Marie Darrieussecq: „Hiersein ist herrlich“

Das Leben der Paula Modersohn-Becker

Marie Darrieussecq Hiersein ist herrlich Das Leben der Paula Modersohn-Becker Secession

Ein Kunstbuch, das wie ein Mosaik ein Bild um eine der bedeutendsten Künstlerinnen des Expressionismus aufbaut. Marie Darrieussecq hat eine andere Art der Biographie geschrieben. Es ist ein Sammelsurium an Texten, Bildern und Beobachtungen. Auch werden das feministische Bild und der stete Wunsch nach Ausdruckskraft beleuchtet. Warum hat Paula fast nur in Deutschland einen Bekanntheitsgrad? Liegt es daran, dass ihre Schaffensperiode kurz war?  Weil ihr Werk als unvollendet gilt? Liegt es womöglich auch daran, dass sie eine Frau war? Nicht nur diesen Fragen spürt Marie Darrieussecq nach. Sie liest und sichtet Tagebücher, Briefe und natürlich die Gemälde. Dabei vertieft sie sich auch in die Werke der Wegbegleiter von Paula Modersohn-Becker. Beim Studieren dieser originalen Texte und Werke ergeben sich stets Lücken. Leerstellen von Begebenheiten, Zeiten oder Erlebnissen, die nicht festgehalten wurden. Es gibt neben den Überschneidungen der Werke auch jeweils andere Sichtweisen der Weggefährten. Daher war es Marie Darrieussecq wichtig, nicht zu spekulieren. Sie lässt die Quellen sprechen und kommt der Künstlerin somit sehr nah. Marie Darrieussecq hat sich auch in Worpswede umgesehen und webt diese Beobachtungen mit hinein in diese Biographie. Vor ihrem geistigen Auge erscheint Paula bei ihren Bildern. Durch dieses Büchlein, sehen nun auch wir sie.

Der Titel ist ein Rilke-Zitat, denn in dem Leben von Paula Modersohn-Becker spielten auch stets intelligente Männer und Künstler eine  Rolle. Rilke war in sie verliebt, heiratete dann aber Paulas beste Freundin Clara Westhoff. Dieses Künstlerinnenbuch belebt vorrangig, was es bedeutet Frau und Künstlerin zu sein. Paula Becker, später Modersohn-Becker, hatte nur eins im Sinn: Malen. Sie zog in die Künstlerkolonie Worpswede und wurde zu einer der prägendsten Frauen dieser Epoche und des Expressionismus. Sie lernte in Worpswede und Paris und heiratete den Landschaftsmaler Otto Modersohn. Sie fand ihren eigenen kunstreichen Stil. Ihr bekanntestes Werk ist ihr Selbstporträt während ihrer Schwangerschaft. Niemals zuvor hat sich eine Künstlerin nackt porträtiert. In den wenigen Jahren, in denen sie künstlerisch tätig war, schuf sie zahlreiche Werke, die die Perspektiven jener Kunst des frühen 20. Jahrhunderts beinhalteten.

Das Buch besteht aus kurzen Textabschnitten und zitiert dabei aus unterschiedlichen Quellen. Die Autorin will sehen, was Paula Modersohn-Becker gesehen hat und formuliert dies in diesem kleinen literarischen Kunstwerk, das klug und packend zu lesen ist. Das Buch wurde aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky und Frank Heibert übersetzt.

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