Matthew Thomas: „Wir sind nicht wir“

berlin wir sind nicht wir

Was ist wirklich wichtig im Leben? Hat man ein Recht auf Glück? Und wer sind wir, wenn wir nicht mehr wir selbst sind?

Ein umfangreiches Epos, das die Geschichte einer irisch-amerikanischen Einwandererfamilie erzählt.
Ein Buch, das Mut macht und eine Familiengeschichte, die Hoffnung gibt nicht aufzugeben, auch wenn das Schicksal einen verzweifeln lassen könnte.

Es zeigt uns eine verträumte Protagonistin, die uns lehren kann, dass wir immer in der Lage sind etwas zu lernen, dass es nie zu spät ist im Leben. Der Mensch kann sich eventuell nie ganz ändern, aber er kann stets versuchen, ein besserer Mensch zu werden, eine liebevollere Version seines Selbst. Es zeigt uns, dass Träume wichtig sind, aber man sollte sich auch mit dem was man hat zufrieden geben können. Ein ewiges Hoffen auf eine bessere Zukunft und ein auf dieses ausgerichtetes Leben, kann dem wirklichen, bewussten Leben nur im Wege sein.

Die ergreifende Familiensaga umspannt die Zeit von 1951 bis 2011 und ist ein umwerfender Debüt-Roman von Matthew Thomas, der an dem Buch über 10 Jahre geschrieben hat.
Es ist ein tolles Buch über die Belastbarkeit des Menschen und kein typischer Aufsteiger-Roman, der jene Erfolgsgeschichten derer erzählt, die sich von unten nach oben, d.h. vom Tellerwäscher zum Millionär, gearbeitet haben. Dieses Buch erzählt uns die Geschichte von Eileen, die wir 1951 als junges Mädchen kennenlernen. Sie ist die Tochter von „Big Mike“, dem Patriarchen von Woodside, dem Arbeiterviertel in Queens. Ihre Eltern sind Iren, die nach Amerika ausgewandert sind und wir verfolgen Eileens Erwachsenwerden in dieser Welt. Sie steht im Schatten ihres großen Vaters, dem alle im Viertel Respekt zollen. Er ist der Magnet jedes irischen Pubs. Doch ihre Mutter wird zur Alkoholikerin und es liegt an Eileen, sie durch diese Krankheit zu begleiten.

Eileen erträumt sich eine bessere Zukunft und als sie den Naturwissenschaftler Ed Leary kennen und lieben lernt öffnet sich für sie diese Möglichkeit. Sie arbeitet als Krankenschwester und stürzt sich in diese Arbeit als sie ihr erstes Kind verliert. Ihr Traum vom Vorankommen bleibt stets ihr Motivator und sie beobachtet fassungslos ihren exzentrischen Mann, der kein Interesse an seiner Karriere hat. Später wird sie aber doch schwanger und sie bekommen einen gemeinsamen Sohn. Aber langsam verändert sich ihr Mann immer mehr. Erst sind es kleine Details, die sich schleichend zeigen. Es ist der Sohn, der es zuerst bemerkt als er den Unterricht seines Vaters besucht. Als Eileen mit Ed zum Arzt geht erhalten sie die Diagnose: Alzheimer. Aber nichts kann Eileen niederringen, sie ist eine glaubhafte Heldin, die uns inspiriert, das Kommende und das Seiende zu akzeptieren und Zeit mit den Menschen zu verbringen, die uns wichtig sind.

Ein Buch, das ich ziemlich zügig und sehr gerne gelesen habe. Denn es ist eine fesselnde Geschichte mit glaubhaften Charakteren, die sich nicht auf einen Einwanderer,- Familien- oder Alzheimer-Roman begrenzen lässt.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Erlesenes

Eine Antwort zu “Matthew Thomas: „Wir sind nicht wir“

  1. Das klingt nach einer wahnsinnig guten Geschichte aus dem echten Leben, nicht gekünstelt, einfach wirklich!
    Könnte was für mich sein 🙂

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