Tara Sullivan: „The Bitter Side of Sweet“

Ein spannendes Jugendbuch, das uns von realen Verhältnissen auf einer Kakaoplantage erzählt. Es ist die erschütternde Geschichte von moderner Kindersklaverei und die drei Protagonisten stehen als fiktive Charaktere für viele, die ähnliches Leid erleben. Es ist ein berührendes und unglaublich spannendes Buch ab 14 Jahren, aber es ist ein Werk, das für alle eine Bereicherung ist. Es ist für einige Preise und sogar zweifach für den Deutschen Jugendpreis nominiert.

Die wirkliche bittere Seite der Süße im Leben. Schokolade ist für uns die wohl wichtigste Süßspeise. Die Kakaobohne war und ist so bedeutend, dass sie sogar einst als Zahlungsmittel eingesetzt wurde. Heute denken wir selten über deren Herkunft nach, dabei ist der Weg der Frucht lang und der Preis sehr hoch. Die Bohne wird erst bei der Weiterverarbeitung zu einem teuren Gut, dabei verdienen die kleinen Landwirte kaum etwas damit. Fast 70 Prozent der Kakaobohnen werden in Afrika angebaut, davon der größte Anteil an der Elfenbeinküste.

Amadou und sein kleiner Bruder Seydou lebten auf dem Hof des Großvaters. Doch seit zwei Jahren sind sie auf einer Plantage an der Elfenbeinküste tätig. Sie hatten gehofft, lediglich für eine Saison dort arbeiten zu müssen, um dann endlich zurückzukehren. Doch sollen sie Schulden abarbeiten, die sie gar nicht überblicken können. Amadou zählt seitdem nur, was wirklich zählt und das wird täglich geringer. Seine Hoffnungen schwinden und der tägliche Schmerz und die Pein werden alltäglich. Er ist gerade 15 Jahre alt und versucht das Negative von seinem jüngeren Bruder, der gerade 8 Jahre alt ist, fernzuhalten. Jeden Tag sollen sie Kakaobohnen ernten. Sie sind in kleine Gruppen eingeteilt und werden ständig beobachtet. Sie müssen ein tägliches Soll erfüllen und liegt dieses darunter, werden sie mit Schlägen und Essensentzug bestraft. Daher gibt Amadou oft Seydou von seiner Ernte ab und hält fast immer seinen Kopf hin. Eines Tages wird Khadija ins Lager gebracht. Es ist ungewöhnlich, dass ein Mädchen dort ankommt und sie scheint auch von vermögenderen Eltern zu kommen, denn sie hat Schulbildung und wirkt ganz anders. Warum ist sie hier? Sie ist wild und voller Wut und lässt sich nicht alles gefallen und versucht auch gleich am Anfang zu fliehen, was leider den Brüdern zum Verhängnis wird. Amadou kennt diese Aufwallungen und beobachtet Khadija und meint, sie wird lernen sich anzupassen. Denn auch er hatte es mal versucht zu fliehen, doch die Strafen werden immer fieser. Doch er und Khadija kommen sich näher und sie weckt in ihm den Widerstandsgeist und gemeinsam wagen sie, für die Freiheit zu kämpfen.

Ein tolles Buch, das uns durch seine realitätsnahen Schilderungen die Augen öffnet. Ein wichtiges, spannendes und nachwirkendes Buch. Aus dem Englischen wurde es von Jessika Komina und Sandra Knuffinke übersetzt. Ferner wird es durch ein Glossar und ein lesenswertes Nachwort ergänzt.  

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