Bernhard Kegel: „Abgrund“

Bernhard Kegel Abgrund Mare

Bernhard Kegel ist promovierter Biologe und schreibt neben seinen Sachbüchern Romane, die uns die Biologie spannend näherbringen. Mit „Abgrund“ hat Kegel nun den dritten Roman über den Kieler Zoologen Hermann Pauli geschrieben.

Erstmalig trat Hermann Pauli in dem Roman „Der Rote“ auf. In diesem verarbeitet Pauli den Verlust seiner verstorbenen Frau und befindet sich in Neuseeland. Durch ein Seebeben hat sich dort der Küstenstreifen verändert und die Wale bleiben aus. Doch das Beben hat auch etwas anderes aus den Tiefen hervorgebracht. Dort, wo die Romane von Frank Schätzing die Science-Fiction streifen, bleibt Kegel stets realistisch. Auch beim Folgeroman „Ein tiefer Fall“ ist die Biologie der wesentliche Kern des Kiel, – bzw. Wissenschaftskrimis. In diesem hat ein Kollege von Pauli eine Urzelle aus den Tiefen des Meeres mitgebracht. Durch die Morde an mehreren Kollegen des gefeierten Evolutionswissenschaftlers gerät Pauli in den Kreis der Verdächtigen und trifft auf Anne Detlefsen, die Leiterin der Kieler Mordkommission. Beide verlieben sich und verbringen in „Abgrund“ ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf den Galápagosinseln.

Anne Detlefsen hat sich eigentlich einen Strandurlaub in der urbanen Natur vorgestellt. Doch Pauli taucht auf den „verzauberten Inseln“, die durch Charles Darwin, der auch einen Auftritt im Prolog des Buches hat, weltberühmt wurden, gänzlich in sein Element ein. Bei einem Tauchausflug machen Anne und Hermann eine Entdeckung und halten diese zum Glück mit ihrer Kamera fest. Ein zutraulicher Hai schwimmt an ihnen vorbei. Dieser Hai erscheint sonderbar, seltsam und fast schon mysteriös. Auch die Kollegen und Experten stehen vor einem Rätsel. Keiner kann anhand des Bildmaterials diesen Hai zuordnen. Sollte eine neue oder bisher unentdeckte Hai-Art aufgetaucht sein? Bereits zu Urzeiten galten die Inseln als Wunder, da sie durch die Gezeiten und den Vulkanismus in ständiger Veränderung und Bewegung sind. Auch sind sie durch die Lage und Begebenheiten wahre Schatzinseln für jeden Biologen und Zoologen. Hermann Pauli bekommt das Angebot, mit seinen Kollegen auf dem Forschungsboot hinauszufahren, um jenen Hai zu suchen.

Anne, die nicht unbedingt erneut auf das Schiff möchte, bleibt auf der Insel und bekommt es auch mit Ungereimtheiten zu tun. Sie und das Team der Forschungsstation werden Zeugen weiterer Schiffsbrände. Nacht für Nacht gehen Schiffe in Flammen auf und Anne kann ihrer Berufung als Polizistin nicht widerstehen. Die Begebenheiten führen sie in das komplexe Gefüge der Inselwelt. Es treffen die Interessen der Fischer und der strenge Naturschutz aufeinander. Ebenso lebt die Inselwelt vom boomenden Tourismus.

Anne muß sich sputen, denn hinter den Bränden scheint eine Mission zu stehen… Hermann kommt währenddessen mit seinen Kollegen der Spur des mysteriösen Hais wirklich immer näher. Ist es möglich, dass sich die Lebensbedingungen im Meer so sehr verändert haben? Welchen Anteil hat wieder mal der Mensch an der Verursachung? Denn durch die Klimaveränderungen zerbröselt das traumhafte Gefüge der Natur. Die Korallen und alle weitere Lebensformen im Meer sind einer katastrophalen Veränderung ausgesetzt.

Wieder mal hat Bernhard Kegel einen spannenden Wissenschaftsroman geschrieben, der uns unterhält und besten Falls aufrüttelt.

Kegel Romane an der Kieler Förde

Zu den Büchern / Shop: „Der Rote„, „Ein tiefer Fall„, „Abgrund“ und alles von Bernhard Kegel

4 Kommentare

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4 Antworten zu “Bernhard Kegel: „Abgrund“

  1. Das hört sich spannend an – die gingen bis jetzt an mir vorbei. Insofern meinen Dank für den Tipp!

  2. Wie du geschrieben hast, tut man dem Buch keinen Gefallen, wenn man Frank Schätzing als Referenz nennt. Dafür ist es ziemlich realitätsnah, allerdings als Krimi auch etwas zu zahm, finde ich. Die wissenschaftlichen Aspekte sind aber sehr interessant.

  3. Lieber Hauke,
    Spannung und Naturwissenschaft sind für mich eine unschlagbare Kombination. Danke für den Tipp, diesen Autor kenne ich noch nicht.
    Viele Lesegrüße, Heike

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