Arne Rautenberg: „19 Türen“

Unser Wohnraum hat einige Türen, die als zimmertrennende Portale eingesetzt sind. Erweitern wir diese Räumlichkeiten durch die Kraft der Imagination, werden es immer mehr Türen und Arne Rautenberg hat diese für sich bestimmt, entworfen, reduziert und durchgängig gestaltet. Durch sein kreatives Denken und Schreiben verlassen wir mit ihm das Gewöhnliche und erkunden die Räume hinter der Vernunft, der Realität und nehmen unsere Sinne und Emotionen mit, die durch die jeweiligen Portale ins Strudeln geraten. Dabei staunen, schmunzeln und grübeln wir. Lyrik ist immer das Verbleibende, das was aus dem Klotz der Umschreibungen herausgemeißelt wurde und wie ein kristallines Zentrum als Prisma der Wahrheiten, Spiele und Vorstellungen bestehen bleibt. Die Lyrik arbeitet in uns subtil weiter und macht die von fremder Hand fixierten Empfindungen zu unseren, die unsere Wahrnehmung bewusst oder unbewusst zu verändern vermögen.

Türen sind Übergänge und durch das Lesen treten Dinge, Tiere, Menschen, Dichter, Künstler, Freunde, Widersacher in unsere Wahrnehmung. Durch das Lesen treten diese Sachen, Wesen und Charaktere aber auch wieder hinaus. Beide Richtungen sind möglich. Somit entsteht ein Strom aus Gedanken und Gefühlen, die uns beschäftigen. Mit Arne Rautenberg machen wir uns aber auf die Suche nach einer Tür, mit der wir den Raum verlassen möchten und Form und Zweck heben sich auf. Wunder und Überraschungen lauern hinter den Türen. Ein Kreiselspiel beginnt, in dem Sprache zur Emotion, zum Witz oder zum Gedanken wird. Alles blitzt auf, hallt nach oder grummelt im Hintergrund leise weiter. Das Labyrinth aus Räumen und Türen durchwandern wir chronologisch, im Suchdurchlauf oder in ewiger Rückkehr. 

Arne Rautenberg ist ein Lyriker aus Kiel, der mit Sprache und Schrift spielt. Die Zeilen werden nicht selten selbst zum gesetzten Bild. Natur ist Bestandteil und tanzt um Ironie und Menschlichkeit. Das Menschliche kann toxisch sein, erhellend oder sogar liebevoll. Aber es gibt auch die Mogs, Menschen ohne Gnade, die sich in Überholwut präsentieren. Aber genauso lachen wir über Ereignisse, Form- und Sprachwitz. Gedichte, die uns wie kurz vor dem Einschlafen überkommen und den Traum verändern.

Unbedingt ratsam ist es, sich den Zugang zu den Türen durch das Buch, das somit ein Universalschlüssel für die eigenen und fremden Räume ist, zu beschaffen. Nichts wie hinein und hindurch und sich auf Wunder einlassen.

Zum Buch in unserem Onlineshop

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