Johan Bargum: „Septembernovelle“

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„Septembernovelle“ von Johan Bargum. Ein Buch, das in sich stimmig ist. Die schöne Gestaltung, das nordische Foto, eines einsamen Leuchtturms, der aus dem Mittelpunkt gerückt in leichtem Dunst in ruhiger See steht.
Das Bild des Leuchtturms wird oft im Text eingebaut. Sie sind immer da, wenn jemand sie benötigt, auch dann, wenn keiner sie braucht…

Diese Novelle ist ein kleines Geschenk. Schnell ist der Text gelesen und die Handlung inhaliert. Dennoch bleibt lange ein nebliger Nachgeschmack im Leser, der sich wohl noch länger mit dem Inhalt beschäftigen wird.
Es ist das Geheimnisvolle, die Stille und das Verschwiegene, das Unausgesprochene, das den Leser zu fesseln versteht.

Das Büchlein ist in zwei Teile eingeteilt. Im ersten wird Olof von der Polizei in seiner Wohnung aufgesucht, weil er den Verbleib seines Freundes Harald erklären soll. Es war einer der letzten warmen Sommertage, als Olof und Harald zusammen segeln gingen. Doch der Frieden in der naturbelassenen Schärenlandschaft scheint trügerisch. Denn am Ende des Segeltörns kommt nur Olof alleine zurück. Beide hatten sich zuvor seit 20 Jahren nicht mehr freundschaftlich getroffen, denn Olof hatte damals Haralds Ex-Frau, Elin, geheiratet.
Der erste Teil dieser Novelle ist in einem spitzzüngigen aber auch lakonischen Ton gegenüber den Verhörern gehalten. Die ganze Handlung spielt an einem Tag, während dieses Gesprächs mit der Polizei, in dem stets ein Brief von Harald erwähnt wird, den Olof erst nach seinem Bericht zu lesen bekommt.

Dieser Brief kommt im zweiten Teil zum Vorschein und die Perspektive wechselt. Harald erzählt beziehungsweise schreibt an den Finder dieses Briefes. Die Geschichte erscheint in einem anderen Licht und bricht einfach ab, als Harald verschwunden ist…

Im Leser bleibt eine Stille und eventuell eine Leere, die aber viel Raum für Neues geben kann. Wir lernen drei Menschen kennen, die durch ihr Schicksal verbunden waren. Die Sprache ist knapp aber metaphorisch. Die Landschaft und die Natur spiegeln die jeweiligen Seelenzustände der Protagonisten. Viele Romane spielen am und auf dem Wasser, doch bleibt in der „Septembernovelle“ immer das Land in Sicht und die See hat ab und zu ihre typischen Untiefen.
Eine Novelle, die in sich mehr verborgen hat, als sie beschreibt. Ein stilles, melancholisches Werk, das mehr ist als nur ein Roman über Freundschaft, Liebe und Segeln.
Jedes Bild, wenn nicht sogar jedes Wort, in diesem scheinbar leichten Text trägt in sich seine kleine Bedeutung…

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Eine Antwort zu “Johan Bargum: „Septembernovelle“

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