Archiv der Kategorie: Erlesenes

„Förde Fräulein“

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Heute mal kein Leseschatz, sondern ein Buchschatz. Die Autorin Merle Primke hat für uns Kiel neu erfahren…
Wir Kieler kennen das häufige Vorurteil, dass man unserer schönen Förde-Stadt entgegenbringt, nämlich dass die Stadt nichts zu bieten hätte. Meistens denkt man als alter Kieler Seebär ähnlich und ist dann oft erstaunt, was es alles so bei uns zu entdecken gibt. Toll ist auch gerade, dass in Kiel alles sehr schnell zu erreichen ist – ob die Innenstadt oder die naheliegende Natur – Wasser, Wald oder die vielen Felder…
Merle Primke hat es sich nun zur Aufgabe gemacht Kiel zu entdecken. Ihre Geheimtipps sind tolle, individuelle Läden, Cafés und Restaurants. Ihre Vorliebe ist das Individuelle und mit viel Liebe und Herz bringt sie uns Kiel als die schöne, verträumte Stadt wieder näher… Es ist bereits ein richtiger Kult um das Förde-Fräulein entstanden, denn es gibt bereits auch diverse Non-Book-Produkte

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Leider sind wir im Buch nicht dabei…

Unser Weihnachtsspezial:
Der Verlag und wir verlosen zwei Bücher mit jeweils tollen Produkten aus dem „Falkemedia-Shop“.
Die Gewinner können dann das Buchpaket in der Buchhandlung Almut Schmidt abholen.
Einfach uns in einem kleinen Satz als Kommentar hier im Blog oder bei Facebook schreiben, warum Sie oder Ihr meint, dass Ihr das Buch haben möchtet…

Unter allen Antworten verlosen wir die beiden Buchpakete und geben die Gewinner am Mittwoch, 17.12.2014 bekannt. Viel Glück!

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Ulf Erdmann Ziegler „Und Jetzt Du, Orlando!“

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Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.
B. Brecht

Dies Zitat, die Strophe aus der Moritat von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper geisterte in meinem Kopf als ich den neuen Roman von Ulf Erdmann Ziegler „Und Jetzt Du, Orlando!“ las.
Ein Buch mit großen Bildern, die viel Freiraum für Assoziationen zulassen sowie diverse Gedankengänge des Lesers auslösen können.

Ein kluger Text, der von den Emotionen erzählt, die auf den großen Leinwänden der Lichtspielhäuser stattfinden, bis zum oberflächlichen Beobachten jener „Kopf-Nach-Unten-Generation“, die auf den kleinen Bildschirmen ihrer Smartphones Nachrichten und Wissen verwischen…
Ein Roman von `Tänzern im Dunkeln´. Von Menschen, die das Licht sind, das man sieht, und durch deren Betrachten man selbst heller wird. Gleich dem Höhlengleichnis ist das Buch durchwoben von Schatten-Licht-Spielen, die an die großen Kinomomente erinnern.

Als der Film „Dancer in the Dark“ von Lars von Trier mit Björk in der Hauptrolle vermarktet werden soll, treffen sich Oliver und Olando. Zwei Männer, die sehr unterschiedlich sind, sich aber sehr verbunden fühlen. Oliver, der Ich-Erzähler, wurde 1959 in Ulm geboren und hat Betriebswirtschaft studiert. Jetzt lebt er in London und arbeitet für einen Filmverleih. Orlando ist jünger und hat angefangen Philosophie zu studieren. Das Studium bricht er ab, um auch in die Unterhaltungsindustrie zu wechseln, da er sich mit Musik auskennt. Er kauft Filmmusikrechte ein.
Oliver und Orlando werden Freunde, die sich regelmäßig abends treffen und durch London ziehen und miteinander reden. Wenn ihnen mal die Worte fehlen, fällt ihnen stets eine passende Filmszene ein, denn beide sind vom Kino begeistert.
Ihre Kreise, die sie ziehen, werden immer größer und sie landen in diversen Kneipen, Pubs und Musikclubs. Beide sind verlorene Nachtgänger, die ihr Schattendasein ausleben und durch ihre Gespräche immer mehr aus ihrem Leben preisgeben. Oliver lebt erst nach seiner Ankunft in London auf und findet seine zukünftige Frau, während Orlando uns Einblicke in seine komplizierte Familiengeschichte gibt.
Auch beruflich bleibt es nicht gradlinig, denn es kommen große Veränderungen auf die Unterhaltungsindustrie zu und mit dem Fortschritt der neuen Techniken verlagern sich auch die Aufgaben und die Sicht von Oliver und Orlando. Es läuft darauf hinaus, daß man am Ende überflüssig werden könnte. Gleich zu Beginn des Textes wird deutlich, daß das Leben der Protagonisten aus den Fugen geraten wird und sie nicht die gemeinsame Zeit haben werden wie erhofft…

Ein Roman über Freundschaft und nicht nur für Cineasten großes Kino. Ein Buch, das viel im Leser anregen kann und viele Andeutungen zu Filmen und Literatur spannt.

Ein Text der provoziert, unterhält und in Teilen witzig zu lesen ist, aber viel Raum zum Grübeln geben wird…

Ulf Erdmann Ziegler wird am Mittwoch, 18.02.2015, 19:00 Uhr bei uns aus „Und Jetzt Du, Orlando!“ in der Buchhandlung Almut Schmidt lesen.

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Leseschatz, die zweite….

Wir haben einen neuen Leseschatz-Film gedreht. Dies ist bereits unser zweiter Film auf unserem YouTube-Kanal. Hier besprechen wir die Titel, die uns begeistert haben. Wir besprechen Romane, Kinder- und Jugendbücher, sowie Krimis und phantastische Literatur.

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Patrick Modiano: „Gräser der Nacht“

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Ein Roman, der einem Erwachen gleicht. Man fühlt mit dem Erzähler, der sich im ersten Satz bereits fragt, ob er alles nur geträumt habe. „Gräser der Nacht“: der Titel ist wie ein Bild, das die Geschichte spiegelt. Im Hellen mag alles deutlich sein, jedes Detail, jeder Grashalm ist zu erkennen, doch mit der Dämmerung verblassen die Farben, die Eindrücke und das Einzelne. Es bleibt nur die Erinnerung an das farbige Leben.

Patrick Modiano, gerade mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, hat mit „Gräser der Nacht“ zeitgenössische Erinnerungsliteratur geschrieben. In einem stets undramatischen und leicht melancholischen Ton wird die Geschichte mit der Gegenwart und dem Paris der sechziger Jahre verbunden. Aus der Distanz eines halben Jahrhunderts erinnert sich der Erzähler Jean, wie er Mitte der sechziger Jahre in Paris die geheimnisvolle Dannie kennenlernte. Jean streift durch das heutige Paris und wandert zurück in seine Vergangenheit. Mit Hilfe seiner damaligen Notizen und den Orten, die er jetzt wieder aufsucht, versucht er sich zu erinnern. In ihm und dem Leser wird immer mehr das Gefühl der beständigen Ungewissheit verstärkt. Bestimmte Namen, Gesichter und Details kommen ihm in den Sinn. Aber es scheint niemanden mehr zu geben, der jetzt mit ihm über damals reden kann oder mag. Er versucht Zeugen der damaligen Geschichte zu finden, doch scheinen alle vergessen zu haben. Oder es scheint keine Zeugen zu geben.
Als Jean damals Dannie kennenlernte und sich in sie verliebte, hatte sie viele Adressen und Namen. Sie lebte mit falschen Papieren und verkehrte mit einer zwielichtigen Gruppe von Menschen, die politische Kontakte nach Marokko unterhielten. Trotz der beständigen Ungewissheit wurden beide ein Liebespaar. Er der angehende Schriftsteller und sie, die Frau, die von vielen Geschichten umrankt ist und die auch von der Polizei gesucht wird. Dannie verschwindet einfach von einem Tag auf den anderen und Jahre später wird Jean als Zeuge von den Behörden zu einem ungeklärten Todesfall verhört. Es geht auf die wahre Geschichte eines marokkanischen Exilpolitikers zurück, der am 29. Oktober 1965 in Paris entführt und ermordet wurde.

Ein literarischer Roman voller Feinsinnigkeit und Schönheit. Ein Buch, das den Leser das Verwirrspiel der Protagonisten und dieser Geschichte nachempfinden lässt. Ein sprachlich schöner Roman, der seine Tiefe in jenen melancholischen Grautönen hat, die einer Dämmerung gleichen, jenem Zustand, der dem Betrachter die Kontraste und Farben wegnimmt. Auch wenn alles da ist, bleibt es in der Nacht oder in den Zeiten verborgen…

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Nick Hornby: „Miss Blackpool“

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Der neue Roman „Miss Blackpool“ von Nick Hornby entführt uns zu den wilden, bunten Zeiten der 60er-Jahre. Hornby nimmt uns mit zu den Anfängen der großen Unterhaltungsindustrie, zu den großen britischen Helden aus der Medienwelt mitten ins Swinging-Sixties-London.
Die Protagonistin, Barbara, die am Anfang der Geschichte an der Wahl zur „Miss Blackpool“ teilnimmt, den Preis aber nicht annimmt und die Provinz verlässt, weil sie kein weiteres Jahr in dem Dorf aushält, zieht nach London. Sie geht in das Zentrum der entstehenden Pop- und Rockkultur, um Komikerin zu werden.
Zuerst arbeitet sie als Verkäuferin und ihr Weg auf die Bühne erscheint aussichtslos. Aber sie bekommt bei einem Vorsprechen die Chance ihres Lebens und aus Barbara wird Sophie. Um mit ihrer Vergangenheit abzuschließen nennt sie sich ab sofort nur noch Sophie und wird in einer Gruppe von aufsteigenden Künstlern aufgenommen, die zu ihrer Familie werden. Sie wird ein Star innerhalb der Truppe rund um die beiden Drehbuchautoren Tony und Bill, den Produzenten Dennis und den Schauspielkollegen Clive. Sophie spielt in der Sitcom eine junge Frau namens Barbara. Vor der Kamera wird aus Sophie wieder Barbara…

„Aber dann bewegen wir uns doch. Wenn auch nur im Kreis!“

Die Serie wird trotz einiger Katastrophen ein Riesenerfolg. Doch der Roman zeigt mehr das Leben um die leuchtenden Sternchen jener Tage. Was passiert, wenn der Ruhm und die Ideen ausbleiben, was bleibt, wenn die Schönheit verblasst?

„… Darum ging es die ganze Zeit, von Anfang an. Ich wollte berühmt werden, dass meine Mutter in der Zeitung von mir liest oder mich im Fernsehen sieht und mich dann sucht und findet.“

Die Geschichte ist sehr unterhaltsam erzählt. Es wird eine Zeit lebendig, in der vieles seinen Anfang nahm. Es treten im Text Legenden aus Pop- und Rockgeschichte auf, die mich heute noch begeistern. Es kommt zu stets bekannten Diskussionen und Streit beim Durchstöbern der Plattensammlung, ob nun Beatles oder Rolling Stones… Es ist die Welt der am Hungertuch nagenden Drehbuchschreiber, der überarbeiteten Regisseure und meist egozentrischen Schauspieler und der vom Ruhm träumenden Mädchen…

„Die letzten vier Jahre hatten ihr Ruhm und Geld gebracht, aber auch Verwirrung. Konnte sie überhaupt irgendwas? Oder hatte sie nur Glück gehabt?“

Das Buch heißt im Original „Funny Girl“ gleich dem Roman von Anthony McCarten, in dem eine kurdische junge Frau in London Komikern wird. Der McCarten war etwas bissiger und eher eine multikulturelle Gesellschaftskomödie. Der neue Hornby swingt und beleuchtet mehr die Zeit der 60er Jahre im brodelnden London, auch wenn die Figuren ab und zu mit dem Inhalt verblassen…

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Frans Eemil Sillanpää: „Frommes Elend“

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Der finnische Autor Frans Eemil Sillanpää lebte von 1888 bis 1964 und hat als bisher einziger Autor aus Finnland den Nobelpreis für Literatur erhalten.
Der Roman „Frommes Elend“ ist ein unglaublich schöner Leseschatz und ein Buch, das man aufgrund der Gestaltung und des Formats sehr gerne in die Hand nimmt.
Es ist ein literarisches Werk, das mich durch die tragische Geschichte und die tolle Sprache und den teils humorvollen und ungewöhnlichen Erzählstil gefesselt hat.
Ein älterer Roman, der dennoch an Aktualität nichts eingebüßt hat und sich gut neben der modernen Literatur behaupten kann. Mich hat das Buch ab und zu an die kürzlich erschienene Novelle von Robert Seethaler „Ein ganzes Leben“ erinnert, auch wenn es mehr von John Knittels „Via Mala“ ins sich birgt.

Der Roman erzählt einen Lebensweg in einer Umgebung, die uns heutzutage fremd und sehr fern ist. Es ist eine harte, karge und trostlose Welt, in der wir uns beim Lesen verlieren können. Ein Text, der jeden Leser emotional fesseln und zu Herzen gehen wird.

Die Geschichte beginnt gleich mit dem Ende. Die Hauptfigur wird mit neun weiteren Gefangenen vom Kriegsrichter zum Tode verurteilt. Vor dem Massengrab werden diese erschossen und Jussi, der der letzte ist, legt sich zu den anderen Leichen, was dem Erschießungskommando nicht recht ist. Er soll im Stehen erschossen werden.
Es ist der Bürgerkrieg, der während einer Lebensmittelkrise im ersten Weltkrieg entfacht wurde, der sein Leben fordert. Durch die Kombination mit russischer Propaganda radikalisierte sich zum damaligen Zeitpunkt die Arbeiterbewegung in Finnland. Die Arbeiterklasse nahm die Ideale des Sozialismus an und fand Zuspruch in der Landbevölkerung. Der Bürgerkrieg brach letztendlich wegen der Unzufriedenheit gesellschaftlicher Gegensätze aus und forderte sehr viele Opfer. Warum unser Held Jussi erschossen wird, ist aber eher auf ein Missgeschick zurückzuführen und wird erst gegen Ende des Romans erzählt.

Der Protagonist kommt 1857 auf dem Nikkilä-Hof zur Welt. Je nach Gelegenheit wird er Jussi, Juha, Johan oder Janne genannt. Später wird ihm der jeweilige Hof-, bzw. Ortsname angehängt, in dem er gerade lebt bzw. arbeitet: Nikkilä-Jussi, Tourila-Jussi und Toivola-Juha.
Jussi selber hat eine kleine Auffassungsgabe und ein geringes Denkvermögen. Somit gelangt er in seinem ganzen Leben stets in tragische Geschichten.

Seine Eltern sind Bauern, die durch die Trunksucht des Vaters alles verlieren und als dieser später stirbt, verlässt die Mutter mit ihrem kleinen Sohn den Hof. Sie werden ein Teil jener Bettler, die durch die große Hungersnot in Finnland (1866 bis 1868) durch die Lande ziehen. In diesen drei Jahren verhungerten ca. 270 000 Menschen. Die Gründe für diese Katastrophe waren die vorangegangen dürftigen Ernten und die ungünstigen Wetterverhältnisse hatten dann für die kommenden Ernten verheerende Auswirkungen.

Jussi kommt auf dem Hof des Onkels unter. Er muß schnell seine Kindheit hinter sich lassen und soll als Knecht harte Arbeiten erledigen. Durch einen Jungenstreich, den einer seiner Freunde Kustaa auf einem Fest mit den Gästen spielt, verliert Jussi auch dieses Zuhause. Diese Art von Missgeschicken wird sich durch sein ganzes Leben ziehen. Denn immer sind es Andere, die ihn lenken und benutzen. Er in seiner fast frommen, wenn nicht gar naiven Unschuld wird stets ins Elend katapultiert. Sei es die Geschichte über seinen Lohn für die Waldarbeiten, den Andere ihm entwenden oder auch seine zukünftige Frau, die ihm auch nie die ganze Wahrheit erzählt oder jener Kriegsrichter am Ende, d.h. am Anfang des Romans, der kaum finnisch kann…

Ein Roman voller Leben. Ein Lebensweg, eines Mannes, der in seinem Alltag auf dem Hof und in der Natur danach strebt, ein menschenwürdiges und anständiges Leben zu führen. Der Roman wurde gekrönt mit dem Literaturnobelpreis und erzählt ein tragisches und anrührendes Schicksal, das dennoch positiven Mut im Leser weckt. Schön, das dieser Leseschatz vom Guggolz Verlag wieder gehoben wurde und somit vielen Lesern erneut zugänglich gemacht wird.

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Dennis Lehane: „The Drop – Bargeld“

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Ein kurzer Gangster-Roman mit Biss…

„The Drop – Bargeld“ ist die Romanvorlage des gleichnamigen Films. Der Film, der auf der Kurzgeschichte „Animal Rescue“ von Dennis Lehane basiert, kommt in Deutschland am 4. Dezember 2014 ins Kino. Dennis Lehane schrieb bereits „In der Nacht“, „Mystic River“ und „Shutter Island“.

Es ist ein sehr kurzweiliger Roman, der sich eigentlich recht schnell zusammenfassen lässt, aber mit einem leicht überraschenden Ende aufwartet, denn nicht jede Figur in der Geschichte spielt die Rolle, die man von ihr erwartet hätte. Die Charaktere, die sich sehr filmreif in meiner Phantasie herausgebildet hatten, sind auch die Stärke des kurzen Textes. Die gezeichneten Figuren von Lehane benötigen keine große Einführung, sie sind einfach da und leben im Leser.

Die Handlung beginnt mit einer Tierrettung. Der Hauptprotagonist Bob Saginowski, ein Barkeeper, findet einen kleinen Welpen, den er aus einer Mülltonne befreit. Da er mit sich selber nicht ganz im reinen lebt und eine dunkle Vergangenheit hat, ein Geheimnis, das er bereits Jahrzehnte lang hütet, bringt er den kleinen Hund vorerst bei Nadia unter. Die sympathische Nadia tritt ebenfalls durch diese Rettungsaktion in Bobs Leben und erobert gleich dem Hund sein Herz, womit er in seiner Welt verwundbarer und leicht erpressbar wird.
Seine Welt ist die Bar, in der er arbeitet. Das Besondere an dieser Bar ist, dass sie von dem organisierten Verbrechen als „money drop“, eine Art Gelddepot, benutzt wird. Hier wird, unter der Aufsicht von Bobs Chef und Cousin Marvin, nach einem ausgeklügelten System das Geld der örtlichen Mafia deponiert.
Eines Tages stürmen aber bewaffnete Männer die Bar und überfallen diese. Es dauert nicht lange bis die eigentlichen Besitzer ihre Geldeinlagen von Bob und Cousin Marv zurückverlangen. Die beiden müssen nun alles daran setzen, die Räuber aufzuspüren und das Raubgut wiederzubeschaffen. Da Bob der ermittelnden Polizei leichtgläubig etwas mehr Informationen gibt, bricht eine Lawine aus Gewalt über das Viertel hinein, in dessen Zentrum die Bar und Bob stehen. Die Ermittlungen, angeführt von einem kirchentreuen und übereifrigen Polizisten, wühlen tief in der Vergangenheit des Stadtteils, in dem jeder auf seine Weise ums Überleben kämpft. Auch wenn die Täter schnell gefasst wurden, bleibt die Frage, wer wirklich hinter dieser Aktion steht und, wer der wahre Mörder von Richie Whelan ist, den alle nur „Glory Days“ nennen?

Ein wirklich sehr kurzweiliger, aber toller Lesespaß. Denn der Roman ist eher eine Gangster-Novelle, die gut gezeichnete Typen beinhaltet. Aber der Hund, als zentrales Wesen, hatte es mir besonders angetan und auch wenn Menschen brutalst in einem LKW gefoltert wurden, ihm galt beim Lesen meine meiste Besorgnis.

Das Büchlein entfaltet ein gelungenes Kopfkino und ist auch die Romanvorlage zum Film von Fox Searchlight Pictures unter der Regie von Michael Roskam, nach dem Drehbuch von Dennis Lehane. In den Hauptrollen spielen Tom Hardy, Noomi Rapace und James Gandolfini. Der Schauspieler James Gandolfini, der im Juni 2013 verstarb, ist hier als der Cousin Marv in seiner letzten Rolle zu sehen.

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Tom Rachman: „Aufstieg und Fall großer Mächte“

Aufstieg und Fall

 „Es gibt keine Gesellschaften mehr, nur noch Individuen“

Der Autor Tom Rachman hat mit „Aufstieg und Fall großer Mächte“ seinen zweiten Roman veröffentlicht. Ein Roman, der viele kleine Kästchen beleuchtet aber erst am Ende zu einem Ganzen zusammenbaut, gleich einem Zauberwürfel. Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und Mut, also die großen Bausteine des Lebens.
Wenn es im Kleinen nicht mehr funktioniert, warum sollte es dann im Großen gelingen? Das Versagen des Gebildes der Familie kann sich in dem Scheitern großer Mächte wiederfinden. Jeder Mensch ist sein eigener kleiner Kosmos, der innerhalb einer Gruppe – Familie, Freunde, Wohngemeinschaft, gemeinsames Büro etc. – lebt, aber dennoch für sich als Individuum empfindet und oft auch innerhalb einer Gesellschaft ziemlich alleine sein kann. So entpuppen sich die Menschen, die man liebt nicht immer als jene, die Gutes für einen wollen. Ein Mensch, in dem man einen guten Freund gefunden zu haben meint, kann sich Jahre später als ein Mensch entpuppen, für den man lediglich ein Geschäft war, ein Projekt, das materielle Sicherheit versprach. Anhand der Geschichte der Hauptprotagonistin, die sich Tooly nennt, wird jener Lebensweg eines möglichen Werdegangs einer Gesellschaft dargestellt, die biographisch aufsteigt aber auch fallen kann…
Die Geschichte springt zwischen drei Stadien des Lebens von Tooly hin und her. Sie als Kind, die von ihrem Vater mehr oder weniger entführt wurde, weil er sie beschützen wollte. Als junge Erwachsene, die innerhalb einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft lebt. Als 30 Jährige Frau, die in Wales ein Buchhandlung bzw. eher ein Antiquariat führt und sich auf die Suche nach all diesen Menschen macht, die sie beschützt, geliebt, verraten und erzogen hatten. Die Reise geht von Wales nach Bangkok, nach New York, nach Italien, von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart, vom Ende des Kalten Krieges zu Aufstieg und Schwanken amerikanischer Macht bis zur digitalen Revolution unserer Tage.

„Alle wollen es wirklich, aber nur wenige gewinnen, und fast alle verlieren. Die Menschen mögen sich damit nicht abfinden, also reden sie sich ein, dass sie insgeheim und zumindest ihren eigenen Kriterien zufolge gar keine Versager sind. Aber ach“, schloss er lächelnd, „das individuelle Ego erweist sich Tatsachen gegenüber ebenso unzulänglich wie jedes nationale Ego.“

Das Buch lebt von den Protagonisten. Neben der sehr sympathischen Tooly lernen wir ihre skurrilen, getrennt lebenden Eltern kennen, die kaum in der Lage sind für ein Kind zu sorgen. Daher landet Tooly in einer schrägen Wohngemeinschaft mit einem kauzigen alten, griesgrämigen schlauen Mann namens Humphrey, der Schach sowie Bücher liebt und mit schwerem russischem Akzent spricht.

„…aber sei vorsichtig: Triviales Mensch regiert die Welt.“

Es folgt die Liebesbeziehung zu dem Jurastudenten Duncan, der in einer Studenten-WG wohnt. Den größten Einfluß auf ihr Leben hat der charismatische und exzentrische Alleskönner Venn, der Tooly eines Tages einfach sitzen lässt.
Als erwachsene Frau, möchte sie endlich ein Fundament schaffen und Klarheit in ihre Geschichte bekommen. Warum hat der Vater sie entführt, warum spricht Humphrey auf einmal klares und deutliches Englisch? Wo ist ihre große Liebe Venn geblieben? Während sie diesen Fragen und dazugehören Menschen nachreist, wird ihr Leben durch die Luft gewirbelt… Erst Stück für Stück baut sich das ganze tragische Bild einer Frau auf, die stets in Abhängigkeiten geraten ist, die mal gut, mal ehrlich zu ihr waren, aber auch einige, die es nicht gut mit ihr gemeint hatten und sie lediglich benutzten, um ihre eigenen Ziele zu verwirklichen.

Ein Roman, der toll komponiert wurde und von den verschrobenen und guten charakterisierten Figuren lebt. Ein Plädoyer für den Zusammenhalt, für die Familie und die Freundschaft. Auf persönlicher, wie auf globaler Ebene.

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„Der Schimmelreiter“

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In den Kieler-Nachrichten wurde in den letzten Tagen der „Schimmelreiter“ als Graphic Novel vorgestellt. Dies war aber mal wieder nicht die neueste Ausgabe. Die in der Zeitung besprochene Ausgabe hatten wir bereits am 05.11. 2013 hier im Leseschatz vorgestellt.
Neu ist die Ausgabe im Boyens Verlag, der uns die Bilder von Jens Natter freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.
Zum Inhalt der Novelle von Theodor Storm muß man wohl nicht mehr viel verlieren und warum ich es hier vorstelle? Ein Hauke kann nicht anders…
Ob man die Zeichnungen mag ist Geschmackssache – einen kleinen Eindruck kann man sich in der angefügten Bildergalerie verschaffen (zum Vergrößern einfach anklicken).
Ich mag den Schimmelreiter sehr und wurde mit dieser graphischen und künstlerischen Umsetzung sehr gut und kurzweilig unterhalten.
Ein schöner, kurzweiliger und klassischer Leseschatz.

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‚5 Blicke ins Buch‘

Ein Rückblick auf die Veranstaltung am Freitag, 17.10.2014 im Statt-Café / KulturForum Kiel

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Der Gastgeber Timo Off sprach über Bücher und führte mit kurzen, netten und sehr persönlichen Moderationen durch den Abend.

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Seine Gäste waren alles Menschen, die eines gemeinsam hatten, die Liebe zum Buch. Als erster Redner sprach Björn Högsdal als Poetry Slammer. Seine Ausführungen boten einen guten Einblick in die Kunst des gesprochenen Wortes, das auf der Bühne eine andere Gestalt annehmen kann als in gedruckter Version. Friederike Moldenhauer regte an, sich Gedanken zu machen, warum wir lesen, was wir lesen und „wie finde ich das richtige Buch für mich?“ Tim Eckhorst führte uns kurzweilig in die Kunst der Comics ein und als letzter Redner sprach der Kieler Autor und Lyriker Arne Rautenberg.

Als dritter Redner, vor Arne Rautenberg, sprach ich über meine Leidenschaft zu Büchern und darüber Buchhändler zu sein.

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Hier nun mein Text, den ich mehr oder weniger so vorgetragen hatte:

„Vielen Dank für die Einladung!

Meine Name ist Hauke Harder und der nordische Name mit dem literarischen Bezug wurde mir von meinen Eltern wohl auch zur Liebe zu guten Geschichten mitgegeben. Ich bin gelernter Buchhändler und habe mich vor drei Jahren mit meiner Frau Sonja selbstständig gemacht. Wir sind die Inhaber der Buchhandlung Almut Schmidt in Kiel (Pries-Friedrichsort). Diese Buchhandlung haben wir übernommen und führen diese im klassischen Sinne einer guten Buchhandlung weiter.  Bei uns soll sich jeder wohlfühlen, der auf der Suche nach einer guten Geschichte ist. Ob Jung oder Alt…

Was ist die Aufgabe eines Buchhändlers in der heutigen Zeit, in der die digitalen Medien so schnelllebig und als schick gelten? Wir sind Medienhändler, d.h. wir vertreiben gute Geschichten. Wir verkaufen nicht nur Bücher und andere Medien. Durch unsere Menschenkenntnis und das inhalierte Wissen aus unzähligen niedergeschriebenen Erzählungen, Geschichten von diversen Autoren und Autorinnen werden wir in jedem Gespräch mit unseren Kunden gefordert, das passende Buch für unser Gegenüber zu finden.  Denn wir sind kein generierter Code, der passend zu vorangegangenen Suchkriterien Verkaufsvorschläge unterbreitet. Wir sind Menschen mit wohl echten Gefühlen, die ihre Liebe und Leidenschaft zum Buch erlebbar machen und erlesene Stunden vermitteln wollen.

Lustiges gibt es im Buchhandel natürlich auch zu erleben. Gerade wenn Kunden mit einer gefestigten Sicherheit ihr Titelwissen präsentieren… „Ich Suche das Buch: `Flusstroll´“…. Oder „Ich hätte gern: `Muttis Asche´…. oder auch „Können Sie mir helfen?… Ich hätte gerne „Charme im Darm“. Klar – schnell finde ich das gewünschte Buch, Sei es „Frostkuss“ oder „Die Asche meiner Mutter“ oder „Darm mit Charme“. Der Kunde der noch bei den Kriegerinnen aus dem Amazonas sucht findet leider nur folgendes:

Treffer Muttis Asche: „Lied der blauen Frösche“ von Christel Lehmann,  „Drei Wege – ein Ziel – Überleben“ von Barbara Kohout, „Eure Ahnen in Schlesien und Pommern“ von Rita Jarmer, „Ich älteste Tochter: Tagebuch einer 12 – 16 Jährigen“ von Thea Robinson

Treffer Flußtroll: „Warhammer“ von unbekannt. Spiel. Neu – d.h. bei Amazon nie neu, sondern neuwertig: für 63.76€

Wie man sieht, haben wir Buchhändler etwas mehr Kombinationstalent, emotionale Intelligenz und recherchieren einfach besser… Auch sind die Bestellungen bei uns schneller…. Bis 17:30 Uhr bestellt – meistens nächsten Morgen da!

Lustig finde ich auch, wenn ein Kunde ein Buch bei der Amazone bestellt, es dann aber, weil wir gute Nachbarn sind und Pakete annehmen, es doch auch wieder in einer Buchhandlung abholt…

Oft werde ich auch gefragt, was ein guter Roman ist. Individuell ganz einfach beantwortet: er muß mir gefallen…  Er sollte mich emotional packen und eine gute Geschichte beinhalten, die mir eine ganze neue Welt öffnet.  Die Sprache ist mir wichtig, aber wenn es Titel sind, die mit einer wunderbaren Sprache geschrieben, aber wenig Inhalt haben, bin ich auch gelangweilt. Es muß stimmig sein.

Ein Buch kann ein Leben verändern. Wir wissen aus der Physik und den spirituellen Lehren, daß unsere äußere Welt der Inneren gleicht. So kann eine neue Sicht mein Umfeld verändern. Ich kann nicht die Welt verändern, ich kann nur mich ändern. Meistens reicht ein kleiner Anstoß. Diese Anregung kann ich durch einen schönen, klugen Satz finden oder durch ein ganzes Buch, denn jeder Text birgt in sich die Möglichkeit, meine Sicht auf die Dinge zu erneuern. Doch muß man auch Geduld haben, denn nicht jedes Buch spricht mich an oder ist für mich zu dieser Zeit das passende. Aber es gibt Bücher, die meinem Leben mehr geben. Ein alter Zen-Spruch besagt:

„Ein herumirrender Hund wird vom Stock gefunden“.

Ich muß aktiv sein, aber das Ziel und das Wissen sind da und es kommt passend zu mir. Hierzu fällt mir noch ein Lehrspruch ein:

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn ich daran ziehe“.

Es ist schön, in unserem Beruf zu erleben, wenn gerade junge Leser dies zum ersten Mal erfahren. Das Buch, daß sie gefunden haben und sie so sehr begeistert, daß sie ihr Umfeld anstecken wollen. Ich erinnere mich gut an diese Momente. Es kann ein guter Unterhaltungsroman sein, der mich so sehr berührt, daß ich mehr verstehe und empfinde. Eine neue Welt kann sich mir öffnen. Bücher schaffen es, in uns neue Welten zu erschließen.

Ich gestehe, ich liebe auch Filme und Serien, aber es sind die Bücher, die mich innwendig ergreifen. Das Sehen ist eine außengekehrte Sicht. Ebenfalls denke ich dies auch über die neuen Lesegeräte, die durch ihre diversen Funktionen eher vom Ursprung des Erfassens ablenken könnten.

Man muß nicht wie ich ein großer Freund von spirituellen Texten und Lehren sein, aber daß ich meine Welt und mein Umfeld selbst gestalte, sollte dennoch jedem geläufig sein. Daher empfehle ich heute das Buch: Denn jedes Buch öffnet neue Welten und Ansichten…

Neulich habe ich in einem Wirtschafts-Magazin lesen dürfen, das der Verkauf, d.h der Handel in einem Ladengeschäft „voll“ Mittelalter sei. Der Urheber dieses Geistesblitzes wünscht sich bestimmt eine Zukunft mit leeren Städten, in der wir alle Handhabungen, Einkäufe und Arbeiten liegend vor einem Monitor erledigen, gleich den prachtvollen Menschen bei Wall-E. Ebenso habe ich gelesen, E-Books sollen billiger werden als gedruckte Bücher, die zum Glück der Preisbindung unterliegen. Denn digitale Bücher benötigen „weniger“ Material. Wert bemessen am Materialeinsatz? Ist Kultur nur noch das Wert? Jürgen Vogel sagte mal in einer Talkshow, er mache Filme für Kinogänger. Diese machen sich extra auf den Weg ins Lichtspielhaus und würdigen damit schon in gewisser Weise seine Arbeit. Ebenso lebt auch das Theater von seinen Besuchern und ich zahle gerne den Eintritt, der sich hoffentlich nicht nur nach der Länge des Stückes und der Requisite richtet… Neulich habe ich den Werbespot von Bono & Co im Fernsehen sehen dürfen… Länger ist mir bekannt, dass die Band, die ich eigentlich mag, sich neuerdings für den Erhalt von Äpfeln einsetzt und ihr Album an Obstesser verschenken. Herbert Grönemeyer sagt wahre Worte: „So eine Aktion von einer so großen Band, die alle Millionäre sind, ist respektlos gegenüber den hart arbeitenden Kollegen.“ Dies gelte gerade in heutigen Zeiten, in denen es darum gehe, der Musik wieder einen Wert zu geben.

„Kunst ist schön. Macht aber viel Arbeit.“ behauptete bereits Karl Valentin.

Aber nicht nur die schönen Obstsorten, sondern auch die wilden Krieger aus der wohlbekannten Flussregion preschen vor… Jetzt kommt sie, die Flatrate für digitale Bücher in Deutschland… Endlich E-Books im Abo… Aber wer will das alles Lesen, denn es sind bisher nicht die renommierten Verlage dabei. Jetzt kommt sie, die Schwemme an Werken von Autoren, die sich nur selber so nennen und endlich fröhlich publizieren können.

„Der Leser hat’s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.“ (Kurt Tucholsky).

Später ist wieder der Buchhändler gefragt, denn wir sind echte Menschen, die noch als Leuchttürme im Büchermeer agieren. Denn eine Wand mit Büchern ist ein zeitloses Design.

„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ (Hermann Hesse)

Denn für mich sind Songs und gute Geschichten Kunst, die für mich auch einen Gegenwert haben dürfen. Autoren, die vom Schreiben leben wollen, brauchen Verlage, die ihnen ordentliche Honorare und Vorschüsse bezahlen. Sie benötigen Buchhändler, die mit Leidenschaft über ihre Werke sprechen und verkaufen. Ich bin ein Leuchtturm im Büchermeer. Bei rund 90.000 Veröffentlichungen jährlich ist es gar nicht so einfach, die wirklich tollen und lesenswerten Bücher herauszufischen! Ich möchte Sie für tolle Geschichten begeistern. Ich verkaufe Bücher aus Liebe zu diesem Medium und berate mit großer Freude in unserer Buchhandlung. Uns Buchhändler zeichnet die Beratung aus. Unsere Kunden möchten unsere Meinung zu den Titeln wissen.  Wenn ich ein Buch nicht mochte, sei es ein Bestseller, Preisträger o.ä. und ich persönlich nach meiner Meinung gefragt werde, spreche ich über mein individuelles Leserlebnis, denn dieses möchten unsere Kunden hören. Es bereitet mir unglaublich viel Freude, Buchliebhaber durch ein Gespräch zu dem passenden Buch zu führen.

Ich denke, das ein Buch erst als gedrucktes Buch erfasst werden kann. Der Geruch, das Papier, das Layout … die ganze Handerotik macht ein Buch viel erlebbarer als jede Datei, die man gleich den Puppen bei Momo nicht lieb haben kann… Dennoch bin ich selber ein Medienjunkie und mag die neuen Medien und verdamme diese nicht. Ich nutze sie als eine Hilfe und als ein Kommunikationsmittel um aber auf die herkömmliche Art auf die Erzählkultur aufmerksam zu machen. Denn sonst wäre ich auch nicht hier. Würde mein Blog „Leseschatz“ nicht gelesen werden, meine gezwitscherten Buchtipps auf Twitter und unsere Lesetipps auf Facebook nicht wahrgenommen werden, hätte der heutige Gastgeber mich wohl nicht kennen gelernt und mich nicht eingeladen.

Ich bedanke mich sehr für die Möglichkeit, hier zu sprechen und hoffe, Sie für den klassischen Buchhandel begeistern zu können und hoffe, Sie haben mal das Interesse, uns kennen zu lernen. Wir freuen uns auf Sie….

Vielen Dank!“

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