Gaea Schoeters und Gerda Dendooven: „Nichts, wirklich nichts?“

Ein bunter, kluger, philosophischer und wunderschöner Leseschatz. Über alles, beziehungsweise über nichts. Denn irgendwas ist immer. Dieses Was und das Nichts bilden zusammen alles, was es gibt. Dies finden die beiden Helden im Bilderbuch schnell heraus, doch wo ist dieses Nichts? Und was ist es?

Gaea Schoeters und Gerda Dendooven haben eine wunderbares Buch gemacht. Gerda Dendooven hat Bilder erschaffen, die kunstvoll, bunt und lebensfroh sind. Der Text stammt von der flämischen Autorin, die für ihren viel beachteten Roman „Trophäe“ bekannter geworden ist. Ihr gemeinsames Werk ist ein tiefgründiger Lesespaß, der alle Sinnfragen durchläuft, alles würde zum Beispiel Beckett sie gemalt und Rothko sie lyrisch beschrieben haben. Es ist ein Kinderbuch ab 5 Jahren und doch wird es die ganze Familie begeistern. Denn die Helden landen zum Beispiel in einem Gemälde, das ja auch aus dem Nichts entstanden ist. Aber gab es das Nichts vor dem Punkt oder Strich, der zum Bild wurde? Die Helden sind ein Hund und eine Katze und es beginnt mit einem Spiel aus einer Laune heraus. Aus dem Nichts sozusagen sagt der Hund, die Katze solle ihm etwas erzählen. Doch der Katze fällt nichts ein. Aber irgendwas muss sie doch wissen. Aber sie beharrt darauf, sie wüsste nichts und eine Stille breitet sich aus. Dann versuchen sie an Nichts zu denken. Aber jetzt wird es noch verrückter, denn wie soll das gehen? Nicht ans Spielen, an Mäuse oder an das gestreichelt werden denken? Denn sobald man über das Nichts nachdenkt ist da etwas. Meistens man selbst und alles dreht sich. Aber dann denken Sie beide, das Nichts wertvoll ist, denn das Nichts gehört allen und je mehr man hat, desto reicher wird man wohl sein. Aber ist das Nichts denn nicht auch etwas langweilig? Aber das Warten auf etwas ist wiederum schön. Warten auf das Kommende, aber das Kommende kann bedrohlich oder auch toll sein. Woher soll man das wissen? Während Hund und Katze nachdenken, verändern sich die Himmelsfarben und das Suchen im Irgendwo nach dem Nichts wird bunter, heller und aufklärender. Es ist sinnlos, den Dingen zuvorkommen zu wollen und das was aus dem Nichts hinauskommt, wo immer dieses Nichts liegt, kann eine wunderbare Überraschung sein, wie dieses Wunderwerk.

Die Bilder und der Text laden zum immer wieder neu bestaunen an. Wir staunen, brummen und verlaufen uns mit Hund und Katze gerne im Nichts, um das Gegenteil zu werden, denn nichts kann unsere Phantasie rauben, denn immer ist da etwas, auch wenn da nichts ist, ist da etwas  …

Kinder und Erwachsene sollten diese Reise zum Nichts machen und sich daran erfreuen. Das ganze Buch ist ein Kunstwerk und wurde aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm übersetzt.

Zum Buch in unserem Onlineshop

Weitere Lesetipps von mir und tolle Gäste auf YouTube: Leseschatz-TV

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes

Hinterlasse einen Kommentar