Claus Probst: „Spiegelmord“

Fischer Spiegelmord

Ich hatte am Sonntag mal wieder Lust auf einen spannenden und guten Krimi. „Spiegelmord“ ist der zweite Thriller von Claus Probst. In diesem begegnen uns einige bekannte Protagonisten aus dem vorherigen Fall „Nummer Zwei“.
Es war bereits im vorherigen Roman deutlich, daß der Autor bereits mehrere Ideen für weitere Bücher Rund um die Profilerin Lena Böll in Petto hat. Diese Bücher entwickeln sich zu einer spannenden Krimi-Reihe…

Eine Spiegeltat oder ein Spiegelmord, ist eine Tat aus Rache, die einen vorherigen Täter mit seinem Tatvorgang bestrafen soll. Den Täter zum Opfer werden lässt und ihn mit seinen eigenen Taten konfrontiert und auf gleiche, d.h. gespiegelte Weise leiden lässt.

Eine junge Frau, die bereits Opfer von Vergewaltigungen war, wird erneut von ihren damaligen Peinigern auf einem Parkplatz belästigt. Unter den Tätern ist ihr Exfreund, der sie damals ausgenutzt und prostituiert hatte. Aus falscher Liebe und Scham blieb sie lange Zeit sein Opfer. Jetzt konnte sie sich befreien und geht auch regelmäßig zur Therapie. Die Belästigung wird aber von Manfred Gold beobachtet, der ebenfalls eine dunkle Vergangenheit hat, nun aber tatkräftig einschreitet und als Retter in Erscheinung tritt.

Der Fall beginnt aber mit einem brutalen Mord. Ein Mann wurde in eine Tiefkühltruhe gesperrt und, nachdem er erfroren ist, wurde ihm die rechte Hand amputiert. Bei der Vernehmung der Witwe und ihrer Tochter Karen, wird schnell deutlich, dass das Opfer eher ein Täter war. Jahrelang hat er seine Tochter Karen misshandelt. Bereits als Kind hat er sie als Bestrafung in die Kühltruhe gelegt, geschlagen und gepeinigt. Die Mutter hat stets geschwiegen und der Bruder ist im Ausland tätig. Somit fällt der Verdacht schnell auf Karen selbst. Ist Sie Opfer und Täter zugleich?

Kommissarin Lena Böll, die zu diesem Fall hinzugezogen wird, ermittelt erneut im bekannten Team und kommt ziemlich schnell zu der Schlussfolgerung, dass Karen nicht die Mörderin zu sein scheint. Unter Verdacht stehen nun alle Frauen, die in Karens Therapiegruppe sind. Alles Frauen, die misshandelt wurden und nun Patienten der Psychotherapeutin Carmen Mingus sind. Hat eine dieser Frauen Selbstjustiz geübt? Hat Carmen Mingus, die wir auch schon aus dem „Nummer Zwei“-Fall kennen, eine dazu motiviert? Wurde sensibles Wissen von einer der Frauen oder Angestellten der Praxis nach außen getragen und hat somit einen Rächer geweckt? Manfred Gold, ein ehemaliger Ganove, der nun gerne Täter einschüchtert und ebenfalls in Therapie bei Carmen Mingus war, gerät ebenfalls unter Verdacht.

Lena Böll, die Verständnis für die Taten empfindet, muss nun aber die Peiniger der Frauen schützen, denn sie vermutet weitere Morde. Aus den Monstern werden zu beschützende Opfer, denn der Mörder wird wohl weiter Rache nehmen an den Tätern, die die Polizei bisher nicht bestrafen konnte.
Lena Bölls Vermutung bewahrheitet sich. Der Ehemann einer weiteren Frau aus der Therapiegruppe wurde gefoltert und zu einem blutigen Selbstmord gezwungen.

Ein gelungener zweiter Fall nach „Nummer Zwei“. Ein spannendes Psychogramm von Opfern und Tätern. Der Autor, Claus Probst, studierte Medizin in Italien und Heidelberg und durchlief Ausbildungen in tiefenpsychologischer Psychotherapie sowie in Trauma- und Verhaltenstherapie. Er arbeitet in eigener Praxis als Psychotherapeut und versteht es daher seinen Charakteren ein deutliches Profil zu erstellen.

Einen Abzug bekommt von mir aber die Marketingabteilung für den Umschlagstext: „Psychospannung, der Sie nicht entkommen: aktuell, bewegend, der Wahrheit verpflichtet.“ Soso, aktuell und der Wahrheit verpflichtet 😉

Das Buch ist ein gut gemachter, spannender Thriller.

Zum Buch

Siehe auch „Nummer Zwei

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