Archiv der Kategorie: Erlesenes

Michael Lüders: „Never Say Anything“

Beck Never Say Anything

Ein spannender Thriller, der mit der Macht der Medien, der Auseinandersetzung mit den Geheimdiensten und der Moral spielt. Ein kluger, komplexer Spannungsroman, der ganz aktuelle Themen beinhaltet. Wie bereits in dem vorangestellten Hinweis im Buch erwähnt wird, ist dies eine frei erfundene Geschichte. Ähnlichkeiten zu tatsächlichen Begebenheiten und realen Personen sind nicht beabsichtigt, ergeben sich aber möglicherweise zwangsläufig.

Michael Lüders ist Autor und Orientalist und legt nun einen spannenden, cineastischen Roman vor, der gleich der Fernsehserie „Homeland“ durch den realen Bezug in seiner Handlung brisante Themen anbietet und thematisiert.

Die Heldin des Buches ist die Journalistin Sophie Schelling. Sie ist für ihre Zeitung nach Marokko gereist. Sie hat sich auf eine eigentlich ganz normale Dienstreise eingestellt. Sie trifft sich in Marrakesch mit Hassan Maliki, einem befreundeten Verleger. Sie bekommen mit, daß die Berge eine Gefahr geworden sind. Vor ein paar Tagen sind Kämpfer von Al-Qaida im Maghreb aufgetaucht. Sie haben die Bevölkerung aufgefordert, sich ihrem Kampf anzuschließen und wahrscheinlich anschließend Geld verteilt, um Menschen anzulocken. Nun stellt sich zum ersten Mal die Frage, ob Sophie zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Als sie und Hassan in die Gegend kommen, werden sie bereits mit einem ermordeten Schäfer konfrontiert, dieser wurde durch einen Drohnenangriff getötet. Die Bewohner Gourramas heißen sie freundlich willkommen. Sophie lernt sie als Bauern kennen, die wohl keine Gefährdung für den Rest der Welt darstellen. Als sie den toten Schäfer beerdigen und der Dorfälteste seine Rede hält, kommen Hubschraubergeräusche näher und die ersten Laserstrahlen erfassen das Dorf und die Landschaft. Dann eröffnen zwei amerikanische Hubschrauber das Feuer und Soldaten werden abgelassen. Das ganze Dorf wird ausgelöscht. Sophie beobachtet amerikanischen Soldaten, wie sie bei den Toten die Kugeln entfernen. Doch dann wird auch sie angeschossen.

Sophie überlebt und wird von fremden Menschen verarztet und zur deutschen Botschaft gebracht. Später stellt sich heraus, dass der Vater von dem auch im Dorf umgekommenen Hassan Maliki ihr zur Seite steht. Wieder in Deutschland steht sie vor der Gewissensfrage, wie weit sie bereit ist zu gehen, um die ganze Wahrheit herauszufinden. Sollte sie lieber vergessen, was sie gesehen hat? Auch ein amerikanischer Enthüllungsjournalist, der über die Foltermethoden, Drohnenangriffe und die amerikanischen Einsätze in Afghanistan und Marokko recherchierte, kommt durch einen herbeigeführten Unfall ums Leben.

Vorerst schreibt Sophie ihren Bericht neutral und sie benennt selber keine Täter. Dies überlässt sie den anderen aus der Redaktion. Aber allein durch die Tatsache, dass sie diesen Bericht schreiben kann, dass sie bei diesem Angriff dabei war und diesen Anschlag überlebt hat, macht sie auf sich aufmerksam und weckt einen übermächtigen Gegner. Sie entscheidet sich für die Wahrheit und verstrickt sich immer mehr in einem Netz aus Geheimdiensten, Militär und politischen Interessen. Als Journalistin nimmt sie nun ihren Beruf ernster, als es ihr wohl gut tut und ihre Suche wird zu einem Kampf ums Überleben…

Ein sehr spannender Thriller, dessen Inhalt fiktiv, aber sehr real wirkt.

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Stefan Moster: „Neringa“

9783866482456 Mare Verlag

„Wo das Dürfen das Müssen ersetzt, bekam die Freiheit ihre Chance.“

Es gibt wenige Werke, die mich nachhaltig so beschäftigen. Das vorliegende Buch hat mich sehr an die Werke von Stephan Thome und Mirko Bonné erinnert. Ein klug konzipierter Roman und ein großes, vielschichtiges Werk. Der Kern des Buches ist das Fundament, auf dem sich alles erbauen lässt. Der Boden unter den Füßen, die Vergangenheit, die die Zukunft bedingt und das menschliche Miteinander. Wie sich dieser Boden gestaltet oder betrachten lässt liegt an der eigenen Wahrnehmung. Der gepflasterte Weg als Kunst oder als einfacher Pfad zum Ziel.

Der Ich-Erzähler, ein fünfzigjähriger Mann, lebt in London und ist für eine Software-Firma tätig. Er stammt aus Deutschland und hat die Grundidee für eine Software entwickelt, die es Unternehmern ermöglicht, ihre Daten gleich einem Armaturenbrett übersichtlich zu halten. Er hat lediglich die Ideen, die Umsetzung gestalten die Grafiker und die Programmierer. Die Geschichte nimmt ihren Anfang, als er im Kino einen Film sieht. (Diesen Film meine ich durch die Beschreibung erkannt zu haben und kann dem Protagonisten nur Recht geben, dass dieser ziemlich langweilig ist.) Durch eine einzige Einstellung, eine Szene, die am Mont-Saint-Michel spielt, wird er wach gerüttelt. Nun reist er in die Vergangenheit, die ihn in Teilen in die Irre zu führen scheint. Hat sich alles, was er erinnert, wirklich so zugetragen?

Die berühmte Felseninsel hatte er schon längst vergessen. Eine Postkarte mit dieser Insel im Wattenmeer als Motiv wird durch alle Hände der Familie gereicht. Sein Großvater meint beim Betrachten des Motives, da sei er schon gewesen. Sein Großvater, Jakob Flieder, der als Pflasterer allein durch seine Tätigkeit viele Spuren hinterlassen hat. Der Protagonist stellt nun durch seine Überlegungen sein eigenes Lebensziel, d.h. seine Lebensaufgabe, in Frage. Was ist es, was er an Bleibendem hinterlässt? So geht er auch in Therapie und hofft, durch diese Gespräche mehr zu erfahren. Die Flut an Fragen und Geschichten scheinen ihn gleich einer Springflut zu überrollen und er gräbt tiefer in der Vergangenheit. Besonders das Leben von Jakob Flieder fesselt ihn, d.h. dessen Leben als Handwerker und als Soldat in Frankreich.

Durch Neringa, einer Frau aus Litauen, die bei ihm putzt, kann er in sich mehr Klarheit finden. Es ist auch ihre Kunst, die ihn rührt. Sie tanzt und spielt für ein Figurentheater. Ihre flüssigen Bewegungen mit den Händen und Figuren werden sein Höhlengleichnis und er findet sein Glück im Hier und Jetzt.

Ein schöner Roman, der still und leise große Themen anspricht und wunderbar geschrieben ist. Mich hat das Buch sehr begeistert. Es kann in seiner positiven Melancholie viel im Leser anregen. Ein Wechselspiel zwischen der Moderne und dem Althergebrachten. Was ist bleibend in unserem Leben, was schaffen wir, das unsere Nachwelt, sofern man dies möchte, erinnert? Vieles was produziert wird ist nicht nachhaltig, sondern gilt dem schnellen Konsum. Gleich der Software, die die Firma des Protagonisten erstellt. Auch die Menschen in diesem Unternehmen sind wie ihre „Wolken“ und lassen sich nur noch von Trends bestimmen ohne auf diese wirklich einzugehen. Anders erscheinen hier die Mosaike, die aus kreativer Fantasie entsprungen und von Hand verlegt etwas Bleibendes symbolisieren. So können auch Menschen, gleich den gesetzten Steinbildern, zu Legenden werden, die über ihren Tod hinaus, ihre Geschichte erzählen. Die Geschichte einer Heimkehr, als Deserteur, als Lebenskünstler oder als Mensch auf der Suche nach Zufriedenheit und Glück.

Für mich bereits ein Highlight in diesem Frühjahr.

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Alice Greenway: „Schmale Pfade“

9783866482326 MARE Verlag

Ein tragischer Roman, der von unglücklichen Lebensgeschichten erzählt, aber auch immer das Schöne im Leben und in der Natur aufzeigt.

Es geht um die menschlichen Pfade und um das Aushalten der eigenen Biografie. Niemals klischeebehaftet erzählt Alice Greenway von Verlust, Freundschaft, Krieg und Natur. Es liest sich spannend, ist nie überladen, sondern eher poetisch knapp verfasst. Der literarische Lesefluss ist wohl auch dem nicht ganz unbekannten Übersetzer, Klaus Modick, zu verdanken. Der Text verneigt sich als Küstenroman vor seinen großen Vorbildern, die stets zitiert werden. „Robinson Crusoe“ und besonders „Die Schatzinsel“, dessen wahrer Ort hier gefunden zu sein scheint…

Die Handlung spielt 1973 in Maine. Jim Kennoway, der einsam und zurückgezogen in seinem Strandhaus auf einer kleinen Insel lebt, versteckt sich vor den Geistern seiner Vergangenheit. Er erscheint uns, dem Leser, als eine Verkörperung von Long John Silver oder als Walt Kowalski (gespielt von Clint Eastwood) aus „Gran Torino“. Er ist ein wortkarger, verbitterter alter Mann, der gleich einem Piraten nur noch ein Bein hat, aber eine Prothese ablehnt.

Er findet seine innere Ruhe in der Natur. Er war einst ein angesehener Ornithologe. Das Museum, für das er tätig war, möchte über ihn schreiben und recherchiert in seiner Vergangenheit. Ebenfalls erinnert sich Jim an die verdrängten Schrecken, die er im Krieg erlebt hat. Seine Geschichte erwacht in ihm und löst alle Emotionen in ihm erneut wach. Der Auslöser ist ein vorerst nicht ganz willkommener Gast. Nach seinen ganzen Schicksalsschlägen hat sich Jim in die Einsamkeit einer Insel zurückgezogen und wird nun von der Tochter von Tosca Baketi, seinem damaligen Scout und Freundes während des Pazifikkrieges 1943, aufgesucht. Cadillac Baketi, die junge Salomonerin, soll im Herbst ihr Medizinstudium in Yale beginnen. Um sich vorher etwas einzuleben, hat ihr Vater sie zu Jim eingeladen.

Durch ihre Anwesenheit beginnt Jim sich zu erinnern. Etwas vor dem er mit Hilfe von Alkohol fliehen wollte. Er möchte nicht an den Krieg erinnert werden. Er will diese Vergangenheit und seine grausamen Bilder und Taten vergessen und am liebsten ertränken. Auch schmerzt ihn die Erinnerung an seine Frau, seine große Liebe.
Cadillac scheint im letzten und richtigen Moment in sein Leben getreten zu sein, damit er sich erinnert und mit den düsteren Kapiteln seiner Biografie abschließen kann…

Ein Roman wie eine kleine literarische Wucht. Ein emotionaler literarischer Leseschatz, der gespiekt ist mit Zitaten, Anspielungen und Verweisen auf Hemingway, Defoe und natürlich Stevenson.

Niemals verfällt der Text ins Belanglose, Überflüssige oder in kitschige Klischees. Die Charaktere und die Landschaften treten bildhaft hervor. Am detailliertesten wurde Jim Kennoway ausgearbeitet und lässt die anderen Figuren etwas verschwinden. Es ist aber seine Geschichte und somit darf er auch am stärksten in Erscheinung treten. Er ist ein nicht sehr sympathischer Romanheld, der aber länger im Leser lebendig bleiben wird.

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Alexander Ilitschewski: „Der Perser“

Suhrkamp Der Perser

Ein komplexer, tiefgreifender Roman, der ganze Welten umschlingt.

Ich hatte neulich mit einem befreundeten Autor über unsere Lesegewohnheiten gesprochen. Er meinte, er merke schon, wenn ein Buch schwer in der Hand liegt und gewichtig scheint. So ein Buch ist auch „Der Perser“, ein literarischer Brocken, der erobert werden muß. Aber jede Seite und jede Episode ist es dann auch wert erobert worden zu sein. Ein facettenreiches, tiefgründiges Buch. Etwas Franzen schimmert beim Lesen durch, etwas aus „Unschuld“ wird bei mir beim Lesen wachgerufen. Wobei der vorliegende Roman noch mehr Tiefgang und Literatur beinhaltet.

Der Erzähler Ilja, ein Geologe, Weltbürger und Hobbyfotograf, kehrt in seine alte Heimat am Kaspischen Meer zurück. Es beginnt als eine Dienstreise. Der Geologe, der sich für die Eingeweide des Planeten begeistern kann, reist im Auftrag eines internationalen Konzerns nach Amsterdam. Er ist in den Neunzigern nach Amerika ausgewandert und lebt nun in Kalifornien. Früher hat er mit seinem Freund, dem iranischen Flüchtlingskind Hașem, Szenen aus seinem Lieblingsbuch nachgespielt. Es ging um Kees, den Tulpenadmiral. Die Tulpe war für Hașem die Blume des Paradieses. In der Gegenwart, in Amsterdam, fällt Ilja dieser alte Traum wieder ein. Er reist in seine Heimat Baku und auf die Halbinsel Abșeron am Kaspischen Meer, seit den Zeiten der Nobels und Rothschilds Standort der Ölförderung. In der aserbaidschanischen Steppe findet er seinen damaligen Schulfreund wieder.

Hașem, der titelgebende Perser, schlägt nicht nur Ilja in seinen Bannkreis. Beide verbrachten ihre Jugend in der damaligen Sozialistischen Sowjetrepublik und haben sich seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Hașem, ein Kenner der Fauna und Flora, engagiert sich für die Falkenzucht. Was Ilja aber besonders fesselt, ist neben Hasems schlichter Naturverbundenheit auch dessen Liebe zur Lyrik und Hang zur Mystik, die in den Religionen fußt, deren Wurzeln aber in der Spiritualität und Heilkunde liegen. Dadurch wird dieser verehrt wie eine Art Guru. Ein Charakter, von dem für alle eine Faszination ausgeht. Ilja möchte bleiben, bis es zu tragischen Verwicklungen kommt. Seine Existenz wird durch Hașems Lebensweise in Frage gestellt und es kommt zu wechslungsreichen Handlungssträngen, die gleich Plattentektonik oder Erdbewegungen vieles aufwühlen.

Ein umfangreicher Roman, der trotz seiner Länge und Komplexität nie langweilt oder langatmig ist. Man rutscht durch die Schauplätze, die historischen Landschaften, in denen einst die Weltreligionen zusammenfanden und die heute eine sensible Zone sind.
Der Text ist gefüllt mit Metaphern, die vom Leser entdeckt werden können. Der Roman hat eine hohe Sprachqualität und ist gespickt mit historischen, spirituellen und literarischen Verweisen. Ein stimmgewaltiger Gegenwartsroman eines großen aktuellen russischen Autors. Ein Buch, das zum Denken animiert und herausfordert durch seine Aura des Geheimnisvollen.

Es gibt ein aufschlussreiches und spannendes Arbeitsjournal des Übersetzers. Ein Blick da hinein lohnt sich auf jeden Fall. „Natürlich hat ein Roman keine Bebilderung nötig. Entscheidend sind die Bilder, die der Text im Kopf des Lesers freisetzt.“ Siehe: „Der Perser: Bilder eines Romans“

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Milena Busquets: „Auch das wird vergehen“

Suhrkamp Busquets Auch das wird vergehen

„Wenn die Erde nach und nach von denen entvölkert wird, die uns lieben, dann werden wir schleichend, im Takt der Todesfälle, zu Unbekannten.“

Ein kleiner, fast schon leichter Roman, der uns in den spanischen Sommer einlädt. Der Ausflug zum Meer wird eine melancholische, traurige, aber auch witzige Reise. Blanca hat ihre Mutter verloren und fährt zum Familiensitz nach Cadaqués. Es sind alle Menschen um sie, die sie lieben, doch ist sie sehr in sich gekehrt. Da auch ihre beiden Exmänner und ihr verheirateter Geliebter dabei sind, kommt es neben den vielen Gesprächen auch zu Sex. Das ganze Haus ist erfüllt mit Leben durch die Anwesenheit der Kinder und der Freunde mit deren Partnern. Alles wirkt wie eine leichte Zeit im Sommer am Meer. Es wird viel getrunken und gekifft. Alle haben Zeit und die Möglichkeit für diese Auszeit und genießen in der Trauer die gemeinsamen Bootsfahrten und Abendstunden unter freiem Himmel. Doch ist die Trauer allgegenwärtig, die verstorbene Mutter begleitet Blanca stets in ihren Gedanken. So ist auch der Text als ein innerer Monolog mit dieser ein Ringen nach Verarbeitung und die Bekämpfung der seelischen Leere. Auch wenn Blanca Menschen um sich hat, ist sie allein und fühlt sich einsam. Doch trifft sie im Dorf jenen unbekannten Mann, der auch mit auf der Beerdigung war.

Blancas innere Zwiegespräche und der erste einsame Besuch am Grab der Mutter zwingen sie zur Einsicht. Jeder Schmerz, jede Trauer hat ihre Zeit und man kann diese nur für sich bezwingen, indem man diese zulässt und durch diese geht. Man kann sich nicht verstecken. Aber jede Trauer, jeder Kummer wird vergehen. Wie alles im Leben wird auch das vergehen.

Sind wir mehr das, was wir im Laufe unseres Lebens verlieren, als das was wir tatsächlich besitzen? Als Jugendliche sind wir noch unbekümmert und glauben, das Leben werde alle seine Versprechen halten. Der Begriff „unbekümmert“ beinhaltet den Kummer, der wohl mit den Jahren in uns einzieht und immer mehr seinen Raum einzunehmen versucht.

Ein Roman, der sich sehr zügig lesen lässt und elegant mit der Gefühlswelt spielt. Ein sanfter Roman, der mit seiner melancholischen Leichtigkeit etwas Tiefe vermissen lässt. Aber eine schöne, komische Lektüre bietet und ergreifende Bilder von Abschied heraufbeschwört. Ein Buch über Trauer, Freundschaft, Liebe und die allgemeine Schönheit des Lebens.

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Robert Scheer: „Der Duft des Sussita“

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Neulich hatte ich mit Robert Scheer eine kleine Diskussion über Hard-Rock auf Facebook. Wir beide sind den wummernden, lauten aber gefühlvollen Klängen der bekannten Gitarrengrößen verfallen. Wir sind beide Hardrock-Fans, die als Kind stets belächelt, dann aber im Freundeskreis ein Magnet für Mixtapes wurden. Mit dem Einfluss der Grunge-Bewegung wurde unser Musikgeschmack erneut eher belustigt angesehen.

003Warum ich das erzähle? Robert hat mich auf seinen Roman „Der Duft des Sussita“ aufmerksam gemacht. Als wir uns über unsere alten Helden unterhalten hatten, meinte er: „mein erstes Buch „Der Duft des Sussita“, vermutlich dir unbekannt, aber dort gibt es Passagen über die Rockszene in Israel“. Ich kenne sogar einige Musiker aus Israel persönlich und, da ich sein Buch tatsächlich noch nicht gelesen hatte, hat mir Robert netterweise ein signiertes Exemplar geschenkt.

Dieser Roman liest sich eher wie eine Sammlung an Kurzgeschichten, die aber doch durch einen zarten Faden verbunden sind. Es wirkt als würde man teilhaben an Episoden aus dem Leben des Autors. Robert Scheer wurde 1973 in Rumänien geboren. 1985 emigrierte er mit seiner Familie nach Israel. Nach dem Versuch als Rockmusiker Karriere zu machen, studierte er Philosophie in Haifa und Tübingen.

So spielt auch dieser Roman in Israel und erinnert durch seinen Charme, Witz und den leicht melancholischen Klang an die Werke von Tilman Rammstedt und Wladimir Kaminer. Es sind zwölf miteinander verbundene Geschichten. Wir lernen viel über die Protagonisten und deren Leben in Israel kennen. Der Duft der Sussita scheint mit seinem Neuwagenduft eher an sattes Papier zu erinnern und somit auch Kamele anzulocken. Die Familie hat endlich das Nationalauto erwerben dürfen und sie wollen dies nun feiern. Doch nach dem Besuch im Restaurant ist das nagelneue Auto, der Trabbi des Nahen Ostens, verschwunden… In der folgenden Geschichte ist der Erzähler als Übersetzer tätig, als Lothar Matthäus dem Rabbi für das defensive Mittelfeld Empfehlungen geben möchte. Ferner erfahren wir, wie der erste Kibbuz und das Catering an der Front privatisiert werden mit jeweils weitgehenden Folgen.

Neben dem Protagonisten, dem Erzähler, bleibt auch sein Onkel in bleibender Erinnerung. Onkel Sauberger, der gleich seinem Namen, ein Liebhaber unkoscherer Metzgerware ist. Auch ist die Zeit, als die männlichen Metalheads noch mit langen Haaren provozieren konnten, bis es mit dem Einfall des Hair-Metals gängige Mode wurde, ein Teil der Entwicklung des Helden. Neben den metallischen Klängen kommt auch die Oper zu Wort. Es wird der Versuch von Barenboim geschildert, wie er gerade Wagner in Tel Aviv aufführen möchte. Wir werden auch Zeugen, wie die Natur der Dummheit des Menschen trotzt und zum letzten tödlichen Tanz auf den Wellenbrechern einlädt. Der Kreis des Buches schließt sich erneut mit dem Auftreten von Wüstenschiffen.

Ein komisches Buch voller Herz, Intelligenz und politischer Weit- und Weltsicht.

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Michael Köhlmeier: „Das Mädchen mit dem Fingerhut“

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Ein Roman über ein Mädchen, das alles verloren und keine Heimat hat. Sie besitzt nur, was sie bei sich trägt und ihr größter Schatz ist ein Fingerhut, der vorerst ihre Verletzung am Finger schützen soll.
Sie und zwei Jungs leben in einer Welt, die diese Kinder scheinbar nicht will. Ein unvergessliches und sehr reales und aktuelles Buch.

Am Anfang hat das kleine Mädchen noch einen Onkel. Sie sind obdachlose Flüchtlinge irgendwo in Europa. Namen und Orte bleiben unbenannt und sind beliebig. Sie spiegeln unsere reale Gegenwart. Der Onkel lässt sie tagsüber in Geschäften und holt sie abends immer wieder ab. Da das Mädchen engelsgleich wie eine Märchenprinzessin ohne Worte und mit großen Augen durch die Welt schaut, weckt sie stets Mitgefühl, wird geduldet und bekommt zu essen. Sie kann die Landessprache nicht sprechen und verstehen. Sie mag nicht so gerne Süßes, schon gar nicht Limonade. Wenn sie das Wort „Polizei“ hört, so hat es ihr der Onkel beigebracht, soll sie so laut und lange schreien, bis ihr die Luft ausgeht und dann noch einmal.

Eines Abends kommt der Onkel aber nicht. Sie geht den Weg, den sie morgens genommen haben zurück, verirrt sich und verliert sich in der Stadt.
Sie trifft auf zwei Jungs, die genauso wie sie verlassen und in der Stadt gestrandet wirken. Sie schließt sich diesen an. Einer ist der Ältere, der sie auch versteht. Der Jüngere spricht eine andere, fremde Sprache, die aber auch der Ältere zu sprechen versteht. So beginnt ihre traurige, leidvolle Odyssee. Stets auf der Suche nach Essen und Schlafplätzen.

Woher kommt das Mädchen? Warum ist sie hier? Als sie gefragt wird, wie sie heißt, sagt sie erst, sie wüsste es nicht, dann sagt sie Yiza. Ist das ihr Name?
Diese Fragen bleiben offen und doch wird eine große Geschichte in diesem kleinen Buch erzählt. Man erfährt nichts, aber man nimmt teil an einer Episode im Leben von Menschen, die eine neue Heimat suchen. Eine Geschichte, die Mitleid und Rührung hervorruft.

Das Buch liest sich wie ein poetisches modernes Märchen. So kommen auch neben der Prinzessin, Hexen und Ritter vor. Ein wundervoller Text, der einen an die großen Werke von Dickens erinnern lässt.
Ein faszinierender Roman voller Menschlichkeit, Unmenschlichkeit und der kindlichen Kraft des Überlebens.

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David Grossman: „Kommt ein Pferd in die Bar“

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Das Buch erinnert schon beim Betrachten an ein Album von Tom Waits. Beim Lesen gerät man in einen Sog, der einen bannt und so schnell nicht mehr loslässt. Gleich den Gästen einer Comedian-Veranstaltung, die sich vom Vortragenden etwas Ablenkung erhoffen, aber doch viel mehr bekommen, als sie möchten oder erwarten durften. Der Titel klingt wie der Anfang eines belanglosen, schlechten Witzes. Doch bleibt der Witz im Halse stecken. Der Text wandelt zwischen Lachen und Weinen – Gleich den Polaritäten: Genie und Wahnsinn, Schlaf und Tod.

Das Buch spielt in Jerusalem und handelt von Dovele, der sich selber als Randfigur der Gesellschaft sieht. Er verwendet für sich ein einfaches Bild. Das Bild einer Gruppe von Menschen, die gemeinsam wandern und bei einem lösen sich beim Gehen die Schnürsenkel. Wenn dieser stehen bleibt, um diese zu schließen, gibt es zwei Möglichkeiten: Er ist ein Bestandteil der Gruppe und alle warten oder er wird nicht beachtet und die anderen ziehen desinteressiert weiter. Als letzteres empfindet sich Dovele, der Comedian.

Der eigentliche Erzähler des Romans ist der Richter Avischai Lasar. Dieser wurde von Dovele gebeten, an diesem Abend sein „Richter“ zu sein. Er solle sich ein Bild von ihm und dem Abend machen. Dovele erwartet von ihm eine Rückmeldung, wie er auf der Bühne auf ihn wirkt.

Dovele tritt auf. Er kommt auf die Bühne als hätte ihn jemand zum Auftritt überzeugen müssen. Als würde er auf die Bühne gestoßen. Nachdem er sich berappelt hat, beginnt er zu erzählen. Er erzählt Anekdoten und Witze. Für eine Pointe ist ihm nichts zu schade. Er wirkt wie fast jeder Stand-Up-Comedian zynisch und sarkastisch. Er gibt alles, denn heute ist sein Geburtstag.

Will er dem Publikum überhaupt gefallen? Denn zwischen den Witzen erzählt er seine tragische Geschichte. Hat er deswegen den Richter eingeladen? Beide kennen sich von einem Lager, in dem sie als Schüler militärisch ausgebildet wurden. Will sich Dovele rächen? Was möchte er und warum soll der ehrenwerte Richter dabei sein? Ist es Zufall, dass in der ersten Reihe eine kleine Frau sitzt, die mal seine Nachbarin war? Sie kennt Dovele als den Jungen, der oft auf den Händen ging. Dies tat er, um seine Mutter, zu der er ein enges Verhältnis hatte, zum Lachen zu bringen. Auch scheint die Welt so für ihn erträglicher zu sein. Geht man auf den Händen kann einem auch niemand ins Gesicht schlagen. Dies wird seine Flucht aus der Realität. Die Verschiebung der Wahrnehmung, das Leben steht Kopf und wird dadurch von ihm zum Witz deklariert.

Während seines Vortrages werden die Pointen immer seltener und das Kleinstadtpublikum wird immer ungeduldiger. Aber er möchte seine Geschichte erzählen. Seine Floskel, „wo war ich stehen geblieben“ führt ihn und seine immer mehr reduzierten Zuhörer zurück in seine Vergangenheit. Damals wurde er während des Lagers abgeholt. Aber keiner traut sich ihm zu sagen, was geschehen ist. So geht er dem Offizier auf Händen nach und wird von seinem Zeltkammeraden, dem jetzigen Richter beobachtet. Er soll zu einer Beerdigung gebracht werden, doch jeder der mit ihm spricht, hofft, ein andere möge ihm sagen, wer der oder die Verstorbenen sind. Der Fahrer, der ihn vom Lager zur Beerdigung fährt, versteckt seine Unsicherheit auch hinter Witzen und Anekdoten, die er seiner Schwester und Dovele während der Autofahrt zum Besten gibt.

Gleich dem Publikum wird man durch die Geschichte gefesselt. Man möchte ihm zurufen, endlich weiterzuerzählen. Seine Witze sein zu lassen, um endlich zum Kern seines Vortrages zu kommen. Es ist das Wesentliche, das in uns ist, das er Stück für Stück offenlegt und darbietet. Es geht um Verrat, um Trauer, um Schmerz und um Freundschaft.

Ein großer Roman, der wie ein Kleinkünstler daherkommt, der für sein Publikum eine ganz andere Reise geplant hat, als man als Zuhörer, d.h. Leser erwartet hatte.

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Abbas Khider: „Ohrfeige“

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Eine Ohrfeige eines Flüchtlings aus dem Irak an alle Menschen, die ihm sein Leben erschweren. Denn das Buch handelt von einem Menschen, der in seiner Heimat und in der Fremde nicht leben darf.
Er fesselt seine zuständige Sachbearbeiterin bei der Ausländerbehörde, gibt ihr eine Ohrfeige und erzählt ihr seine ganze Geschichte. Seine Frustration lässt ihn letztendlich so handeln. Oder träumt er das Ganze? Hat er sinneserweiternde Stoffe eingenommen und phantasiert seinen kleinen Racheakt an seiner kalten, bürokratischen Sachbearbeiterin?

Abbas Khider, der Autor, wurde 1973 in Bagdad geboren und mit 19 Jahren aus politischen Gründen verhaftet. Nach seiner Entlassung floh er und lebt seit 2000 in Deutschland. Am 15. Dezember 2013 wurde ihm der Nelly-Sachs-Preis überreicht. „In seinen Romanen schildert Khider exemplarische Schicksale unserer zerrissenen Gegenwart. Lakonisch, humorvoll, erzählerisch versiert und literarisch.“ So in der Laudatio von Hubert Spiegel (Literaturkritiker der F.A.Z).

Abbas Khider hielt sich als „illegaler“ Flüchtling in verschiedenen Länder auf und erlebte wohl eine persönliche Odyssee. So auch sein Protagonist, Karim Mensey, dem gleich Odysseus nur selten Gastfreundschaft gewährt wird. Er flieht aus einem Land, um der Diktatur dort zu entkommen, strandet aber letztendlich im Dschungel der Bürokratie. Er erlebt die Schikanen des Bundeskriminalamtes, Peinlichkeiten des Bundesnachrichtendienstes und die alltäglichen Vorurteile bis hin zum Rassismus.

Karim ist eigentlich kein politisch Verfolgter. Er verlässt seine Heimat nicht politisch motiviert. Doch ist die Flucht für ihn sehr wichtig und er wird von seinem Vater unterstützt. Er leidet unter Gynäkomastie. Nach der Schule ist sein Notendurchschnitt knapp unter der Regulierung für das Studium und dem damit verschobenen Militärdienst. Er darf vorerst nicht studieren, sondern muß den Militärdienst antreten. Sein nackter Körper ist ihm aufgrund seines Leidens sehr peinlich und könnte ihm im Irak sehr gefährlich werden. Er glaubt seine damalige Kinderliebe hätte ihm, nach ihrem grausamen Tod, ihre Weiblichkeit übertragen. Diese versucht er stets mit Kleidung zu verbergen und möchte nun zu seinem Onkel Murad nach Paris fliehen. Seine Reise dauert fast fünf Wochen und durch die verschiedenen Einzeletappen, sowie Fahrzeuge, verliert Karim die Orientierung. Als er von der Ladefläche des Transporters springt, ist er nicht in Frankreich, sondern in Dachau. Drei Jahre und vier Monate wird er nun in Deutschland leben. In Zirndorf, Bayreuth, Niederhofen und in München.
Sein Aufenthalt ist geprägt vom Warten. Langsam spielen die Einheimischen für ihn eine immer wichtigere Rolle. Besonders Frau Schulz, seine Sachbearbeiterin von der Ausländerbehörde, gehört zu den Menschen, die er am häufigsten sieht. Frau Schulz bearbeitet sehr bürokratisch, unfreundlich und zu Teilen auch willkürlich die vorgelegten Anträge. Karim muss sich eine Lebensgeschichte ausdenken, damit er Asyl bekommt und sich endlich wieder frei bewegen kann. Er kämpft sich durch Formulare und Asylunterkünfte und lässt sich auf fragwürdige Freundschaften ein.

Mit dem 11.09.2001 verändert sich alles und die Welt steht Kopf. Nach dem Irakkrieg bekommt Karim seinen Widerruf und er soll in den Irak abgeschoben werden. Jetzt, nachdem er sich in Deutschland eingefunden hatte, die Sprache erlernt, die Mentalität erhaschen konnte, steht er wieder am Anfang. Er muss sich einen neuen Schlepper suchen. Einen, der ihn aus Deutschland rausbringt. Aber vorher geht er zu Frau Schulz und erzählt ihr seine ganze Geschichte…

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Dada feiert Geburtstag!

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Eine Kunst, die die Antikunst schafft. Wenn in der damaligen Zeit ein Sinn in Krieg und Gewalt gesehen wurde, wurde mit Dada der Unsinn deklariert. Die alten Kunstbegriffe wurden durch die Erschütterung des Ersten Weltkrieges in Frage gestellt. Dada war gegen die bisherige Kunst, war also eine Antikunst, die wiederum um die Kunst buhlte. Die Dadaisten rangen um die Kunst als Lebensphilosophie. Freiheit gegenüber allem. Dies spiegelt sich auch in der „fehlenden“ Kunstform und der Benutzung jeglichen Materials. Das Schöpferische als Gegenbewegung, als Revolution gegen den Ungeist der Zeit. Aus dem Demolieren und Protestieren kann ein Vergnügen entstehen. Gerade in Zeiten, in denen es wenig zu lachen gab. Dadas Ursprung liegt in Zürich, wandert über New York, Paris, Berlin, Köln, nach Hannover, um dort mit der Merzbewegung von Kurt Schwitters eine Antwort auf die Antikunst zu finden und eine aufbauende Kunst zu erschaffen.

Dada ist mir oft begegnet und ich mag besonders die Dada-Lyrik. Die Lautgedichte und die grafischen Gedichte, die selbst in der Darstellung, der Typografie, ein Kunstwerk ergeben. Ich habe mich zum ersten Mal mit Dada beschäftigt, als ich noch zur Schule ging. Es war das Thema meiner Jahresarbeit in der 12. Klasse (Waldorfschule Kiel) und eines der mündlichen Abschlussthemen meiner Prüfung zum Buchhändler.
Beim Vortrag meiner Jahresarbeit war ich krank und unglaublich heiser. Mein erster alleiniger Auftritt vor einem großen Publikum. Aber gerade meine Stimme ließ die „Karawane“ von Hugo Ball zu einer erlebbaren Karawane werden und die „Zigarren“ von Tristan Tzara ließen mich als kräftigen Raucher erklingen. Hängen geblieben ist bei mir aber stets Kurt Schwitters mit seinen „Merz“-Werken. Besonders natürlich die Frau, die von hinten, wie von vorne ist: ANNA Blume. Auch der Post- und Neo-Dada hat mir immer viel Spaß gemacht.

Warum Geburtstag? Dada wurde im Februar 1916 von einer Gruppe von Literaten und Künstlern ins Leben gerufen. Sie gründeten das Cabaret Voltaire in Zürich. Hier fanden nun abendlich verstörende Manifeste und Lyrik-Abende statt, die das Publikum schockten, unterhielten, aufwühlten oder sogar verhohnepiepelten.
Jetzt, zum Geburtstag, macht es erneut sehr viel Spaß in den Klassikern der Dada-Literatur zu stöbern. Auch die Novitäten, die jetzt erscheinen lohnen sich zum Einstieg, zum Festlesen und zum finden seines Oberdadas.

Wer sich nicht gleich in die Urlautsonaten, Manifeste und Nonsens-Texte stürzen möchte und lieber den Menschen hinter Dada erkunden möchte, dem sei die tolle Biographie von Bärbel Reetz „Das Paradies war für uns“ empfohlen. Das Werk beschäftigt sich mit den Leben des Künstlerpaares Emmy Ball-Hennings und Hugo Ball.

Als Einstieg hat mir von den Novitäten sehr gut gefallen: „Dada total – Manifeste, Aktionen, Texte, Bilder“, „Dada zum Vergnügen“ und „Dada-Almanach. Vom Aberwitz ästhetischer Contradiction – Textbilder, Lautgedichte, Manifeste“ gefallen.

Diese und noch viel mehr Dada

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