Dennis Lehane: „The Drop – Bargeld“

The Drop

Ein kurzer Gangster-Roman mit Biss…

„The Drop – Bargeld“ ist die Romanvorlage des gleichnamigen Films. Der Film, der auf der Kurzgeschichte „Animal Rescue“ von Dennis Lehane basiert, kommt in Deutschland am 4. Dezember 2014 ins Kino. Dennis Lehane schrieb bereits „In der Nacht“, „Mystic River“ und „Shutter Island“.

Es ist ein sehr kurzweiliger Roman, der sich eigentlich recht schnell zusammenfassen lässt, aber mit einem leicht überraschenden Ende aufwartet, denn nicht jede Figur in der Geschichte spielt die Rolle, die man von ihr erwartet hätte. Die Charaktere, die sich sehr filmreif in meiner Phantasie herausgebildet hatten, sind auch die Stärke des kurzen Textes. Die gezeichneten Figuren von Lehane benötigen keine große Einführung, sie sind einfach da und leben im Leser.

Die Handlung beginnt mit einer Tierrettung. Der Hauptprotagonist Bob Saginowski, ein Barkeeper, findet einen kleinen Welpen, den er aus einer Mülltonne befreit. Da er mit sich selber nicht ganz im reinen lebt und eine dunkle Vergangenheit hat, ein Geheimnis, das er bereits Jahrzehnte lang hütet, bringt er den kleinen Hund vorerst bei Nadia unter. Die sympathische Nadia tritt ebenfalls durch diese Rettungsaktion in Bobs Leben und erobert gleich dem Hund sein Herz, womit er in seiner Welt verwundbarer und leicht erpressbar wird.
Seine Welt ist die Bar, in der er arbeitet. Das Besondere an dieser Bar ist, dass sie von dem organisierten Verbrechen als „money drop“, eine Art Gelddepot, benutzt wird. Hier wird, unter der Aufsicht von Bobs Chef und Cousin Marvin, nach einem ausgeklügelten System das Geld der örtlichen Mafia deponiert.
Eines Tages stürmen aber bewaffnete Männer die Bar und überfallen diese. Es dauert nicht lange bis die eigentlichen Besitzer ihre Geldeinlagen von Bob und Cousin Marv zurückverlangen. Die beiden müssen nun alles daran setzen, die Räuber aufzuspüren und das Raubgut wiederzubeschaffen. Da Bob der ermittelnden Polizei leichtgläubig etwas mehr Informationen gibt, bricht eine Lawine aus Gewalt über das Viertel hinein, in dessen Zentrum die Bar und Bob stehen. Die Ermittlungen, angeführt von einem kirchentreuen und übereifrigen Polizisten, wühlen tief in der Vergangenheit des Stadtteils, in dem jeder auf seine Weise ums Überleben kämpft. Auch wenn die Täter schnell gefasst wurden, bleibt die Frage, wer wirklich hinter dieser Aktion steht und, wer der wahre Mörder von Richie Whelan ist, den alle nur „Glory Days“ nennen?

Ein wirklich sehr kurzweiliger, aber toller Lesespaß. Denn der Roman ist eher eine Gangster-Novelle, die gut gezeichnete Typen beinhaltet. Aber der Hund, als zentrales Wesen, hatte es mir besonders angetan und auch wenn Menschen brutalst in einem LKW gefoltert wurden, ihm galt beim Lesen meine meiste Besorgnis.

Das Büchlein entfaltet ein gelungenes Kopfkino und ist auch die Romanvorlage zum Film von Fox Searchlight Pictures unter der Regie von Michael Roskam, nach dem Drehbuch von Dennis Lehane. In den Hauptrollen spielen Tom Hardy, Noomi Rapace und James Gandolfini. Der Schauspieler James Gandolfini, der im Juni 2013 verstarb, ist hier als der Cousin Marv in seiner letzten Rolle zu sehen.

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3 Antworten zu “Dennis Lehane: „The Drop – Bargeld“

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