Archiv der Kategorie: Erlesenes

Wolfgang Brammen: „Die Nacht des Halligfeuers“

In diesem Kriminalroman wird das Biikebrennen ein feuriger Auslöser für eine Handlung, die durch das Setting, der Halligwelt, viele Besonderheiten erfährt. Das Biikefeuer ist ein uralter, tief verwurzelter Brauch in Nordfriesland. Dabei wird ein großes Biikefeuer entfacht, um den Winter zu vertreiben. Aber es gibt auch ältere Deutungen und  Mythen. Wurde es zum Abschiedsgruß der Walfänger oder zur Verbannung böser Geister entfacht? Es sind Holzscheite, die oft eine Figur zuoberst tragen und immer am 21. Februar zum Lodern gebracht werden.

Die Besonderheiten der Landschaft treten in diesem Roman besonders hervor und zeigen die Kenntnis und Liebe des Autors über die und zur Region. Wie es bereits in der Krimi-Reihe um den „Holländer“ von Mathijs Deen der Fall war, erfährt man viel über Beschaffenheit, Gebräuche und über die Natur des Wattenmeeres. Durch den Tatort auf einer Hallig Anfang der achtziger Jahre werden die Ermittlungen besonders erschwert. Es ist die fiktive Hallig Uthoog. 

Der Bürgermeister sieht vor den Feierlichkeiten nach dem Rechten, er überprüft die Wetterlage und besichtigt den gewaltigen Holzstoß, den alle gemeinsam aufgestellt haben. Es ist dunkel und er sieht kurz zwei Menschen, die sich auch bei diesem ungemütlichen Wetter rauswagten. Am Tag des Biikebrennens sind alle Bewohner und Touristen am Strand. Am kommenden Tag wollen der Bürgermeister und seine Gehilfen auf dem Biikeplatz aufräumen und das noch schwelende Holz zum schnelleren Auskühlen ausbreiten. Dabei machen sie einen grausigen Fund. Ein Mensch wurde im Feuer verbrannt.

Wurde das Feuer zum Mord genutzt oder sollte ein Leichnam verschwinden? Warum hat beim Verbrennen keiner etwas gemerkt? Wer ist der Tote und wer denkt sich so einen Mord aus? Für die Halligmenschen würde der Bürgermeister seine Hand ins Feuer legen. War es ein Gast und ist dieser noch auf der Hallig oder konnte er mit der Fähre bereits entkommen? Haben sich Täter und Opfer in den jeweiligen Verzeichnissen der Unterkünfte eingetragen? Wer wird überhaupt vermisst? Wer ist der oder die Tote?

Der Bürgermeister ruft die Polizei vom Festland an. Er wünscht sich den Kriminalkommissar Holthaus, der bereits vor einiger Zeit auf der Hallig tätig war. Sein Wunsch wird erhört und der Kommissar reist an. Die Spurensicherung muss ebenfalls anreisen und da keine reguläre Fähre mehr am Wochenende fährt, beginnen die ersten Probleme.

Jasper Holthaus kennt die Hallig, denn einst kam es hier durch eine Sturmflut zu einer Heimsuchung auf dem Friedhof, der durch das aufbrausende Meer einen Sarg in die Fluten entließ. Dies ist die Vorgeschichte der Protagonisten, die in der Novelle „Das Grab auf der Hallig“ beschrieben wird. Muss aber nicht vorher gelesen werden, um dem Inhalt folgen zu können. Der Kommissar, der sich im Pastorat einquartieren konnte, beginnt nun um die Geschehnisse des unvorstellbaren Biikebrennens herum zu ermitteln. Doch muß er dabei das Wetter ebenfalls mit einbeziehen, denn ein Sturm, ein Hochwasser könnten die Spurensuche zunichtemachen.

Dieser Roman baut eine angenehme Spannung auf und fängt das Halligleben mit seinen Besonderheiten, dem Charme, der Natur und ihren Menschen glaubhaft ein. Wolfgang Brammen ist ein belesener und kulturinteressierter Autor, der sich aber dem großen Literaturbetrieb entzieht. Er ist ein Freund unserer Buchhandlung und er liebt gut geschriebene Geschichten, zu denen er selbst nun eine weitere hinzugefügt hat.

Zum Buch in unserem Onlineshop

Weitere Lesetipps von mir und tolle Gäste auf YouTube: Leseschatz-TV

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes

Sabine Peters: „Die dritte Hälfte“

Ein feiner Roman über den Lebensabschnitt, in dem der Blick zurück mehr Raum einnimmt als die Zukunftsvisionen. Die Handlung wird eingefangen durch eine Arztpraxis und die dort agierenden Menschen.  Es ist viel mehr als ein Arztroman, denn es werden existentielle Fragen gestellt. Ein gesellschaftliches Mosaik wird durch die unterschiedlichen Perspektiven, Generationen und sehr kurzweiligen Szenen entworfen. Die dritte Hälfte des Lebens sinniert über die Überforderung des Alterns, das Leben, die Kultur und die eigene Geschichte und Persönlichkeit. Unser ganzes gegenwärtiges Leben wird hier schmunzelnd, fragend und leicht philosophierend in ein sehr unterhaltsames Flickwerk eingebunden.  

Hermann Dik, kurz Doc genannt, ist abgekämpft, ausgebrannt und innerlich müde. Doch er macht weiter, er praktiziert noch und ist für seine Patienten da. Work-Life-Balance ist für ihn ein Fremdbegriff. Jeder Patient, der sein Arztzimmer betritt, kann sich seines Gehörs sicher sein. Es sind die unterschiedlichen Geschichten und Anliegen, die die Menschen zu ihm treiben. Das Altern fällt Doc schwer, besonders das Alleinsein. Dabei ist der Witwer nicht einsam. Seine Schwester und die Nachbarin sind da. Beide meinen es gut. Mit der Nachbarin trifft er sich regelmäßig, um Filme zu sehen, um dann doch einzuschlafen. Die Sorgen um deren Sohn treiben sie um, denn dieser wird immer mehr ein Aktivist. Durch die Patienten und die Arzthelferin bekommt der Roman unterschiedliche Perspektiven. Gesellschafts- und Kulturkritik wird dabei spürbar. Das Wegbleiben der Lesekultur und der Kultur überhaupt wird durch die Schwester und besonders durch den alten und guten Freund von Doc, Brummer genannt, verdeutlicht.  

Die Welt als buntes Spiel. Haben wir alle bei der Geburt unsere Grundeinstellung erhalten? Können wir dem Ich nicht entkommen? Was passiert uns im letzten Lebensabschnitt und was machen wir daraus? Wie gehen wir damit um, wenn die kleinen körperlichen und seelischen Wehwehchen einsetzen?

Ein ruhiger, sehr unterhaltsamer und kluger, sowie eigensinniger Roman. Ein einfühlsames, melancholisches und menschenfreundliches Werk, das auch am Lebenswitz nicht spart.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Erlesenes

Rasha Khayat: „Ich komme nicht zurück“

Ein berührender Roman über Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Nähe und Zuwendung. Die Einsamkeit steht dabei im Mittelpunkt der Betrachtung und der Wunsch nach gemeinsamen Erinnerungen. Ferner spürt Rasha Khayat, wie in ihrem Debütroman „Weil wir längst woanders sind“ den Begrifflichkeiten Familie und Freundschaft nach und füllt diese mit viel Leben und Liebe.

Die Protagonistin Hanna, die im Ruhrgebiet bei ihren Großeltern Theo und Felizia aufgewachsen ist und eine Zeit weg war, kehrt zurück. Diese Heimkehr lässt sie erinnern, sich finden und auf Zuwendung und Vergebung hoffen. Neben ihren Großeltern fand sie in der Freundschaft zu Cem und Zeyna eine Wahlfamilie. Es sind die Achtziger Jahre, in denen sich ihre Freundschaft festigt. Die Herkunft hatte in ihrer eingeschworenen Gemeinschaft keine Bedeutung. Hanna und Cem kennen sich schon etwas länger als Nabil mit Zeyna, seiner Tochter, plötzlich auftaucht. Sie sind dem Krieg aus dem Libanon entflohen, wo Zeyna ihre Mutter verlor. Diesen Verlust kann Hanna nachempfinden, denn ihre Mutter starb bei einem Unfall. Die drei werden unzertrennlich in den ersten Jahren, dann treten immer mehr die Unterschiede hervor. Die Angst von Cems Familie und von Zeyna und ihrem Vater wächst, als Flüchtlingsheime Opfer von Brandstiftungen werden und später, am 11. September 2001, verändert sich erneut das Umfeld und damit auch das innere, familiäre Empfinden. Doch hält ihre Freundschaft, gerade weil Cem stets als Ruhepol die Dramen zu besänftigen versucht. Doch ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt und ein Ereignis, über das Hanna mit Cem nicht sprechen mag, erzeugt einen Bruch zwischen Hanna und Zeyna.

Hanna, die ebenfalls den Geburtsort verlassen hatte, kehrt heim und zieht in das Haus ihrer Großeltern. Sie verfällt einer Traurigkeit und einer Einsamkeit, die sie langsam versucht aufzuarbeiten. Sie besucht Freunde, die sich aber verändert haben, und es fehlt ihr an Zuneigung und Innigkeit. Diese fehlt besonders, denn es ist die Zeit der Pandemie mit den Abstandsregelungen und Lockdowns, die die Vereinsamung beschleunigen. Cem lebt noch dort und hat seinen Lebensmittelpunkt gefunden. Doch weicht sein Lebensinhalt von Hannas Vorstellung ab. Sie erkennt, dass wir Menschen oft zu etwas machen, was sie nicht sind. Man sieht, was man sehen möchte, was man benötigt und was einen verbindet. Dabei übersieht man oft das wahre Bild, das dem gemachten aber sehr ähnlich ist. Doch die Vertrautheit zwischen Cem und Hanna ist sofort da, war nie weg. Doch sind es die ungesagten Worte, die zwischen ihnen stehen. Worte, die, so empfindet Hanna, ganze Bibliotheken füllen könnten. Wann traut sie Cem zu sagen, was damals zwischen ihr und Zeyna passierte? Kann Hanna Zeyna finden und ihre Geschichte endlich abschließen und die Freundschaft erneut beleben?  

Rasha Khayat schreibt sehr lebendig und direkt. Wird in ihrer Prosa aber auch lyrisch und verwendet passende Wiederholungen wie einen Refrain, um den Gefühlsmoment zu vertiefen. Es geht um Ausgrenzung, Freundschaft und die Sehnsucht nach Entgegenkommen, Verbundenheit und Nähe. Es sind stets mehr Dinge, die uns alle vereinen als tatsächlich unterscheiden oder trennen. Ein einnehmendes, spannendes und schönes Buch.  

Zum Buch in unserem Onlineshop

Weitere Lesetipps von mir und tolle Gäste auf YouTube: Leseschatz-TV

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes

Matthias Wittekindt: „Hinterm Deich“

Matthias Wittekindt schreibt Kriminalromane, die sehr still wirken, aber stets ganz genau hinsehen und gerade dadurch eine vielschichtige Handlung aufbauen. Die erwähnte Stille, bedeutet aber nicht, dass es sich bei den Werken um Cosy-Crime handelt. Weit gefehlt. Die Krimis behandeln stets Gesellschaftliches und sind mit einem großartigen Personal bestückt. Somit sind diese Krimis wunderbar geeignet, um in eine stimmungsvolle Handlung abzutauchen und richtig gut unterhalten zu werden.

Das aktuelle Buch „Hinterm Deich“ ist der fünfte Band um den pensionierten Kommissar Manz. Es sind die Erinnerungen des Kriminaldirektors a.D. Manz. Er erinnerte sich bereits an die Jahre 1990, 1978, 1961 und 1984. Jetzt wandern seine Gedanken an die Küste und in das Jahr 1964, als er noch Polizeianwärter war. Dies ist der Clou der Romane, das Erinnern. Denn können wir diesen Erinnerungen stets trauen? Vermischt sich Erlebtes mit Erdachtem? Der Lesespaß wird gerade dadurch gefördert, dass die Handlung springt zwischen den Zeitebenen. Denen des gealterten und denen des jungen Mannes, der sein Praktikum in dem Dörfchen Sandsiel absolviert. Das Erinnern an die Vergangenheit geht einher mit den jetzigen Gedanken aus der Gegenwart. 

In der Gegenwart hat Manz Freunde eingeladen und erhält dann einen Anruf, der ihm Sorgen bereitet. Seiner Mutter geht es nicht gut. Die ganze Familie plant eine Fahrt zu der Mutter und auf dem Parkplatz eines Baumarktes und bei Feierlichkeiten beginnen die Erinnerungen an sein neunzehnjähriges Selbst.

Während der Ausbildung soll er praktische Erfahrungen machen. Er lässt sich in die Dienststelle in dem abgelegenen Dorf an der Nordseeküste versetzen. Während die anderen Polizeianwärter die großen Städte bevorzugen, geht er ausgerechnet an die Küste. Er hatte in der Disko ein Mädchen kennengelernt und will zu dieser hin. Doch ist diese nicht sehr begeistert. Der junge Mann ist aber nicht lange betroffen und das Liebesleben entwickelt sich nicht nur im Kopf. Somit sind seine Schwärmereien ein beständiger Begleiter, als er mit dem Damenrad der Vermieterin die Ortschaft erkundet. Große Ereignisse passieren nicht im Dorf. Doch dann kommt es zu einem schweren und tödlichen Verkehrsunfall. Manz soll Erkundigungen einholen und stößt auf diverse Geschichten. Gerüchte und Wahrheiten buhlen umeinander. Die Aufklärungsarbeit öffnet das ganze Dorfleben. Berichte über Pestizide, Missbrauch und Rache kann Manz sammeln. Das Dorfleben und die richtige Polizeiarbeit werden nun aus der Perspektive des älteren Manz geschildert.

Ein wunderbarer, reduzierter Kriminalroman, der verlangt, sich auf die Stimmung einzulassen, um den ganzen Lesespaß zu erhalten. Der Roman ist ohne viel Blutvergießen spannend und trumpft mit seinen Beobachtungen und dem ganz feinen und stillen Humor.

Zum Buch in unserem Onlineshop

Weitere Lesetipps von mir und tolle Gäste auf YouTube: Leseschatz-TV

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes

Felix K. Nesi: „Die Leute von Oetimu“

Dieser Roman lässt eine alte Tradition aufleben, die des Geschichtenerzählens. Somit ist er sehr lebendig, bestürzend und humorvoll. Das Phantastische reiht sich neben die Fakten ein und mythenhaft windet sich die Handlung um die Historie Indonesiens. Literatur vermag weiterzugehen, als es sachliche Berichte oder Bücher vermögen, denn sie bereichern durch ihre Emotion das vorgetragene Wissen, das durch die Empathie somit eher den Zugang zu uns findet.

Angesiedelt ist die Geschichte auf Timor, der Heimatinsel von Felix K. Nesi. Nur der Ort, Oetimu ist fiktiv, aber doch aus den persönlichen Erinnerungen zusammengesetzt. Ein Ort, der mittig und zwischen den Grenzen liegt. Nesi erzählt aus voller Leidenschaft und füllt den Roman mit ganz viel Leben. Der Untertitel garantiert die wahre Geschichte von Timor zu erzählen. Doch wie bei der althergebrachten Tradition des Erzählens wird einiges übertrieben, fantasiert oder weggelassen. Nesi macht Andeutungen, die im Index Erklärung finden und die Möglichkeit geben, sich mehr mit den Ereignissen zu befassen. Mit distanziertem Witz und Ironie beschreibt er die Historie und den Kampf um Unabhängigkeit. Dabei spart er die Grausamkeiten nicht aus. Der Roman lebt von der Lust des Formulierens und wurde von Sabine Müller aus dem Indonesischen übersetzt. Felix K. Nesi hat in seiner Heimat mit seinem Werk viel Anerkennung erhalten. Er beschäftigt sich mit der Ausnutzung und Versklavung von Menschen und setzt sich für Leseförderung ein.

Es beginnt mit dem Ende. Sergeant Ipi lädt ein. In der Polizeistation gibt es einen der drei Fernseher der Umgebung und alle möchten das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft sehen. Während der Übertragung verschaffen sich Killer Zutritt in ein Haus und die Geschichte beginnt. Der eigentliche Anfang liegt aber in der Vergangenheit. Timor eine gefragte Gewürzinsel weckte politische und wirtschaftliche Interessen. Timur wurde erst von den Portugiesen, dann von den Holländern besetzt. Die Insel wurde dann Anfang des 20. Jahrhunderts geteilt und nach dem Zweiten Weltkrieg von Japan besetzt. Jahre später wurde Timor nach blutigen und langen Kämpfen unabhängig. In diese Entwicklung wirft Nesi seine Helden hinein. Alles wirkt anfänglich maskulin und doch sind es die Frauen, die die Ereignisse vorantreiben. Wie am Anfang sind es die Männer, die zum Fußball strömen. Doch die wirklichen Geschehnisse beginnen bei den Frauen und Kindern.

Sergeant Ipi hat eine dramatische Familiengeschichte, die in Lissabon ihren Anfang nimmt. Die Nelkenrevolution hat alles verändert und Júlio Craveiro dos Santos sorgt sich um seine Zukunft. Doch er erhält eine Chance und wird nach Timor versendet. Mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter reisen sie an. Er ist bemüht, politisch nicht in Erscheinung zu treten, doch durch eine schicksalhafte Begegnung gerät er in die Unruhen und er und seine Frau werden im Angesicht ihrer Tochter ermordet. Diese kann, vergewaltigt und gefoltert, entkommen. Im Dorf Oetimu trifft sie auf Am Siki, um den sich Heldengeschichten ranken. Dieser nimmt sich ihrer an und sie bringt dort einen Sohn zu Welt, den späteren Sergeant Ipi. Viele weitere Ereignisse und Wendungen bereichern den Werdegang. Weitere Figuren beleben das Werk. Alles ist miteinander verwoben. Alles wird plastisch und mit Tiefgang oder durch distanzierten Humor betrachtet.  Es sind schöne, kluge Frauen und skrupellose, ehrgeizige Männer. Die Bilder, die Nesi erzeugt, sind voller Realität und Magie. Das Lesen erzeugt eine Spannung, denn Nesi versteht es, das Drama durch Sprachwitz zu kaschieren und durch die Cliffhanger die Aufmerksamkeit kontinuierlich zu steigern.  

Zum Buch in unserem Onlineshop

Weitere Lesetipps von mir und tolle Gäste auf YouTube: Leseschatz-TV

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes

Victor Heringer: „Die Liebe vereinzelter Männer“

Ein besonderer Roman, der sich inhaltlich wie ein Kreisel um den Kern dreht, sich ellipsenhaft vom Wendepunkt entfernt und wieder annähert. Er beinhaltet ein Erwachen aus der Kindheit und das Erkennen. Somit kann der Kreisel erneut als Metapher für den Roman herhalten, denn ein Kreisel ist ein Kinderspielzeug, das eine Faszination ausübt, doch mit dem Erwachsenwerden immer weniger Zauber innehat und wenn sich die Rotation verlangsamt kippt das Spiel, taumelt und hält an. Die ganze Sprache und Aufmachung des Buches führt uns literarisch in eine düstere, aber nicht hoffnungslose Geschichte ein. Das Dramatische wird im Roman mit Humor begleitet. Der Klang ist stets rhythmisch und die kurzen Kapitel werden nicht selten durch Zeichnungen, Fotos, Handschriften oder Sonderzeichen ergänzt. Alles passt gekonnt zusammen und bringt den Roman zum Schwingen und wenn wir beim Bild bleiben wollen, zum Kreisen. Übersetzt wurde der Roman aus dem brasilianischen Portugiesisch von Maria Hummitzsch.

Der Anfang beginnt kindlich, märchenhaft in einem Randbezirk von Rio de Janeiro. Doch verströmt die beschriebene Kulisse gleich in den ersten Zeilen Gestank, der aus heißem Schlamm emporsteigt. Die Hitze ist fühlbar und ist für den Erzähler stets unangenehm. Camilo schaut als erwachsener Mann zurück und erinnert sich an jene Tage, als er dreizehn Jahre alt war. Es ist das Jahr 1976 und er lebt mit seiner Schwester behütet in einem geschützten Anwesen. Camilo sieht, aber schaut nicht wirklich hin. Er ist kindlich, weiß dass sie in einem ehemaligen Sklavenviertel wohnen, aber kann es nicht fassen. Auch die Eltern werden nicht gänzlich von ihm gesehen. Das Land wird durch die brasilianische Militärdiktatur beherrscht. Camilo leidet körperlich, ist mal im Rollstuhl, dann von Krücken abhängig und wenn es besser geht, reicht ihm ein Stab. Eines Tages kommt der Vater von der Arbeit heim und bringt den Waisenjungen Cosme mit. Dieser ist etwas älter und zieht mit ein. Camilo ist anfänglich nicht begeistert. Erkennt aber seine Liebe zu Jungs und verliebt sich in Cosme.

Als Erwachsener erkennt Camilo mehr als damals und hat auch mehr Wissen. Denn sein Vater war als Doktor Pablo bekannt. Für den Jungen klingt es positiv, wenn es heißt, sein Vater half den Gefangen, am Leben zu bleiben. Dass dies bedeutet, dass sein Vater ein Folterarzt war und Cosme womöglich Kind seiner Opfer ist, erschließt sich ihm langsam.

Die junge Liebe zwischen Cosme und Camilo währt nur wenige Tage. Es ist eine Zeit, in der Camilo mehr über seine Umgebung erkennt und erfährt. Die Innigkeit wird dann zerstört durch ein Drama, das Camilos Leben gänzlich verändert. Er kehrt als Erwachsener gedanklich zurück zu jenen Tagen und erfühlt die erste Liebe, die seine wahre war und alle anderen lediglich ein Abglanz. Menschen katalogisiert er. Eine Liste von Mitschülern ist sein Abbild der Gesellschaft. Eine weitere Liste von Menschen mit den Namen ihrer ersten Liebe taucht auf. Diese hat Victor Heringer durch einen Aufruf erstellt und somit wirkt vieles in diesem Roman erschreckend authentisch.

Ein weiteres Drama rankt sich um diesen Roman. Denn Victor Heringer wurde 1988 in Rio de Janeiro geboren und war ein Multimedia-Künstler. Seine Literatur machte ihn schlagartig bekannt. Doch lange litt er an einer Depression und verstarb 2018. Dieser Roman fasziniert, erschrickt und verändert. Ein wichtiges und lesenswertes Werk.

Zum Buch in unserem Onlineshop

Weitere Lesetipps von mir und tolle Gäste auf YouTube: Leseschatz-TV

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes

Natsume Sōseki: „Ich der Kater“

„Ich der Kater“ ist Weltliteratur und der Verfasser, Natsume Sōseki (1867 – 1916), gilt als prägender Autor Japans. Der Roman ist ein Meisterwerk und das Buch und sein Schriftsteller sind Vorbilder der modernen japanischen Literatur. Dieser Klassiker lockerte das Sprachliche auf und belebte die Dialoge, die besonders das Umgangssprachliche und den Dialekt als Gesellschaftsbild verwenden. Wunderbar übersetzt von Otto Putz. Der Text lebt durch die entfremdete Distanz. Das Gesellschaftliche wird ganz genau betrachtet und interpretiert. Die Entfremdung, wenn nicht sogar Entmenschlichung und die dazugehörige Distanz erfolgt durch den Erzähler selbst. Der erste Satz prägt die Literaturwelt: „Gestatten, ich bin ein Kater! Unbenamst bislang.“ Er hat eine gewisse Bauernschläue, kann lesen und die menschliche Sprache verstehen und meist richtig deuten. Somit hat der Kater den Menschen in seinem Umfeld viel voraus, die die Mimik missdeuten und lediglich ein Mauzen verstehen. Dabei ist der Roman kein fantastisches Werk mit einem tierischen Helden. Der Kater erzeugt eine Abnabelung vom Menschen, vom Umfeld, der Kultur und vom Autor selbst. Dieser mogelt sich als Erzähler fast unbemerkt ein und legt die Vermutung nahe, der Mensch, wenn nicht sogar alle Menschen, im belebten Haushalt zu sein.

Dies ist einer der bekanntesten Romane in Japan. Er verbindet, wie in den Werken von Natsume Sōseki üblich, das Schicksal Einzelner mit den Umbrüchen der Kultur. Seine Themen kreisen stets um Egoismus, Liebe, Vertrauen und Verrat. Seine Texte verlangen Aufmerksamkeit und Zeit. Siehe auch im Leseschatz besprochen „Kokoro“.

Durch den Blickwinkel auf uns Menschen aus Kateraugen mit Verstand, erhalten die Menschen etwas Verschrobenes, Humorvolles und Rätselhaftes. Der unbenannte Kater ist gut gebildet und muss keine Maus fangen. Stets wird er versorgt und versteht es, die Menschen zu benutzen. Der Roman umspannt sein ganzes Leben. Von der Geburt und dem tragischen Versuch, ihn mit seiner Familie zu ertränken. Doch er überlebt und kann sich als Jungtier in einen gehobenen Haushalt retten. Der Hausherr ist der schrullige Professor Schneutz. Ein Müßiggänger, der sich in den Künsten versucht und oft scheitert. Er hat das Bestreben kulturell Anerkennung zu erlangen. Doch wenn seine Frau zum Beispiel ins Theater möchte, obsiegt das Phlegma. Beobachtet wird alles vom Kater, der meisterhaft alles hört, liest, sieht und erzählt. Sein Menschenbild ist sarkastisch. Dadurch verbindet sich der Katerblick mit der Sicht von Natsume Sōseki, der hiermit den ersten satirischen Roman der japanischen Literatur geschrieben hat. Der Hausherr, das zentrale Beobachtungsobjekt, hat um sich einen Zirkel gegründet. Es ist ein Bund von gebildeten Menschen, der sich selbst als Club der Müßiggänger tituliert. Die Sonderheiten und die verschrobenen Marotten dieser Menschen werden durch die Erzählperspektive entfremdet. Es ist zu vermuten, dass Natsume Sōseki sein Ego und Selbst in diesem Reigen vervielfältigt und aufgeschlüsselt hat.

Natsume Sōseki hat diesen Text für das Magazin geschrieben, für das er tätig war. Seine erste Geschichte um den Kater (das erste Kapitel) hatte großen Erfolg und vergrößerte die Auflage. Daher musste eine weitere Geschichte als Fortsetzung her und das zweite Kapitel war geschrieben. Beide sind in sich leicht geschlossen und haben einen dezent anderen Klang als der Rest. Denn durch den Erfolg wuchs die Geschichte des Katers nun zu einem umfangreichen Roman. Der Kater, der anfänglich noch den Kontakt zu anderen Katzen oder Katern pflegte, wird sich durch einen Verlust oder durch Missfallen immer mehr in der menschlichen Umgebung aufhalten.

Natsume Sōseki gehört in den Kanon der Weltliteratur und besonders „Ich der Kater“ und „Kokoro“ möchte ich hervorheben. Beide haben einen melancholischen Witz und sind tiefgründige und stille Werke, die sich langsam entfalten. Es sind Bücher, die eine kluge und unterhaltsame Sicht auf die Welt und besonders auf die klassische und die moderne japanische Kultur werfen.

Weitere Lesetipps von mir und tolle Gäste auf YouTube: Leseschatz-TV

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes

Christopher Ecker: „Notizen aus einem Lager an der egozentrischen Grenze“

Ein kleines Buchkunstwerk, das durch seine feine Verarbeitung mit Leineneinband, Fadenheftung und einem schlichten, aber gelungenen Layout auffällt. Christopher Ecker gehört zu den wichtigen Stimmen der deutschsprachigen Literatur, entzieht sich aber bewusst der großen Arena des Literaturbetriebes. Die meisten seiner Werke sind groß und benötigen Raum. Doch beherrscht er auch die Reduktion und seine Texte sind ein nahbares Spiel aus Kunst und Unterhaltung. Doch keimen in allen stets der philosophisch geschulte Blick und ganz viel Humor. Nun sind es Notizen. Aphorismen, Reflexionen und Beobachtungen als Zwischenzeilen seiner Hauptwerke.

Sollte man Ecker nicht kennen, könnte der erste Blick in das Büchlein ein großes Fragezeichen setzen. Was soll das und was will Ecker? Doch beim gänzlichen und chronologischen Lesen ergibt sich ein Ganzes. Ecker tanzt mit dem oder sogar mit seinem Ego und lädt dabei das Banale, das Tiefgründige und das Alberne ein. Er wird auch persönlich, somit ist es wohl doch sein Ego, denn die Notizen kleiden sich autobiographisch und setzen Spitzen gegenüber der Abstumpfung der Gesellschaft und auch an jenen Kritiker, der einst eins seiner Bücher rezensierte, ohne es jemals gelesen zu haben.

Es sind Betrachtungen aus den egozentrischen Grenzen. Der Mensch stellt sich stets in den Mittelpunkt. Möchte er eine Distanz erschaffen und seinen Aufmerksamkeit auf Äußeres lenken, sind es doch seine Betrachtungen und Gedanken, die er dabei fokussiert. Wenn der Mensch zum Beispiel, so Ecker, beklagt, dass ständig Fliegen auf ihm landen, ist er doch nicht das einzige Landeobjekt, denn die Fliegen setzen sich auf alles. Das Leben als Schauspiel: Alle Menschen treten auf, erst jene die gelebt haben, dann wir lebenden und nach uns die kommende Generation. Alle Egos sind somit auf der Bühne und der Zuschauerraum bleibt leer. Ecker liebt es ferner zu lesen und somit sind seine Notizen auch literarisch verwurzelt. Dabei macht er keine Grenzen zwischen Unterhaltung und Anspruch. Horror darf auch Erwähnung finden, doch wird dieser absurd, denn wie kommt es zu einer platonischen Liebe zwischen Mumien? Aber immer wieder taucht das Ego auf und bekennt, dass das Ich ein gutes Team ist. Somit wird, die Weisheit des Großvaters, jeder sein eigener Blamator. Die Handlungsorte sind oft Schleswig-Holstein und Kiel. Eine Busfahrt nach Laboe kann als Beispiel für egozentrische Verwirrung sorgen. 

Ecker hat Witz und schreibt fordernd, klug und jedes Fragment lässt uns kurz innehalten, schmunzeln oder innerlich nicken. Das Buch sollte auch chronologisch erfasst werden, denn die Notizen sind doch irgendwie passend sortiert und bauen in uns etwas auf. Was wäre auch, wenn in einem Roman jemand vorblättern würde und der Hauptcharakter sich plötzlich um Jahre gealtert wiederfindet?

Die erste Auflage besteht aus 100 Exemplaren. Jedes Exemplar ist nummeriert und vom Autor signiert. Diese Grenzgänge machen dem Ego Freude und werden wohl öfters durchstreift werden, um dann doch die dezente Bitte zu erlauben, dass Ecker jetzt auch mal wieder einen Roman veröffentlichen dürfte.

Weitere Lesetipps von mir und tolle Gäste auf YouTube: Leseschatz-TV

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes

Esther Dischereit: „Ein Haufen Dollarscheine“

Ein Roman, der sich schwer fassen lässt. Nicht weil er sehr schwer zu lesen ist, sondern weil er unbegreiflich ist. Nicht dass wir den Inhalt und die Geschichte nicht verstehen würden, sondern weil die Handlung vielschichtig ist und die Agierenden anfänglich nicht greifbar wirken. Dies liegt aber nicht an der guten Charakterisierung, sondern am Lesefluß, in den wir geraten und durch den Sog, der sich entfaltet, sich die Handlung und Figuren festigen müssen. Es sind kurze episodenhafte Kapitel, die wie cineastische Szenen ein Gesamtkunstwerk erschaffen. Diese Literatur ist herausfordernd, leicht, sehr humorvoll und ein kluger, ernster Roman, der enorm klar und doch nebulös ist. Das Ernste wird gebrochen durch absurden Witz. Es ist ein Roman, der Fiktion neben Dokumentation stellt. Dischereit lässt vorrangig zwei Personen im Wechsel erzählen. Es sind die Tante und ihr Neffe, der Sohn ihrer älteren Schwester, die den Holocaust mit ihrer Mutter versteckt überlebt hatte. Die Erzählerin schreibt, sie findet es merkwürdig, dass sie zu berichten vermag, als wäre sie dabei gewesen. Sie wird zu einer Stellvertreterin mit unterschiedlichen Identitäten. Es sind Menschen, Familien, die zerrissen werden, die das Grauen erlebt und überlebt haben und sich weiterhin erklären und definieren müssen.

Es gibt eine Menge an handelnden Personen. Doch die wichtigsten Stimmen bleiben im Wechselspiel erhalten. Es ufert nicht aus, verwässert aber und erzeugt dadurch ein Paradox, denn durch diesen Erzählstil fokussiert sich der Blick auf den Kern. Die Menschen wurden zerstreut und die Welt wirkt klein. Es beginnt bei einer Militärparade in Amerika. Die weiteren Orte sind dann: Berlin, Rom, Neapel, Chicago, Oxnard, Heppenheim, New York, Los Angeles, Frankfurt, Shanghai, Birkenbach und Theresienstadt. Somit umschließt das Werk Welten, Menschen und ihre Schicksale. 

In diesem Roman werden Geschichte und Geschichten geschrieben. Ein Sprung in die dunkle Zeit des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Last und die Prägung des jüdischen Lebens, die bis heute andauern, ziehen sich durch den ganzen Roman. Es geht um Antisemitismus, die sogenannten Wiedergutmachungszahlungen, Politik und das Machtgefüge.

Das jüdische Leben wird oft auf seine Anfänge und auf die geschichtlichen Dramen reduziert. Was wurde aus den Menschen, die den Holocaust überlebten, was aus deren Familien? Das Erbe und Erbstreitigkeiten als Motiv findet Verwendung, wie die Metapher des Flugplatzes. Alles verwebt und verzahnt sich in uns beim Lesen. Ein sehr aktuelles Buch. Es verbirgt in seiner Leichtigkeit und dem Witz eine enorme Schwere. Ein kunstvoll erzähltes Werk, das uns fordert und bereichert. 

Zum Buch in unserem Onlineshop

Weitere Lesetipps von mir und tolle Gäste auf YouTube: Leseschatz-TV

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes

Salome Benidze: „Die Stadt auf dem Wasser“

Leseschätze finden auch etwas verspätet ihren Weg. Um Wege geht es ebenfalls in dieser Lektüre. Dass Sinnbild ist Wasser, das durch das Gewässer irgendwann zusammenfließt. „Die Stadt auf dem Wasser“ von Salome Benidze ist eine Entdeckung aus dem Georgischen, die von Iunona Guruli übersetzt wurde. Es ist ein traumhaftes Kunstwerk, das Inhalt mit Gestaltung passend in Einklang bringt. Die Broschur ist durchgängig illustriert von Tatia Nadareischwili. Alle drei Frauen, Autorin, Illustratorin und Übersetzerin, stammen aus Georgien.

Die Geschichten beginnen mit einem Traum. Es ist ein Traum, der immer wiederkommt und Leben und Tod, Wasser und Land verbindet. Es vereinen sich die Dürre mit der Feuchtigkeit und der Mensch mit der Natur. Wie in einem Traum üblich, gibt es keine wahren Begrenzungen. Was dann folgt sind Erzählungen von Frauen. Sieben Kapitel, sieben Frauen, die wie Suchende durch das Leben, die Illusionen wandeln. In den Geschichten verwebt sich Realistisches mit Phantastischem und märchenhaft umspannt sich die Handlung um das Leben, die Liebe und die Auslöschung. Poetisch baut sich die Sinnsuche auf und am Ende fließt alles zusammen. Es taucht ein Gesang über silberglänzende Fische auf, in die sich Menschen verwandeln, wenn sie gen Himmel steigen. Immer wieder riechen wir Mandeln und Orangen. Wunderbare Backwaren und Getränke werden kreiert, die genossen werden oder unverstanden bleiben. Sinnlich und bildreich sind diese Erzählungen von Frauen, die die Liebe suchen. Eine auf dem Meer Ausgesetzte, die gerettet wird und in der Stadt auf dem Wasser fremdelt. Ängste und Wünsche erklingen. Hoffnungen, die Visionen werden. Alles verflüssigt sich, verschwimmt und verfestigt sich dabei doch. Aus den Untiefen und den höchsten Höhen stürzt hier alles ineinander und fließt am Ende auf magische Weise zusammen. Sinnbild bleibt das Meer, das uns Menschen verbindet, trennt und am Leben hält.

Sieben Frauen und sieben Episoden, die kräftige Bilder erzeugen. Es geht um den Wunsch nach Freiheit. Der Weg ist geprägt durch Leidenschaft und Gewalt. Die Bilder und die Handlung verzaubern. Traumhaft und fließend ist die Sprache, die voller Feingefühl und Poesie ist. Die erzeugten und gemalten Bilder bleiben lange in uns haften. Es ist wie ein Erwachen aus einem Traum, der sich nicht gänzlich in der Erinnerung auflöst, sondern Spuren in den Alltag streut.  

Zum Buch in unserem Onlineshop

Weitere Lesetipps von mir und tolle Gäste auf YouTube: Leseschatz-TV

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes