Paula Hawkins: „Girl on the Train“

blanvalet Girl on the train

Ein Pageturner der gleich einer Zugfahrt Höhen und Tiefen hat und doch an Tempo gewinnt und zu fesseln versteht. Es geht um eine frisch geschiedene Alkoholikerin, die über ein, aus ihrer Sicht, glückliches Traumpaar fantasiert, an deren Haus sie täglich mit dem Zug vorbeifährt. Doch wird sie dadurch in ein mögliches Verbrechen einbezogen.

Das Buch war im englischsprachigen Raum ein Riesenerfolg, die Filmrechte sind bereits verkauft und Emily Blunt ist angeblich im Gespräch für die Hauptrolle der Rachel.

Der Plot las sich spannend und sehr schnell war ich auf den Zug aufgesprungen. Die Handlung wird aus drei Perspektiven erzählt. Es sind Rachel, Megan und Anna die uns ihre jeweilige Geschichte erzählen. Im Vordergrund steht Rachel, die jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit nach London fährt. Der Zug fährt durch eine Wohngegend, in der sie ebenfalls mit ihrem jetzt Exmann Tom ein Haus hatte. Doch schaut sie weniger auf ihre wohnliche Vergangenheit, sondern beobachtet die Bewohner der umliegenden Häuser. So nimmt sie jede kleine Veränderung wahr und baut diese in ihre Traumwelt ein. Oft sieht sie ein junges Paar, die sie einfach Jess und Jason nennt. Diese führen in ihrer Phantasie ein Leben, wie es sich Rachel eigentlich wünscht. Die Spannung beginnt zu knistern, als sie eines Tages einen Kleiderhaufen an den Schienen entdeckt.

Rachel lebt zurzeit in einer Wohngemeinschaft und lässt sich immer mehr gehen. Sie verliert zunehmend den Bezug zur Realität und der Alkoholkonsum wächst immer mehr. Dies macht sie nicht sehr sympathisch, zeigt aber einen glaubwürdigen Absturz in diese Krankheit. Sie benimmt sich auch der Mitbewohnerin gegenüber oft nicht sehr freundlich und hinterlässt ekelhafte Spuren ihrer Sucht, die ein gemeinsames Wohnen immer mehr in Frage stellen.

Eines Tages beobachtet sie auf der Zugfahrt etwas für sie schockierendes, denn sie sieht, dass die Beziehung ihres sogenannten Traumpaares anscheinend doch nicht so harmonisch und glücklich ist. Sie will mehr darüber wissen und fährt am Wochenende die Strecke mehrfach hin und her, um mehr zu erhaschen. Sie steigt auch alkoholisiert aus und wacht irgendwann orientierungslos und blutig auf. Ist es ihr Blut? Ihr Exmann, der nun mit seiner neuen Frau Anna in ihrem ehemaligen gemeinsamen Haus wohnt, ruft sie an und möchte wissen, ob es ihr gut gehe, denn Rachel habe Anna einen großen Schrecken eingejagt. Was hat Rachel an dem Abend gemacht? Kurz darauf liest Rachel in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von Megan, die sie einfach „Jess“ genannt hatte. Rachel meldet ihre Beobachtungen der Polizei und verstrickt sich damit in Ereignisse, die sie nicht kontrollieren kann…

Ein Roman, der passend zum Titel zügig zu lesen ist und spannende Lesestunden verspricht. Etwas schnell lässt sich aber ein mögliches Ende erahnen und die Protagonisten sind ab und zu sehr konstruiert, so dass gerade Rachel mich ab und zu etwas nervte, dennoch ein kurzweiliger Lesespaß.

Zum Buch

Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Paula Hawkins: „Girl on the Train“

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