Fabian Hischmann: „Am Ende schmeissen wir mit Gold“

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Peng und alles ist anders. Ein Knall, ein Schicksalsschlag und der Schlafende erwacht.

Meine heutige Sonntagslektüre, der Debütroman von Fabian Hischmann, der ebenfalls für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert ist. Ein tragisch-komischer Text, der handwerklich sehr routiniert geschrieben ist und sich wohl schnell in den Reigen der neueren deutschen Autoren einfinden wird.

Der Hauptprotagonist ist Max, ein junger Lehrer, der in seiner Freizeit viel abhängt und sehr gerne Tierdokumentationen im Fernsehen schaut. Eines Tages wird er von seinen Eltern, die nach Kreta reisen, gebeten auf den Hund und auf das Elternhaus aufzupassen. Im Wach,- sowie im Traumzustand begegnen ihm stets die Geister der Vergangenheit. Es treten wieder Jan und Maria in sein Leben. Zwischen beiden konnte er sich bereits seit seiner Jugend nicht entscheiden.

Das Titelbild des Buches zeigt einen fallenden Mann und ganz zart ist das Wort „Peng!“ in das Grau hinterlegt. Dies ist der Knall, der Max aus der Lethargie aufstehen und sogar später für sich einstehen lässt.

Er bekommt die Nachricht, das durch eine zufällige und unverschuldete Gasexplosion die Eltern auf Kreta umgekommen sind. Um die Verstorbenen zurückzuführen fliegt Max nach Kreta. Auf der kargen, aber wunderschönen Mittelmeerinsel, nahe der biologisch einzigartigen Samaria-Schlucht wird aus dem passiven Tierfilm-Schauer ein aktiver Dokumentationsfilmer.

„Irgendwann richte ich die Kamera auf ihn. Auch er sieht begeistert aus und erinnert mich daran, dass ich nicht vergessen sollte, nach den Menschen Ausschau zu halten.“

Doch reihen sich weitere Peng-Schläge ein. So erfährt er, daß die Eltern bei Hannah und ihrem griechischen Ehemann untergekommen waren, die sich aber schon seit vielen Jahren kannten und eine lockere Liebesbeziehung führten. Das, was in Max stets rumort, da er selber nicht weiß zu wem er gehört und wen er lieben kann, haben die vermeidlich spießigen Eltern gelebt.

Max, der in seiner Vergangenheit in seiner passiven Rolle eine gewaltvolle Szene beobachten musste und wegen seiner Lethargie nicht helfen konnte, reist weiter nach New York – von den natürlichen Schluchten Kretas zu den architektonischen Häuserschluchten der Weltmetropole. Er stellt sich seinen Geistern und sucht seine Konfrontation.

„Morgen Abend gehe ich auf Konfrontationskurs“.

Mir hat das Buch Freude bereitet. Am Anfang hat es mich oft zum Lachen und zum Schmunzeln gebracht. Doch wird der Witz gleich den „Pengs“ immer weniger und machen einem nachdenklicheren Ton Platz.

Gelesen habe ich das Buch eingehends nur, weil es für den Buchpreis nominiert ist und ich dadurch sehr neugierig gemacht worden bin. Die Charaktere haben mich sehr schnell in ihren Bann gezogen und die souveräne, leichte Sprache sowie der unkonventionelle Erzählstil haben mir viel Spaß gemacht. Ebenfalls durfte ich mit dem Buch auf meine Lieblingsinsel reisen: Kreta.

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3 Antworten zu “Fabian Hischmann: „Am Ende schmeissen wir mit Gold“

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