Graham Swift: „Da sind wir“

Graham Swift Da sind wir dtv

Ein Roman, der tatsächlich verzaubert und auf magische Weise die beschriebene Welt am Ende noch ein Stück größer macht. Es handelt sich um eine Dreiecksbeziehung, die komplex und über die Zeiten hinaus erzählt wird. Drei Menschen, ein Conférencier, ein Zauberer und dessen Assistentin, die zwischen diesen beiden Männern steht.

Ein kleiner Roman der von Mehrdimensionalität erzählt. Ein Varietéspiel, das fast schon hypnotisiert und am Ende, mit dem letzten Auftritt des Zauberers, den Leser mit einem großen Knall entlässt und man von der Realität, die sich um einen befindet, geblendet wird. So hat nicht nur der Zauberer den Schritt weg von seiner Trickkiste zur kunstvollen Illusion gemacht, sondern auch Graham Swift, der hiermit einen sehr raffinierten Kurzroman veröffentlicht hat. Sein internationaler Erfolg „Ein Festtag“ ist filigraner, etwas feinfühliger, aber „Da sind wir“ ist vielschichtiger. Der Roman wurde aus dem Englischen von Susanne Höbel übersetzt.

Jack Robbins betritt zaghaft seine Welt des Theaters. Er zögert seinen Auftritt hinaus, denn zum ersten Mal hat er, trotz seiner jahrelangen Bühnenerfahrung, ein flaues Gefühl im Magen. So der Anfang. Immer wieder tauchen wir ein in die Gegenwart und Vergangenheit der Protagonisten, die sich durch den Zauber der Bühne lieben lernen. Ronnie Dean wird in den Kriegsjahren aufs Land versendet und untergebracht. Hier lernt er nicht nur erstmalig ein Familienleben, sondern auch das Zaubern kennen. Er übt immer begieriger seine Tricks und bekommt später als erwachsener seinen abendlichen Part in der Varieté-Show von Jack.

Um Erfolg im Showgeschäft zu bekommen, suchen sie eine Zauberassistentin. Dies ist der Auftritt von Evie White. Die Zaubernummer wird immer spektakulärer und der Zauberer Pablo und Eve erlangen nicht nur in Brighton großes Ansehen. Den Künstlernamen Pablo hat sich Ronnie ausgesucht. er erinnert an seinen Landaufenthalt und seinen ersten Kontakt mit den Zaubertricks. Aber auch eine traurige Kindheitserinnerung, die mit einem Papagei zu tun hat, spiegelt sich in seinem Zauberer-Namen. Evie kommt Ronnie nicht nur auf der Bühne immer näher und sie verloben sich. Doch ist da auch noch Jack, der ebenfalls Gefühle für Evie entwickelt hat.

Später, als Jack große Erfolge im Showgeschäft gemacht hatte, werden die Blicke auf damals zurückgeworfen. Evie, die eine Affäre mit Jack begonnen hatte, wurde Zeugin, wie Ronnie den Weg vom Zauberer zum Illusionist machte. War eventuell bei seinem letzten Auftritt auch wahre Magie im Spiel? Hat Ronnie sich gleich dem Papagei entmaterialisiert und ist seitdem verschwunden?

Ein Werk das Staunen lässt. War alles Illusion, ein Trick oder echter Zauber? Ein Buch über Freundschaft, Liebe und die Illusion oder den Zauber des Lebens.

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