Joakim Zander: „Der Schwimmer“

schwimmer

Endlich mal wieder ein kluger und spannender Pageturner: „Der Schwimmer“ von Joakim Zander.

Leider kann man über das Buch nicht viel schreiben ohne bereits zu viel zu verraten. Ich habe den Roman in einem Sog gelesen, das Umblättern unbewusst vollzogen und bin durch den Text mit Freude geschwommen.

Der Thriller beginnt mit einer syrischen Autobombe, die in Damaskus einer Frau das Leben raubt. Die Bombe war eigentlich für ihren Mann, den amerikanischen Agenten gedacht, der den Mord an seiner Frau beobachten muß und es nur noch schafft seine kleine Tochter vor den Trümmern zu beschützen. Im Laufe der Jahrzehnte war er immer wieder in Afghanistan, Kurdistan und Syrien im Einsatz. Bis er 1980 seine große Liebe verliert. Seine Tochter, die den Anschlag überlebt hat, wird er 30 Jahre nicht mehr sehen…

Die Handlung beginnt mit Mahmood Shammosh, ein Politologe der in Uppsala an hochbrisanten Themen arbeitet und recherchiert. Mahmood bekommt mysteriöse E-Mails, die aber in engem Bezug zu seiner Vergangenheit zu stehen scheinen. Er wird gewarnt, dass alle seine Schritte überwacht werden und dass sein Leben in großer Gefahr ist.

Er wendet sich an seine ehemalige große Liebe, Klara Walldéen, eine junge Frau, die als Kind ihre Mutter in Damaskus verloren hat und nun als persönliche Referentin einer schwedischen EU-Politikerin in Brüssel arbeitet. Sie lebt für ihre Arbeit und alles Private wird zur Nebensächlichkeit. Die Besuche in Schweden bei ihren Großeltern, bei denen sie aufwuchs, werden immer weniger und als die Nachricht ihres Exfreundes Mahmood sie erreicht, werden beide zu Gejagten.

Klaras Fluchtpunkt sind die schwedischen Schären, wo sie aufgewachsen ist, und der amerikanische Agent scheint der Einzige, der Klara retten kann. Ein Mann, der alles vergessen wollte: Die Vergangenheit, die Schuld und sein Kind….

Ruhe findet der Agent nur im Wasser, er hätte mal Profischwimmer werden können. Jetzt schwimmt er nur noch um Ruhe zu finden, Bahn für Bahn, Zug um Zug – er ist der Schwimmer…

Joakim Zander schreibt als Fachmann für EU-Politik. Der gebürtige Stockholmer hat selber in Syrien, Israel und in den USA gelebt. Er arbeitet u.a. als Jurist für die EU. Sein Roman, der Auftakt einer Reihe um Klara Walldéen, ist unglaublich fesselnd. Man erhascht einen Blick in die große Weltpolitik und wird spannend und mit dramatischen Wendungen gut unterhalten. Es ist ein Thriller mit vielen Handlungssträngen, die aber nie verwirren, sondern jeweils gut gemachte Psychogramme aller Beteiligten enthalten.

Das Buch hat mich sehr an die guten Serien „Homeland“ und „Damages“ erinnert und hat mir tolle Lesestunden bereitet.

Zum Buch

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