Nils Westerboer: „Lyneham“

Endlich mal wieder eine kluge Weltflucht. Ein Science-Fiction Roman, der eine vielschichtige und spannende Handlung aufbaut. Der Autor versteht es, neben dem Erzählstrom viele Gedankenmuster loszubrechen, die durch die verwobene Handlung mehrere Dimensionen öffnen. Auch die Metaphorik wird durch den Lesefluss zu einem literarischen Bilderrausch.

Die Handlung spielt auf einem extrasolaren Mond, der als Trabant zu dem Planeten, den er umkreist, Lebensbedingungen erzeugen kann, die ein überleben möglich machen. Dafür ist Terraforming noch vorgesehen und notwendig. Der faszinierende Mond wird Perm genannt, nach der Periode jenes Erdaltertums vor 252 Millionen Jahren. Doch bevor die Handlung sich auf den Mond stürzt, erleben wir im Prolog einen Marshmallow-Test. Die zukünftige Wissenschaftlerin wird als Kind getestet. Wenn sie in einer gewissen Zeitspanne den Marshmallow nicht essen würde, bekäme sie einen weiteren. Doch was ist, wenn sie diese Süßspeise gar nicht mag und warum wissen dies ihre Eltern nicht? Hierbei zeigt sich, wie wichtig es ist, stets alle Fakten zu kennen, um die Gründe des Handelns zu verstehen.

Ihre Familie ist es, die das Abenteuer erlebt. Die Erde stirbt und die Menschen wandern aus. Am Raumhafen, kurz vor dem Einchecken, spricht die Mutter mit ihrem Mann und fliegt nicht mit. In den Stasiskammern eingelagert erreichen sie Perm und stürzen in die neue Welt. Henry Meadows hat Geburtstag und ist zwölf Jahre alt geworden. Seine Feier hat er sich anders vorgestellt und bei der Ankunft in der neuen Heimat werden alle sehr durchgerüttelt. Die Lebensumstände sind sehr bedrohlich. Die Luft lässt sich nicht atmen, alles wirkt toxisch und die Tierwelt verbreitet Angst und Schrecken. Die Tiere beherrschen zudem besondere Tarnvorrichtungen. Es gibt auf Perm Berge, deren Gipfel in den Kosmos ragen und sphärische Flüsse. Die Heimat ist somit noch nicht fertig. Irgendetwas scheint die Umwandlung verhindert zu haben. Der Alltag wird für Henry auch aus Schule bestehen und die Lehrkraft ist eine künstliche Intelligenz, die einst für Bohrungen zuständig war. Alles ist anders, feindlich und fremd. Wo ist die Mutter und wie lange waren sie überhaupt unterwegs?

Mildred Meadows war zurückgeblieben, um einen neuen Antrieb abzuwarten und ihre Familie zu überholen. Sie will für alle das Beste aus der neuen Welt herausholen. Was ist schiefgelaufen und warum ist die Mutter für ihre Familie nicht da, die sie sehnsüchtig erwartet. Es mehren sich die Zeichen, dass die Mutter schon da war, vor langer, langer Zeit und sie hat eine Warnung hinterlassen.

Dieser Science-Fiction ist ein gelungener Ritt durch Raum und Zeit. Die Ideen sind nicht nur kurze Anregungen für eine Weltraumhandlung, sondern der ganze Roman ist gehaltvoll und sehr spannend und toll erzählt. Dieser Flug geht schnell vorbei, schüttelt uns durch und hinterlässt einen Hohlraum in unserer Realität.

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Stefan Györke: „Tizianas Rosen“

Ist dies ein Krimi, wie es auf dem Buch steht? Erneut hat Stefan Györke einen Roman geschrieben, der sich auf mehreren Ebenen lesen lässt. Es könnte ein Krimi-, aber auch ein Liebesroman sein, doch entpuppt sich das Werk als etwas mehr. Mit enormer Leichtfertigkeit wird hier eine Handlung aufgebaut, wo am Anfang suggeriert wird, der Fall sei bereits gelöst. Doch dann werden kunstvoll die Entwicklung der Handlung und die manipulative Zweisamkeit aufgebaut, die die Möglichkeiten durcheinanderwirft und stets die Spannung aufrechterhält.

Stefan Györke ist nach seinem Medizinstudium als Notfallmediziner tätig und weitet seine Lebensleidenschaft auf die Literatur aus. Seine Werke begeistern durch seine Sprache, durch die Vielschichtigkeit der Handlung und die lebendigen Figuren. „Tizianas Rosen“ ist gekonnt durchkomponiert wie eines seiner vorherigen Werke „Die Liebe der Skelette“, das hier im Leseschatz bereits sehr positiv aufgefallen war.

Die Lösung des Kriminalfalls am Anfang des Romans, wo Tiziana durch ihr Geständnis von der Verdächtigen zur Täterin wird, wirft Fragen auf. Nicht nur bei der ermittelnden Polizei. Eine Woche vor dem Verhör hatte sie noch vom Toten einen Strauß Rosen erhalten mit einer Karte, wo er sich als Narr bezeichnete. In Gedanken meinte aber sie, die Närrin gewesen zu sein.

Tiziana hat sich von ihren Eltern aus Sizilien gelöst und beginnt ihr eigenes Leben in der Schweiz zu leben. Sie findet einen Job in einem Ingenieur-Büro, wo sie alles für die unorganisierten Entwickler regelt. Doch nach einem Höhenflug der Firma geht diese pleite, aber die Tätigkeit von Tiziana blieb nicht ungesehen. Eine angesehene Anwaltskanzlei bittet sie zum Vorstellungsgespräch. Die Inhaber und Partner wirken freundlich und die Räumlichkeiten elegant. Die Einarbeitung findet durch die Chefsekretärin statt und schnell hat sich Tiziana eingelebt. Sie wird für den befähigten und baldigen Partner der Kanzlei Ulrich Vanderhoff tätig sein. Als sie ihn zum ersten Mal sieht, ist es Liebe auf dem ersten Blick. Er beginnt ebenfalls sie zu umwerben. Doch die Tätigkeit im Büro steht stets an erster Stelle und das Arbeitspensum ist enorm hoch. Ein emotionales Wechselspiel beginnt beruflich und privat. Die private Bindung bröselt, aber beruflich macht sie alles, was er ihr aufträgt. Auch schreibt sie die Grußkarten an seine Liebhaberinnen. In dieser Phase nähert sie sich auch ihren Eltern wieder an. Die sizilianische Vergangenheit streift immer ihr Leben. Durch die Eltern und durch Ulrich Vanderhoff, der einst als Schwertschlucker auf der italienischen Insel umherzog.

Ulrich Vanderhoff ist das Opfer, er wurde ermordet aufgefunden, mit einem Strauß Rosen, der ihm im Hals steckt. Ein Ritualmord aus dem Mafiamilieu oder eine Beziehungstat? Der Verdacht führt auch zu Tiziana, die die Tat gesteht. Doch glauben will es ihr keiner.

Ein verstrickter Kriminalroman, der sich literarisch und humorvoll durch seine Handlung windet. Als Krimi legt er stets neue Verdachtsmomente aus. Durch die Charakterisierungen gelingt ein sensibles Herantasten an die Ereignisse. Der Roman wurde mit Hingabe und Witz geschrieben und macht Spaß zu lesen.

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Katharina Bendixen: „Eine zeitgemäße Form der Liebe“

Auch die Liebe und die Fürsorge durchwandern zeitgemäße Veränderungen. Somit ist wohl nichts unveränderbar. Oder doch? Ist der Mensch immer noch dasselbe Tier und nur die Umstände zerren an uns? Nicht mehr wir werden vom Vorübergehen an den Käfigstäben müde, sondern der Käfig dürfte ermüden. Diesem Käfig entkommen oder benennen die Geschichten von Katharina Bendixen. Es sind Kurzgeschichten, die von Eltern, besonders Müttern, und ihren Kindern erzählen. Die Ängste einer Mama, die nicht immer die von einer Mutter sein müssen. Das Buch beinhaltet klassische Kurzgeschichten, aber auch Alltagstexte, die magisch und surreal werden, Chatgespräche und zukünftige Abituraufgaben. Alles in Bezug zu den Ansprüchen unseres zeitgemäßen Mutterverständnisses. Die Kurzprosa ist sehr unterhaltsam, führt uns unsere Absurditäten vor Augen und ist sehr witzig.

Die Überforderungen des Alltags und die der Mutterschaft werden mit jedem Text aufs Schärfste analysiert. Die etwas längeren Texte werden durch Träume unterbrochen. Träume, die aber auch genauestens die Seelenpein einer Überstrapazierung bebildern. Immer stehen die Liebe, die familiäre Hinwendung und unsere ganzen Widersprüche im Fokus. Sei es bei einer Frau, die bei der Sendungsaufgabe in der Post ihre Kinder verliert, vergisst und erst durch das Einschlafen aufwachen kann. Ein Mädchen, das sich einen Sonnenblumenkern ins Ohr steckt und somit einen verwurzelten Körper mit Blumen aus dem Ohr bekommt. Ein Löwenjunge ist verhaltensauffällig in einer Tagesstätte und durchläuft bürokratische Maßnahmen. Oft eskaliert die Stimmung, die Machbarkeit oder die Kommunikation, wie in einer Eltern-Chatgruppe. Die Träume zeigen Muscheln, die Steine aufnehmen, um daraus Perlen zu erschaffen, die dann ein mütterliches Wechselspiel zwischen den Steinen und dem Weichtier erzeugt. Die Ablenkung beim Zubereiten des Abendbrotes kann ebenfalls folgenreich sein. Der titelgebende Text ist die Rede einer Wissenschaftlerin, die diese bei einem Kongress im Jahr 2055 gehalten hat. Diese Rede handelt von der Depression, die Mütter oder Eltern bekommen könnten. Durch die Überforderung der Eltern hatte die Therapeutin eine zeitgemäße Idee. Eine Mutter sorgt sich stets aus Liebe. Wenn diese Liebe weniger wäre, könnten sich auch die Probleme minimieren. Wir suchen uns ja auch die Wohnung und die Arbeit aus. Sollte diese zu unserem Lebenswandel, Lebensmoment nicht passen, wechseln wir. Warum also nicht auch die Kinder? Ein Kindertausch macht somit aus False-Müttern True-Mütter. Problematisch sind dann die Vatergefühle, falls überhaupt messbar und die der Großeltern, aber dafür werden ebenfalls Lösungen gefunden. Die Menschlichkeit zeigt sich auch in der aktuellen Abschlussprüfung. Die Deutschkenntnisse werden märchenhaft genutzt, um auf die Mutterschaft aufmerksam zu machen. In Gesellschaftskunde dürfen dann auch gerne die Mitschüler denunziert werden. Alle diese bissigen und humorvollen Texte werden umspielt von den Momenten des Aufwachens und Einschlafens, denn die Kinder müssen ja auch wieder rechtzeitig geweckt werden.

Unsere gestresste Welt wird hier witzig und zynisch beobachtet und sehr unterhaltsam in Texte gegossen. Ein irrer Spaß, der nicht nur Eltern gefallen wird. Bendixen spielt mit unserem Chaos im Kopf und entwirrt dieses wieder, wie jene verknoteten Bänder in einer der Geschichten.

Siehe auch Leseschatz-TV mit einer kleinen Lesung:

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Elizabeth Heichelbech: „Chopin in Kentucky“

Was wäre, wenn das Leben ein Erzählballett wäre? Für die Erzählerin könnte es eins werden und wir folgen ihr unglaublich gerne bei ihren ersten Tanzschritten. Ein wunderbares und witziges Buch, das die wahre Freundschaft und die Wirkungskraft der Imagination zelebriert.

Roanville, Kentucky 1977 und das Leben von Marie Higginbottom verändert sich, als das Ballett aus Paris in die Kleinstadt, in dem es neben dem örtlichen Einzelhändler der Kette Kmart sehr wenig zu erleben gibt, kommt. Die zehnjährige Marie verschluckt sich förmlich, als ihr Vater am Abendbrottisch das kulturelle Ereignis verkündet. Doch ist es nicht das Ballettensemble aus der französischen Kulturmetropole, sondern es ist eine Tanzgruppe aus Paris, Kentucky. Doch minimiert dies die Freude der kleinen Marie nur geringfügig.

Marie träumt von der großen Karriere als Tänzerin und sie möchte raus aus der Kleinstadt und weg von der Familie. Ihre Liebe zur Musik wird von ihrem besten Freund unterstützt und begleitet. Er ist immer dabei, beim Einkauf, beim Flanieren im Ort und bei den mitmenschlichen Begegnungen. Ihr Freund ist sehr eingenommen von  sich und leider bereits tot, denn es ist Frédéric Chopin. Dieser imaginäre Freund ist sehr real und kommentiert stets die Ereignisse, steht Marie aber immer treu zur Seite. Da er in einem hinterwäldlerischen Ort in Kentucky gelandet ist, kann er den Wunsch von Marie, dort zu entkommen und ihr Leben der Kultur zu widmen, nur gutheißen. Die Familie leidet unter dem am Kopf verletzten Vater, der seine Wutausbrüche an den Kindern, die sich oft selbst überlassen sind, auslässt. Die Wohnung ist marode, verschimmelt und das kulturelle Leben findet meist im Fernsehzimmer statt. Marie hält an ihren Traum fest auch wenn die Mutter in ihr weniger eine Ballerina sieht als eine echte Ingalls aus der Fernsehserie „Unsere kleine Farm“. Das fehlende Tutu kann ihre Leidenschaft aber niemals bremsen und sie hält an ihrem Traum fest. Neben dem genialen Komponisten, der leider tot ist und auch ab und zu nerven kann, lernt Marie noch eine sehr lebendige Freundin kennen. Misty McPherson, die auf ihre große Entdeckung als erstes weibliches Kinder-Elvis-Double wartet.

Ein Wirbeltanz einer Jugend in den Siebzigern voller Musik, Humor und facettenreichen Charakteren. Alles aus Kindesaugen und die Weltsicht wechselt zwischen kleinstädtischer Kulisse und geistvoller Kunst. So sind auch die Weggefährten nicht zwingend echt, denn der beste Freund der Heldin ist Chopin. Neben diesem virtuosen Musiker bespielen auch Jesus und Elvis, als weibliches Imitat, die Tanzfläche. Diese schillernden Figuren bringen alles zum Glänzen und wir strahlen mit. Denn wir werden süchtig nach diesem melancholischen Witz, der sich in jeder Szene findet. Wir lachen laut und schmunzeln leise in dieser irren Reise durch das irdische Kentucky. Letztendlich ist es die Kunst, die uns alle zu retten vermag und in der Imagination kann im Provinziellen alles beginnen oder möglich werden. Zumindest der Lebensanfang dieser Traumtänzerin, von der wir nicht genug erlesen möchten. Ein tolles, ein verrücktes Buch.

Ich durfte das Buch bereits beim Übersetzungsvorgang als Manuskript lesen. Übersetzt wurde es aus dem amerikanischen Englisch von Lena Riebl und ich werde in der Verlagsvorschau zitiert. Vielen Dank!

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Carme Riera: „Und ich lass dir als Pfand das Meer“

Die feine kleine Meeresbibliothek mit Klassikern der Weltliteratur hat Neuzugänge bekommen. Wie bei dieser bibliophilen Buchreihe sind die Titel alle meerwassergetränkt. Denken wir an das Meer in der klassischen Literatur, fallen uns oft Werke von Defoe, Melville, London oder Verne ein. Doch es gibt sie auch, die lesenswerten Frauen, die das Meer in ihren Werken verewigt haben. Das feminine Meeresverständnis gehört nicht überlesen und Carme Riera gehört nun in diesen Reigen dazu. 1975, kurz vor dem Tod Francos, veröffentlichte die Mallorquinerin mit 27 Jahren ihren Erzählband. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat für ihre Werke bereits einige Preise erhalten. Ihre Texte sind sensibel und leise und entfachen dann eine unbändige Kraft, die, wie das Meer, sich aufbäumt gegen das Starre und Feste. Ihre Heldinnen leben im Patriarchat und müssen sich damit arrangieren. Doch unterwerfen sie sich tatsächlich und folgen sie den Gepflogenheiten der Gesellschaft?

Das Meer bleibt ein Sinnbild der Ferne und der Weite. Es ist jene natürliche Kraft, die eine Freiheit suggeriert. Ein Anbranden gegen das Bestehende. Das Aufbrechen des Regelwerkes und das Aufbegehren gegen die Gesetze und die vorherrschende Moral sind in den überraschenden Kurzgeschichten stets spürbar. Mallorca ist für viele ein Sehnsuchtsort. Eine Insel, die beim Lesen dieser Geschichten zu einer weiteren Metapher wird. Der Mensch selbst wird eine Insel, die für sich meist alleine wirkt und durch die äußere Berührung oder Beeinflussung ins Strudeln gerät. Frauen, die das Meer liebend umarmen und dabei den letzten Gruß den Wellen überlassen. Die Sammlung wird ummantelt durch zwei Erzählungen, die sich ergänzen und somit den Inhalt fortführen. Es ist das Schreiben einer Frau, die als Schülerin verliebt war. Es war eine tief empfundene Liebe. Langsam bekommen wir das Ausmaß dieser Liebe mit. Es ist eine Liebe zwischen einem Lehrkörper und einer Jugendlichen. Die Liebe zu einer Lehrerin. Die Sehnsucht und das Verlangen brausen auf, werden erwidert und ziehen sich dann zurück. Stets ist das Empfinden mit dem Meer gleichzusetzen. Die unerfüllte Liebe bleibt Beweggrund der Schreiben und die späteren Liebesbekundungen werden unter den Briefmarken versteckt. Dies in der Hoffnung gefunden zu werden oder einfach ungesehen zu verstummen. Am Ende wird das Meer als Pfand belassen und das Drama bleibt offen, denn die letzte Geschichte berichtet aus der Sicht einer Lehrerin, die ein anderes Ende und Verlauf anzeigt. Letztendlich können es dann nur die Möwen bezeugen.

Dazwischen befinden sich kurze und stimmungsvolle Miniaturen, die ebenfalls das Meer, den Strand als Schauplatz des menschlichen Dramas aufzeigen. Vieles versteckt sich unter der Oberfläche. Eine Oberfläche, die gleich dem Meer diverse Schattierungen und Brandungen erfahren. Es sind versteckte und sehr raffinierte Gedankengänge, die hier ganz behutsam eingebunden werden. Große Themen sind es, die geschickt in die Literatur einfließen, ohne damaliges Aufsehen zu provozieren. Die Frage nach der freien Liebe wird gestellt und die ausweglosen Wege münden oft mit einer letzten Umarmung des Meeres.

Ein wunderbarer Leseschatz wurde hiermit gehoben, der aus dem Katalanischen von Petra Zickmann übersetzt und mit einem Nachwort von Kirsten Brandt versehen wurde.

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Mascha Unterlehberg: „Wenn wir lächeln“

Ein Debütroman über zwei Freundinnen, die sich gegen äußeren Druck abgrenzen. Ihre Freundschaft nennen sie Schwesternschaft und diese ist sehr eng, aber nicht perfekt. Ein faszinierender Roman, der eine Wut zeigt, die nicht zu Gewalt, sondern zu Sprache wird. Dabei kommt Gewalt vor. In der Phantasie, die aus der umlauernden Stimmung ihre Wirkkraft zieht und dann in der Realität, wo die Gewalt bereits in kleinsten Gesten ihren Ursprung hat. Das Werk hat einen enormen Sprachklang und liest sich wie ein poetischer Soundtrack über eine Freundschaft. Der Sprachklang erinnert an weiblichen Sprachgesang, der seinen Emotionen klugen Ausdruck gibt.

Die Erzählerin ist Jara und sie ist mit ihrer Freundin, Anto, zu einer maroden Brücke gegangen. Dabei haben sie ihre Baseballschläger, von denen einer im Fluss landet. Die Eisenbahnbrücke ist stillgelegt und das Betreten eigentlich verboten. Doch treffen sie sich hier öfters über der Ruhr. Anto springt hinter dem Baseballschläger hinterher und ist im Fluss verschwunden. Was soll Jara tun? Die Polizei rufen und Hilfe holen? Doch was ist, wenn Anto einen ihrer Scherze macht und wie soll Jara dann die Anwesenheit der Hilfskräfte erklären. Während sie auf der Brücke steht, hadert und mit sich ringt, kommen die Erinnerungen und Szenen der Freundschaft schwirren in ihrem Kopf herum.

Jara traf auf Anto zum ersten Mal beim Fußballspiel. Doch ist Anto eine sehr miese Spielerin und doch durch ihren Eingriff bei einem verletzen Vogel, der bewusst von einem Ball getroffen wurde, übt sie auf die Umstehenden eine Faszination aus. Jara und Anto werden Freundinnen, die oft zusammen abhängen oder um die Häuser ziehen. Sie teilen alles miteinander, ihre Kleidung, Musik, Kosmetik und Zeit. Sie treten wie Schwestern auf und handeln auch meist als solche. Durch das Umfeld müssen sie sich oft wehren und behaupten. Ein Umfeld, das durch Männlichkeit geprägt ist. Von Jungs und Männern. Männer, denen die eigenen Bedürfnisse am wichtigsten sind. Männer, die auf Körper starren. Männer, die jene Angst genießen, die sie verursachen. Jungs, die über ihre Erfolge bei Frauen Wetten abschließen. Diese Männlichkeit ist im Großen und Kleinen überall anwesend. Sei es in der Schule, in Einkaufszentren oder in der Eisdiele, in der Anto arbeitet. Ein Gast gibt ihr stets überzogenes Trinkgeld und Anto fragt sich, was in dessen Kopf vorgeht. Allgemein wächst in den beiden Freundinnen eine enorme Wut. Wut auf den vermeintlichen Besitzanspruch.

Dieser Weg zur Freundschaft und darüber hinaus schwirrt Jara durch den Kopf, als sie nicht weiß, was sie auf der Eisenbahnbrücke tun soll. Es ist der Weg zu einer Schwesternschaft und zu den geplatzten Emotionen, die sie dahin geführt haben, wo sie sind. Doch geht der Weg weiter. Auch nach der Ausgangszene auf der Brücke. Ist es ein gemeinsamer, denn was ist mit Anto wirklich auf der Brücke geschehen? Ein anfänglich gemeinsamer Weg, der durch unterschiedliche Familien, Freunde, Schulen und Bedürfnisse auch über den eigenen Zusammenhalt ins Stolpern gerät.  

Dieser Text erzeugt eine sehr enge Bindung an die Protagonisten und durch die kraftvolle und klangvolle Sprache inhaliert sich das Werk sehr spürbar und schnell. Die Kapitel sind minimalistisch inszeniert und das ganze Buch baut sich gut komponiert zusammen, so dass wir alles mitempfinden dürfen und es bleibende Bilder und Gefühle erzeugt.

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Florian L. Arnold: „Ichae“

Eine Legende um den Bau eines Staudamms wird zu einem Bilderrausch. Ein Buch, das verzaubert und Märchenhaftes mit der Realität vermischt. Durch die lyrische Sprache erklingt hier etwas Besonderes, etwas das uns in seinen Bann zieht. Bei der Lektüre werden Erinnerungen an Figuren aus anderen Werken wach. Sei es Papageno von Mozart oder Hor aus dem Labyrinth der surrealistischen Geschichtensammlung „Der Spiegel im Spiegel“ von Michael Ende. Das Labyrinth taucht auch am Staudamm auf, der wie eine Stadt erbaut wird. Hochhinaus wird Leben aufgebaut, wo kein Leben mehr ist. Ein Damm, der abgrenzt und fernhält, ist das Fundament, das hier erschaffen wird. Die Dammbauer sind Sträflinge. Die Handlung wurde inspiriert durch wahre Ereignisse um Staumauern, Dammbrüche und Gefangenenlager.

Erzählt wird aus einer Zukunft, in der vieles still geworden ist. Es ist ein Erinnern des Erzählers. Er kannte noch Zeiten als Vogelgesang und die Sonne reine Freude und Wärme bedeuteten. Durch eine Messerstecherei wurde er zum Sträfling und zum Bau an einem Staudamm verbannt. Die dortige Gemeinschaft besteht aus einem älteren Anführer, einem Sprengmeister, einem Ziegelklopfer und seiner Schwester. Dabei ist noch ein Vogelfänger. Alle leben unter einfachen Bedingungen und der Ältere muss oft bei den hitzigen Gemütern handeln. Ihr Leben ist gespalten, losgelöst von einer Vergangenheit. Die gedankliche und seelische Verbindung mit dem vorherigen Leben wirkt wie eine morsche Brücke. Die Strafarbeit lässt sie ermüden und nach getaner Arbeit suchen sie Erholung und Zusammenhalt. Sofern dies möglich ist. Der Erzähler will seine Gedanken ordnen und möchte, dass erinnert wird. Doch alles Erdachte und Erbaute zerfällt irgendwann. Er schreibt nicht auf, sagt es nur einmal und es wird wie ein Gedicht, das vergeht. Auch der Damm ist ein Bauwerk, das diesen Gesetzen unterliegt. Das Bild vom Halt und Trennenden wird Schauplatz für Ereignisse, aus dem der Vogelfänger Ichae den Ich-Erzähler öfters retten wird und am Ende kommt er, der abschließende Punkt.

Atemlos wird die Legende von Ichae erzählt, denn Unterbrechungen werden nur angedeutet, denn es gibt sprachlich nur Einschnitte und die Aussage, der einzige Punkt, wird am Ende gesetzt. Es ist ein Sprachkunstwerk, das Kommas als einziges, aber bewusstes Stilmittel einsetzt. Doch sind es keine Satzwürmer, sondern eine weitere Metapher für den Inhalt, die auch Erklärung findet. Die Geschichte benötigt Hinwendung, um gänzlich erfasst und gesehen zu werden. Das Sehen bekommt durch Bilder Unterstützung. Die Illustrationen stammen von Max P. Häring.

Ein Kunstwerk, das die Realität märchenhaft beschreibt. Es ist Poesie, die unsere Phantasie und Vorstellungskraft in den Mittelpunkt stellt, wenn die Menschlichkeit vor den modernen Entwicklungen verstummt und gerade die Technologien keine Antworten geben. Durch den kurzen Text entsteht eine ganze Welt, die ganz anders und doch die unsere ist.

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Arno Frank: „Ginsterburg“

Ein Epos, das tief und breit seine und unsere Geschichte erzählt. In drei Abschnitten, jeweils fünf Jahre getrennt, erleben wir das Menschliche und die Unmenschlichkeit in einer fiktiven Kleinstadt. Es sind die Jahre 1935, 1940 und 1945. Die Machtergreifung wird durch die ausgewählten Jahre sehr spürbar und gleicht einer Hand, die eingreift, dann zupackt und immer fester zudrückt. Dabei wird gezeigt, wie die Menschen unter dem unmenschlichen System korrumpiert werden, leiden, missbraucht oder honoriert werden. Wie wurden die Täter zu solchen und was wurde aus der Menschlichkeit? Wo waren die guten Menschen, als das Unmenschliche sich im Alltag stark machte und die Mitmenschen in den Tod gingen?

Arno Frank schreibt sehr bildreich und erzeugt eine Nähe zu den Figuren, so dass der Roman sofort zum Bleiben einlädt. Die Ortschaft steht für alle Städte und Gemeinden der damaligen Zeit und ist somit überall zu finden. Die Charaktere sind die normalen Bürger, jene die mitgerissen wurden oder mitgerissen haben. Im Mittelpunkt stehen Menschen mit Bildung und Mitgefühl. Sie erkennen das Unrecht und beginnen die Situationen zu hinterfragen. Sie stehen für unsere persönlichen Fragen wie wir gehandelt hätten. Die Komplexität des Romans erschließt sich mit einer Leichtigkeit. Es ist ein literarischer Roman, der Geschichte erfahrbar macht und somit auf uns verweist. Kulturelle Entwicklungen werden sachkenntlich eingebaut. Am Anfang, nach der Machtergreifung, wird langsam das kommende Ausmaß deutlich. Da eine der Hauptfiguren Buchhändlerin ist, wird hierbei das Bildungsbürgertum angedeutet, das sich den Anordnungen der Verbände und der Politik beugen muss. Literaturlisten, die bestimmen, was gelesen werden darf. Auch die Medienlandschaft, besonders die Sicht auf den Journalismus, wird durch eine weitere Figur gut eingebunden. Merle, die Buchhändlerin, und Eugen, der Journalist und Autor, kommen sich im Roman immer näher. Wobei er verheiratet ist. Seine Frau aber die politischen Strömungen des Landes gutheißt und ihn drängt mitzugehen, um auch Karriere zu machen. Merles Sohn, der junge Lothar, verliebt sich und hat anfänglich eine zarte Seele, die es beim Angeln nicht schafft zu töten, dann aber davon träumt Pilot zu werden. Mit gemischten Gefühlen muss Merle Lothar beobachten, wie er zur Hitlerjugend geht. Können die Menschen dem Druck, der auf sie ausgeübt wird, entkommen?

Aber auch die Menschen, die profitieren, erleben wir. Die Papierfabrik, die sich sorgt, dann aber durch den enormen Waffenbau gute Aufträge für die Zündungsmechanismen und Füllmaterial der Einlagerung erhält. Der Blumenhändler, der politische Karriere macht und seine Macht immer für sich einzusetzen versteht. Menschen, die sich mehr um die Energie Sorgen machen als um ihre Mitmenschen. Die Menschen, die immer mehr Macht erhalten und vor Gewalt nicht zurückschrecken und jene, die leiden, dem Druck nachgeben, mitlaufen, schweigen oder in den Tod gehen tauchen in Ginsterbug auf und erschaffen dadurch ein großartiges facettenreiches Werk. In diesem Roman werden diese Gegensätzlichkeit und die Geschichte sehr lebendig. Sei es bei einem damaligen Autorennen, beim alltäglichen Leben, beim Kinobesuch und später während des Krieges. Die Kleinstadt als Mikrokosmos, als Bild für das Miteinander zu unmenschlichen Zeiten. Es sind die Beziehungen und das Menschliche, das den Ort anfänglich ausmacht. Das Geruhsame aber immer mehr durch das Weltgeschehen erschüttert wird.

Ein atmosphärischer und mitreißender Roman. Die Verstrickungen und die Zusammenhänge werden sehr gut ausgearbeitet und Ginsterburg wird zu einem erfahrbaren Ort, der uns alle berührt.

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Thomas Mortesá Hashemi: „Kontaktbruch“

Wir sollten die Welt lyrischer machen. Die Literatur und besonders die Lyrik erfassen wir niemals nur mit dem Verstand. Es sind Worte, die Inhalte und Geschichten auf den ersten Blick vermitteln. Doch durch die Kunst der Sprache und die verwendeten Metaphern erklingen in uns Emotionen. Durch die Gefühlswelt können wir uns somit viel besser mit unserem Umfeld verbinden. Alleiniges Wissen oder Fakten, die uns emotionslos erreichen, bleiben nicht gut haften. Durch die Kunst der Literatur können wir viel mehr verstehen und mitfühlen.

In der Gattung der Literatur ist die Lyrik etwas Besonderes. Gedichte sind Raumwunder. 

Solchen Raum hat Thomas Mortesá Hashemi mit seinem Debüt geschaffen. Beruflich ist er Philosophielehrer und Fachbereichsleiter an einer Schule in Berlin. Er schreibt Lyrik und versteht sich als Lyrikvermittler und Kritiker. Seine Werke beschäftigen sich mit Identität, Zugehörigkeit und fernöstlicher Philosophie.

Der Titel erzeugt durch das Wort und das Satzspiel auf dem Umschlag eine Ahnung des Kommenden. Kontaktbruch beinhaltet zwei Gegensätze, die vereint eine Trennung signalisieren. Der Kontakt und die Verbundenheit stehen mit dem Bruch, der Unverbundenheit, in den Betrachtungen der Texte. Dabei trifft das Gesellschaftliche, das Politische auf das Private. In der Kindheit und Jugend ist die Suche nach einem Zuhause durch die Eltern und die Familie geprägt. Mit dem Erwachsenwerden kommen diverse Einflüsse hinzu, die unser soziales Heim formen.

Thomas Mortesá Hashemi schreibt über die iranische Familie. Der genannte Perser steht für das Persischsein und für den Vater. Die Weite der Welt, das Fremde und das Bürgerliche wimmern durch die Zeilen. Die Erzählstimme spürt dem eigenen Gefühl nach und wandelt über den Kontaktbruch, über die Betrachtung zwischen Vater, Mutter und Sohn zu einer Räumung.  Dabei entstehen Stimmungen und Sprachfragmente über Bünde und fehlschlagende Verbundenheit. Die Poesie bedient sich dabei mehrfacher Stile und Ursprünge. Diese und die Inhalte erschließen sich nicht sofort, doch beginnen diese nach dem Lesen zu keimen. Wie musikalische Strophen erschließen sie sich durch Nachklang.

Diese Lyrik sucht sich einen Resonanzraum, der in uns weilt. Gedichte und Sprache erzeugen eine Schwingung, die nicht in uns erzeugt wird, aber dann zu unserer wird. Wir nehmen etwas anderes an. Auch das Bauchgefühl kommt in „Kontaktbruch“ in diversen Variationen vor und dies suggeriert eine wohlige Annahme, die auch zu täuschen vermag. Am Ende bleibt der Blick zurück, der Bauch betäubt und wir wittern Gitter, die Kontakte brechen.

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Nicolás Ferraro: „Ámbar“

Ein intensiver Noir-Roman aus Argentinien mit einer ungewöhnlichen Perspektive. Es ist ein preisgekrönter Thriller, der von Kirsten Brandt aus dem argentinischen Spanisch übersetzt wurde. Dieser Roman geht einem deshalb unter die Haut, weil die Geschichte von der fünfzehnjährigen Ámbar erzählt wird. Ihr Leben ist geprägt durch ihren Vater, Victor Mondragón, einem gefährlichen Gangster. Somit ist ihre Weltsicht durch Brutalität, Einsamkeit, Flucht und Kriminalität geformt worden. Sie ist es gewöhnt, ständig neu anzufangen und in neue Identitäten zu schlüpfen. Die Mutter ist weg und der Vater hat sie nun beständig an seiner Seite. Dadurch entsteht eine ungesunde Bindung und sie liebt ihren Vater, wie sie ihn auch zu hassen vermag.

Während Gleichaltrige sich mit Spielen, Konzerten oder anderen Dingen beschäftigen, lernt sie mit der Waffe umzugehen. Sie hat selbst ein abgesägtes Gewehr bei sich und sie hat die Wunden ihres Vaters zu versorgen. Sobald sie sich um die Schussverletzungen ihres Vaters gekümmert hat, wird sie mit der Auswahl der Tarnidentität belohnt. Sie kennt nur diese Welt und findet diese abstoßend, aber auch faszinierend. Sie möchte sich ein Tattoo machen lassen und spart heimlich darauf. Doch der Vater sagt auch, jedes gestochene Bild ist dann auch ein Wiedererkennungsmotiv. So auch der Auftakt, denn der Vater sucht einen Killer mit einem tätowierten Schlangenmotiv. Jemand hat seinen Komplizen erschossen und Victor verletzt. Nachdem der Durchschuss von Ámbar verarztet wurde, begeben sie sich auf einen düsteren Trip. Eine Reise, die Ámbar immer mehr in die Welt des Vaters eintauchen lässt, aber sie ihn auch langsam in Frage stellen lässt. Sie taucht ein in das brutale Leben und in die Vergangenheit von Victor und bekommt immer mehr Zweifel.

Ein packender Roman über eine junge Heldin, die ihren Weg finden muss und dabei zwischen Loyalität und Selbstschutz balanciert. Besonders ihre Entwicklung macht den Reiz dieser spannenden und nahbaren Lektüre aus. Ein charakterstarker Roman, der sofort Bilder und Emotionen erzeugt und uns an die Seite von Ámbar stellt und dadurch eine kindliche Sicht auf eine düstere, aber wohl realistische Welt offenbart. Denn hier wird eine Jugendliche zur Heldin, die durch ihr Umfeld das Kindliche abgeworfen hat.

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