Markus Orths: „Alpha & Omega“

Alpha & Omega

 „Neue Bücher führen zu alten Einsichten…“

Wo soll man anfangen… Wo ist der Anfang …Wo das Ende? „Alpha & Omega“. Ein schriller Roman voller durchgedrehter Ideen. Ein umfangreiches Buch, das spannend zu lesen ist und auf jeder Seite kann man etwas kleines Lustiges finden oder einen bombastischen Kalauer. Ein Reigen voller sonderbarer Charaktere mit irren Wendungen.

„Wenn es endlich ist, muss es einen Anfang gehabt haben, und es muss definitiv auch ein Ende haben. Hat es einen Anfang gehabt, stellt sich die Frage, was war denn vor dem Anfang?    …  Wenn unser Universum unendlich ist, muss es auch alle unendlichen Möglich- und Wirklichkeiten geben, sprich, alles, was sein könnte, muss auch sein. Das wiederum bedeutet, dass es nicht nur ein einziges Universum geben kann, sondern das es alle denkbaren und undenkbaren, alle wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen, alle möglichen und alle absolut unmöglichen Universen geben muss.“

Die Geschichte wird von Elias Zimmermann aus dem Jahr 2525 erzählt. Ein Quadruppel. Wie in der Zukunft üblich, hat er vier Gehirnviertel und nicht, wie wir antiken Barbaren nur zwei Gehirnhälften. Er ist dadurch in der Lage Gedanken zu hören und hat ein viel höheres Kombinationstalent. Er würde für das vorliegende Buch lediglich eine halbe Stunde benötigen. Doch war dies für mich mit nur zwei Gehirnhälften nicht möglich und das Buch hat seine Lesezeit gefordert. Dies wissend hat die Figur, der Erzähler, auch versucht, die Geschichte so übersichtlich zu strukturieren, daß auch wir Zwei-Gehirnhälfter  sie verstehen können. Es geht um die Frage warum nun die Welt im Jahr 2021 beinahe untergehen wird, d.h. untergegangen wäre – alles nur eine Frage der Perspektive. Die Rettung der Erde verdanken wir, d.h. werden wir einem mysteriösen und rätselhaften Mädchen und ihrem im wahrsten Sinne hohlen Hund verdanken.

Markus Orths hat einen Wälzer vorgelegt, der ausschweifend und oft sehr klug erzählt ist. Oft kalauernd, stets lautmalerisch wandelt er zwischen Endzeit-, Apokalypse-, Science-Fiction und Abenteuer-, Entwicklungs-Roman. „Alpha & Omega“ ist ein grotesker Zukunftsroman.

Die Protagonistin Omega liegt plötzlich mit im Krankenhaus als Alpha geboren wird. Niemand hat mitbekommen, woher sie kam. Sie ist schwarz und gänzlich unbehaart. Im Gegensatz zu Ihrem späteren Bruder Alpha schreit sie, bis Kolja sie auf den Arm nimmt. So kommt das Mädchen zu ihrer Adoptivfamilie. Es sind die Esoterikerin Birte, der stille Müllmann Kolja, der spielsüchtige Großvater Gusto und ihr Bruder Alpha, der später Informatiker werden möchte.

Später im Laufe der Geschichte ist es auf einmal da: Ein schwarzes Loch in Nevada. Von Physikern erschaffen. Ein Unding, das Tote fordert und die Erde Stück für Stück verschlingt.

Und jetzt? Vielleicht kann Omega Zacharias die Erde retten. Immerhin ist sie der erste Mensch mit drei Hirndritteln und verfügt über spektakuläre telekinetische Fähigkeiten. Obwohl sie doch lieber über den Laufsteg gehen, d.h. schweben würde. Zum Glück schaut sie alle Staffeln „Germanys Next Top Model“. Heidi Klum prägt sie darauf für alles zu kämpfen und Wolfgang Joop animiert sie unwissend zu ihren schlummernden Fähigkeiten: Sie kann schweben und schweben lassen…

„…aber ein weiser Mann schrieb mal: „Wenn wir alles für gesichert und real halten, enden wir in tödlicher Langeweile an uns selbst und der Welt.“

„Aha“, murmelte Omega. „Und wer war das?“

„Mein geliebter Carlos Castaneda.“

Wie Omega dann letztendlich die Welt rettet lohnt sich wirklich zu lesen. Ihr zur Seite stehen skurrile Typen, die den Roman recht bunt beleben. Der reichste Mann der Welt, ein Performance Künstler mit der Spezialisierung auf Buh-Rufe, ein Neuro-Wissenschaftler und eine Teilchenphysikerin. Ebenso ein homosexueller buddhistischer Mönch.

Ein Buch voller Bombast: Eine Zeitreise, ein Flugzeugabsturz und graue und schwarze Löcher…

Wer kein Buchfreund ist, kann ja auf die Verfilmung warten… Wenn dies Werk verfilmt würde, könnte es, so auch im Text, bestimmt nur James Cameron und es würde bestimmt ein Special-Effect -Blockbuster werden.

Aber eventuell kommt alles doch ganz anders, denn was weiß ich schon mit meinen kleinen zwei Hirnhälften…

„Demnach ist das Nichts gleich dem Alles. N=A“

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Markus Orths: „Alpha & Omega“

  1. Klingt sehr interessant, danke für die schöne Besprechung, aber irgendwie auch sehr … puh, schwierig bis kompliziert. Mein Interesse ist aber erst mal geweckt und ich werde definitiv bei meinem nächsten Buchhandelsbesuch reinlesen!

    • Danke für den netten Kommentar! Ich fand das Buch nicht kompliziert. Es macht einfach Spaß und ist irgendwie schön bunt und richtig abgefahren… Viel Freude beim Entdecken!

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