Archiv der Kategorie: Erlesenes

Carl Nixon: „Kerbholz“

Der Roman lebt von der Landschaft, die einen fast zu verschlingen droht. Das üppige Leben und die Kraft der Natur stehen der inneren Leere des Menschen gegenüber. Eine Welt, in der wir das gröbste Raubtier sind, gibt viel Raum für psychologische Betrachtungen.

Carl Nixon, geboren 1967 in Christchurch, Neuseeland, wurde durch  Kriminalromane bekannt. Er schreibt aber auch großartige und ausgezeichnete Romane und Kurzgeschichten. Seine Perspektiven sind vielschichtig und greifen stets ineinander, so auch in „Kerbholz“. Dabei webt sich die Landschaft Neuseelands kunstvoll in die Handlung ein und verbleibt niemals als eine einfache Kulisse. Das Menschliche, das Düstere erhält dadurch einen natürlichen Rahmen. Die Bedrohung durch die Wildnis wirkt auf den ersten Blick beklemmend, um dann letztendlich das größte Raubtier zu präsentieren. 

Eine Familie aus London ist gerade nach Neuseeland gezogen, weil der Vater Karriere machen möchte und hier eine neue Stelle erhalten hat. Bevor er seine Arbeitsstelle antritt, möchte er mit seiner Frau und den Kindern das Land kennenlernen und mit einem Mietwagen Neuseeland bereisen. Bei einer verregneten Nachtfahrt kommt er von der Straße ab und das Auto fliegt mit den schlafenden Kindern die Böschung herab in den Fluss. Nur die drei Kinder auf dem Rücksitz überleben. Das Mädchen ist es, die sich sofort, trotz des Schocks, um die Brüder kümmert. Einer ist schwer am Fuß verletzt und bekommt starkes Fieber und der andere hat seinen Kopf gestoßen und wirkt apathisch. Sie finden eine Höhle aus Wurzelwerk und versuchen Wärme mit Hilfe der Kleidung des Vaters zu erzeugen. Die Suche nach der Straße oder nach Nahrung bleibt erfolglos. Durch den Schock und den Hunger bekommt die Natur immer mehr Unheimliches und sie meint Menschen oder Gespenster zu sehen. Dies passiert im Jahr 1978.

2010 erhält die Schwester von der beim Unfall verstorbenen Frau einen Anruf. Bisher ist der Verbleib der Familie ungeklärt. Oft hat sie die Familie gesucht, doch wurden sie dann später für tot erklärt und es gab sogar eine Trauerfeier. In Neuseeland wurde nun eine Leiche gefunden. Der Junge muss noch einige Jahre überlebt haben. Bei ihm fand man die Uhr des Vaters und ein Kerbholz. Ein Kerbstock ist eine Zählliste, um Zeiten festzuhalten oder er diente dazu, Schuldverhältnisse zu fixieren. Somit kommen Fragen auf und die Geschichte bahnt sich erneut in das Leben der Schwester der Verstorbenen. Wo hat er Junge überlebt und wer hat womöglich mit ihm überleben können? Was ist damals passiert?

Die Handlung wird erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven und wechselt in den Zeiten. Die Suche und der Kampf der Kinder, die versuchen in der Natur zu überleben. Die Kinder werden gefunden. Ein barscher, wilder Mann mit ungepflegten Dreadlocks und seinen Hunden nimmt sich der Kinder an. Wenn sie überleben wollen, sollen sie mit ihm kommen. Sie landen auf einer heruntergekommenen Farm und es stellt sich heraus, dass den vermeintlichen Rettern günstige Arbeitskräfte sehr gelegen kommen.

Der Mensch als anpassungsfähiges Wesen in seinem Kampf ums Überleben und um die Freiheit in einer überladenen Natur. Ein psychologischer Spannungsroman, der die Landschaft heraufbeschwört und diese als Gegenstück zu den Protagonisten stellt. Der Reichtum steht der inneren Dürre gegenüber. Im Text steht mehr als auf den ersten Blick ersichtlich. Ein packendes Werk über Familie, Überleben und die Wildheit im Umfeld und in der Psyche. Der Roman wurde aus dem Englischen von Jan Karsten übersetzt.

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Leo Gilbert: „Seine Exzellenz der Android“

1907 schrieb der Ingenieur und Wissenschaftsjournalist Leo Silberstein unter dem Pseudonym Leo Gilbert den Roman „Seine Exzellenz – der Automat“. Ein satirischer und phantastischer Roman, der wieder entdeckt und verlegt wurde. Es geht um künstliche Intelligenz und um den entmenschlichten Automatismus. Der Fortschritt, die Wirren der Zeit und die Kriege zeigen, dass sich die Technologien entwickeln, aber wir als Menschheit oft stehen geblieben sind. Hierbei rücken mechanisch handelnde Menschen und menschliche Maschinen in den Fokus dieses herrlichen Romans. Der Roman kann als einer der ersten Science-Fiction-Romane über künstliche Intelligenz gelesen werden. Der Autor war philosophisch und naturwissenschaftlich gebildet. Er referierte oft über sein Wissen, besonders über technologische und philosophische Themen. Er starb 1932 in Wien. In den 1930er Jahren war sein Werk das Opfer der Nazis. Das Buch wurde aus allen Bibliotheken entfernt. Zum Glück wurde das Buch nun erneut entdeckt und kann und sollte gelesen werden. Der Originaltitel wurde leicht verändert, um die aktuellen Diskussionen neben die historische Betrachtung zu stellen.

Der erste Satz läutet bereits die Stimmung ein. „Es war gegen das Ende des Jahrtausends der Technik …“ Somit zeigt der erste Satz den Beginn der phantastischen Erzählung und auch gleichzeitig die Kritik an der Glorifizierung der Technologie. Der norwegische Wissenschaftler Frithjof Andersen haust im vierten Stockwerk eines Gebäudes mit missgestimmten Mitbewohnern. In seiner Wohnung gehen ungeheuerliche Dinge vor. Aus späterer Sicht könnte dies an Victor Frankenstein erinnern. Der Physiker und Ingenieur kreiert einen Androiden, dem er durch mathematische, chemische und physikalische Prozesse Leben einhaucht. Dieser Automat reagiert auf Stichworte und kann bald schon längere Passagen vortragen und lernen. Er handelt selbständig und erhält individuelle Merkmale. Er imitiert den Menschen und durch den lebendigen Körperbau gelingt die Maskerade. Die Entwicklung ist nicht zu stoppen, ein Ausschalten ist nicht vorgesehen gewesen und die menschliche Maschine emanzipiert sich immer mehr. Sie wird Großindustrieller und später sogar zum Minister ernannt. Es kommt zum Kriegsgeschrei und spätestens als die Gefahren für die Menschen jetzt immer größer werden, sieht sich Andersen in der Verpflichtung einzugreifen.

Das Thema Mensch und Maschine war damals etwas Neues. Die Ironie zwischen vermenschlichten Androiden und roboterhaften Menschen ist dennoch von einer Aktualität, dass es eine Freude ist, diesen Schatz neu entdecken zu dürfen. Politisches, unterschiedliche Ideologien und die Frage nach der Menschlichkeit werden auf sehr humorvolle Weise beleuchtet. Wie im Text die Themen, die unsere gegenwärtigen Diskussionen beleben, bearbeitet werden, macht großen Spaß. Das Buch ist witzig und philosophisch. Mit einem Geleitwort von Rudolf Goldscheid und einem Nachwort zur Neuausgabe von Nathanael Riemer.

Diesem Leseschatz ist eine große Leserschaft zu wünschen! Ein scharfer und satirischer Blick auf unsere Welt aus der fast vergessenen Vergangenheit. Das Buch ist eine Sensation und eine herrliche sowie altmodische Reise in die Moderne.

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Johanna Wurzinger: „Und das Universum schweigt“

Die Figuren im Roman „Und das Universum schweigt“ sind auf der Suche nach sich selbst und nach Zufriedenheit. Es geht um die vielen Geschichten, die jede Begegnung mit sich bringt, und die einen Menschen letztlich formen.

Das Leben ist konfus und kompliziert. Durch die Schnelllebigkeit und die Fülle an Wissen und Unwissen, die uns permanent umgibt, ist die persönliche Verwirrung ein individuelles Füllhorn an Orientierungspunkten. Dabei versucht der moderne Mensch beständig, einen Anker zu werfen, um die Welt sich langsamer um die eigene Achse drehen zu lassen, damit man den herumschwirrenden Blick endlich fixieren kann. Doch die Frage, wo sich die eigene Weltsicht festigen kann, muss jeder für sich finden. Egal wie wild wir es dabei treiben, das Universum schweigt meist beharrlich zu unseren Bemühungen.

Es sind die Figuren Viktor und Patrizia, die durch das Leben strudeln. Ungefestigt und stets auf der Suche. Patrizia ist widerspenstig und möchte aufbegehren, oft wimmert in ihr ein dagegen sein wollen. Sie hadert mit den Menschen und mit dem Establishment. Viktor will nicht angepasst sein und ist gegen Konsum, Egoismus und Selbstgerechtigkeit. Somit wandeln beide zwischen Rebellion und Resignation, bis sie sich zufällig begegnen.

Die Handlung ist ausufernd, mäandernd und strudelt über, wie unsere fiebrige Gegenwart. Genau in dieser schwirrenden Hitze treffen die beiden Protagonisten in der Hölle eines mallorcinischen Billighotels aufeinander. Patrizia und ihre Freundin machen Urlaub und wir begegnen ihnen erstmalig beim Frühstück. Selbst in dieser kleinen Szene wird die ganze Unsicherheit der Charaktere deutlich.

Viktor arbeitet in Wien als Lektor. Der Verlag ist spezialisiert auf diverse Weltsichten und mannigfaltige Theorien. Da die Themen alle kontrovers, divers und beleg- und wiederlegbar sind, strauchelt Viktor durch dieses Wissen. Er schreibt selbst und wird missverstanden. Er ist genervt und betrunken, als er beschließt abzuhauen. Er bucht einfach einen Flug und lässt sich vom Taxifahrer zu einem Hotel bringen. Erst am kommenden Morgen fragt er sich, wo er gelandet ist. Dies trifft auf das Leben beider Protagonisten zu. Wo landen wir im Leben und sind uns unsere eigenen Ziele bewusst? Viktor, der ein Welterklärer ist, der keiner sein wollte, trifft auf Patrizia und beide erahnen einen Weg.

Figuren, die mit sich und den Menschen hadern. Mutlosigkeit, Verwirrung, Frust und Aufbegehren entstehen durch die Überfülle und Schnelllebigkeit, die wir gegenwärtig erleben. Die überhitzten Gemüter wollen Sand im Getriebe der Gesellschaft sein. Sand taucht auch als Bild auf, der an der feuchten Haut klebt und am Strand doch stets einladend wirkt.

Johanna Wurzingers Debüt ist ein Füllhorn an Gegenwärtigkeit und mit viel Zynismus und Witz erzählt. Fast mühelos verwebt sie die Handlungshappen zu einen Gesamtbild und versteht dabei gut zu unterhalten. Das Buch lässt sich fließend lesen und das ganze Konstrukt fügt sich logisch zusammen.  

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Jose Dalisay: „Last call Manila”

Die Würde der Existenz steht in diesem vielfältigen Roman im Mittelpunkt. Denn was ist das menschliche Leben wert? Der respekt- und würdelose Umgang mit Menschen, die keine Lobby haben oder mittellos sind, ist ein globales Phänomen und großartig in dem vorliegenden Roman mit einem lakonischen Ton eingefangen. Das Werk liest sich wie ein Krimi und ist dabei ein Gesellschaftsroman. Der philippinische Autor Jose Dalisay erzählt vom Alltags- und Überlebenskampf. Es geht um die philippinischen Menschen, die in weit entfernten Ländern, wie Europa, Arabien, Skandinavien oder den USA, unter entwürdigenden Umständen arbeiten, um Geld für ihre Familien zu verdienen.

Es beginnt mit einem Zinksarg, der in einer Holzkiste aus Jeddah in Saudi-Arabien per Luftfracht auf dem Flughafen in Manila angeliefert wird. Die Frauenleiche wird anfänglich das Opfer von bürokratischer Missachtung. Es kommt zu einigen Verwechslungen und auch dadurch zu einem falschen Benachrichtigungsschreiben an eine Familie, die ihren ermordeten Sohn im Empfang nehmen wollten. Doch ist es eine Frauenleiche, die nun in der Airport-Halle lagert. Die Begleitscheine weisen den Überresten den Namen Aurora V. Cabahug zu. Ein Polizist namens Walter soll den Sarg nun in die Heimatstadt der Verstorbenen transportieren. Er kennt den Namen der Frau. Er hat sie gerade als Sängerin „Rory“ in einer Bar gesehen. Es kommt nun heraus, dass die Tote die Schwester der Sängerin ist und unter deren Namen als Dienstmädchen nach Saudi-Arabien vermittelt wurde und schon länger als vermisst gilt. Die Sängerin und der Polizist wollen den Sarg nachhause bringen und es kommt zu weiteren makabren Ereignissen.

Neben der Handlung und der Hauptfrage, was der Toten passiert ist, geht es um die Einblicke in die Gesellschaft, in der es fast in jeder Familie mindestens eine Frau oder einen Mann gibt, die in anderen Ländern unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Ein Roman mit dem Bild unserer heutigen Gesellschaft aus der philippinischen Sicht. Jose Dalisay zählt zu den bedeutendsten Autoren der Philippinen. Die Handlung liest sich spannend und die Frage, wie kam die Frau in Saudi-Arabien ums Leben, erzeugt einen enormen Lesesog. Die ganzen Nebenschauplätze ufern dabei nicht aus, sondern belegen ein gesellschaftliches Menschenbild. Die Handlung bleibt dabei stets voller Überraschungen. Der Klang des Textes überzeugt durch seine Distanz aus der auktorialen Perspektive. Die Sprache erklingt dabei zuweilen bitter, lakonisch und erzählt wird auch mit schwarzem Humor. Doch ist einem dabei nicht immer zum Lachen zumute.

Der Roman zeigt die Kluft zwischen Arm und Reich und den Menschen, die innerhalb der Gesellschaft einen Wert vermitteln und jenen, die ein Schattendasein ertragen müssen. Es geht ums Überleben, Gerechtigkeit, die tagtägliche Gewalt und Politik. Dabei wird die Schieflage unserer Weltstruktur auf groteske Weise deutlich und die kleinen, tragischen Geschichten werden ganz groß. Übersetzt wurde der Roman aus dem Englischen von Niko Fröba.

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Caroline Wahl: „22 Bahnen“

Ein Debütroman, der begeistert. Caroline Wahl schreibt mit ganz viel Hingabe und das Dramatische erhält durch die Sprache und den melancholischen Humor eine Tiefe und Schönheit, dass man bereit ist jede einzelne Bahn der Protagonistin in einem Rausch mitzuschwimmen.

Die Adresse der Erzählerin zeigt, es handelt sich um Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben. Die Familie wohnt im traurigsten Haus am Ende der Fröhlichstraße. Tilda ist kurz vor dem Ende ihres Mathematikstudiums und durch ihren Fleiß könnte sie bald Karriere machen. Noch lebt sie in der Kleinstadt und kann diese auch nicht verlassen, weil sie sich um ihre jüngere Schwester Ida sorgt. Die Mathematik ist neben dem Schwimmen ihr Zufluchtsort, denn die Mutter ist alkoholkrank und die Väter sind aus dem Leben verschwunden oder niemals aufgetaucht. Tilda kümmert sich somit um ihre Schwester und beobachtet ihr ganzes Umfeld und die Geschehnisse analytisch. Da sie erzählt, ist die Sprache empathisch an Tildas Welt angepasst. Kurze Sätze, die aber in der Gleichung stets aufgehen und eine enorme Reaktion erzeugen können. Dialoge sind dramatisch aufgebaut und wenn es die Sprache zulässt, werden Zahlnennungen gerne als Ziffer geschrieben. Dies verdeutlicht auf kunstvolle Weise die Sicht in Tildas Welt. Die Welt versucht sie sich durch diese Kleinigkeiten schöner und einfacher zu gestalten. Somit erzeugt sie eine analytische Kreativität, wohingegen Ida eine phantastische Kreativität benötigt, um die Realität zu begreifen und zu entkommen. Ida malt ihre Emotionen und es sind dabei viele Bilder entstanden.

Da die väterlichen Unterhaltszahlungen nicht ausreichen und die Mutter keine Hilfe ist, arbeitet Tilda als Kassenkraft im Supermarkt. Auch hierbei macht sie ihre zerlegenden Beobachtungen und Spiele. Freiheit findet Tilda beim Schwimmen, wenn sie ihre abgezählten Bahnen zieht. Hier ist sie fern ihres Alltags und kann vom sorgenfreien Leben träumen. Plötzlich taucht Viktor wieder auf. Auch er leidet, denn seiner russischstämmigen Familie ist etwas Furchtbares zugestoßen. Mit dem verstorbenen Bruder war Tilda gut befreundet. Nun ist Viktor auf einmal wieder da und wirft sie wortwörtlich aus der Bahn.

Tildas Umfeld weiß um die Begebenheiten und somit hat sie Freunde, die sie auffangen. Doch Zeit zum wehleidig sein oder zum Trauern nimmt sie sich nicht, denn sie will für Ida stark sein. Auch hadert sie mit ihrer Zukunft, ihren Plänen und der möglichen Karriere, denn dies würde bedeuten, sie müsste Ida bei der depressiven und alkoholabhängigen Mutter alleine lassen. Die Zustände der Mutter sind ein beständiges Wechselspiel, zwischen Hinwendung, Gewalt und geistiger Abwesenheit.

Der Roman lebt von der Struktur, die die Figur Tilda ihm gibt. Es ist ihre Sprache, ihre Geschichte und ihr Blick auf die Welt. Durch den Witz, die Verletzlichkeit und die Stärke wächst die Charakterisierung von Bahn zu Bahn. Es ist ein Roman, der von verletzten, aber enorm starken Frauen erzählt. Die Verantwortung gegenüber der Familie und dem eigenen Leben stehen bei den Betrachtungen im Mittelpunkt. Sofort wachsen einem Tilda und Ida ans Herz und man wünscht beiden, dass sie ihr Glück finden. Mögen sie endlich das Meer sehen und die Liebe finden. Denn „22 Bahnen“ ist auch ein wunderschöner Liebesroman. Ein taktvoller, zarter, kraftvoller, witzig-melancholischer und wunderbarer Text.

Bilder von der Lesung am 14.06.2023 im Literaturhaus Schleswig-Holstein

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Thomas Böhm: „Die Wunderkammer des Lesens“.

Was wäre, wenn es etwas gäbe, mit dem Zeitreise möglich wäre? Was, wenn sich Länder ohne großes Reisegepäck und Aufwand bereisen lassen. Man wird einfach hingebeamt. Wie wäre es mit der Möglichkeit, andere Kulturen, Ideen, fremde Universen kennenzulernen und eine andere Gestalt anzunehmen? Das gibt es und es ist keine Science-Fiction oder ein Märchen (oder doch?). Es ist das Buch.

Der Buchmensch und Literaturvermittler Thomas Böhm hat erneut seine Liebe zum Buch zu Papier gebracht und dabei eine ganze Wunderkammer geöffnet.

Lesen ist eine Leidenschaft, eine Liebe, eine Sucht und kann uns immer wieder die Welt erklären. Die Literatur hat ferner enorme Portale, damit wir auch der Realität entkommen dürfen. Beides kann das Buch: das Umfeld verständlich machen und uns, wenn gewollt, aussteigen lassen.

Dabei ist Thomas Böhm und allen Viellesern bewusst, dass es dabei kein gutes oder schlechtes Lesen  gibt. Je nach Verfassung, Laune oder Motivation für ein Buch, kann in der Fülle jeder Wunsch erfüllt werden. Das Buch als Wunderlampe.

Das Lesen ist eine Bereicherung. In jeder Phase des Lebens wandeln sich die Herangehensweisen, die Interessen und der Zugang zu Literatur. Der Einstieg sollte einfach sein und Spaß machen. Das erklimmen schwerer Texte kann dann folgen. Vorerst sollte es Freude bereiten (wobei das Erfassen von schwierigen Texten auch Glücksgefühle verursachen kann). Thomas Böhm hat seine Wunderkammer mit der Hilfe von John Sinclair geöffnet. Dies haben wir gemeinsam, das heimliche Lesen von vermeintlich verruchten Texten. John Sinclair im Kampf gegen die Todesrocker war mein Einstieg, bei Thomas Böhm war es die Werwolfkönigin. Wenn die Leidenschaft des Lesens im Leben verankert ist, bleibt das Buch ein ewiger Begleiter und Freund. Stets ist ein Buch dabei und jede freie Minute wird mit Lesen erfüllt.

„Die Wunderkammer des Lesens“ sollte nun ein ewiger Begleiter für Buchmenschen sein. Eine Geschichte des Lesens gewürzt mit Kuriositäten, Anekdoten und Geschichtlichem. Auch wenn man überzeugt wäre, man benötige keine Anleitung zum Lesen, sollte man doch auch diese Episoden im Werk lesen, um sich zumindest bestätigt zu wissen. Dabei geht es auch um unlesbare Texte, wichtige Bücher, die Weltgeschichte geschrieben haben, der Umgang mit Lyrik und darum, den richtigen Ton gegenüber Nichtlesern zu finden. Die Belesenheit ist ein Begriff, der niemals eine Endlichkeit finden kann.

Das ganze Werk ist eine Wortschönheit. Die Gestaltung des Buches und die Grafiken und Bilder auf jeder Seite bereiten eine pure Lust beim Durchwandern. Ein Werk, das zum beständigen Neuentdecken einlädt. Eine Spurensuche innerhalb des vorliegenden Buches mit einer Fülle an Ideen für weitere Lektüre. Das Buch sollte jeder Buchmensch sein eigen nennen, um es immer wieder aufzusuchen.

Eine wahre Wunderkammer. Die Geschichte des Lesens ist eine Geschichte des Lebens und somit ist das Buch von Thomas Böhm ein Füllhorn an Entdeckungen. Ein Leider gibt es, ein ganz kleines. Denn leider hat es der Leseschatz nicht in die Auswahl der Buchblogs geschafft, die durch den Buchblog-Award und die Originalität ihres Namens aufgefallen sind. Buchliebhaber sollten für so ein Buch dankbar sein. Ich bin es, denn es ist ein Buch, das mich erkennt. Es ist von Thomas Böhm herausgegeben worden, den wir persönlich kennenlernen durften und mit dem wir sogar zusammen vor der Kamera standen. Danke auch für die wunderbare persönliche Widmung im Buch. Das Wunderhorn des Lesens ist für länger mein Vademecum geworden.

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 J. M. Coetzee: „Der Pole“

Coetzees neues Werk spielt mit der Harmonielehre der Liebe. Im Mittelpunkt stehen zwei Menschen, denen es schwer fällt, die Gefühle zu benennen und somit, wie zwei Pole, sich anziehen und wiederum abstoßen. Der Titel deutet eine Doppeldeutigkeit an. Der Hauptcharakter ist ein gefragter Pianist aus Polen, dessen Namen für viele schwer auszusprechen ist und somit lediglich der Pole genannt wird. Pole steht aber auch für die Elektrizität und den Magnetismus. Somit spielt dieser Roman mit der Musiktheorie, der Erfassung der Akkordgestaltung und der Interpretation des Klangraumes und der menschlichen Harmonie im Verständnis der Liebe. Diese Suche nach dem Verständnis und der Sprache der Liebe wird gestützt durch Verweise auf  Chopin und Dante. Ein Roman mit großen Themen, der dennoch nicht überlagert ist und durch die Sprache und die knappen Szenen ein kurzweiliger Lesegenuß ist.

In Barcelona organisiert ein engagierter Kreis regelmäßig Konzerte. Witold, der Pole, ist ein siebzigjähriger Konzertpianist und ein bekannter Chopin-Interpret. Seine Interpretation ist umstritten. Sein Chopin ist nicht romantisch, sondern fast schon mathematisch, asketisch und trägt eher die Klangfarbe von Bach. Kurz bevor der Maestro in Barcelona eintrifft wird die Freundin von Beatriz krank. Die Freundin war es, die den Musikvirtuosen vorgeschlagen hatte und beide wollten sich um den Künstler während dessen Aufenthaltes kümmern. Beatriz ist mit einem Bankier verheiratet und beide trennen ihre Aufgabengebiete. Auch fehlt es in der Ehe an der damaligen Leidenschaft. Beatriz ist nun nach dem Konzert alleine die Gastgeberin und ist wenig von der Situation und dem Maestro begeistert. Sie mag sein musikalisches Verständnis nicht und seine Erscheinung wirkt auf sie gekünstelt und distanziert. Sie lässt die Musik dennoch auf sich wirken, denn Witold behauptet, er könne seine Leidenschaft eher durch die Musik wirken lassen als durch die Sprache. Der Abend gestaltet sich polarisierend. Denn Witold genießt die Gespräche mit Beatriz, die froh ist, die versteifte Pflichtveranstaltung hinter sich zu bringen.

Dass der Abend auf den Pianisten einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat und er weiterhin an Beatriz denken muss, zeigt eine E-Mail, die sie plötzlich erreicht. Er sei wegen ihr erneut in Spanien und möchte sie einladen. Auch würde er sich freuen, wenn sie ihn auf seiner Tournee begleiten würde. Sie lehnt ab, besucht ihn dennoch in der Musikschule, wo er kurz gastiert. Sie fühlt sich geschmeichelt und ist dennoch von seinen Avancen abgestoßen. Ein Urlaub, den sie mit ihren Mann macht, ermöglicht dann doch ein erneutes Treffen. Denn ihr Mann bleibt nur eine Woche in dem Ferienhaus und sie etwas länger. Der Maestro besucht sie dort. Seine altmodische und aus der Zeit gefallene Art ist es, die neben seinen Komplimenten die Gefühls- und Gedankenwelt von Beatriz durcheinander gebracht hat. Sie erinnere Witold an die Beatrice von Dante Alighieri und sie schenke ihm Frieden. Die Anspielung an Dante bezieht sich auf die wahre, aber auch unerreichbare Liebe. So ist es auch in der Beziehung zwischen Witold und Beatriz. Die Leidenschaft ist für beide schwer zu finden und wird die Liebe, gleich der Sprache, scheitern? Die wahre Hymne zeigt sich erst als Beatriz die Geschehnisse reflektiert und eine große Distanz entstanden ist.

Ein großes Werk voller Hingabe zur Sprache, die sich erfüllt, verstummt oder missverstanden wird. Die jeweilige Interpretation und die Betonung der Wortklänge sind wie Musik, die einen individuellen Raum erschafft. Ein eleganter Liebesroman, der die Disharmonien und die Harmonien des Zwischenmenschlichen erklingen lässt. Der Roman wurde aus dem Englischen von Reinhild Böhnke übersetzt.

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Marlen Schachinger: „Erkenntnis kommt in blauer Stunde“

Das Werk ist eine märchenhafte Parabel über Verlust und die Bedeutung von Kunst und der Interaktion. Diese Erzählung knüpft fort, was Michael Ende bereits geschrieben hatte. Phántasien ist in Gefahr und wir verwandeln uns in die grauen Herren aus dem Ende-Kosmos.

Lore ist ein Fabelwesen. Sie ist erst 393 Jahre jung und ist, was sie ist, Lore Güldenstern. Sie lebt im Stamm einer alten Korkenzieherhasel und die ganze Welt ist für sie ein Abenteuer. Sie empfindet die Welt durch die Hände und deren 770 Fühlknospen und sie genießt die Töne und Farben der Umwelt. Sie sammelt Klanglaute und Wörter. Begriffe, die erst das Gesehene und Erlebte kunstvoll erfassen und wiedergeben. Jeden Tag huscht Lore mit dem Wind durch die Welt, um nach Worten zu suchen. Doch in letzter Zeit werden es immer weniger Töne, die sie erhaschen kann. Die Menschen sprechen weniger, kommunizieren und interagieren kaum. Sie leben reduziert und zurückgezogen und erleben die Welt durch ihre Glasgaukler. So nennt Lore die Geräte, die den Menschen eine Verbindung mit der ganzen Welt versprechen, aber sie vereinsamen lassen. Auch haben die Menschen neuerdings Angst vor Kontakt und gesellige Treffen sind rar geworden. Dadurch verschwinden Buchstaben, Wörter und auch die Farben der Welt. Ein aschgrauer Staub liegt auf den Böden. Die Menschen schlafen mit offenen Augen. Waldohr, Lores Freundin, lebt in der Nacht und da Lore die Helligkeit und den Tag liebt, sehen die beiden sich in den Zwischenzeiten und in jener blauen Stunde kommt ihnen die Erkenntnis. Die Welt muss poetisiert werden und braucht Kunst. Die Kraft zum Leben wird gestärkt durch Musik, Literatur und das gemeinsame Erleben.

Ein kleines Werk zum Innehalten. Ein Aufruf für die Kunst und die Kraft des Miteinanders. Was bedeutet uns Kunst und welche Momente sind es, die uns Glück schenken?

Marlen Schachinger schreibt phantasievoll und mit einer märchenhaften Stimmung. Das Märchenhafte wird durch die Handlung real und verliert sich wieder im Raum der Fabeln durch die Wortkreationen und Klangspielereien. Wir lauschen Lore, werden, wie sie, zum Geschichtensammler. Diese Parabel berührt uns still und erinnert an die Warnungen, die bereits von Michael Ende ausgesprochen wurden. Ein kleiner Ritt auf einem neuen Glücksdrachen auf der Suche nach den Farbklängen der Welt. Der Text wird durch Illustrationen ergänzt, die ebenfalls mit Farben und Wortbildern spielen. 

Es geht darum, sich wieder berühren zu lassen durch Worte, Klänge, Bilder oder durch Menschlichkeit. Wahrhaftiges und Tiefgründiges zu finden und sich die Zeit zu nehmen, sich ganz darauf einzulassen.

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Anna Sanner: „Wie man in Japan Ninja wird“

Ein Erfahrungsbericht eines ungewöhnlichen Weges. Da dies kein Roman ist, sondern eine wahre Geschichte, die die Autorin erlebt hat, erfährt man auf kluge und unterhaltsame Weise ganz viel über Japan. Der Titel verrät, welchen Weg Anna Sanner zufällig eingeschlagen hatte und nun, Jahre später, davon in ihrem Buch erzählt. Die Autorin liebt Japan und war als Englischlehrerin in einer Sprachschule in Osaka tätig. Die dortige Arbeit erfüllte sie nicht und in Iga las sie eine Anzeige, die ihr Leben verändern würde. Die Stadt Iga in der Präfektur Mie gilt als Heimatstadt der sagenumwobenen Schattenkrieger Japans.

Anna Sanner ist sprachbegeistert und neugierig auf die Welt und die verschiedenen Kulturen. Sie wuchs in Hannover auf und entdeckte das Zen und später die Kampfkunst. Sie besitzt den schwarzen Gürtel in Karate und seit ihrer Kindheit fühlt sie sich zu Japan hingezogen. In Iga verbinden sich zwei Wege, die ihren Weg beschreiben. Neben den Ninjas war die Stadt der Geburtsort von Matsuo Basho, dem Poeten, der durch die japanische Haiku-Dichtung weltweit bekannt geworden ist. Somit betritt Anna Sanner in Iga einen Doppelweg der Schreib- und Kampfkunst, dem sie bis heute folgt.

Mit Freunden besucht sie an einem freien Tag die Ninja-Stadt und im Museum über die Schattenkrieger schaut sie sich eine Show an. Ninjas sind besonders ausgebildete Kämpfer, die eine andere Ausbildung als die Samurais erfahren. In dem Ninja-Dorf leben ausgebildete Ninjas, die aber lediglich als Show-Kämpfer tätig sind und für Filmproduktionen (z.B. „Der letzte Samurai“) angefragt werden. Das heutige Bild der Ninjas ist diesem Showgeschäft entsprungen. Früher waren sie nicht als solche zu erkennen. Sie agierten unerkannt und meist als einfache Bauern getarnt. Bei dem Museumsbesuch sieht Anna einen Aushang: „Ninja gesucht“. Für sie ein Wink des Schicksals und sie bewirbt sich für die Ausbildung. Da sie viele Sprachen spricht und in Karate ausgebildet ist, nimmt sie der Meister an. Als Frau und dann auch noch als Gaijin (nicht Japaner) betritt sie eine Welt voller Verhaltenskodexe, Regeln und erkennt, dass, je tiefer sie eintaucht, das Ziel immer nebeliger wird und der Weg dorthin sehr verschlungen verläuft. Anna Sanner geht den Weg einer Kunoichi, so heißen weibliche Ninjas. Begleitet wird sie von ihrem Meister, seinen Söhnen und den anderen Bewohnern des Ninja-Dorfes. Sie beginnt die Ausbildung mit Putzen, besonders Fegen, dem Kartenverkauf und Publikumsbegrüßung. Nebenbei beobachtet sie die Schattenkämpfer und übt deren Abläufe, Bewegungen und zweifelt an ihren Fähigkeiten. Mal wird sie vom Meister gelobt, oft aber auch getadelt. Sie muss lernen, für sich einzustehen, die Lehreinheiten einzufordern und nicht zu sehr an sich zu zweifeln. Doch ist es ihr Weg? Kann Sie eine Kunoichi werden? Erreicht sie das Ziel ihrer Träume?

Mit ihr tauchen wir ein in das Herz des Landes, der Menschen und den althergebrachten Traditionen. Ein spannender und lehrreicher Bericht einer ungewöhnlichen Reise. Die verschlungenen Pfade der kulturellen Ausbildung und die Herzenssehnsucht können durch den ehrlichen und humorvollen Text gut nachempfunden werden. Als Leser taucht man durch das gut zu lesende Buch ein in die althergebrachte und die moderne Seele Japans. Das Abenteuer wird ergänzt durch genaue Beobachtungen und einer Fülle an Wissen über Kultur, Philosophie und durch ganz viel Menschlichkeit. Eine lohnenswerte Lesereise.

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Danilo Pockrandt: „Daliegen wie eine Falltür“

Der Moment des Aufwachens. Alles ist noch im Zwischenraum, das Kommende und das Verlassene. Das Land der Träume und die sich androhende Realität begrenzen sich freundschaftlich. Es ist der Dämmerzustand, der dem Raum immer mehr Tiefe verleiht und mit dem Sonnenlicht das Dunkel und das Grau den Farben immer mehr Platz einräumen muss. Das Liegenbleiben und das ungläubige Blinzeln lassen spaltbreit die Umgebung, das Wahre und das Reale mit Stakkato-Blicken zu. Dennoch ist im Liegenden eine Falltür, durch die wir zurückfallen in die Phantasie oder in den noch nicht gefestigten Raum der Welt.

Danilo Pockrandt hat eine Kurzprosa im WhatsApp-Stil gewählt. Tatsächlich hat es auch mit solchen Nachrichten an eine Freundin angefangen und sich durch Screenshots in den sozialen Netzwerken verselbständigt. Dieses Archiv an Fundstücken bildet die Vorlage für das Buch. Die Mini-Texte gehen auf Sätze, auf gerade Erlebtes oder auf allgemeine Beobachtungen ein.

Im Zwielicht des morgendlichen Aufwachens beginnen die Betrachtungen und spannen einen Bogen zu einer Detailaufnahme der Welt. Mit ganz viel Witz und anekdotenhaftem Schalk werden dabei Filmsequenzen, das eigene Sprechen, Fragmente aus Geträumtem, Tiere oder das eigene Knie betrachtet. Die Literatur braucht, ahnt zumindest Danilo Pockrandt, der Wirklichkeit nichts hinzufügen. Es ist die menschliche Wahrnehmung, die im persönlichen Mittelpunkt steht. Auch die Gestaltung des Buches wirkt bereits Falltürengleich. Was sieht man? Was fängt den Blick ein?

Es ist ein kurzweiliger Text, der chronologisch gelesen einen ganzen Prozess umspannt und dann einlädt zu einem erneuten Blättern. Dabei kann gelacht, geschmunzelt oder einfach empfunden werden. Für Menschen, die Bücher mögen, aber meinen, keine Zeit zum Lesen zu finden. Dieses Buch ist dann ein wahrer Begleiter. Es ist kein Roman, es ist keine Lyrik, es ist etwas dazwischen und dämmert im Zwielicht und wartet, dass noch mehr Leser durch die gestellte Falltür stürzen und ganz viel Spaß und Freude am Lesen finden werden.

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