„Buddha in Brooklyn“

Bild„Eine besondere Überlieferung außerhalb der Schriften, unabhängig von Wort und Schriftzeichen: Unmittelbar des Menschen Herz zeigen,- die eigene Natur schauen und Buddha werden.“ (Bodhidharma zugeschriebene Strophe)

Der zweite Roman von Richard C. Morais „Buddha in Brooklyn“ schildert einen holprigen Weg zur Erleuchtung.  Aber was ist Erleuchtung? Oda, der Protagonist antwortet auf diese Frage: „Wir glauben, dass ein Mensch, der Erleuchtung sucht, bereits in diesem Moment erleuchtet ist, weil die Ursache der Erleuchtung gleichzeitig die Wirkung der Erleuchtung beinhaltet. Ein Samen beinhaltet stets seine Blume…“. Man kann nur ersehnen, was bereits in einem ist. Ein sanfter Roman, ein Entwicklungs- und Liebesroman, der keinesfalls als Lehrstück des Buddhismus verstanden werden möchte. Morais bedient sich vieler spirituellen Schulen, besonders des Zen-Buddhismus, aber auch Meister Eckhart finden sich wieder in diesem Potpourri. Stets wird der Text durchwebt mit Haikus, die der Handlung Gewicht verleihen.

Zum Inhalt:  Manchmal begegnet einem das Lebensglück da, wo man es am wenigsten vermutet. So geht es auch dem buddhistischen Mönch Oda, als er aus der Stille seines japanischen Klosters ins brodelnde Herz New Yorks kommt. Doch es dauert seine Zeit, bis er erkennt, dass man noch am fremdesten Ort Freunde fürs Leben finden kann – und sogar die große Liebe.

Der buddhistische Mönch Seido Oda soll Japan verlassen, um in Brooklyn den Bau eines Tempels zu beaufsichtigen. Dem in völliger Abgeschiedenheit lebenden Oda ist dies gar nicht recht, doch er muss sich dem Willen seines Ordens fügen. Was dem freundlichen, in sich gekehrten Priester im lauten Westen zustößt, ist ebenso absurd wie herzerwärmend.

Durch meine Reiki-Ausbildung lese ich stets gerne Bücher, die sich mit fernöstlicher Kultur beschäftigen. So hat mich gleich dieses Buch angesprochen. Es ist einfach geschrieben, schafft es aber sehr unterhaltsam das beständige Gedanken-Karussell abzustellen und gänzlich in den Zeilen zu versinken. Morais verneigt sich selber vor den klassischen und spirituellen Texten, die beständig im Roman Erwähnung finden.  Es ist aber kein Lehrwerk, sondern ein guter Unterhaltungsroman.

„Seelenfrieden ist alles andere als trivial.“ (Zen, oder die Kunst ein Motorrad zu warten).

Gleichzeitig spielt der Roman mit den unterschiedlichen Kulturen, die ab und zu etwas zu klischeehaft aufgetragen sind. Es bleibt aber ein schöner Text, der dem Leser Anstoß geben mag, seinen Weg zur Erleuchtung zu finden… Auch der längste Weg beginnt ja bekanntlich mit einem Schritt… Auch Oda, der seine Ausbildung in Japan abgeschlossen dachte, muß seinen Weg in New York neu finden und lernen, sein Ego zu besiegen…
„Tatsache ist, an diesem Tag starb auf dem Pier in Brooklyn ein unverbesserlich zynischer Mann. Der Mann jedoch, der inmitten der Vögel weiter betete und Buddha aus einer Tiefe heraus dankte, von der er gar nicht gewusst hatte, dass er sie besaß,…“

„Unsere Welt

ist flüchtig wie Tau,

und dennoch und dennoch…“

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