Valeria Shashenok: „24. Februar… und der Himmel war nicht mehr blau“

Was passiert, wenn plötzlich Krieg ist? Etwas Schreckliches, das bisher fern der persönlichen Wahrnehmung und lediglich durch Fernsehbilder ein Teil des Alltags ist, greift das persönliche Leben an. Wenn plötzlich in der eigenen Umgebung gekämpft wird und Raketen einschlagen, meint man sich in einem schlechten Kriegsfilm zu befinden. Doch für viele Menschen ist dies kein Hollywood, kein Nachrichtenbeitrag aus der Ferne, denn mit einem Schlag hat sich das Leben für viele verändert. Krieg bedeutet Zerstörung, Leid und der Verlust der Menschlichkeit und letztendlich des Lebens. Es gab nie eine Zeit des globalen Friedens. Der Mensch ist nicht friedvoll. Auch wenn man es gerne so hätte. Krieg wird auch oft durch andere Begrifflichkeiten kaschiert oder verbal verharmlost. Doch ist er, was er ist.

Viele, auch ich, können nicht aus eigener Erfahrung vom Kriegsgeschehen berichten. Literatur ist ein guter Wegweiser zum Verstehen. Zumindest ein Weckruf zur Empathie.

Mit dem Büchlein „24. Februar… und der Himmel war nicht mehr blau“ wird der Schrecken spürbar, was es bedeutet, plötzlich im Krieg zu sein. Valeria Shashenok ist jung, hat die Träume eines jungen Menschen und ist hungrig auf die Welt. Sie möchte fotografieren, die Welt erleben und ihr Erlebtes mitteilen. Sie nutzt bereits die sozialen Kanäle. Dann wird sie übermüdet von den Eltern aufgefordert, mit in den Luftschutzbunker zu kommen. Valeria Shashenok wurde 2002 in Tschernihiw, einer Stadt nördlich von Kiew, geboren. Als am 24. Februar 2022 die erschütternden Ereignisse das dortige Leben auf den Kopf stellten, beginnt sie, anfänglich aus Langeweile, über den Alltag im Bunker zu berichten. Im Bunker gibt es WLAN und sie nutzt den Hashtag: „Things that just make sense in a bomb shelter“ und erhält viele Klicks und geht um die Welt. Auch die Medienwelt wird auf sie aufmerksam. Sie bekommt Gehör und schafft es letztendlich auch nach Italien zu fliehen. Sie alleine, denn die Eltern harren noch im Kriegsgebiet aus.

Ein Buch, das etwas von einem sehr guten Schulaufsatz hat und dennoch viel mehr ist. Der Bericht einer jungen Frau, die vom Leben als Fotografin träumt und plötzlich über das Leben vom Krieg schreibt und berichtet.

Ein lesenswerter Bericht aus einer leider wirklich gewordenen Welt. Das Grauen hat viele Stimmen und es bleibt die Hoffnung, dass zum Beispiel Literatur es schafft, die Menschen empathischer werden zu lassen, damit der Schrecken, das Leid und der unnütze Tod kein Bestandteil mehr unseres Lebens ist. Ein naiver Traum, aber ein Traum…

Zum Buch in unserem Onlineshop

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