Archiv der Kategorie: Erlesenes

Lisa Weichart: „Wolkenfisch“

Wolkenfisch

Vor langer Zeit hatte ich versprochen, den „Wolkenfisch“ zu probieren. Lisa Weichart hat sogar die weite Reise zu uns angetreten und uns besucht. So war es mir nun unmöglich, sie aus den Kopf zu bekommen, denn so wurden Thea, die Protagonistin, und Lisa, die Autorin, beim Lesen eine Figur.

Beide haben auch viel gemeinsam. Thea arbeitet in einem Italienischen Markt, gleich der Autorin und selbst in der Charakterisierung findet sich vieles wieder, wie ich Lisa Weichart erleben durfte. Aber „Wolkenfisch“ ist wohl kein autobiographisches Werk. Es erinnert doch mehr an die filmischen Umsetzungen von „Anleitung zum Unglücklichsein“ und „Die fabelhafte Welt der Amélie“.

Thea ist geschieden und sorgt sich als alleinerziehende Mutter um ihre beiden Kinder. Eigentlich führt sie zwei Leben. Eins als gefühlte Italienerin und eins als sorgende Hausfrau. Die stolze Italienerin erwacht schon in ihr auf dem Weg zur Arbeit. Sie ist eine lebendige Verkäuferin in einem italienischen Feinkostmarkt und liebt ihre Kunden und das Sortiment. Doch durch den wachsenden Erfolg des Ladengeschäfts, der durch einen Werbespot mehr Kunden anlockte, droht ihr eine Verbannung an die Kasse. Das Lebendige, das Verkaufsgespräch, soll ihr genommen werden.

Auch privat hat Thea mit der Realität zu kämpfen. Ihre Träume und Sehnsüchte finden hier auch nicht das gewünschte Fundament. Ihr Partner, einst ein Romantiker und verständnisvoller Freund, stumpft immer mehr ab und kann sich auch immer noch nicht ein gemeinsames Wohnen mit Thea vorstellen. Sie ist irgendwie einsam, aber nie allein. Sie schweigt auch lieber und wartet, dass die Themen angesprochen werden, bevor Sie etwas thematisiert. Auch schleicht sich langsam ein Unbehagen in die Beziehung ein. Hat Tom, ihr Freund, eine andere Frau?

Thea zweifelt und erträumt sich meistens eine andere Realität. Ihre Arbeit im Markt führt sie in Gedanken in eine leichtere Welt – voller Gerüche und schmackhafter Köstlichkeiten. Doch ihre Zweifel und ihre Eifersucht fressen sie auf, ein Wechselspiel der Liebe. Bis sich etwas ändert und Roy in ihr Leben tritt.

Ein feiner, kleiner Leseschatz, der leicht, wohl wie ein Wolkenfisch, zu genießen ist. Ein nie überladenes Büchlein über Liebe und Sehnsüchte. Ein gelungener Debütroman, der sprachlich leicht, aber mit viel Freude am Fabulieren geschrieben wurde. Eine feine Poetik, die nicht gewollt in den Text eingeflossen ist. Ein kurzweiliger, aber schöner Lesespaß.

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Antonia Michaelis: „Im Auge des Leuchtturms“

Emons Auge des Leuchtturms Michaelis

Antonia Michaelis schreibt Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren. Eins haben ihre Werke gemein, sie zeigen uns die vertraute Welt, in der stets etwas anderes lauern kann. Als Leser erliest man eine neue Perspektive, eine Welt, die mal Kopf stehen darf, sich im Nebel verbirgt oder uns etwas Märchenhaftes offenbart.
Ihre Texte lesen sich spannend, träumerisch und in Teilen kindlich naiv. Doch ist dies keine Kritik, denn gerade das Naive, das Kindliche in uns, macht unsere Welt verständlicher oder sogar erträglicher.
Ob nun das Buch „Im Auge des Leuchtturms“ ein Kriminalroman ist, wie auf dem Titelblatt angekündigt, sei mal in Frage gestellt. Es ist ein atmosphärischer und intensiver Roman, der zwischen Realität und Traum wandelt. Es ist eine surreale Geschichte im typischen Michaelis-Stil, den ich persönlich sehr mag. Ihre bekanntesten Werke sind wohl ihre Jugendbücher „Märchenerzähler“, „Solange die Nachtigall singt“ und „November“. Doch besonders schätzen gelernt habe ich sie durch „Paradies für alle“.

„Im Auge des Leuchtturms“ erzählt die Geschichte von Nada Schwarz, die sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit macht. Sie will Licht in ihr verdrängtes Unterbewusstsein bringen. Was ist damals, als sie ein Kind war, auf der Nordseeinsel „Nimmeroog“ vorgefallen?

Nada lebt in Berlin. Sie ist jung und sehr erfolgreich. Sie ist die Managerin einer Restaurantkette „Lichthaus“. Jedes Restaurant spiegelt eine andere Jahreszeit und Himmelsrichtung. Wichtig ist immer die Helligkeit. Es darf nichts dunkles zu sehen sein, kein Schatten darf sich im Gästezimmer bilden. Überall müssen genügend Lichtquellen angehende Schattenplätze überstrahlen. Sie lebt ganz für ihre Arbeit. Für Freunde und Familie hat sie nie Zeit. Auch für ihrer Vergangenheit hat sie nichts übrig und sie nimmt sich auch nicht die Zeit, sich mit dieser zu beschäftigen. Nur Frank, ihr Chef, der sehr viel für sie empfindet, steht ihr näher.

Ihr durchgeplantes Leben gerät ins Schwanken, als sie eines Tages eine Postkarte mit einem Leuchtturmmotiv erhält. Der Text der Karte ist eine mystische Aufforderung zu einem Ferienhaus zu kommen. Dort könne man bis hinter den Horizont sehen und eine Dunkelheit wäre immer noch da. Der Absender, der sich nicht zu erkennen gibt, würde sie als Anker brauchen.
Nada macht sich sich auf den Weg zu der kleinen Nordseeinsel, dessen Leuchtturm auf der Karte abgebildet ist. Schon auf dem Weg vom Fähranleger zum blauen Ferienhaus geschieht Unheimliches. Sie hört angsterfüllte Todesschreie im Hain. Ruft dort ein Tier, ein Vogel oder ist es ein Mensch, ein Kind?
Mit dem Einzug in das Ferienhaus, stellt sie fest, dass sie tatsächlich hier schon mal gewesen sein muss. Ihre Eltern, denen das Haus gehört, wollten wohl auch nicht, das sie sich erinnert.

Ihr Aufenthalt auf der Insel wird immer verstörender. Wird sie krank? Bildet sie sich alles ein oder wandelt sie wirklich zwischen Traum und Realität? Immer steht der Leuchtturm im Zentrum ihrer Wahrnehmung als Ziel ihrer Spaziergänge oder als Ort ihrer Träume, in dessen runden Zimmern sie sinnlose Möbel aufbaut. Durch ein altes Telefon spricht sie mit einem kleinen Mädchen, das sie um Hilfe bittet.

Nadas Welt versinkt und wird immer nebeliger. Ihre Träume scheinen Licht in ihre Vergangenheit zu bringen gleich dem Leuchtturm, der auch wieder sein Licht über den Horizont sendet, damit die Seeleute ihren Weg finden.

Nada Schwarz hatte ihre Vergangenheit so sehr verdrängt, begraben, dass ihr wahres Selbst ein kauerndes Etwas in ihr geworden ist, das nun endlich in die Helligkeit möchte. Was ist wirklich damals vorgefallen? Wo endet der Traum und was ist Realität? Was ist den Kindern Nada, Nil und Niente am Leuchtturm passiert?

Antonia Michaelis spielt mit Licht und Dunkelheit. Sie verbirgt in der Geschichte die unterbewusste Angst, die sich gleich einem „Ding“ in der Finsternis versteckt. Als Kind hat man diese Angst in der Dunkelheit immer gespürt, doch als Erwachsener verdrängt man diese, bis sie, wenn man sie nicht zulässt, zu mächtig werden könnte.

Ein märchenhafter Spannungsroman, der gleich Peter Pan in eine Traumwelt der Protagonistin einlädt. Eine Welt voller verborgener Schrecken. Alles kann ein Traumbild sein, die Namen, die das Nichts beinhalten: Nada, Nil und Niente. Selbst die erdachte Insel „Nimmeroog“, die neben Amrum sein soll, erinnert an das wohl große Vorbild: Nimmerland.

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Siehe: Lesung mit Antonia Michaelis: Am 23.08.2013 las Antonia Michaelis aus „Paradies für alle“ in der Buchhandlung Almut Schmidt

Siehe auch: Antonia Michaelis „Das Institut der letzten Wünsche“

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Anne Siegel: „NordBräute“

CINDIGO NordBräute

Ein Roman über die Frauen, die dem Aufruf des isländischen Bauernverbandes folgten, um kurzweilig oder für immer in Island auf den Höfen zu arbeiten. Junge Frauen, die in Deutschland nach dem Krieg keine Zukunft sahen. Dieser Aufruf wurde 1949 in einer norddeutschen Zeitung abgedruckt. Gesucht wurden u.a. Landarbeiterinnen und zukünftige Frauen für alleinstehende Bauern. Mit der „Esja“, einem Frachtkutter, geht es nach Island. Die Bewegründe für die Ausreise sind meist unterschiedlichster Natur.

Der Roman beginnt auf hoher See. Wir lernen drei Frauen kennen, die ihrer neuen Zukunft auf Island entgegenfahren. Die meisten Frauen haben aber keine Vorstellung von der Insel und deren Begebenheiten. Auf der „Esja“ sind Paula und Johanna, die sich über Christa unterhalten, die anscheinend eine Nazi-Vergangenheit zu haben scheint.

„Sie hatte das Netz ihrer offiziellen Vita bis zum Ankommen in Island so fest und dicht und sicher um sich gespannt, dass sie ihr eigenes Lügengebäude nicht gleich ganz auflösen wollte. Auch Lügengebäude hatten eine Statik und sie musste sorgsam überlegen, an welcher Stelle sie den ersten Balken aus diesem fragilen Bauwerk, das aus Unwahrheiten bestand, entfernen wollte.“

59 Jahre später ist Christa Hendriksson Islands reichste Maklerin, doch die Wirtschaftskrise hat auch die Insel erreicht. Sie erwartet ihre Kinder und ihre Enkel zu Besuch. Es soll ihr 90. Geburtstag gefeiert werden. Als erstes trifft Jón, ihr Enkel ein. Dieser ist Cellist in Deutschland und lebt in Köln. Christa hat zu ihm die engste Verbindung und möchte ihn und ihrer Familie endlich ihre ganze Geschichte erzählen. Sie war eine Lazarettschwester aus Ostpreußen, die in Lübeck einige Jahre auf ihren Verlobten gewartet hatte. Dieser ist vor Island mit einem U-Boot gesunken. Doch zweifelt sie an seinem Tod. Sie hatten sich geschworen, wenn sie sich wieder sehen würden, dann in Lübeck. Als sie sich das Leben nehmen wollte, wird sie von Johanna gerettet, die bereits plant nach Island zu gehen. Sie überzeugt Christa davon ebenfalls mitzukommen. Christa, Johanna und Paula, die Assistentin eines verrückten Zauberers, treffen sich beim isländischen Konsulat.

Christa hatte sich und Gott geschworen, wenn ihr schon alles und besonders die Liebe genommen wurden, möchte sie auch in Zukunft auf diese verzichten, dafür will sie wenigstens eine reiche Frau werden. Im Oktober 2008 feiert nun Christa ihren 90. Geburtstag und ist die reichste Frau Islands. Sie möchte nun endlich vor ihrer Familie reinen Tisch machen und alles erzählen.
Doch was hat Jóhanna, die den Titel „Gräfin vom Gletscher“ trägt, damit zu tun? Ihre Tochter wurde gerade verhaftet und Island gerät in einen Bankencrash und steht vor dem finanziellen Ruin.

Anne Siegel hat sich erneut das Thema jener Auswandererfrauen zu Eigen gemacht. Ihr Buch „Frauen Fische Fjorde“ bildete wohl die Vorlage zu diesem Roman. Sie schreibt bereits an der Fortsetzung von „Nordbräute“.

Ein Roman, der Geschichte und Geschichten erzählt, die fesseln und bewegen. Ein Buch über Flucht, Neuanfang, Heimat und Familie. Besonders die Landschaft Islands macht dieses Buch zu einem Leseerlebnis.

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Kathrin Schärer: „Der Tod auf dem Apfelbaum“

Atlantis Verlag Der Tod auf dem Apfelbaum

Mein heutiger Leseschatz ist ein persönlicher. Denn am Montag ist unser Kater verstorben. Dieses Bilderbuch ist eine wunderschöne Geschichte über den Tod, das Leben und das Sterben.

Es ist die Geschichte von einem Fuchs, der seinen Apfelbaum liebt. Gleich morgens genießt er den Duft seiner Äpfel. Doch was muss er hören? Amselgezwitscher und die Vögel picken unbekümmert auf seinem Baum in die Äpfel. Der Fuchs und seine Füchsin sind alt und das wissen die anderen Tiere und naschen auch genüsslich von den Früchten, denn sie wissen, sie sind schneller als der alte Fuchs.

Aber schlau ist der Fuchs! Er fängt ein Zauberwiesel, das ihm, wenn er es wieder frei lässt, einen Wunsch gewährt. Einen Zauberspruch, der auf immer und ewig hält. Nur der Fuchs kann diesen Zauber lösen. So zaubert das Wiesel, dass alle, die auf den Apfelbaum klettern oder landen, auf diesem festkleben. Nur für die Bienen soll dieser Zauber nicht gelten.

So kleben nun alle Tiere am Baum bis der Fuchs diese wieder befreit. Es spricht sich die Sache mit dem Apfelbaum schnell in der Tierwelt herum. Es wagt keiner mehr, sich dem Baum zu nähern.

So lebt der Fuchs glücklich mit seiner Füchsin und erfreut sich an seinem Baum. Doch wird er älter und älter… Eines Tages steht sein Tod unter dem Apfelbaum. Sein Tod sieht aus wie er – nur ganz in weiß.

Aber der Fuchs möchte noch nicht sterben und bittet den Tod, ihm einen letzten Apfel zu holen und als der Tod ihm einen roten Apfel pflückt, klebt auch er auf dem Baum fest.

Nun lebt der Fuchs immer länger und sorgenfrei. Der Tod wartet und die Jahre vergehen. Als die Füchsin stirbt wird der Fuchs auch immer älter und gebrechlicher. Sein Tod wartet auf dem Apfelbaum. Als der Fuchs immer schwächer wird, bittet er den Tod herunter und sie essen den letzten Apfel, umarmen sich und gehen…

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Bettina Steinbauer: „Das Unbehagen der Elsa Brandt“

9783932927935

Ein spaßiges Psychogramm. Eine kluge Einsicht einer Frau, die ihre Melancholie und Trauer mit Zynismus und Trotz zu verbergen versucht.

Wir erleben eine Frau, Elsa, die dem Verlust der Liebe nicht mit Depression begegnet, sondern mit Wut und Protest. Sie verabscheut Phrasen und stellt unangenehme Fragen ohne selbst welche zu beantworten. Sie geht stets mit falschem Namen im Stau auf ausgewählten Autobahnen auf Männerjagd. Sie überzeugt ihre „Opfer“ mit ihr einen Kaffee trinken zu gehen. Meist provoziert sie die Gesprächspartner und wartet auf tiefgründige Antworten oder Texte, die aber doch selten kommen. Daher bleiben es immer kurzweilige Bekanntschaften für launige Minuten. Sie sucht vergeblich nach einem Menschen, der ihr standhält. Sie tritt als Menschenfeind auf und doch kümmert sie sich um ihre Nachbarin, die sie als Tante bezeichnet.

Auch ihre Arbeit macht sie nicht glücklich. Sie schreibt für ein Käseblatt die Beiträge von Eröffnungen und Feiern der Umgebung. Ihr Traum ist es endlich ihr Buch zu vollenden. Doch ist sie innerlich leer. Sie fordert ihr Schicksal heraus und lässt sich nach einem selbstprovozierten Unfall in eine Nervenklinik einweisen. Doch auch dort ist sie fehl am Platz und wird auch durch ihr verbal-aggressives Verhalten entlassen. Als ein alter Freund sie, d.h. ihr Wesen, nicht wiedererkennt und sie meidet, lernt sie in einer sozialen Küche, einen obdachlosen Koch kennen. Sie kündigt ihre Wohnung und den Job. Mit dem ehemaligen Koch fährt sie nach Amrum, damit dieser endlich das Grab seiner verstorbenen Frau besuchen kann. Mit dabei ist die leicht demente Nenntante. Hier öffnet sich Elsa langsam und kommt weg aus der inneren Hektik. Sie lernt auf der Nordseeinsel Justus kennen, der nicht so reagiert wie die bisherigen Gesprächspartner.

Das Buch lebt von den witzigen Dialogen und Situationen. Die Gespräche und Gedankengänge sind oft tiefgründig, klug und zu Teilen sehr, sehr witzig. Es sind grundlegende Fragen nach dem Sinn des Lebens. Was lohnt sich zu lernen bzw. zu erfahren, wenn das Bewusstsein mit dem Ableben doch auch erlischt? Warum reden wir von Zeittotschlagen, wobei es doch unser höchstes Gut ist? Das Unbehagen der Protagonistin ist das projizierte Unwohlsein einer wohl verwöhnten Gesellschaft, die sich nicht traut dem eigenen Bewusstsein und dem Gegenüber Raum zu geben und diesen auch in Teilen aufzunehmen und zu versuchen zu verstehen.

Ein irrer, humorvoller Roman. Buch macht Spaß und unterhält auf kluge Weise.

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Oliver Sacks: „Dankbarkeit“

978-3-498-06440-2

Ein kleiner Leseschatz- ein Vermächtnis eines Autors, der uns mit seinen neurologischen Fallgeschichten erreicht und wohl unser Denken verändert hat. Oliver Sacks wurde 1933 in London geboren. Er arbeitete fast fünfzig Jahre als Neurologe und schrieb viele Bücher, unter anderem „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“. Sein bekanntestes Werk ist „Awakenings: Zeit des Erwachens“. Zwischen 1916 und 1927 grassierte weltweit eine Epidemie der sogenannten Europäischen Schlafkrankheit, eine Gehirnkrankheit. Dieses Buch war auch die Vorlage für die Verfilmung mit Robert De Niro und Robin Williams.

Am 30. August 2015 starb Oliver Sacks nach längerem Krebsleiden. In seinen letzten Monaten hat er eine Reihe von Aufsätzen geschrieben, in denen er über das Altern, über seine Krankheit und über den nahenden Tod nachdachte.

„Ich habe den Tod vor Augen, aber mit dem Leben noch nicht abgeschlossen“

Es sind vier Essays: „Quecksilber“, „Mein Leben“, „Mein Periodensystem“ und „Sabbat“.
In diesen Texten drückt er seine Dankbarkeit aus. Er ist dankbar für alles, was er in seinen 82 Jahren erleben durfte. Er ist dankbar für die Liebe, die er empfangen und geben durfte. Es sind kurzweilige Texte, die berühren und reflektieren lassen. Eine Lektüre über Leben, Liebe, Tod, Glauben und Wissen. Besonders seine Liebe zur Naturwissenschaft, vor allem das Periodensystem sticht hervor. Die Elemente hatten für ihn stets einen Bezug zu seinem Leben.
Das Buch wird durch Bilder seines Lebensgefährten, Bill Hayes, abgerundet.

„Ich kann nicht behaupten, ohne Furcht zu sein. Doch mein vorherrschendes Gefühl ist das der Dankbarkeit. Ich habe geliebt und wurde geliebt, ich habe viel bekommen und ein wenig zurückgegeben; ich habe gelesen und ferne Länder bereist und gedacht und geschrieben…“

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Dennis Lehane: „Am Ende einer Welt“

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Ein neuer Mafia-Roman von Dennis Lehane. Wiedermal lädt das Buch zu stimmungsvollem Kopfkino ein. Eine melancholische Schwarz-Weiß-Stimmung mit vielen Kugeln und coolen Männern mit diabolischem Charme und eleganten Hüten. Auch wenn die meisten fiese Gangster sind und man deren Taten nicht gut heißen darf und kann, mag man einige der „Helden“ und fiebert mit. Denn Gewaltverbrechen sind für die meisten alltägliches Geschäft, auch wenn der Hauptprotagonist diese eigentlich verabscheut, ist sie doch ein nützliches Mittel zum Zweck…

Der Romanheld ist Joe Couglin, den wir bereits aus „In der Nacht“ kennen. Im vorherigen Roman konnten wir miterleben, wie er vom Handlanger zum Chef eines Rum-Schmuggel-Syndikats aufsteigt. Dank der Prohibition ist er ein gemachter Mann geworden, der innerhalb und außerhalb der Mafia großen Einfluss ausübt. „Am Ende der Welt“ spielt 1943. Joe lebt zurückgezogen und hält sich als Boss aus dem aktiven Geschäft heraus, aber er ist weiterhin ein geschätztes Mitglied und Consigliere des Bartolo-Syndikats. Er hat mehr oder weniger seine kriminelle Vergangenheit hinter sich gelassen. Er ist alt geworden, aber immer noch fit und geistig und körperlich bestens in Form. Da seine Frau verstorben ist, pflegt er eine Beziehung zu der attraktiven Gattin des Bürgermeisters. Aus seiner Ehe ist ihm die Erinnerung und sein Sohn, Thomas, geblieben. Damit er Thomas ein einigermaßen geordnetes Leben bieten kann, verübt er keine direkten Verbrechen mehr.

Die Welt ist im Wandel, denn es herrscht Krieg in Europa. Joe betrachtet den Krieg als Gelegenheit noch mehr Geld zu verdienen. Die vielen Toten sind ihm egal, er kennt sie ja auch nicht persönlich.

„Für die meisten Menschen ist in meinem Herzen kein Platz. Ich habe nichts gegen sie, aber es nimmt mich auch nichts für sie ein.“

Sein Rat ist stets hilfreich, um seine Mafia-Familie noch reicher zu machen und er gilt als loyaler und ehrlicher Partner. Doch fühlt er sich vielen überlegen und damit macht er sich nicht überall beliebt. Eines Tages vernimmt er aus einem Gefängnis eine warnende Stimme, denn er hat Neider und anscheinend auch Feinde. Wurde ein Kopfgeld auf ihm angesetzt und wurde ein Killer beauftragt, ihn zu beseitigen?

Er möchte nicht, dass die Menschen, die er zu seiner engsten Familie zählt, seiner Frau folgen müssen und auf keinen Fall soll seinem Sohn Thomas etwas zustoßen oder dieser gar ohne Vater aufwachsen.

Ein Mafia-Epos mit vielen tollen Lebens- und Nebengeschichten, die in reale historische Ereignisse eingebunden sind. Ein spannender, witziger Roman voller machtgieriger, korrupter und verrückter Menschen. Ob jemand Banker oder Gangster wird, hängt in dieser Welt vom Hochschulabschluss ab.

Ein rasanter Lehane, der wiedermal tolle Unterhaltung bietet und bei mir trotz der Gewalt und Melancholie für gute Laune sorgte…

Dennis Lehane, irischer Abstammung, geboren 1965 in Dorchester, Massachusetts. Seine erfolgreich verfilmten Bücher „The Drop – Bargeld“, „Mystic River“ und „Shutter Island“ sind Weltbestseller. Das Prohibitions-Epos „In der Nacht“, verfilmt von Ben Affleck, kommt 2017 in die Kinos.

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Eleanor Catton: „Die Gestirne“

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Gleich den Goldgräbern in diesem Roman schürft man als Leser in den Geschichten, um die Wahrheit zu finden. Die Suche nach Gold, d.h. der Clou der Geschichte entwickelt sich und entfaltet eine enorme Sogkraft. Das Buch, das nun auf Deutsch vorliegt, wurde in der Presse bereits mit vielen Superlativen gefeiert. Dieser sehr umfangreiche Roman, der klug komponiert ist, wurde bereits mit dem Booker-Preis ausgezeichnet. Somit ist die 28 Jahre junge Neuseeländerin Eleanor Cotton, die jüngste Booker-Preisträgerin aller Zeiten.

Die Handlung spielt in Neuseeland in Hokitika Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist die Zeit des Goldrauschs. Die Stadt wuchs, als ein Spediteur die optimale Lage entdeckte und somit den Hafen und das Land belebte. Immer mehr Menschen suchen hier nach Gold, das es angeblich zu Hauf geben soll. Gerade die europäischen Einwanderer lockt das Edelmetall. Diese Greenhorns werden von den Einheimischen, die den Goldrausch bereits entmystifizierter betrachten, als Gäste, aber zu Teilen mit belustigtem Auge, aufgenommen. So auch der Schotte Walter Moody, der nach langer Überfahrt in Hokitika landet. Er logiert in einem Hotel und möchte nach der strapaziösen Reise endlich wieder flüssiges Gold zu sich nehmen und stößt im Raucherzimmer des Crown Hotels auf zwölf Männer, die sich fremdartig benehmen. Diese hatten eigentlich dafür gesorgt, dass ihre Versammlung ungestört bleibt, doch den Gast des Hotels haben sie übersehen und Walter Moody wird in rätselhafte Vorgänge einbezogen. Bei seinem Erscheinen benehmen sich alle im Zimmer sehr merkwürdig und er wird fast schon unhöflich ausgefragt, bis er das Vertrauen der zwölf Männer gewinnt. Alle dieser Männer sind auf die eine oder andere Weise in sonderbare Vorfälle verwickelt, die sich zugetragen haben: Ein Einsiedler wurde tot sitzend in seiner Hütte gefunden, eine opiumsüchtige Prostituierte hat versucht sich umzubringen und lag bewusstlos auf der Straße. Ein reicher Mann mit Goldgräberglück ist verschwunden und ein in der Stadt bekannter Säufer ist auf einmal zu Geld gekommen. Jeder der zwölf Männer scheint in diesem Netz von Geschichten und Verbrechen verwickelt zu sein. Über allem steht eine Liebesgeschichte zweier Menschen, die um sich kreisen, wie Trabanten und zusammentreffen.

Die Handlung überrascht durch die Zufälligkeiten und Schicksalswendungen. Lag die Geschichte in den Sternen? Denn die Handlung wird in zwölf Kapiteln aus der Sicht der einzelnen Charaktere erzählt und somit vermischen sich die Perspektiven und es ist nicht alles schwarz oder weiß. Einige Charaktere stehen am Ende anders da als anfänglich gedacht. Die Zahl Zwölf ist nicht ohne Grund gewählt, denn die Struktur des Romans folgt der Astrologie. Für die ausufernde Handlung hat Eleanor Catton sich den Himmel über Hokitika zur Zeit des Goldrauschs 1864 – 1868 angesehen und gedeutet. Ihre Figuren stehen für die Sternbilder oder die Planeten und Häuser. Man muss aber nicht die Sprache der Astrologie können, man benötigt keine Vorbildung, um sich in das verrückte Abenteuer zu stürzen. Die Hauptfiguren bewegen sich planetengleich auf vorherbestimmten Bahnen und die Kapitel werden gleich den Mondphasen immer kürzer. Die tatsächlichen Protagonisten sind zudem astrale Zwillinge. Das zentrale Thema ist die Liebe, die Gier nach Gold und Geld. Wahre Liebe ist unkäuflich und Geld ohne Gegenwert ist nichts wert und lieblos.

Ein Roman, der schön geschrieben ist. Man spürt die Lust der Autorin am Erzählen und Fabulieren. Als Leser schürft man mit nach Gold und der Wahrheit und verliert sich ganz in den Gestirnen…

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Yamen Manai: „Die Serenaden des Ibrahim Santos“

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Ein Roman über Menschlichkeit und Freiheit. Die Handlung spielt in einem kleinen Dorf in der Karibik. Die Menschen leben dort vom Zuckerrohr. Der Rum, der dort destilliert wird ist dank der Lage ein unglaublich sinnliches Getränk, das die Liebe zum Land und der Natur verkörpert. Die Landbevölkerung lebt abgeschieden und bekommt von der Politik des Landes wenig mit. So haben die Menschen dort auch die Revolution, d.h. den Putsch verschlafen. Da der Rum als einer der besten des Landes gilt, rückt das Dorf in das Zentrum der Wahrnehmung der Minister und wird zum Drehpunkt der nächsten Revolution. Ein Aufstand gegen die Machtgier des Diktators und seiner Handlanger.

„Revolution? Was denn für eine Revolution?“ fragte Alfonso Bolivar. „Davon weiß ich nichts“, sagte der alte Nelson und zog an seiner Zigarre. „Aber scheint so, als habe sie stattgefunden.“

Unter der heißen Sonne der Karibik wird das Dorf Santa Clara aus einer Partylaune heraus gegründet. Hier versiegt der Rum nie. Die Erde ist so fruchtbar und die altmodische Destillerie verzaubert das geerntete Zuckerrohr in einen Rum, der zum bekanntesten des Landes wird. Die Dorfbevölkerung hält fest an alten Mythen und Nachrichten werden eher aus dem Kaffeesatz gelesen. Das Wetter wird anhand der Serenaden des Ibrahim Santos vorherbestimmt. Ibrahim Santos hat diese märchenhafte Gabe die bereits seine Vorgänger hatten. Der Blick in die Zukunft mit Hilfe von Lyrik oder Musik.

Als die Politik des Landes auf den Rum aufmerksam wird, wollen alle aus der Rarität Profit schlagen. Als Abgesandte das Dorf erreichen, finden sie dort noch alles so vor, wie es vor der vermeintlichen Befreiung des Landes gültig war. Die alten Flaggen und Bilder zieren die Häuser, wobei schon längst eine Revolution das Land von der Diktatur befreit haben soll. Das Dorf wird gänzlich umgewandelt. Alles wird umgehängt, umbenannt und schnell die neue Hymne des Landes eingeprobt, damit das Dorf auch vorzeigbar wird. Der Einzug der Moderne wird nur von der Dorfbevölkerung akzeptiert, als der Bürgermeister jedem eines seiner Schweine überlässt. Der Agraringenieur Joaquin Calderon soll den Einzug der Modernisierung zum Erfolg führen. Doch als er Gift gegen Unkraut und Dünger anwenden möchte, wächst das Misstrauen der Bauern. Als auch noch das Wetter durch ein Barometer gemessen werden soll, wächst der Widerstand. Die Führer des Landes benennen Calderon als neuen Bürgermeister von Santa Clara. Seine ersten Gesetze beim Machtantritt treffen die Dorfbevölkerung hart. Man darf sich nicht mehr versammeln, die Destillerie wird gegen eine neue ausgetauscht und die Landwirtschaft soll sich nach den neuen Methoden richten. Auch das Musizieren wird verboten.

Durch diese Industrialisierung und Enteignungen der Ländereien spitzt sich das Drama zu und es kommt zu ersten Unruhen, die auch ihre Opfer fordern. Die Menschen besinnen sich ihres Rechts auf Freiheit und es kommt zu einer erneuten Revolution, denn die vorherige war lediglich ein Putsch, der nur die Machtverhältnisse, nicht aber die Umstände geändert hatte.

Der Roman wurde am Vorabend des arabischen Frühlings vom tunesischen Autor Yaman Manai geschrieben. Der Autor fühlte sich durch eine Reise durch Kuba zu diesem Roman inspiriert, als er durch ein Dorf kam, in dem absolut keine Propaganda (Plakate, Banner, Parolen) zu sehen oder hören war. Er verlegte deshalb seine Handlung an einen unbestimmten Ort in der Karibik, weil er die Zensur in Tunesien fürchtete. Sein Roman war fertig, als der Umbruch in Tunesien kam. Darauf bezieht sich sein Vorwort. Ein feiner Leseschatz, der von der Verlegerin, Bettina Deininger, aus dem Französischen übersetzt wurde.

Dieser Roman ist märchenhaft und eine Satire auf die Diktatur und Industrialisierung.

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Gerhard Henschel: „Künstlerroman“

Hoffmann & Campe Künstlerroman

Warum erst jetzt? Leider habe ich jetzt erst meinen ersten Roman von Gerhard Henschel gelesen. Er galt als Geheimtipp, doch nun erreicht er ein große Leserschaft und seine Leser fiebern stets seinen neuen Romanen entgegen. Jetzt weiß ich warum, denn ich habe viel nachzuholen – wohl seine ganze Jugend, denn es ist ein autobiographisches Romanprojekt. Gleich Karl Ove Knausgård – nur irgendwie näher an mir dran und viel, viel lustiger…

„Künstlerroman“ ist ein neuer Schlosser-Roman. Der Held der Chronik, die mit „Kindheitsroman“ ihren Anfang nahm, ist Martin Schlosser, wohl das zu Papier gebrachte Ego von Gerhard Henschel. Eine Romanserie, die sich jeweils mit bestimmten Entwicklungsstufen des Protagonisten beschäftigt. Der „Künstlerroman“ lässt sich aber problemlos ohne weitere Vorkenntnisse lesen. Man muß nicht die fünf vorherigen Romane (Kindheits-, Jugend-, Abenteuer-, Liebes- und Bildungsroman) kennen. Man möchte es nach beenden der Lektüre aber ganz bestimmt und wird sich auf die bereits angekündigte und wohl fertige Fortsetzung „Arbeiterroman“ freuen.

Wir lernen im „Künstlerroman“ Martin Schlosser als einen Studenten kennen, der sich eher treiben lässt, als das er selber weiß, was er möchte. Er hat noch keinen wahren Lebensplan. Doch kristallisiert sich dieser immer mehr in ihm heraus und eines Tages wird ihm auch deutlich werden, was er wirklich möchte. Die Handlung spielt in den Jahren 1985 bis 1988. Er studiert in Berlin Germanistik. Wenn er nicht gerade über Tschernobyl, den Historikerstreit oder die Barschel-Affäre nachdenkt, setzt er sich mit seiner anspruchsvollen Freundin Andrea auseinander und übt sich in der Kunst des Lebens.

Da seine Freundin aber in Aachen studiert und sie eher eine offene Beziehung führen, die eher sie auszunutzen versteht, möchte er ihr doch näher sein, damit er auch einen Blick auf seine Nebenbuhler hat. Also immatrikuliert er sich vorerst in Köln. Schnell findet er auch eine neue Unterkunft in einer Wohngemeinschaft mit ständig schmutziger Küche und Bad. Doch seine Herausforderung ist eher Andrea, seine Freundin. Sie überredet ihn zu Bioenergetik-Seminaren und er wandelt zwischen Bhagwan, Tantra-Kursen und spiritistischen Sitzungen, um doch zu erfahren, dass er mit ihr keine gewöhnliche Zweierbeziehung haben kann.

Gerne reist Martin meist per Anhalter durch die Republik. Mal zu seinem Freund Hermann nach Göttingen mal zu Freunden nach Oldenburg oder zurück zu seinen Eltern nach Meppen. Ferner nutzt er auch seine Freizeit, um nach Paris oder nach Madrid zu reisen. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich bei Tetra Pak, Edeka oder anderen Gelegenheitsjobs.

Man erfährt viel aus der Zeit, denn Martin liest die aktuelle Literatur und deren Kritiken in „Die Zeit“ oder dem „Spiegel“. Er hört Bob Dylan Songs und beschäftigt sich mit der Satirezeitschrift Titanic. Gleich Walter Kempowskis Tagebüchern, zu dem er Kontakt hat, baut sich aus diesen vielen netten, urkomischen, geschichtlichen und philosophischen Bausteinen seine Lebensgeschichte zusammen. Gerade der Wechsel zwischen Alltäglichem wie Bad putzen und den philosophischen Gesprächen der Protagonisten macht süchtig und unterhält auf hohem Niveau. Die sorglose Haltung Martin Schlossers auf seinem Weg zum Autor, der am Ende des Buches findet, was er möchte und seine ersten kleinen Geschichten in einem Stadtmagazin herausbringt, macht Spaß und wirkt wahrlich erlebt. Nie ist der Text überfüllt mit Erinnerungen oder Zitaten aus der Zeit, die einen ebenfalls erinnern lassen. Nie wird die Erzählung langweilig. Martin Schlosser wächst einem ans Herz und man meint ihn zu kennen, von damaligen Partys, vom Studentencafé oder man hat ihm mal als Tramper mitgenommen. Ein sympathischer Romanheld, der für mich Kult geworden ist und ich hoffe, ich finde die Zeit, um die anderen Schlosser-Romane zu verschlingen…

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