Lars Mytting: „Die Birken wissen’s noch“

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Eine nordische Familiensaga, die sich Stück für Stück entfaltet und deren Kern sich langsam herausschnitzen lässt.

Ein Leseschatz, der schon durch seinen Umschlag gefällt. Es wirkt als hätte man edles, zartes Holz in der Hand, das bereits Bezug zum Inhalt nimmt. Es geht um die Suche nach dem Ursprung und der eigenen Identität. Der Text handelt von Verlust, Liebe, Trauer und natürlich von der Liebe zum Holz und dessen Verarbeitung.

Die Handlung beginnt auf einem entlegenen Bergbauernhof im norwegischen Gudbrandstal. Hier wächst Edvard bei seinem Großvater Sverre auf. An seine Eltern erinnert er sich kaum. Lediglich ein Geruch, ein Gefühl der Geborgenheit ist ihm geblieben. Denn beide sind ums Leben gekommen als Edvard drei Jahre alt war. Wie ein Geheimnis schwebt der Tod seiner Eltern in den Andeutungen der Menschen in Edvards Umgebung. Auch in der naheliegenden Ortschaft scheinen die Menschen mehr zu wissen und können Sverres Vergangenheit nicht verzeihen. Er war in der SS-Freiwilligen-Legion Norwegens.

Als Sverre stirbt lüftet sich zum ersten Mal behutsam der Vorhang, der die Geheimnisse seiner Familie verbarg. Auch der Verbleib von Einar, dem Bruder des Großvaters wird fraglich. Edvard weiß, dass dieser ein Meistertischler war und eine Ausbildung in Paris gemacht haben soll. Auf dem Hof erinnert an Einar eine, seit seinem Verschwinden nicht mehr aufgesuchte, Werkstatt und ein kleines Wäldchen mit Flammenbirken.

Während der Planung zur Beisetzung von Sverre redet der Pfarrer des Dorfes erstmals über die Vergangenheit mit Edvard. Auch in einer alten Chronik von 1971 findet Edvard tiefgreifende Hinweise. Denn seine Eltern waren mit ihm in Frankreich als Touristen. Seine Mutter, kam auch ursprünglich aus Authuille. Sie wurden in einem Weiher in einem Wald, nördlich von Authuille ertrunken gefunden. Sie sind anscheinend auf eine Gasgranate aus dem Ersten Weltkrieg getreten und das Gas hat Sie ohnmächtig werden lassen. Edvard, damals drei Jahre alt, wurde kurz danach vermisst. Hatte er sich damals verlaufen? In Le Crotoy wurde Edvard nach einigen Tagen von einem Arzt aufgefunden. Hat Einar etwas mit Edvards Verschwinden zu tun? Wurde Einar 1944 wirklich hingerichtet? Was ist wirklich damals passiert?

Einar hatte einen kunstvollen Sarg geschreinert, den er vor Jahren vorsorglich für die Beisetzung von Sverre oder schlimmstenfalls für Edvard nach Norwegen gesendet hatte. Also muß er noch am Leben gewesen sein. Edvard macht sich auf die Reise in die Vergangenheit seiner Familie und sucht nach dem Verbleib von Einar, der bis zu einem Bootsunfall auf den Shetland Inseln lebte.

Edvard macht sich auf die Suche nach der wahren Geschichte. Eine Suche nach der Mutter, dem Vater und den eigenen Wurzeln. Warum hat niemand darüber geredet und stets ein Geheimnis daraus gemacht?

Der Roman ist eine abenteuerliche Familiensaga und ein Liebesroman vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse des letzten Jahrhunderts.

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