Matthias Teut: „Erellgorh“

Errelgorh Matthias Teut Dicht Fest Verlag

Phantastische Literatur lebt von der Fremdheit und der Sehnsucht nach Abenteuer. Es sind meist Orte und Landschaften, in die man eintaucht, die fern unserer schnelllebigen und technisierten Welt angesiedelt sind. Dies macht den Reiz dieser Literatur aus, die meist das Mittelalter und  die Märchen als Vorbilder nimmt und eine gehörige Prise an eigener Magie und fantastischen Wesen hineinstreut. Epische Stoffe, in denen es Wesen, Sprachen und Länder gibt, die in der Phantasie des Lesers eine ihm bisher gänzlich fremde Welt entstehen lassen. So schafft es auch Matthias Teut durch kurze Kapitel die Welt von Erellgorh aufzubauen. Handwerklich und sprachlich ist dieser Zyklus, der aus drei Bänden besteht (Band drei ist in Vorbereitung), bei den großen Vorbildern seines Genres einzuordnen. Die Kapitel sind jeweils aus der Sicht der drei Helden geschrieben und enden meist mit einem offenen Ende, sodass man regelrecht an das Buch gefesselt wird.

Die drei Helden heißen Atharu, Selena und Pitu. Sie leben jeweils in verschiedenen Orten in Jukahbajahn. Ein Land voller Magie und unheimlicher Geschöpfe. Die Menschen leben zurzeit mit den anderen Völkern im Frieden. Der Legende nach haben sich die Elben zurückgezogen und sind fast nur noch ein Mythos. Sie leben in ihrer mächtigen Stadt Erellgorh, verborgen im Dunst des Nebelsees.

Das Abenteuer beginnt für Atharu, als die oberste Alt-Mutter im Sterben liegt. Bei ihr hat Atharu den Zugang zur magischen Welt erlernt. Doch kann er den Zauber noch nicht gänzlich einsetzen und auch sein eigenes, magisches Element liegt vorerst in ihm verborgen. Er kennt sich mit den Kräutern, den Namen und der Wirkung vieler Dinge aus und beherrscht die machtvolle alte Sprache der Elben. Er erbt ein altes Bruchstück eines Medaillons, das er vor Neidern geheim halten muss und dadurch sogar seine Heimat verlassen soll. Die Alt-Mutter sagt ihm, er solle seiner Bestimmung folgen und er erhält weiterhin einen magischen Armreif. Nach den Sterbegesängen macht er sich auf seine große Reise und bekommt Unterstützung seines besten Freundes, einem Jäger und Fährtenleser.

Selena ist eine Küchenmagd, die durch einen Brief von ihrer Mutter zum Aufbruch aufgefordert wird. Sie erhält ein Päckchen ebenfalls mit einem Bruchstück des Medaillons. Sie soll das Päckchen stets sicher verwahren, denn es hänge sehr viel davon ab. Sie solle zum Nebelsee reisen und sich vor anderen in Acht nehmen. Ihre Reise lässt sie ebenfalls in große Abenteuer stürzen und sie lernt Menschen kennen, die ihr nichts Gutes wollen, aber auch innige Freundschaften entstehen. In ihr ist, gleich Atharu, eine Kraft, die sie noch nicht zu kennen scheint. Sie erfährt, dass es etwas Unheimliches, Dunkles in der Welt gibt.

Dann ist da noch Pitu, der Straßenräuber, der stets auf der Flucht lebt und öfters auch die Städte wechselt. Auch er begibt sich auf eine Reise ins Ungewisse. Als er mal wieder fliehen muss, landet er am Hafen und durch eine verstrickte Handlung beim Löschen und Beladen der Schiffe, gerät er unter Deck eines Seglers und seine Reise beginnt.

Die drei Handlungsstränge, die stets in gleichbleibender Reihenfolge erzählt werden, werden immer spannender und garantieren eine epische Welt voller Magie und gut gezeichneter Hauptfiguren, die man zügig lieb gewinnt. Alle drei machen sich auf die Reise und folgen einer Prophezeiung, die sie zum Nebelsee führt. Sie haben große Abenteuer zu bestehen und ahnen noch nichts von der Bedrohung, die auf sie lauert. Denn grausame Schatten jagen nach den magischen Bruchstücken und als Atharu, Selena und Pitu sich endlich begegnen, überschlagen sich die Ereignisse und der Leser befindet sich bereits im zweiten Band der Saga.

Band eins ist nominiert als bestes Romandebüt für den Deutschen Phantastik-Preis 2017.

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