Grégoire Delacourt: „Die vier Jahreszeiten des Sommers“

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Das Buch hat mich sehr positiv überrascht. Bei den ersten Zeilen wollte ich es schon weglegen. Einige Seiten weiter war ich immer noch nicht wirklich überzeugt und weiterhin skeptisch. Aber dann wurde ich immer süchtiger nach den Geschichten und den Protagonisten. Es ist die leichte Art, wie die jeweilige Handlung erzählt wird. Die Sprache und die Geschichten wirken nicht aufgesetzt und bieten melancholischen und schönen Tiefgang. Auch wenn das Buch optisch einen leichten Sommerroman für den Strand verspricht, sollte man sich nicht täuschen lassen, das Buch ist doch weit mehr als das und ist auch kein verklärtes Gute-Laune-Werk.

Die erste Erzählung ist aus der Sicht eines jungen Menschen, der zum ersten Mal die Liebe findet und daher liest sich der Text anfänglich etwas holperig und kippt leicht ins Kitschige. Doch ist dies bewusst vom Autor eingesetzt, um die Stimmung des jungen Protagonisten einzufangen. Der Roman beinhaltet vier Kapitel, die jeweils verschiedene Lebenszeiten beleuchten. Die Zusammenhänge sind  der 14. Juli, der französische Nationalfeiertag, der Strand von Le Touquet und wie zu erwarten ist, die Liebe.

Es sind vier Jahreszeiten im menschlichen Leben die durch verschiedene Charaktere verdeutlicht werden. Es ist ein Junge, der mit 15 Jahren seine erste große Liebe erlebt und diese nicht erwidert findet und in seinem Liebeskummer ertrinkt.

Wir lernen eine 35-jährige Frau kennen, die ihre Liebe verloren meint und von einem weiteren Mann, mit dem sie einen Sohn hat, wortkarg verlassen wurde. Sie ist nun auf der Suche nach neuem Glück. Durch einen Rettungsvorgang am Strand wird sie im Krankenhaus erneut mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Im dritten Kapitel geht es um eine Hausfrau, die mit sich nicht im Reinen ist, ihren Körper als 55-Jährige aber nicht als alt deklariert wissen möchte und auf der Suche nach körperlicher Anerkennung ist. Sie möchte sich der Liebe bedingungslos hingeben können und stürzt sich ins Abenteuer.

Das Ende, der letzte Sommer im Leben, handelt von einem Ehepaar, um die 75, die sich noch genauso lieben wie am Anfang ihrer Beziehung. Nach einem gemeinsamen und für sie erfüllten Leben beschließen sie gemeinsam zu gehen…

Der Episodenroman ist nicht überfüllt, sondern eher leicht zu lesen und, wenn er etwas Kitsch streut, ist es passender und schöner Kitsch, der zum Erzählten passt und dadurch beim Leser eigene Regungen heraufbeschwört. Man lernt die Figuren lieben, leidet mit ihnen und hat stets die Hoffnung, dass trotz der Hindernisse und verpassten Lebens- und Liebesmomente alle mit sich ins Reine kommen mögen.

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