Aharon Appelfeld: „Ein Mädchen nicht von dieser Welt“

Rowohlt Berlin Ein Mädchen nicht von dieser Welt

Der neue Roman von Aharon Appelfeld „Ein Mädchen nicht von dieser Welt“ liest sich fast schon wie ein Märchen gegen dunkle Stunden.
Wiedermal sind es Menschen in seinem Roman, die sich im Wald vor den Nazis verstecken. Gleich seinem vorherigen Werk. Neben den märchenhaften Illusionen und religiösen Hoffnungen birgt das dünne Büchlein wohl viel Wahrheit und Erlebtes.
Der Autor Appelfeld wurde 1932 in Czernowitz geboren. Im Krieg überlebte er das Ghetto sowie das Lager. Er versteckte sich als Junge in den ukrainischen Wäldern, überlebte dann als Küchenjunge der Roten Armee und kam 1946 nach Palästina.

In dem Roman „Ein Mädchen nicht von dieser Welt“ erzählt er von zwei jüdischen neunjährigen Jungs, die von Ihren Müttern im Wald versteckt werden, um sie vor der Verfolgung der Nazis zu schützen.
Adam, der tatkräftige und traditionell erzogene Junge, wird von seiner Mutter aus dem Ghetto in den Wald gebracht. Er kennt den Wald und alles was darin ist, seine Eltern haben ihm viel beigebracht. Die Mutter lässt ihn allein, denn sie möchte auch die Großeltern in Sicherheit bringen, bevor die Deportationszüge kommen.
Im Wald trifft er auf Thomas, einen sehr klugen und belesenen Jungen, den er auch schon von der Schule kennt. Sie waren eigentlich keine guten Freunde, doch nun müssen sie lernen, sich im Wald zurecht zu finden. Ihre Mütter wollten gegen Abend wieder kommen. Doch als es immer später wird, beschließen die Kinder sich ein Nest oben in einer Baumkrone als Schutz zu bauen.

Auch in den folgenden Tagen kommen ihre Eltern nicht, und da die mitgegebenen Brote bald aufgebraucht sind, sammeln sie wilde Früchte und Wasser.
Doch der Schrecken des Krieges ist nicht weit entfernt. Nachts flüchten Menschen durch den Wald, sie hören Schüsse und einmal begegnen sie auch einem Verwundeten, dem sie versuchen zu helfen. Sie bauen ihr Nest immer tiefer im Wald, in dem sie sich sicher fühlen. Sie müssen lernen, dass sie nur gemeinsam überleben können.
Doch bekommen sie Hilfe von einem kleinen Mädchen, Mina, das sie auch von der Schule kennen. Sie ignoriert die Jungs, aber versorgt sie heimlich. Mina scheint als Magd ausgebeutet zu werden, wenn nicht sogar misshandelt. Als die Rote Armee immer näher rückt, werden die Nächte im Wald kälter und auch Mina gerät in große Gefahr…

Ein Roman über Freundschaft und Hilfe in großer Not. Ein außergewöhnlicher Text über das Überleben in der Natur. Er zeigt uns den menschlichen Zusammenhalt und eine tiefe Freundschaft und sehr großen Mut.

Das Buch wurde aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler übersetzt. Der Roman ist in einer schönen, leicht zu lesenden Sprache geschrieben. Ein einzigartiges Büchlein.

Zum Buch

2 Kommentare

Eingeordnet unter Erlesenes

2 Antworten zu “Aharon Appelfeld: „Ein Mädchen nicht von dieser Welt“

  1. Haha…ein Buch für mich!?!?
    Wunderschönes Cover!

  2. Pingback: Zeruya Shalev: “Schmerz” | leseschatz

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