Robert Schneider: „Buch ohne Bedeutung“

Nach vielen Jahren gibt es endlich wieder etwas von Robert Schneider („Schlafes Bruder“) zu lesen. In der ersten Geschichte erahnt man, was ihn die Zeit über umtrieb. Es sind stets eineinhalb Seiten, die uns auf das wesentliche blicken lassen. Wir erlesen das Einfache, das Besondere und das, was unser Leben ausmacht. Mit den kurzen Texten erfassen wir das vermeintlich Bedeutungslose, um das Bedeutungsvolle, zum Beispiel den Himmel, erkennen zu können. Mit diesem Werk verfolgt man unter anderem Adorno lesende Einkaufswagen oder einen Obdachlosen, der einem frechen Jungen den Himmel aus einem Gully heraus zeigt.

Die Kurzprosa ist wandelbar und berührt, regt an oder lässt einen innehalten. Mit einer Leichtigkeit wird hier Pathos, Gefühl und Zartheit lebendig und verliert niemals den Bezug zur schönen und großartigen Literatur.

Viele Texte kehren sich am Ende um und verblüffen. Andere belegen die Wandelbarkeit des Lebens oder die übersehenen Hauptmerkmale des Alltäglichen. Das Buch ohne Bedeutung ist somit ein Werk voller Bedeutsamkeit. Eine kluge, witzige und anregende Textsammlung. Das Schlichte wird hier bewusst gezeigt, um darin das Große zu offenbaren. Ein kleiner, feiner Leseschatz. 

Zum Buch in unserem Onlineshop

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