John Ironmonger: „Das Jahr des Dugong – Eine Geschichte für unsere Zeit“

Der Autor von „Der Wal und das Ende der Welt“, John Ironmonger, hat einen neuen, kleinen Roman herausgebracht. Die Geschichte für unsere Zeit, so auch der Untertitel,  ist fast schon simpel zu nennen, aber es geht um den Inhalt. Ein Roman für alle, die es bisher noch nicht ganz verstanden haben und Veränderungen verlangen, aber gerne vorerst auf andere verweisen. Es geht um einen Mann, der stellvertretend für unser ökologisches Handeln von einer zukünftigen Generation angeklagt wird.

Toby Markham angesehener Broker steht mitten im Leben. Er arbeitet gerne und viel, genießt aber auch seinen Wohlstand und das Leben. Eine seiner Leidenschaften ist das Fotografieren von Tieren in freier Wildbahn. Bei der Ideensuche für neue Konzepte seines Unternehmens und der Anleger ist er vorrangig daran interessiert, den finanziellen Motor für alle anzutreiben. In seinem Leben wird er von zwei Lawinen mitgerissen und beide Male geht es um Leben und Tod.

Bei einem Skiurlaub kommt es zu einem Unfall und er erwacht in einer ihm fremden Umgebung. Er wird medizinisch versorgt und er meint, sich in einem Krankenhaus zu befinden. Die Menschen, die mit ihm in seiner Sprache sprechen tragen Nachnamen, die an Tierarten erinnern. Die ganze Welt ist eine völlig andere, als er sie kennt. Denn dank einer Technologie konnte sein Körper konserviert werden und er ist der einzige, der wieder zum Leben erweckt werden konnte.

Die Menschen, die mit ihm reden, sind aber keine Ärzte, sondern Wärter, Anwälte und Richter. Er befindet sich nicht, wie gedacht, in einer Klink, sondern in einem Gefängnis. Wie er in Folge erfährt, ist es das Jahr der freundlichen Seekuh, das Jahr des Dugong. Er soll sich als ein Mensch aus unserer Gegenwart für unser Handeln rechtfertigen, das zu der Umweltkatastrophe geführt hat. Toby Markham steht nun stellvertretend für uns alle und wir können uns die Welt nicht schön reden, denn wir wissen, dass ein neues Verständnis und Handeln nötig sind. Toby Markham reagiert menschlich. Denn warum soll er alleine für den Zustand der zukünftigen Welt verantwortlich gemacht werden? Sind es nicht die großen Industrienationen und zum Beispiel die Politiker, die die großen Veränderungen bewirken können? Das persönliche Handeln wird meist als zu unwichtig im Gesamtbild betrachtet. Das individuelle Handeln kann keine großen Auswirkungen haben und man empfindet sich persönlich als unschuldig.

Man kann nicht alleine eine ganze Welt verändern. Man kann nur sich verändern und somit wiederum die ganze Welt. Das Buch liest sich einfach und schnell. Der Spannungsbogen ist mit der angedrohten langsamen Todesstrafe gesetzt und man sitzt mit dem Protagonisten auf der Anklagebank. Der Roman ist auch für junge Leser geeignet. Somit kann dieses Buch Anregung sein und bereits beim Kauf kann man sein Verhalten überprüfen. Der Kauf des Buches im Buchhandel verursacht weniger Verpackungsmüll und CO2-Ausstoß, als wenn der Titel online bestellt und einzeln verpackt individuell angeliefert wird. Ein bewusstes Handeln führt bereits zu einer Verbesserung. Übersetzt wurde das Buch aus dem Englischen von Tobias Schnettler.

Zum Buch in unserem Onlineshop

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