr hilfreich sein, da sich seine Hauptforschung auch mit Mondfischen beschäftigt. Hier beginnen sich die Kreise der Handlungen zu verbinden. Der anmaßende Wunsch nach Unsterblichkeit geht oft mit einer egoistischen Gier einher. Dabei ist eine Lebensbereicherung mehr im Miteinander, also im Geben und Lieben zu finden.
„Das Leuchten der Mondfische“ ist ein abwechslungsreiches Abenteuer über Sehnsüchte, Hoffnungen, Liebe, Gier und Verrat. Eine Reise von Frankreich in den Südpazifik und nach Japan, die letztendlich zu uns selbst, zu den grundeigenen Lebensfragen führt. Gleich mit der Anfangsszene wird gezeigt, wie unser wechselhaftes und zerbrechliches Leben ein Geschenk ist. Das Bild wird immer mehr mit der Handlung verstärkt und der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten.
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