Cay Rademacher: „Ein letzter Sommer in Méjean“

Cay Rademacher Ein letzter Sommer in Méjean DuMont

Wohl der Sommerkrimi des Jahres 2019. Cay Rademacher hat mit „Ein letzter Sommer in Méjean“ seinen ersten Roman außerhalb seiner üblichen Krimireihen geschrieben. Der Autor lebt in Frankreich und hat eine Menge französischen Sommer in den Text scheinen lassen. Aber die traumhafte Kulisse ist trügerisch, denn Geheimnisse verdunkeln die provenzalische Sonne für die Protagonisten.

Die Handlung spielt 2014 und die Freunde einer damaligen Schülerclique aus Deutschland erhalten Briefe von einem anonymen Absender. Damals vor dreißig Jahren verbrachten sechs Freunde nach dem bestandenen Abitur einen gemeinsamen Urlaub in dem idyllischen Fischerdorf Méjean. Es sollte ihr letzter gemeinsamer Ausflug bleiben, denn einer der Jungs wird am Strand brutal erschlagen aufgefunden. Er wollte schwimmen gehen, sich abkühlen und dann zeichnen. Aber er ist nie lebendig zurückgekommen und seitdem ist sein Rucksack verschwunden. In der Dorfgemeinschaft und unter den Freuden breitet sich Misstrauen, Angst und Hass aus. Doch der Fall bleibt bis zur Gegenwart ungelöst…

Dreißig Jahre später erhalten die fünf Übrigen aus der Clique jeweils einen Brief, der andeutet, dass, wenn sie nun erneut in das Ferienhaus kommen, der Mörder endlich gestellt werden kann. Da alle irgendwie eine dunklere Vergangenheit haben und von Schuldgefühlen geplagt werden, reisen sie kurzentschlossen nach Südfrankreich. Auch Commissaire Renard aus Marseille reist an, denn die Polizei hat ebenfalls ein Schreiben erhalten. Renard ist abkömmlich und reist schwer erkrankt in das Dorf, um die Deutschen erneut zu der Tatnacht zu befragen. Auch in der Dorfgemeinschaft gibt es Verdächtige. Der Fischer, der damals mit einer der Urlauberinnen geflirtet haben soll und somit seine zukünftige Frau in die Eifersucht getrieben hat. Die Nachbarn des Ferienhauses und deren Tochter, die freundlich wirken, aber auch mit einer wachsamen und misstrauischen Distanz die damalige Gruppe erneut begrüßen.

Auch innerhalb der Gruppe der damaligen Freunde gibt es Ungereimtheiten und bisher unausgesprochene Geheimnisse. War der Mord an Michael ein zufälliger Raubmord oder ein Akt der Rache? Warum wurde mehrfach auf ihn eingeschlagen? Wer ist der anonyme Absender der Briefe, der unter dem Namen des Toten, das Ferienhaus angemietet hat?

Ganz langsam erschließen sich lange verheimlichte seelische Abgründe und die Idylle des malerischen Fischerdorfes verdunkelt sich zunehmend.

Der Roman baut sofort eine enorme Spannung auf und lebt vom französischen Setting, das in sich ein fieses Geheimnis verbirgt.

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