Astrid Dehe und Achim Engstler: „Auflaufend Wasser“

Watt

„Ein kleiner Sprung nur aus dem Boot, ein Gefühl von Sieg, das rasch verblasst – und Tjark Evers, Matrose und Navigationsschüler, hat seine Insel verfehlt.“

Die Novelle „Auflaufend Wasser“ von Astrid Dehe und Achim Engstler ist bereits im letzten Jahr erschienen, aber beide veröffentlichen in Kürze ihr neues Buch und das Autoren-Team wurde mir von einem Verlagsvertreter, der mit uns den Geschmack an guten Geschichten teilt, sehr ans Herz gelegt. Ich muß gestehen, daß ich die Novelle um das tragische Schicksal von Tjark Evers erst durch diesen Tipp für mich entdecken konnte und ich möchte es gerne im Leseschatz vorstellen.

Die Novelle beruht auf wahren Begebenheiten. Im Jahr 1866 ließ sich Tjark Evers im Nebel von zwei Fischern auf Baltrum absetzen. Doch verfehlen sie die Insel und denken die Sandbank sei der anlaufende Oststrand von Baltrum. Er stand auf der Plate und als die Flut kam, ertrank der 21-Jährige.

„Er war Tjark Evers, wird es bald schon heißen. Sein Leben verschiebt sich in die Vergangenheit“

Tjark Evers ergibt sich schnell seinem Schicksal. Er weiß, er wird sterben. Er wird immer stiller und ergibt sich der Situation, denn er ahnt, nichts kann ihn nun mehr retten. Bei sich führt er in seinem Seesack ein Taschenbuch, in dem er in großer Bleistiftschrift einen Brief an seine Familie schreibt, die er heute zu Weihnachten besuchen wollte. Auf diesen Seiten schreibt Evers gewissermaßen seinen Abschiedsbrief.

Dieses Buch ist 1867 in einer Zigarrenkiste tatsächlich vor Wangerooge angeschwemmt worden.

Auf ein Wunder hoffend, vollbringt der junge Mann selbst eines: Er sucht und findet Zuflucht in Worten und Sätzen. Tjark Evers schreibt … Zwischen Wasser und Sand, zwischen Traum und Wirklichkeit ringt er um sein Leben, erkennt die Macht der See…

Das Taschenbuch legt er, als das Wasser sehr hoch ist in die Zigarrenkiste und übergibt sie den Wellen…

Tjarks Taschenbuch, die Zigarrenkiste, das Halstuch und der Bleistift sind im Heimatmuseum „Altes Zollhaus“ auf Baltrum zu sehen.

Ein wirkungsvolles Buch und es ist lesenswert, was die Autoren aus dieser Geschichte machen, denn sie konzentrieren sich auf Tjarks Innenleben, das von den Naturbildern gespiegelt wird.

Titelbild

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Eine Antwort zu “Astrid Dehe und Achim Engstler: „Auflaufend Wasser“

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