Mieko Kawakami: „Das gelbe Haus“

Ein neuer Roman von Mieko Kawakami. Die Autorin sucht literarische Zufluchtsorte. Sie verbindet Gesellschaftskritik mit Spannungsmomenten. Nach ihren Erfolgen „Heaven“ und „Brüste und Eier“ beschreibt sie erneut einen vermeintlichen Schutzraum für ihre Protagonisten. Ein Roman, der beim Lesen viele Gefühlsausbrüche und Gedankenmodelle heraufbeschwört. Durch die wachsende Empathie wird das Werk zu einer emotionalen Fahrt, die von jungen Menschen berichtet, die stoisch das Erdulden für sich akzeptieren. Besonders in Japan ist der Erfolg von großer Bedeutung und das Statussymbol prägend für das Individuelle in der Gesellschaft. Verliert sich das Ansehen in der Armut, der Orientierungslosigkeit und der Berufslosigkeit, wird das Menschliche Immer weiter an den Rand gedrängt. In dieser Handlung landet die gesellschaftliche Randgruppe in einem gelben Haus. Gelb ist in Japan eine sehr positive Farbe. Sie ist das Licht der Sonne und steht für Mut, Fröhlichkeit, Erfolg und Zuversicht. Die Farben haben einen gesellschaftlichen und kulturellen Einfluss und sind, wie vieles in der japanischen Kultur, voller emotionaler Symbolik. Die Selbstbestimmung ist im Roman eines der zentralen Themen. Sind wir als Individuum im sozialen Umfeld in der Lage, das Leben zu führen, für das wir uns einst entschieden oder das wir uns gewünscht hatten?

Die Erzählerin, Hana, erinnert sich. Sie meinte, ihre damalige Geschichte niemals vergessen zu können. Doch blenden wir das Negative oft und schnell aus und verstecken vergangene Emotionen im Unterbewusstsein. Hana hat alles verdrängt, vergessen und wird sich dessen bei einem Zeitungsbericht bewusst. In Tokyo wird ein Prozess geführt, in dem eine sechzigjährige Frau mit dem Namen Kimiko Yoshikawa beschuldigt wird, eine jüngere Frau über viele Monate in ihrer Wohnung festgehalten zu haben. Die Anklageschrift beruft sich auf Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung. Hana ist zufällig auf diesen Artikel gestoßen und muss den Text mehrfach lesen, um zu begreifen und zu verstehen. Die angeklagte, Kimiko ist für Hana keine Unbekannte. Es ist die Frau, mit der sie vor ungefähr zwei Jahrzehnten, als sie noch jung war, einige Jahre zusammen wohnte. Sie aktiviert ihr altes Handy, um die damaligen Kontakte aufzurufen. Doch stößt sie dabei auf Ablehnung.

Als sie jung war, träumte sie von einem besseren Leben. Ihre Mutter ist dabei keine gute Unterstützung. Sie leben in einer bescheidenen Unterkunft und sind räumlich und gesellschaftlich im Randbezirk einquartiert. Die Schulkameraden meiden Hana und machen über sie gerne Witze. Die Mutter hat wechselnde Lebenspartner und ist auch oft einfach weg und vergisst ihre Sorgfaltspflicht. Plötzlich ist Kimiko da. Sie sorgt sich um das Kind. Doch ist es anfänglich ebenfalls eine Flüchtigkeit. Die ältere Kimiko verschafft Hana im Umfeld etwas Respekt und versorgt sie. Innerhalb der stockenden Wirtschaftslage in Japan findet Hana eine Wahlfamilie und erhascht die Hoffnung auf Freiheit und Sicherheit. Doch zeigt sich innerhalb der neuen Gruppe auch schnell, dass sich diese vermeintliche Freiheit nicht ehrlich finanzieren und halten lässt. Hana rutscht in eine Parallelwelt, die sie jetzt, als sie sich an die Zeit erinnert, fast verdrängt hatte. Damals ist viel passiert, das sie jetzt kaum noch wahrhaben möchte und Schuldgefühle überrollen sie. Doch welche Möglichkeiten hatte sie damals, welchen Einfluss übte das Umfeld auf sie aus?

Gibt es den tatsächlichen freien Willen und wo bleibt die Menschlichkeit, wenn das einfache Leben immer unbezahlbarer wird?

Ein neuer, bewegender Roman von Mieko Kawakami, der aus dem Japanischen von Katja Busson übersetzt wurde.

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Tatsuzō Ishikawa: „Die letzte Utopie“

Ein Meisterwerk der utopischen Literatur ist erstmalig auf Deutsch erschienen. Ein Klassiker der japanischen Literatur, der nun in der Übersetzung von Yuri Mizobuchi und Sabine Mangold vorliegt. Der Roman von 1952 erzählt uns eine Zukunftsvision, die in unserer aktuellen Gegenwart spielt und zeigt, was der Autor dachte, was uns erwarten würde. Die Thematik und alle angesprochenen Themen sind sehr aktuell. Der Höhepunkt und die technische Perfektion haben uns erreicht. Im Roman ist einiges Science-Fiction, anderes hat die Realität überholt, wie zum Beispiel das kabellose Telefon. 

Der Roman wertet nicht, er stellt lediglich dar und ist stets sehr sachlich gehalten. Die Emotion wächst aber mit jedem Bericht, denn das Werk ist aufgebaut wie eine Sammlung von Tatsachenberichten, wie es zum Beispiel auch Bram Stoker einst in seiner Literatur umsetzte. Es sind die Texte aus dem fiktiven Rundfunkarchiv der Nachrichtenagentur von United Asia. Vier Weltkriege haben die Welt verändert und zwei Drittel der Weltbevölkerung getötet. Danach wurde die letzte Utopie gegründet. Es gibt keine Religionen mehr und der Maßstab aller Betrachtungen ist immer die Mehrheit. Die Individualität wurde abgeschafft und es herrscht absolute Gleichberechtigung. Alles wird reglementiert, auch eine Geburtenkontrolle besteht. Wissen, Sport und Kultur werden sehr geschätzt, denn die niederen Tätigkeiten werden von Robotern ausgeführt. Der Mensch arbeitet lediglich wenige Stunden in der Tätigkeit, die ihm etwas bedeutet. Glück und Gleichheit sind gesetzlich verordnet und das persönliche Streben, das Individuelle gehört der Vergangenheit an.

Die Menschheit hat es im Jahr 2026 weit gebracht. Technologisch und medizinisch wird permanent an der Verbesserung gearbeitet. Die Schwangerschaft wurde durch ein Hormon auf drei Monate verkürzt. Es gibt Pillen, die eine ganz andere Art der Verhütung verursachen, denn diese Medizin erzeugt eine Abneigung gegen das jeweils andere Geschlecht. Nach dem dritten Weltkrieg um Öl und dem vierten, der die Menschheit stark minimierte, wurde die Erde zu einer Republik zusammengeschlossen und man lebt in Frieden und das Einkommen und die Lebensbedingungen werden staatlich vorgegeben. Für alle ist alles gleich. Um den Kampfinstinkt der Menschheit zu umgehen, gibt es, wie im alten Rom, Schaukämpfe mit Tieren und Robotern. Die Roboter haben dabei das Nachsehen, denn es mangelt an Körperflüssigkeiten. Dann kommt es zu Aufständen. Der erste von Robotern, die plötzlich den Instinkt ihrer Schöpfer imitieren. Somit wird das Moral-System der Roboter überarbeitet und ganz langsam beginnen aber auch die Menschen sich zu fragen, was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Der Roman besteht aus sachlichen Berichten und erzeugt dadurch eine Distanz und einen sarkastischen Witz, der leider mit seiner Pointe immer noch funktioniert. Dieser Roman erinnert an die Werke von Orwell und Bradbury und ist vielschichtig, bedrückend und aus der Vergangenheit sehr visionär. Ein Aufruf für mehr Menschlichkeit in immer beklemmenderen politischen Spannungen  und der Glorifizierung der Technologien. Ein Klassiker, der uns aus der Vergangenheit wachrufen darf und dabei gehörigen Lesespaß bereitet.

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Jess Hansen über „Sturm über Hooge“

Jess Hansen war 2013 mit seinem Filmteam auf der Hallig Hooge als der Jahrhundertsturm Xaver über das Land rollte. Jess Hansen ist Filmemacher, der aber auch neuerdings Bücher schreibt. Er debütierte mit seinem Roman „ICE 1024“, aber der Dreh seines Lebens, wie er selbst gerne sagt, beschäftigte ihn weiterhin und somit schaut er mit seinem Buch „Sturm über Hooge“ hinter die Kulissen seiner damaligen Dreharbeit.

Das Buch ist auch keine Nacherzählung des Films und kann gut ohne Kenntnisse der Reportage gelesen werden. Jess Hansen schreibt flüssig, empathisch und versteht es, die Eindrücke spannend wiederzugeben. Im Vergleich zu seinem Roman, kann folgendes beobachtet werden: Mit seinem Debütroman hat er noch eher als Regisseur gedacht, jetzt mit dem Buch über den Film, schreibt er mehr als Buchautor.

Es war der 4. Dezember 2013 als er gerade an einer Produktion über einen Uhrenmacher arbeitete. Die Wettervorhersagen kündigten den Sturm Xaver an und alle Medien bliesen diesen Orkan beständig auf. Aus einer damaligen Bekanntschaft gab es noch ein Versprechen, auf Hooge mal zu drehen, wenn Landunter droht und die Drehbedingungen gut sind. Somit machen sich Jess, sein Kameramann und die neue und junge Tontechnikerin auf den Weg auf die Hallig, um für den NDR eine Nordreportage zu drehen. Sie wollten dabei sein, wenn der Sturm über Hooge hereinbricht. Sie wollten tolle Bilder einfangen, wenn das Meer über die Deiche kommt und sammelten Geschichten der Menschen, die dort leben. Der Blick und die Kamera sind stets auf Mensch und Tier gerichtet und machen deutlich, wer in solcher Situation tatsächlich das Sagen hat, nämlich der Sturm und die Naturgewalt. Wir Menschen können es nur hinnehmen und ausstehen. Entstanden ist ein sehenswerter Film, der zum Beispiel in der NDR-Mediathek einzusehen ist. Nun, Jahre später, begibt sich Jess erneut auf die Reise in seinen Notizen, Filmdokumenten und Erinnerungen. Er schreibt über Erlebnisse, Gedanken und Emotionen, die im Film nicht sichtbar gemacht werden konnten.

Ein wunderbares, kurzweiliges Werk, das das nordische Leben in der Abhängigkeit zur Natur sehr erlebbar macht.

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James Lee Burke: „Clete“

Der neue Roman von James Lee Burke ist eine Überraschung. Zum einen, weil es überhaupt noch einen weiteren Dave-Robicheaux-Krimi gibt und zum anderen, weil der nun bereits vierundzwanzigste Band aus einer anderen Perspektive erzählt wird. Der Titel deutet es an und die Erzählstimme, die sich auch zuweilen an seine Zuhörer wendet, stellt sich selbst vor: „Gestatten, Clete Purcel. Ex-Cop aus New Orleans, Privatermittler und bester Freund von Dave Robicheaux.“ Er ist Burke-Lesern nicht fremd. Er hilft seit Ewigkeiten Dave dabei, schwere Fälle zu lösen. Jetzt nimmt er die Zügel in die Hand und die eigentliche Nebenfigur wird die Hauptrolle, die jenen Star der Buchserie in diesem Roman als aktiven Komparsen einsetzt.

James Lee Burke versteht es, mit wenigen Dialogen, Sätzen und Bildern pures Kopfkino zu erzeugen. Die Reise in die sumpfige Landschaft Louisianas ist stets auch der Blick in den Sumpf des menschlichen Innenlebens. James Lee Burke beweist mit seinen Noir-Romanen, d.h. Südstaatenkrimis, dass er ein ziemlich guter Beobachter der amerikanischen Verhältnisse ist.

Die Handlung spielt in den späten Neunzigern und Clete teilt sein Leben in New Orleans und New Iberia auf. Die Landschaft ist erneut wichtig für das ganze Szenario und neben den paradiesischen Vorstellungen der Bayou- und Mississippi-Gegend gibt es auch die überhitzte, schwüle Sumpflandschaft. Clete und Dave kennen sich aus Shitsville und haben zur selben Zeit beim NOPD angefangen. Beide haben seitdem unterschiedliche Erlebnisse und Schicksale erlitten und kämpfen gegen das Unrecht. Sie haben eine individuelle Vorstellung von Recht und Ungerechtigkeit. Ihre Weltsicht und ihr Vokabular sind wie ihre Handlungen sehr derb. Clete fährt einen Caddy Cabrio, den er gerade ausbessern ließ und zu einer Autowaschanlage gebracht hatte. Der Inhaber bewegt sich in einem dubiosen Umfeld und als Clete seine Wagen abholt, beginnt die Geschichte. Er benötigt sein Auto weil er für einen Kautionsagenten eine Tänzerin ausfindig machen soll. Zwei Tage nachdem er den Eldorado Caddy abgeholt hatte, zerlegen Männer diesen vor seiner Detektei. Sie suchen etwas und als Clete eingreift, wird er niedergeschlagen. Er konnte noch den Haupttäter erkennen und beginnt diesen zu suchen. Die Betreiber der Werkstatt haben anscheinend den Wagen für illegale Transporte von Drogen oder ähnlichem verliehen und der eingelagerte Stoff scheint verschwunden zu sein. Ferner wird Clete von einer wohlhabenden Frau gebeten, gegen deren Ex-Ehemann zu ermitteln. Clete hadert, nimmt den Fall dennoch an. Somit haben Clete und Dave allerhand zu tun und je tiefer sie sich in die Fälle vertiefen, desto düsterer wird es und es kommt zu einigen Morden oder tragisch wirkenden Unfällen. Clete ist mit seinem Freund bemüht, weitere Katastrophen zu verhindern.

Da dieser Roman innerhalb der Robicheaux-Reihe von Clete erzählt wird, ist es eine andere Perspektive auf das Umfeld der Serie und kann als perfekter Einstieg gesehen werden, denn nebenbei werden alle bekannten Schauplätze und typischen Charaktere plastisch dargestellt. Besonders Dave erhält aus der Distanz eine weitere Facette und alle seine wichtigen Merkmale werden beschrieben.

Ein toller und düsterer Krimi, der von Heißspornen erzählt, die während sie meist schon handeln das Denken benutzen. Die Dialoge sind, wie die Szenen, authentisch und grob. Die Robicheaux-Reihe lebt durch ihre Figurenzeichnungen und die bildreichen Settings. Die Übermacht der Natur steht der Gewaltbereitschaft der Menschen stets gleichberechtigt gegenüber. Diese Romane machen süchtig und lassen uns abtauchen und den Alltag vergessen. Die Übersetzung aus dem Amerikanischen stammt von Jürgen Bürger.

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Janin Wölke: „Unendlicher Move“

Die Autorin schaut tief und lässt sich treiben. Sie schreibt eine Alltagslyrik, die versucht zu verstehen. Sie meint, wir müssen nicht mitkommen, aber lädt uns dennoch herzlich ein. Sie beginnt zu schreiben, zu reflektieren und ihre Gedanken, die nicht aufhören, fließen aus hier heraus und ihre Worte werden ein Gedicht, ein Langgedicht. Die Gedanken sind introvertiert und greifen nach der Wahrnehmung im Außen. Ihre Poesie gibt ihr und uns ein Zuhause. Es sind Betrachtungen der Familie und der Natur. Ameisen und Menschen wandern durch ihr Blickfeld. Durch diese Lyrik entsteht eine Intimität, die sich dem Alltäglichen nicht enthebt, sondern genau aus diesem geboren ist. Die Erzählerin ist Mutter, Frau, Partnerin, Freundin, Schriftstellerin, und Schwester. Alle diese Rollen werden gefüllt und erfüllt. Die Beobachtungen mäandern mit der individuellen Wahrnehmung durch Kopf und Herz und offenbaren dabei eine Ehrlichkeit und Widersprüchlichkeit, die unser Menschsein ausmacht. Sie ist Leserin von Laurie Penny und somit beschäftigt sich Janin Wölke in ihren Texten und lyrischen Werken mit der Frage nach Identität, Sozialisation und den Geschlechterrollen.

Die Erzählstimme wirkt wie eine Linse, ein Objektiv, die alles reflektiert und das eingefangene Umfeld auf ihre eigene Leinwand der persönlichen Weltsicht projiziert. Dabei entsteht ein Langgedicht wie eine Collage aus diversen Eindrücken und Einflüssen. Dabei spielt sie mit Kindlichkeit, Popkultur und dem Rauschen aus der Medienwelt. Kinderfragen, weiterführende Fragen und Antworten tauchen auf, die den Klang und die Sprache wechseln. Immer wieder bricht die Natur ein, eine Natur, die wie wir, sich in einem unendlichen Move befindet.

Ein erneuter Beleg, dass wir mehr Lyrik in unser Leben einladen sollten. Lyrik, die sich nicht verschließt, die durch die sprachliche Reduktion in uns nachklingt und wirkt. Durch Lyrik bekommen wir ein Gerüst geschenkt, das fremde Gedanken und Emotionen in uns verankert und in unseren eigenen Song umwandelt. Die lyrische Erzählstimme erzählt uns alles, was sie umtreibt, als Mutter, als Autorin, Tochter, Schwester, Ehefrau, Freundin und Lehrerin. Das ganze Leben kann Poesie sein und ist stets umfassend. Lyrik ist somit ihr Sprachrohr, das durch die Verse einen Gedankenraum zulässt, der eine Bindung zu uns sucht.

Janin Wölke verbindet Kafka und Bowie, Kunst mit Pop, Alltag mit Weltgeschehen. Also möchte ich hiermit erneut an meinen beständigen Aufruf erinnern: Mehr Lyrik wagen!

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Lou Bihl: „Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben“

Literatur verspricht Unterhaltung und ist nebenbei stets ein Portal in neue, andere oder verdrängte Gedankenwelten. Durch Empathie erhalten wir einen Zugang zu neuen Empfindungen und Wissen.  Lou Bihl schreibt fast schon sachlich und erzeugt gerade dadurch einen Gefühlsraum und öffnet unseren Horizont über ein bewusstes, aber ins Unterbewusste verbannte Thema.

Ein Roman, der uns auf ganz besondere Weise herausfordert. Im Mittelpunkt steht das Leben, das selbstbestimmte und freie Leben. Dies hat aber auch eine andere Seite, denn wenn das Leben als selbstbestimmtes empfunden werden soll, was ist mit dem Tod, dem Sterben? Ein spannendes und meist ausgespartes Thema, das uns wirklich alle berührt. Leben, Liebe und der Tod sind die Kernthemen der Literatur und doch kreisen wir oft um das individuelle Sterben und besonders um den assistierten Suizid. Juristisch versuchen wir stets Klarheiten und Grenzen zu legen. Doch was ist tatsächlich ethisch, würdig und individuell aushaltbar?

Die Autorin ist Ärztin und Verfasserin von zahlreichen wissenschaftlichen Artikeln. Ihre langjährige Betreuung von Krebspatienten verschaffte ihr Einsichten in unterschiedliche medizinische und persönliche Schicksale. Seit ihrem Rückzug in ihr Privatleben schreibt sie literarische Buchbeiträge mit ihren Themen und schaut genau in die Komplexität unserer menschlichen Psyche. 

Die Handlung beginnt 2024 als Helena Julian wiedersieht. Eine kurze Konversation und Helena, meist Lena genannt, erinnert sich. Julian war der Mann ihrer besten Freundin und Scham, Sprachlosigkeit und ein Fluchtinstinkt setzen bei ihr ein. Die Geschichte hat ihren Anfang im Jahr 1988 als Helena und Marlene, kurz Lena und Lene, sich kennenlernen. In einem Studentenheim werden sie Zimmernachbarn und die Freundschaft wird sehr eng und liebevoll. Helena wird eine engagierte Hausärztin und macht eine Zusatzausbildung in Palliativmedizin. Marlene wird eine erfolgreiche Wissenschaftsjournalistin, nachdem sie ein Pharmazie- und parallel ein Studium in Journalistik abgeschlossen hat. Ihre Freundschaft erlebt ein beständiges Wechselspiel durch Nähe und Enge. Mal räumlich durch die Entfernungen und auch wiederum durch Streitigkeiten, die aber niemals die Verbindung zueinander lösen. Die räumliche Trennung kommt durch die Zeit, die Marlene in den USA verbringt. Als Marlene nach Deutschland heimkehrt wird die Bindung verstärkt. Helena ist bereits verheiratet und hat eine Familie gegründet. Beide erleben Schicksalsschläge, die schmerzhaft sind und Marlene erkrankt an einem bösartigen Brustkrebs. Marlene bittet Helena um Hilfe, als Freundin und als Ärztin. Als die Hoffnung auf Heilung schwindet, wird aus dem Betreuungsversprechen ein ausschweifendes und schwieriges Thema, das alle belastet.

Trotz des Themas ist das Buch voller Leben. Vor den Einschnitten wird der Werdegang der Freundschaft mit viel Liebe beschrieben. Somit wird das Leben wirklich gefeiert, auch wenn das Ende uns allen deutlich vor Augen steht. Wie gehen wir damit um, was machen wir individuell oder als Gesellschaft daraus?

Dieser Roman sticht durch die Stimmung und die Gedankenbeispiele aus der allgemeinen Unterhaltungsliteratur stark hervor und regt an, sich Gedanken über das Leben und die Selbstbestimmung bis zum letzten Moment zu machen.

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Kamel Daoud: „Huris“

Wenn wir lange auf das Wasser blicken, fließt das Meer ebenfalls in uns und breitet sich innerlich aus. So ist es auch mit Literatur. Literatur geht weiter und verbindet Wissen mit Emotionen und Empathie. Der französisch-algerische Schriftsteller Kamel Daoud wurde mit dem Literaturpreis Prix Goncourt 2024 ausgezeichnet. Das prämierte Buch „Huris“ ist ein Roman über den algerischen Bürgerkrieg und seine Auswirkungen. Es ist ein Roman über die Gewalt von Männern gegen Frauen und ein literarisches Meisterwerk, das von einer Frau handelt, die von zwei Stimmen erzählt. Einer, die körperlich ist und verstummt und einer innwendigen, die jene eigentlich hörbare Stimme überstimmt. Es kommt durch die Lektüre eine weitere hinzu, die eigene, unsere, die ebenfalls verstummt vor Scham, Ungläubigkeit und Mitgefühl.

Es ist die Geschichte der jungen Algerierin Aube. Sie wurde als kleines Kind während des Bürgerkrieges in den 1990er Jahren verwundet und entkam dem Massaker der islamistischen Milizen. Eine tiefe Narbe zeichnet sie. Sie nennt es ihr zweites Lächeln und die beschädigte Luftröhre zwingt sie zum Atmen durch eine Kanüle. Auch feste Nahrung kann sie nicht aufnehmen und ihre Mutter, Khadija, gibt nicht auf, an ein medizinisches Wunder zu glauben und bereist die Welt, um ihre Tochter von ihren körperlichen Leiden zu befreien. Was sie ihrer Mutter bisher nicht traute zu sagen ist, dass sie schwanger ist. Sie möchte das ungeborene Kind vor einem Leben in dieser gewaltvollen Männerwelt bewahren und hat bereits Maßnahmen organisiert, um das Kind in den Himmel zurückgehen zu lassen. Doch bevor sie jenen Schritt geht, erzählt sie dem Kind ihre Geschichte. Sie hat keine hörbare Stimme mehr, eher eine Verlautbarung, doch ihre innere Stimme ist laut und voller Wissen. Dieses überträgt sie nun an das ungeborene Kind und beginnt zu berichten.

Aube betreibt jetzt einen Friseursalon in Oran. Dadurch hat sie wenige Freiheiten und kann anderen Frauen ebenfalls etwas Schönheit und Freiheit schenken, wenn die Männer sich zum Gebet treffen. Es sind Frauen, die für sie arbeiten oder zu ihr kommen, die jene kleine Zuflucht aufsuchen. Frauen, die immer unter der Beobachtung und dem Einfluss der Männer stehen. Sie sind Mütter oder Ehefrauen und doch innerhalb der Gesellschaft nicht toleriert, wenn nicht sogar als Schandfleck deklariert. Gegenüber ihres Salons ist eine Moschee und es keimt ein innerer und äußerer Konflikt zwischen dem Wunsch nach Freiheit und dem strengen Reglement der Gläubigen. Aube erzählt, was sie erlebte und wahrnimmt. Sie nennt das Kind liebevoll ihre Kleine Huri. Ihre  Mutter reiste gerade nach Brüssel, um einen Arzt aufzusuchen, der eventuell Aube heilen und ihre Stimme zurückzugeben vermag. Doch ist auch diese Reise ziellos und Khadija meldet ihre Rückreise an. Somit bleiben Aube nur noch wenige Tage, um Huri alles zu erzählen, denn wenn sie aufhört, sagt sie, will sie Huri gehen lassen. Denn wie kann sie Leben schenken, wenn es ihr selbst fast entrissen wurde? Wie kann sie mehr Liebe schenken, als das Kind in das Paradies zurückgehen zu lassen.

Dieser Roman überflutet uns und eine Stimme, die anfänglich leise und dann immer raumeinnehmender wird, breitet sich in uns aus. Es ist die Klangfarbe von Aubes Bericht und von  allen unterdrückten, misshandelten und gepeinigten Frauen. Ein intensives Leseerlebnis, das bildreich und kraftvoll eine Geschichte erzählt, die sich ins Mannigfaltige steigert. Die Reise geht über die Stimme, zum Labyrinth bis hin zum Messer. Bei der Lektüre werden wir zu Zuhörern und Zeugen. Das ungerechte und unberechenbare Leben wird hier literarisch spürbar gemacht und reißt uns wie eine ungeahnte Flut mit sich und fasziniert. Ein schönes, ein wichtiges, ein unfassbares Werk, das den Inhalt in eine wunderbare Erzählstimme verpackt. Aus dem Französischen wurde „Huris“ von Holger Fock und Sabine Müller übersetzt.

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Stefan Slupetzky: „Nichts wie weg“

Dieser Roman ist wie eine schöne Auszeit. Zwei Menschen, die sich zufällig begegnen und somit mit dem jeweiligen Leben in das andere stolpern und es verändern. Es ist ein humorvoller Roman, der uns wegbringt und die Realität wieder etwas schmackhafter macht.

Es beginnt mit einem Ereignis, das für die Welt unbedeutend ist, aber für den Einzelnen den Untergang der Welt bedeuten kann. Es ist Vera, die ein solches Geschehnis erlebt. Sie ist Konditorin, eine Zuckerbäckerin aus Leidenschaft. Ihre Torten sind optische Kunstwerke, die ebenso geschmacklich stets zu überraschen verstehen. Ihr Mann, Sebastian, beschmunzelt die Gabe seiner Frau, denn er lebt in anderen gesellschaftlichen Sphären. Seine Firma hat sich auf die Vermittlung und den Verkauf von Inseln spezialisiert. Somit hat er es nur mit den ganz Reichen zu tun und dadurch hat er eine sehr abgehobene Weltsicht. Selbst hat er sich auch, als überdimensionale Rücklage, eine Insel gesichert. Das Leben des Wiener Ehepaares scheint auf sicherem Fundament zu stehen, auch wenn Veras beste Freundin, dies nicht ganz so sieht und Vera rät, sich von Sebastian zu lösen, zu befreien. An jenem Tag, an dem das Ereignis eintrifft, das Veras Welt untergehen lässt, passieren mehrere Dinge. Das Ereignis geht auf eine Operation zurück, deren geringe Nebenwirkung Vera aber gänzlich zu spüren bekommt. Sie verliert ihren Geschmacks- und Geruchssinn. Voller Sorgen und Ängste, weil sie nun ihre Berufung verliert, taumelt sie durch die Stadt und erhält einen Anruf ihrer Freundin, der sie besorgt. Um dem Nachzugehen, sucht sie ihren Mann in seiner Firma auf, um in dessen Büro aber genau ihn mit ihrer Freundin in eindeutiger Beschäftigung vorzufinden. Sie willigt in die Scheidung ein, möchte auch nichts weiter von Sebastian, außer die Insel.

Doch wird ihr Leben kurz darauf erneut auf den Kopf gestellt, als sie zufällig Onni über den Weg läuft. Onni wirkt wie ein Bär, der zwei touristisch wirkende Menschen ihrer Rollkoffer beraubt. Vera wird ungewollt Zeugin der Ereignisse und als sie den Männern näher kommt, erkennt sie in den beklauten keine Touristen, sondern mafiaähnliche Gauner. Der Weg von Onni wird von verlorener Kleidung und Geldscheinen markiert und somit läuft sie erneut in Onnis Leben hinein. Onni stammt aus Finnland. Er ist gelernter Kupferstecher und hat angefangen in einem kleinen Postkartenverlag. Nun wurde er soeben aus dem Gefängnis entlassen, weil er auch als Geldfälscher tätig war und jenen zwei Gaunern bis nach Wien gefolgt war, um fehlerhafte Blüten unschädlich zu machen.

Die Begegnung von Onni und Vera hat etwas Skurriles, Heiteres und sehr Liebenswertes. Ein schöner leichter Roman, der richtig gut unterhält, Spaß macht und das Leben, die Liebe, den Mut und den Anstand feiert. Es gibt viel zum Schmunzeln und zum Gernhaben. Die kleinen Handlungs- und Sprachdetails geben dem Ganzen noch einen feinen Glanz und eine verspielte Atmosphäre gibt dem Ganzen seinen Halt. Stefan Slupetzky erzeugt filmreife Szenen und hat einen feinen Wortwitz. Das ganze Buch offenbart in seiner Leichtigkeit einiges an tieferen Gedankenräumen.

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Jake Lamar: „Viper’s Dream“

Ein toller Riff-Ritt in das tönende Harlem. Ein Gangster-Epos und Jazzroman, der die Zeit 1936 bis 1961 in New York fühl- und hörbar macht. Eine Noir-Version des Paten, die schmutzig, düster und voller Straßensound ist und den Klang der damaligen Jazz-Konzerte und Aufnahmen einfängt. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass berühmte Musiker kurze Auftritte im Roman haben.

Dieser Roman hat alles, was die Eigenschaft von Jazz benötigt. Er hat ein enormes Tempo, er improvisiert und spielt mit Harmonien. Wie ein guter Riff, der den Erzeuger sofort wiedererkennen lässt, zeigt sich hier Jake Lamar mit seinem ganz persönlichen Ausdruck und Stil.

Clyde Morton wird von allen Viper genannt und hat in der Unterwelt Karriere gemacht. Frei nach Machiavelli will er gemocht, respektiert und besonders gefürchtet werden. Es ist das Jahr 1961 und er hat gerade seinen dritten Mord begangen. Es ist der erste, der ihn wirklich beschäftigt. Seinem Kontaktmann bei der Polizei hat er den Mord gemeldet und er erhält wenige Stunden, um zu verschwinden. Doch anstatt zu fliehen, bedenkt er sein Leben. Was wünscht er sich, was hat er erreicht und was bereut er? Ist er am Ende wirklich ein Glückspilz?

1936 lebt er in Alabama und träumt von einem Musikerleben in New York. Ein Verwandter bestärkt ihn auch in seinem Beschluss, Trompeter zu werden. Kurzentschlossen bricht er mit seinem Leben und lässt seine Verlobte am Bahnhof verzweifelt stehen. Als er in New York ankommt, hat er auch sofort die Möglichkeit sein Trompetenspiel vorzubringen. Doch hat er kein Talent, aber er spielt bei den richtigen Leuten vor. Menschen, die ihn ihm eine ganz andere Begabung erahnen. In einer der Schaltstellen der Unterwelt darf er als Hilfsjunge anfangen und wird sehr schnell zu Größerem berufen. Er verbreitet Angst und kann sich innerhalb des Drogenhandels gut etablieren. Seine Drogen und der Jazz beleben ganz Harlem. Doch handelt er niemals mit wirklich tödlichen Stoffen und macht sich somit auch unter seinen Lieferanten und Dealern nicht überall beliebt. Er ist ein Bestandteil der Jazzszene geworden, nicht wie anfänglich erträumt auf der Bühne, aber im Hintergrund beflügelt er mit seinen Lieferungen die Musiker. Doch die ganze Szene verändert sich und immer wieder trifft er auf Yolanda, seine große Liebe. Doch bleibt sie meist unerreichbar, wechselhaft und unerklärlich. Auch taucht, als Viper seinen Wirkungskreis ausweiten kann, ein Protegé auf, der seine ganz eigene Note zu spielen versucht, eine Note, die aber in das Harmoniekonzept von Clyde Morton passen könnte.

Dieser Roman swingt und treibt einen Rhythmus an und fräst sich wie ein Ohrwurm in unsere Erinnerungen. Gewalt und die Suche nach Anerkennung prägen das Leben und den Traum dieses Viper. Hier fragt man sich nicht, wer wen ermordet hat, sondern, wer ermordet wurde und warum. Ein Kriminalroman, der voll dunkler Poesie ist. Ein Jazz-Noir-Krimi, der aber nicht nur Jazzliebhaber begeistern wird und bereits hat, denn das Buch wurde schon mit Preisen versehen. Übersetzt aus dem Englischen von Robert Brack.

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Jess Walter: „Der Engel von Rom“

Eine wunderbare Novelle über die Beherztheit, sein eigenes Drehbuch zu schreiben und die persönliche Rolle im Leben zu finden.

1993 begegnet der Erzähler, Jack Riegel, einem Engel in Rom. Die Lichtgestalt verwandelt in eine reale Persönlichkeit, in eine Schauspielerin, die Jack zu seiner eigenen Rolle im Leben verhilft. Es geht um das beständige Problem, wenn wir einer Traumvorstellung hinterherhängen, und wir zu oft vergessen, wie wir uns selbst darin sehen. Rom als Zentrum aller metaphorischen Wege. Auf den Pfaden dorthin und im erlangten Zentrum verlieren wir leider stets die Orientierung.

Ein junger Amerikaner, der sich selbst als unfertiges Projekt tituliert, erhält die Möglichkeit im fernen Rom, in der nahen Umgebung des Vatikans, sich im Leben zurechtzufinden. Er ist ein schüchterner einundzwanzigjähriger Mann, der ein behütetes Leben erfahren hat. Seine Mutter ist Sekretärin der katholischen Diözese in Omaha in Nebraska und sehr fromm und hofft ihr Sohn, Jack, möge Priester werden. Die Mittellosigkeit verbannt Jack in das College in seinem Heimatort. Seine Mutter zeigt ihm nach geringen Lebenslaufwechseln eine Anzeige, in der ein Stipendium in Rom für Priesteramtskandidaten oder Lateinstudenten ausgeschrieben wird. Jack bewirbt sich, übertreibt dezent mit seinen Angaben, denn er hatte bisher lediglich zwei Jahre Latein in der Highschool. Jack macht es auch, weil er sich in seiner Vorstellung von sich selbst verloren hat. Eine Bekannte, die ebenfalls nach Italien geht, verstärkt sein eigenes Bild und er wünscht sich, sie könnte seine Vorstellung bei einer dortigen und zufälligen Begegnung bestätigen. Doch zerplatzt sein eigenes Bild von sich zügig. Er will Schriftsteller sein und er schlendert in seiner Imagination durch Rom mit seinem Ledermantel und verweilt sinnierend in den dortigen Cafés. Doch kaum angekommen, landet er auf dem Boden der Tatsachen. Er hat kaum Geld, um sich den Aufenthalt in der Gastronomie zu leisten, es mangelt ihm an Sprachkenntnissen und seine Unterkunft wird an der Außenmauer als Bolzplatz umfunktioniert.

Sein Studium baut auf einer Lüge auf und diese Erkenntnis trifft ihn und lässt seine Professoren schnell seinen Status erahnen. Als Jack gerade seinen Aufenthalt in Rom in Frage stellt und abbrechen möchte, fehlen ihm erneut die finanziellen Mittel für die Heimreise und er stolpert aus Versehen in Dreharbeiten hinein. Er ist gänzlich geblendet und ahnt nicht, was um ihn herum passiert und er meint, einen Engel zu sehen. Es ist die Schauspielerin, die bisher durch einen grotesken Film für Aufsehen sorgte. Eine Begegnung, die verändernd ist und Jack einen Engel präsentiert, der sehr real ist.   

Ein Buch über das Finden der eigenen Rolle im Leben. Wer schreibt das Drehbuch für den Lebensweg und warum ist es stets so schwer, sich selbst zu erkunden? Das klingt überholt und die Thematik wurde bereits oft in der Literatur verwendet, dennoch ist dies ein Buch, das man allen Freunden und Familienmitgliedern schenken oder geben möchte.

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