Kirsten Fuchs: „Mädchenmeute“

rowohlt Mädchenmeute

Ein tschicker Mädchenroman?

Ein Buch über die gefundene Freiheit und die marode Welt, in der man aus der Sicht junger Heranwachsender nur traumwandlerisch staunen kann.
Die Heldin, Charlotte Nowak, ist sehr schüchtern und erlebt in diesem Sommer mit sieben anderen Mädchen ein Waldabenteuer.

Charlotte wird in den Ferien in ein Sommer-Abenteuer-Camp für Mädchen geschickt. Zum Leidwesen der Mädchen sollen es handyfreie Wochen werden. Das Camp entpuppt sich zudem als ein heruntergekommenes Ferienlager und die Betreuer nehmen ihre Aufsichtspflicht nicht sehr ernst. Als auch noch das Gepäck am ersten Abend verschwindet, bricht unter den Mädchen Unruhe aus. Auf der Suche nach dem Gepäck finden sie überlaufende Wasserhähne, tote Katzen und Überreste eines eventuellen satanischen Zeremoniells. Als dann auch noch die Gruppenleiterin ausrastet, hält die Mädchenmeute nichts mehr und sie pilgern in das Erzgebirge, denn eine aus der Gruppe kennt dort einen alten Stollen. Sie reisen per Zug und später mit einem geklauten Hundefängerauto inklusive einer inhaftierten Hundebande.

Im Wald verbringen die Mädchen ihre Sommertage mit Campen, Pilze- und Kräutersammeln, eigentlich mit allem, was für sie im Ferienlager geplant war. Doch nun in selbstgewählter Freiheit – aber sie sind nicht alleine…
Ferner bekommen sie durch einen Container-Streifzug in der Stadt mit, daß sie ein Medienereignis geworden sind. Eines der Mädchen scheint die Presse mit neuesten Ereignissen zu füttern, die Gruppe wird ein Sommerereignis und die Journalisten und die Leser fragen sich nach dem Verbleib der Mädchen. Es gibt sogar ein Forum im Internet, das sie zu Berühmtheiten macht.
Die Mädchen stoßen auch auf eine DDR-Hinterlassenschaft und dann kommt auch noch die erste Liebe…

Ein wortwitziger Roman, voller pubertierender Mädels und einer nicht-typischen Geschichte über das Erwachsenwerden. In einer modernen, gestochenen Sprache wird man durch die Handlung gezogen.
Ab und zu wirkte das Buch auf mich leicht gewollt. Gewollt jugendlich über das Erwachsenwerden mit humorvollen, schrägen und pubertierenden Mädels… Ferienlager, Camping-Geschichten-Abenteuer, Liebesroman und es dürfen natürlich auch keine Tiere fehlen, die hier neben der Mädchenmeute als ein Hunderudel auftauchten… Aber eventuell bin ich doch zu wenig Mädchen…?

Zum Buch

3 Kommentare

Eingeordnet unter Erlesenes

3 Antworten zu “Kirsten Fuchs: „Mädchenmeute“

  1. Lieber Hauke,
    vom tschicken Einleitungssatz bis zu Deinem sympathisch-selbstironischen, letzten Satz ist Deine Buchbesprechung für mich (altes Mädchen 😉 ) besonders informativ und amüsant. DANKE!
    Sonnige Grüße
    Ulrike von Leselebenszeichen

  2. Pingback: Catharina Junk: „Auf Null“ | leseschatz

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