Éric Vuillard: „14. Juli“

Eric Vuillard 14. Juli Matthes & Seitz

Éric Vuillard beleuchtet in seiner Literatur stets Momente der Geschichte. Mit dem Roman „14. Juli“ schildert er die Geburtsstunde der Französischen Revolution. Ein Text, der komprimiert die Revolution erlebbar macht. Man überblickt zügig das ganze Geschehen, das in Frankreich seinen Anfang nahm und die ganze Welt beeinflusste. Das beeindruckende Buch, das von Nicola Denis übersetzt wurde, gibt jenen Menschen einen Namen, ein Gesicht, die dabei waren, die für ihre Freiheit und Gleichberechtigung gekämpft haben. Aus vielen einzelnen und persönlichen Perspektiven schildert Éric Vuillard den Beginn der Unruhen, die Plünderungen und die Erstürmung der Bastille. Es sind Menschen, die hungern und aufgebracht sind. Es ist eine sommerliche Hitze, die die Gemüter immer weiter aufkochen lässt. Die Menschen kommen auf die Straßen und werden immer mehr. Es wird eine Menge, die sich mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln bewaffnet. Was ist eine Menge, was kann sie bewirken und wie wird daraus ein Volk? Mit wenigen Worten wird das Geschehen im Jahr 1789 sehr temporeich geschildert. Eine Sprache, die literarisch ist. Ein Inhalt, der geschichtsversessen ist und den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Die Legitimation des Absolutismus ist im König verkörpert. Es ist Ludwig XVI. Doch leider ist dieser König nicht der hellste Kopf. Seine Gattin, Marie-Antoinette, war bei seinen Staatsgeschäften involviert. Als Hungerrevolutionen in Paris ausbrachen, reagierten die Menschen auf die herrschende Klasse verbittert, da diese sie durch ihre Aussagen und Taten verhöhnten. Dabei war es diese Klasse und deren Lebensstil, die den König zwang, den Staatsbankrott zu verkünden. Es schossen daraufhin diverse Vereinigungen und Redner aus dem Boden, die den Weg zur Revolution ebneten. Die ersten Unruhen wurden sehr blutig und es gab überall viel Elend und Gewalt. Eines Nachts versammelten sich erste Gruppen auf den Straßen. Waffenarsenale und die Theaterrequisiten wurden geplündert. Aus falschen Speeren wurden echte Schlagstöcke. „Die Realität plündert die Fiktion. Alles wurde wirklich.“ Die Kirchenglocken in Paris schlugen Alarm, doch es war zu spät, die aufgebrachte Menge erstürmte die verhasste Festung…

Es sind die Menschen, die durch ihre Einzelschicksale diesen Moment beleben.  Ein literarisches Werk, das ein geschichtliches Ereignis erlebbar macht. Freiheit, Gleichheit und Brüderlich-, d.h. Geschwisterlichkeit wird im Panorama dieser Erzählung verdeutlicht. Freiheit bedeutet auch Gleichheit aller Menschen. Ein Buch, das begeistert, lehrreich ist und die Zeit in den Mittelpunkt stellt, die Europa für immer verändert hat.

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2 Antworten zu “Éric Vuillard: „14. Juli“

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