Rainer Moritz: „Als wär das Leben so“

Rainer Moritz, ein Mann des Buches, hat einen sehr herzlichen Roman geschrieben. Er handelt von einer Frau, die ihren Weg geht und nicht auf Karriere oder Ehe fixiert ist. Anspruchsvolle Liebes- oder Lebenspläne macht sie erst gar nicht. Sie scheut den sentimentalen Rückblick und vermeidet stets die Wehmut. Sie will ein selbstbestimmtes Leben führen, ohne dabei viel zu verlangen. Sie ist bescheiden und wirkt in sich ruhend und mit ihren eigenen Lebensbestimmungen glücklich. Doch ist sie dies wirklich?

Rainer Moritz hat eine Frau ins Leben geschrieben, die auf ihrem Weg zur Freiheit direkt in das Herz des Lesers wandert.

Der kleine Roman beinhaltet ein ganzes Leben und ist voll von erlebten Momenten. Lisa schreibt einen Brief an ihre Eltern. Sie möchte sich erklären, möchte etwas Wichtiges mitteilen. Will sie sogar einen Abschied formulieren? Dies fällt ihr schwer, möchte sie doch nicht zu sentimental klingen. Daher wirft sie jeden neuen Schreibversuch weg. Diese werden in Folge stets ab und zu zwischen die Kapitel eingeschoben. Denn beim Schreiben kommen ihr die Erinnerungen. Sie wächst in einem kleinen Dorf an der Schlei auf. Sie wird die Schlei immer lieben und die Verbindung zu ihrem Elternhaus stets halten. Sie benötigt immer Gewässer ums sich. Wasser als Meer oder eben als Fluss. Lisa ist eine gute, aber stille Schülerin und kommt auf das Gymnasium. Jungs gibt es in ihrem Umfeld, doch sind ihr diese nicht sehr wichtig. Küssen müssen sie können und sie so akzeptieren wie sie ist. Diesem Credo folgt sie in Folge. Nach der Schule wird sie Buchhändlerin, weil sie die Literatur und das Lesen liebt. Ihr Lesegeschmack und ihre charmante Art lassen sie zu einer guten Verkäuferin werden. Doch strebt sie keine Karriere an. Auch das Liebesleben ist eine reine und selten andauernde Begleiterscheinung. Sie reist lieber mit ihrer Freundin und wenn sie mit einem Liebhaber mal auf die Reise gegangen war, endete es durch einen Unfall sogar in einem Krankenhaus.

Später arbeitet sie bei einem Hamburger Zeitungsverlag im Vertrieb. Die Arbeit ist gut und sie macht diese gerne. Dennoch ist es nicht ihr Lebensmittelpunkt. Denn kaum zuhause und bei ihrem Kater, der auf den Hundenamen Bello hört, vergisst die den Alltag und ist ganz bei sich. Irgendwann ist dann doch ein Mann an ihrer Seite, der Verheiratete. Er ist für wenige, geplante Momente bei ihr. Aber nie ganz. Doch scheint Lisa mit ihrem Leben glücklich zu sei, bis ihr das Schicksal das Ruder aus der Hand nimmt.

Der Reiz des charmanten Textes ist die Figur Lisa. Durch ihre Beharrlichkeit und ihre doch bescheidenen Lebenswünschen hat man sie sofort gern. Eine Frau, die alleine lebt, ohne jemals einsam zu sein. Prof. Dr. Rainer Moritz hat erneut für eine sehr positive Überraschung gesorgt. Auch versteht er es toll, seine Leidenschaften einfließen zu lassen: Literatur, Musik, Frankreich und allgemein das Reisen und gutes Essen. Ein rundum schönes Leseerlebnis.

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Weitere Lesetipps von mir auch auf YouTube: Leseschatz-TV

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