Christelle Dabos und Vanyda: „Die Spiegelreisende 01“

Ophelia ist die Spiegelreisende und eine Heldin, die unvergesslich ist. Nun taucht sie in einer wunderbaren Adaption erneut auf. Es ist eine fantastische Welt, die fern unserer Zeit ist und doch uns als gegenwärtigen Menschen miteinbindet. Eine Erde, die einen Riss erlebt hat, eine Welt von Archen und Familienklans. Die Archen, wie schwebende Inseln, sind nach einer göttlichen oder menschlichen Torheit entstanden. Vor vielen Jahren vor den beschriebenen Ereignissen brach die Welt in Stücke und das Reisen gelingt nun nur per Luftschiff oder durch Magie, denn überall ist ein Zauber zu spüren.

In Frankreich war diese Buchreihe eine Sensation und die Fülle dieses wunderbaren Universums erinnert an die Schöpfungskraft von Harry Potter. Christelle Dabos hat mit ihrer Spiegelreisenden-Buchserie ein Universum geschaffen, das uns gänzlich einverleibt, begeistert und das wir ungern verlassen möchten. Vanyda hat diese Buchwelt in einen kunstvollen Comic verwandelt.

Der Comic und die Geschichte entführen in eine bildreiche Welt voller Magie, Intrigen und schwebender Königreiche. Für diejenigen, die die Bücher kennen, ist es eine großartige Wiederentdeckung und für alle anderen ein Einstieg in diese erstaunliche Welt.

Die Menschen haben einst etwas entdeckt und Bücher sowie Magie beherrschen den Alltag. Unsere Errungenschaften sind nur noch Relikte in Archiven oder Museen. Hier verweilt Ophelia stets gerne. Sie ist eine junge, stille, fast schüchtern wirkende Frau, die aber bestimmte Gaben hat. Sie kann Dinge lesen, also die Geschichte und Emotionen der Menschen spüren, die jenen Gegenstand berührt hatten. Sie hat Visionen und kann durch Spiegel reisen. Hier gab es einst einen Unfall und unwissentlich hatte sich etwas verdreht. Sie konnte sich bisher den Bemühungen der Familie entziehen, sie zu verehelichen. Doch nun wird sie gegen ihren Willen mit dem rätselhaften Thorn verlobt, der anreist und sie auch sehr zügig mit in seine Welt zum Pol mitnimmt. Es beginnt ein Abenteuer in einer fremden, gefährlichen Welt, in der nichts ist, wie es scheint. Zwischen Machtspielen und geheimnisvollen Verschwörungen muss Ophelia ihren Platz finden und sie wächst immer mehr aus sich heraus.

Dies ist der Auftakt der Comicumsetzung. Die Buchwelt um Ophelia beschreibt viele tiefgründige Ereignisse, die aus der Vergangenheit der Geschichte emporsteigen. In der ganzen Geschichte steht Babel als metaphorisches Zentrum des damaligen Risses innerhalb der Welten, der Magie und der Menschen. Die Übersetzung stammt von Amelie Thoma.

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