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Horst Eckert: „Im Namen der Lüge“

Horst Eckert Im Namen der Lüge Heyne

Ich freue mich immer sehr auf einen neuen Roman von Horst Eckert. Seine Romane, d.h. Thriller sind stets kluge und tolle Unterhaltung. Horst Eckert verknüpft in seinem neuen Spannungsroman erneut Fiktion mit Zeitgeschichte und gibt der Geschichte einen glaubhaften Hintergrund, sodass einem beim Lesen öfters der Atem stockt.

Der Autor ist für mich wahrlich ein Meister des politischen Thrillers. Horst Eckert recherchiert gründlich und ist ein ganz genauer Beobachter. Ich bin großer Fan seiner Thriller, besonders der Vincent Veih-Reihe. Die Romane agieren meist näher an der Realität, als man es sich als Leser wünscht.

Eine neue Figur taucht im neuen Fall auf. Melia Khalid, sie leitet das Referat Linksextremismus beim NRW-Inlandsgeheimdienst und stößt bei ihrer Arbeit auf die Familiengeschichte von Vincent Veih. Es entsteht der Verdacht, dass die RAF wieder erwachen könnte oder bereits ist. Melia zweifelt und vermutet, dass alles eventuell manipuliert wurde. Der Fall dreht sich wieder um aktuelle Geschehnisse.

Die meisten Morde passieren durch Beziehungstaten. Jedoch der Mord, an dem Vincent Veih ermittelt, lässt ihn spüren, dass dieser politisch motiviert war. Gerade weil es sich bei dem Opfer um einen Journalisten handelte, der undercover tätig war.

Die Recherche und Ermittlungen von Melia und Vincent überschneiden sich und gemeinsam suchen sie nach Antworten. Es beginnt mit Ex-Terroristen, die lediglich die RAF-Rentner genannt werden, zieht dann aber weitere Kreise zu einem Netzwerk von Rechtsextremisten und dem Reichsbürger-Milieu.

Erneut versteht es Horst Eckert, großartig zu unterhalten und zu fesseln. Er will aber als Autor mehr und erhebt seine Stimme unter anderem gegen Extremismus. Er macht auf Aktuelles aufmerksam und scheut sich nicht, innerhalb seiner Texte brisante und wichtige Fragen zu stellen. So soll ein Krimi sein: Spannend, klug erzählt und beseelt durch gut gezeichnete Figuren.

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Willi Achten: „Die wir liebten“

Willi Achten Die wir liebten Piper

Der deutschsprachige Lyriker und Autor zeigt in seinem Roman, wie lange und wie weit die Schreckensherrschaft der Nazis noch in der Gesellschaft nachwirkte. Wie bereits in seinem Vorgängerroman „Nichts bleibt“ zeigt der Autor, dass sich der menschliche Abgrund in einem Idyll zu verstecken versteht. Man ist von Anfang an von den Protagonisten und der Handlung in Bann genommen. Ein Roman, der sofort fesselt und einen durchrüttelt. Der großartige Roman erweckt zwei junge Helden zum Leben, die anfänglich ein unbändiges, freies Leben genießen können, dann immer mehr in das Visier des Jugendamts geraten und in Machenschaften verstrickt werden, die aus dem dunkelsten Erbe deutscher Geschichte  stammen. Dabei wachsen die Jungs einem als Leser so sehr ans Herz, dass man mit diesen unglaublich mitleidet und Willi Achten versteht es, Szenen und Erlebnisse zu kreieren, die einen länger beschäftigen werden. Der Text baut eine Grundstimmung auf, die die siebziger Jahre in einer Provinz erlebbar machen. Doch schleicht sich langsam immer mehr eine düstere Bedrohung ein.

Die ganze Handlung spielt von 1971 bis 1976 und springt dann im Epilog in eine Zeit als die Protagonisten erwachsen sind und zurückkehren und mit der Aufarbeitung beginnen. Der Ich-Erzähler ist Edgar. Er lebt mit seinem Bruder Roman in einem Großfamilienhaushalt. Bei ihnen zu Hause wohnen neben seinen Eltern, die Großmutter, der Vetter der Großmutter und die Großtante. Die Eltern sind beruflich sehr eingespannt, denn die Mutter betreibt eine Lottoannahme-Stelle und der Vater hat als Bäcker eine eigene Backstube. Daher liegt die Betreuung der Kinder öfters bei den anderen Mitbewohnern, die aber alters- und gesundheitsbedingt ab und zu überfordert sind. Somit haben Edgar und Roman viele Freiheiten und machen viel Schabernack aus Übermut. Dies erweckt immer mehr Aufsehen seitens der Behörden.

Es ist eine Zeit vieler gesellschaftlicher Umbrüche und in der dörflichen Provinz wird vieles politisch betrachtet. Besonders auffallend sind jene Geister, die sich vor dem Krieg gebildet hatten und jetzt nach dem Krieg entnazifiziert wurden, aber immer noch ihren Machenschaften nachgehen können. Immer wieder baut sich schattenhaft der sogenannte Gnadenhof, ein Heim für schwererziehbare Kinder, bedrohlich in der Landschaft und im Bewusstsein der Kinder auf. Aber Edgar und Roman lassen sich nicht abschrecken und leben ihren Tatendrang gerne aus. Sie haben typische Jungs-Phantasien. Ab und zu schlagen sie über die Stränge, aber es steckt nie tatsächlich böse Absicht dahinter. Roman, der Ältere und Belesene wird immer gesellschaftskritischer und möchte auch mit seinen Taten Bewusstsein schaffen für eventuelle Missstände. Damit nimmt vieles seinen schicksalhaften Lauf.

Auf einer Maifeier beobachten die Jungs, wie ihr Vater leidenschaftlich mit der Tierärztin tanzt und nicht mit ihrer Mutter. Der Vater zieht sich danach immer mehr aus dem Familienleben zurück und verlässt diese letztendlich für seine neue Liebe. Die Mutter flüchtet sich verletzt in ihre Arbeit und in die Sucht. Die Jungs sind immer mehr sich selbst überlassen und die Behörden greifen ein. Sie werden ins Heim gebracht. Der Gnadenhof, das Heim in das sie kommen, entpuppt sich als ein sehr unfreundlicher Ort. Hier haben Menschen und ihre Ideologien überlebt, die aus der gruseligen deutschen Epoche stammen. Die Kinder, die dort leben sind den Betreuern dort ausgesetzt und unterliegen deren Willkür und Gewalt. Es kommt zu einer Katastrophe und Edgar und Roman wird bewusst, dass sie handeln müssen, um etwas zu verändern.

Ein großartiger Roman, der in den ersten Teilen eine Stimmung aufbaut, die einen in das Leben der Protagonisten hineinzieht und Sympathien und Bilder aufbaut, die einen gänzlich für das Werk einnehmen. Der letzte Abschnitt lässt einen erschauern und macht bewusst, was hier viel zu lange geduldet wurde.

Bei uns in der Buchhandlung Almut Schmidt findet am Freitag, 4. Sept. 2020 eine Lesung mit Willi Achten statt. Mehr

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Jasmin Schreiber: „Marianengraben“

Jasmin Schreiber Marianengraben eichborn

Ein Buch, das bereits vor Erscheinen viel Aufmerksamkeit bekommen hat und schon oft besprochen wurde. Daher hier nur ein kleiner Leseeindruck.  Es ist ein Werk, das mit einem sensiblen Thema spielt und sich besonders für junge Leser eignet. Würde man diesen Roman mit der bildenden Kunst vergleichen, könnte man schreiben, es ist ein junges, witziges und auch dunkles Vanitas-Gemälde. „Marianengraben“ ist eine Tour, die mit Trauer und Schmerz beginnt. Diese Tour ist ein Auftauchen und Erfülltsein.

Durch den Tod des geliebten Bruders, der im Meer ertrunken ist, fällt die Protagonistin in eine schwere Depression. Diese Leere, die ihr Bruder hinterlassen hat, kann verglichen werden mit dem Marianengraben. Dieser Vergleich wird auch dadurch belebt, da sie Biologie, d.h. Zoologie studiert und ihr Bruder ebenfalls das Meer und alle Tiere darin liebte. Somit beginnt die Reise in elf Kilometern Tiefe und das Auftauchen aus der dunklen, aber bevölkerten Untiefe bekommt neben der Schwere des Auslösers eine Leichtigkeit.

Es wird die Geschichte von Paula erzählt. Sie ist geplagt von Selbstvorwürfen und einer schweren Depression. Ihr jüngerer Bruder ist durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommen. Dies liegt nun bereits zwei Jahre zurück. Doch ist sie immer noch gefangen in ihrer dunklen Seelenuntiefe. Als sie das Grab ihres Bruders aufsucht, lernt sie Helmut kennen, der auch einen geliebten Menschen verloren hat. Für beide beginnt mit diesem zufälligen Treffen eine gemeinsame Reise.

Mit Hingabe und Witz wird über eine Heldin erzählt, die sich mit der Hilfe eines skurrilen älteren Herrn aus dem Seelenloch befreit und langsam immer mehr Luft bekommt.

Ein einfach zu lesender Roman über Trauer, Depression, Liebe und Freundschaft.

 

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Tanya Tagaq: „Eisfuchs“

Tanya Tagaq Eisfuchs Kunstmann

Literatur erschließt stets neue Welten. Menschen, Kulturen und Landschaften, die man selbst noch nicht erleben konnte, werden durch die Kunst der Bücher lebendig. „Eisfuchs“ ist ein besonderes Buch.  Es ist ein Eintauchen in eine spannende, fremde Welt.

Tanya Tagaq ist eine Performerin, Komponistin und Sängerin, die besonders durch ihre Kehlkopfgesänge bekannt ist. Gleich ihrer Musik beinhaltet nun auch ihre Literatur mehrere und vielschichtige Eindrücke. Die Inuk aus dem kanadisch-arktischen Archipel hat die indigenen Traditionen kunstvoll in die Moderne transformiert. „Eisfuchs“ ist ihr belletristisches Debüt und ist fast schon ein modernes, schamanisches Märchen. Es ist magischer Realismus.

Es spielt in einem Städtchen am Rande des Eismeers im Norden Kanadas. Die Ich-Erzählerin schildert ihre Erlebnisse in dieser eisigen Umgebung. Die Natur ist stets übermächtig und wird fast verehrt wie eine Gottheit. Das gute Göttliche ist stets weiblich, wie sich in Folge zeigen wird. Ein Mädchen, das bildreich vom Erwachsenwerden in dieser urbanen Landschaft und dem Zusammenleben in dieser abgelegen Welt, nahe dem Pol, erzählt. Die Erwachsenen feiern laut, trinken, bedrängen und befingern nicht nur die Erzählerin unangenehm. Auch innerhalb der Kinder- und Schulgemeinschaft gibt es einige Hierarchien. Die Kinder erleben die Natur und nutzen diese als Spielfeld. Um dem Alltag zu entfliehen, beginnen sie mit dem gefährlichen Schnüffeln. Sie organisieren sich, nicht immer legal, Substanzen wie Lack, Benzin, Klebstoffe, um sich damit zu berauschen.

Der Glaube an die Allbeseeltheit der Natur wird immer vordergründiger. Neben der Trostlosigkeit der Arktis entdeckt und erlebt die Erzählerin die alten Mythen. Sagengestalten und Geistererscheinungen begleiten ihren menschlichen Weg zum Erwachsenwerden. Die Erscheinungen, Träume oder Wahrnehmungen können sinnlich oder auch bedrohlich wirken. Diese Beobachtungen und Wesenheiten können sich auch mit der Realität verschmelzen und neues Leben gebären. Leben getrennt in weiblich (gut) und männlich (böse) erblickt zum Beispiel im Text durch den Zauber des Polarlichts das Licht der Welt. Alles ist metaphorisch oder erlebte Mythen. Tiere wie Molche, Eisbären, Seehunde oder Füchse sind Freunde, Boten oder wichtig zum Überleben. Besonders der Eisfuchs taucht immer wieder im Leben der Erzählerin auf. Aber gleichzeitig sind es auch heranwachsende Kinder, die wie alle Partys feiern und sich wie Teenager zurechtmachen möchten. Leider ist dies in der eisigen Einöde nicht immer machbar. Kältefrei gibt es zum Beispiel in dieser Region erst bei gefühlten minus 50 Grad.

Ein Buch voller Bilder, die befremden, Rätsel aufgeben und berauschen. Naturpoesie und Lyrik tauchen immer wieder im Text auf und schaffen ein bewegendes Leseerlebnis der besonderen Art. Das Buch wurde aus dem Englischen (Split Tooth) von Anke Caroline Burger übersetzt und wird ergänzt durch Illustrationen von Jaime Hernandez.

Das zentrale Bild des Buches ist, dass wir Menschen gut daran täten, die Natur ihren natürlichen Lauf nehmen zu lassen. Der Ton der Welt erklingt auch in uns, nur haben wir verlernt, auf diesen zu hören. Ein Roman, der die Welt wieder ein Stück größer, mystischer und lebendiger macht.

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Anke Gebert: „Wo du nicht bist“

Anke Gebert Wo du nicht bist Pendragon

Der Roman von Anke Gebert zeigt wie wichtig es ist, an die Liebe zu glauben und an dieser festzuhalten, je mehr Hass sich im Umfeld zeigt. Liebe und menschliches Handeln sind Wegweiser in dunklen Zeiten. Das Besondere an dem Werk ist, dass es Geschichte erlebbar macht. Erschreckend ist, dass die Frage, die man sich oft gestellt hatte, wie konnte damals eine solche Fremdenfeindlichkeit entstehen, die in einem furchtbaren Holocaust ihr grausames Gesicht zeigte, immer gegenwärtiger wird. Es ist wichtig, das wir endlich aus der Geschichte lernen und niemals wieder solchen Hass, Krieg und Massenmorde zulassen. Dabei gibt und gab es Menschen, die an der Liebe festhielten und den Hass nicht zuließen. Irmgard Weckmüller war eine solche Frau. Sie schrieb einst selbst, dass jeder Mensch sein eigenes Kreuz zu tragen habe, dazu wurde ihm auch seine starke Schulter gegeben. Sie gab niemals auf und war stets für andere da. Ihr eigentlicher Kampf begann nach dem Krieg, als sie ihren Mann, Dr. Erich Bragenheim, post mortem ehelichen wollte.

1929 lebt Irma mit ihrer Schwester, Martha, in Berlin. Ihr Vater war im Krieg gefallen und ihre Mutter litt seitdem unter Depression und ging vermutlich in den Freitod. Seitdem wohnen die jungen Frauen zusammen unter Beobachtung einer Nachbarin. Irma arbeitet als Verkäuferin für Stoffe und Tücher während Martha als Hausmädchen eine Einstellung gefunden hat. Martha wird von dem Mann der Familie, für die sie arbeitet, missbraucht und schwanger. Hierbei kommt es zu der ersten Begegnung mit Dr. Bragenheim. Irma begleitet Martha zum Arzt, der sich um Marthas Schwangerschaft kümmern wird, denn sie will das Kind austragen. Dadurch, dass sie das Kind behält, verliert Martha ihre Arbeit und nun liegt es an Irma fast alleine für den Lebensunterhalt zu sorgen. Als es bei Marthas Geburt zu Schwierigkeiten kommt, ist es erneut Dr. Erich Bragenheim, der zur Hilfe eilt. Aus dem Kennenlernen entwickelt sich langsam mehr und Erich und Irma gehen zusammen aus und verlieben sich ineinander. Irma ist sehr offenherzig und versucht, mit jedem Menschen zurechtzukommen, daher wundert es sie, als sie zum ersten Mal darauf hingewiesen wird, dass der Mann an ihrer Seite ein Jude sei. Sie versteht nicht, warum es Menschen gibt, die seine Lebensweise oder Religion in Frage stellen. Als die Nazis größeren Zuspruch aus der Bevölkerung erhalten und die rechten Anfeindungen immer mehr werden, nehmen es Erich und Irma noch gelassen. Sie gehen davon aus, dass dies eine kurzweilige Laune der Zeit sei und die Gespenster sich bald wieder verziehen würden. Doch auch der Freundeskreis verfällt in antisemitische Floskeln und das gemeinsame Leben wird den beiden immer mehr erschwert. Doch lassen sich Irma und Erich ihr Leben und ihre Liebe nicht kaputtmachen. Sie verloben sich und sehen positiv in die Zukunft. Durch die Verlobung verliert Irma ihre Arbeit als Verkäuferin und der Hass nimmt immer mehr zu und hält auch in der eigenen Familie Einzug. Als auch die neuen Gesetze durchgesetzt werden, wird dem verlobten Paar die Hochzeit untersagt.

Später wird Erich nach Theresienstadt abgeführt. Auch dort bewahrt er Irma gegenüber noch das Sorgenlose als sie ihn dort einmalig besuchen darf. Später, nach dem Krieg, als der Schrecken sich langsam legt, macht sie sich sofort auf die Suche nach Erich. Leider wird sie erfahren müssen, dass er nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Ihre Trauer schlägt um in den Beschluss, ihn jetzt endlich zumindest auf dem Papier zu heiraten. Denn sie haben sich damals ewige Liebe geschworen. Diese ewige Liebe soll über den Tod hinaus gelten, denn für sie gab und gibt es nur Erich. Doch wird es schwer werden, einen Anwalt zu finden, der wieder seine Tätigkeit aufgenommen hat und sich solch eines ausweglosen Falles annimmt. Kann Irma es schaffen, letztendlich die Liebe siegen zu lassen?

Ein besonderes Buch über eine besondere Frau. Der Roman basiert auf wahren Begebenheiten. Die Handlung und die Sprache schaffen einen schnellen Zugang zum Text. Die Figuren sind lebhaft und authentisch zum Leben erweckt worden. Die Geschichte ist voller Trauer, aber auch Hoffnung. Hoffnung, dass wir endlich erkennen, dass wir alle Menschen sind, die Liebe suchen und brauchen. Zu hoffen bleibt auch, dass es solche Bücher sind, die es vereiteln, dass sich die Geschichte jemals wiederholen wird.

Vielen Dank an Günther Butkus vom Pendragon Verlag und Anke Gebert, die mich auf der Rückseite des Buches zitieren!

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Janna Steenfatt: „Die Überflüssigkeit der Dinge“

Janna Steenfatt Die Überflüssigkeit der Dinge Hoffmann und Campe

Ein Warten bis sich der Vorhang zum eigenen Leben hebt. Dieser fiebrige Moment, bevor das Stück auf den Brettern, die die Welt bedeuten, losgeht, erzeugt eine Spannung auf das Kommende, das noch im Ungewissen liegt. Das Warten dahin wird mit Dingen ausgeschmückt, die aber in Bezug auf den eigenen Werdegang niemals als überflüssig bezeichnet werden sollten.

Janna Steenfatts großartiges Debüt erzählt die Geschichte von Ina, die für sich bisher keine großen Erwartungen an das Leben formulieren konnte. Sie hat Germanistik und Philosophie studiert, ohne sich Gedanken zu machen, was sie damit mal beruflich anfangen möchte. Sie sehnt sich nach Geborgenheit, nach jemandem in ihrem Leben und wünscht sich lediglich eine Arbeit, die sie etwas erfüllt und ihren Alltag finanziert. Sie lässt sich treiben und empfindet sich als eine Gelähmte, die einsehen muss, dass ihr wirkliches Leben, auf das sie bisher gewartet hatte, eventuell schon angefangen hat. Ihre Beziehungen sind bisher keine ernsthaften und eher Phasen in der persönlichen Entwicklung.

Auf Wohnungssuche in Hamburg findet sie ein WG-Zimmer bei Falk, mit dem sie sich anfreundet. Er liebt sie und sie weiß von seinen Gefühlen. Beide blenden dies aber bisher gekonnt aus. In St. Pauli leben sie nun mit einer Katze und ziehen abends auch gerne um die Häuser. Als Inas Mutter stirbt, ist es Falk, der alles organisiert, die Haushaltsauflösung und die Seebestattung in Travemünde. Die Mutter war Schauspielerin, deren große Rollen aber in der Vergangenheit lagen. Sie hatte zuletzt nur noch kleinere Auftritte und es ist fraglich, ob Inas Mutter sich das Leben genommen hat oder ob es ein Unfall war. Während der Trauerbewältigung kommt die Erinnerung an die Zeiten als Inas Mutter noch eine gefragtere Schauspielerin war. Oft sind sie umgezogen und jede neue Spielzeit verlangte von Ina als Kind und Jugendliche viel familiären Verzicht. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Als die Mutter aber eines Tages angetrunken war, verriet sie den Namen. Es ist Wolf, der gerade jetzt wieder nach Hamburg anreist, um im Schauspielhaus Shakespeares „Sommernachtstraum“ als Regisseur zu inszenieren. Ina will ihren Vater endlich treffen und nimmt einen Job in der Schauspielkantine an. Die Atmosphäre in und um das Theater lässt sie ankommen. Sie atmet diese Welt ein und kann sich langsam öffnen, gerade als sie die Schauspielerin Paula kennen und lieben lernt. Paula ist gleich der Figur Puck, die sie auf der Bühne spielt. Beide verbringen eine gemeinsame Zeit, die Ina verändert. Auch Ihrem Vater begegnet sie im Theater. Aber wie sich das Gefühlsleben von Ina entwickelt, ihr hin und her zwischen Falk und Paula und ob sie sich ihrem Vater zu erkennen gibt, soll selbst erlesen werden.

Ein Roman, der mit der Handlung und den gut gezeichneten Charakteren, sehr überzeugt. Besonders das Getriebene und das noch nicht Gefestigte im Leben der Protagonistin wird sprachlich toll eingefangen. Der Text glänzt in den Beschreibungen der einzelnen Beziehungen, zur Mutter, zum Mitbewohner, zum Kollegium und innerhalb des Liebeslebens. Die Suche nach Geborgenheit und das Angenommenwerden sind hier glaubhaft mit Humor und Einfühlungsvermögen erzählt. Durch Kleinigkeiten werden die Dinge groß, die nur auf den ersten Blick überflüssig erscheinen.

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Ilinca Florian: „Das zarte Bellen langer Nächte“

Ilinca Florian Das zarte Bellen langer Nächte Karl Rauch Verlag

Eine Frau, die sich zu finden versucht. Was kommt nach der Leichtigkeit der Jugend? Woher kann und soll man wissen, was man im Leben will?

Das Bellen kennt man als Laut, um auf sich aufmerksam zu machen, um abzuwehren oder um auf einen Missstand hinzuweisen. Doch ist dieses Bellen nicht nur im Titel ein zartes – ab und zu auch ein schönes, herzergreifendes Wimmern. Die Protagonistin des Romans wird einem sehr schnell sympathisch und ist wohl ein Abbild ihrer gegenwärtigen Großstadtgeneration. Es geht um die Sorgen und Bemühungen einer jungen Frau, die gerade ihr Studium beendet hat.

Hannah lebt mit ihrem Freund zusammen in Berlin. Ihr Freund träumt von einer Musikerkarriere. Nach ihrem Soziologie-Studium muss sie jobben, um einigermaßen zurechtzukommen. Sie hadert mit der jetzigen Situation, denn sie hatte sich das Leben anders vorgestellt. Gerade das Berufsleben, aber auch die Beziehung zu ihrem Freund, der sich als Künstler mehr oder weniger von ihr aushalten lässt. Hannah macht Schichtdienst in der Restaurantabteilung des KaDeWe, hatte vorher aber aus Geldmangel auch andere und schlimmere Jobs angenommen. Auch macht sie einmal etwas für Geld, das ihr hinterher sehr unangenehm ist. Sie findet kein echtes Ziel. Ihre Eltern, die gutbürgerlich und aus der Welt der Kunst kommen, unterstützen sie, mahnen aber auch zur bewussten Tätigkeit. Hannahs Beziehung zu ihrem Freund leidet und bekommt eigentlich nur noch eine Beständigkeit durch den Hund, der irgendwann dazukommt. Doch als die Band ihres Freundes das Angebot erhält, als Vorband auf Tour zu gehen, entfernt er sich immer mehr aus dem gemeinsamen Leben. Hannah trifft auf eine ältere und sehr gute Freundin, die eine fast schon illegale Bar eröffnet. Hannah war damals als Cocktailmixerin sehr kreativ und bekommt bei ihrer Freundin eine feste Anstellung. Doch wie soll man ernsthaft sein Leben planen, wenn man beständig getrieben wird?  Wie passt der eigentliche Lebenswunsch in die jetzige Konstellation hinein? Wie vereint man sein sprunghaftes und unkontrolliertes Leben mit den Bedürfnissen eines Hundes? Hannah findet durch ihre guten Freunde und das neue Umfeld bei der Arbeit langsam immer mehr Halt, doch kann sie sich darauf verlassen?

Ein feiner, stimmiger und lesenswerter Roman über die Suche nach den Zielen im Leben. Das Finden und das Abgrenzen stehen dabei selbstbewusst nebeneinander. Als Leser verfolgt man nur eine kurze Zeitspanne der Protagonistin, doch versteht es die Autorin sehr einfühlsam, die Sorgen, Emotionen und Gedanken der Figur glaubhaft werden zu lassen und literarisch zu fixieren.

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Ute Cohen: „Poor Dogs“

Ute Cohen Poor Dogs Sepime

Der Begriff „Poor Dogs“, also eine wirtschaftliche Bezeichnung für ein negatives Marktwachstum mit einem relativ geringen Marktanteil, ist Namenspate des neuen Romans von Ute Cohen. Ein Buch, das fordert, provoziert, ekelt und unterhält. Diese Welt, die sich dem Leser nun eröffnet, ist eine Mischung aus „The Wolf of Wall Street“, „Die Firma“ und „American Psycho“. Es sind Menschen, die hier in den Vordergrund rücken, die den Bodenkontakt verloren und jegliche Grenzen überschritten haben. Die ethischen und gesellschaftlichen Grundsätze gelten nicht für diese Charaktere. Jegliche Moral wird hier außer Kraft gesetzt. Was sind das für Menschen, die mit riesigen Geldsummen jonglieren? Menschen, die meinen Macht zu besitzen und diese in allen Facetten missbrauchen. Ihre Welt wird immer kleiner und auch die Globalisierung schrumpft. Die Länder als Spielfeld der erhobenen Spitzenklasse einer Gesellschaft, der man hier schwer Sympathie entgegenbringt.

André und Eva arbeiten für eine Unternehmensberatung und alles scheint ihnen möglich zu sein. Liebe und Leben wird nach Business-Modellen ausgerichtet. In der Welt ihres Hardcore-Kapitalismus ist alles auf Nutzenmaximierung ausgerichtet. Sie leben und handeln immer mit dem Gedanken an die Gewinnmaximierung. Auch im Privaten. Liebe ist nur ein Begriff und die Beziehungen und die Ehe sind Modelle der sexuellen Grundversorgung. Die Figuren handeln kühl, berechnend und immer nur mit dem eigenen Vorteil im Blick. Politisches und sozial korrektes Handeln verdrängen sie immer mehr. Es sind teilweise Männer, die Frauen als sich wehrende oder als sich fügende Wesen einordnen. Macht-, Business- und Sexspiele als Droge und als Mittel zum Weg an die Spitze. Gier, Belästigung und Machtmissbrauch sind an der Tagesordnung. Sie sind auf der Suche nach einer Vision für das neue Jahrtausend und alles wirkt für sie grenzenlos. Doch der Absturz folgt, nicht nur mit der Finanzkrise.

Ein triefend böser Roman, der in sich eine Spannung aufbaut, die eine überspitzte, aber leider wohl auch realistische Welt aufzeigt. Es sind Figuren, die jegliche Grundlage der Menschlichkeit aus den Augen verlieren und alles nach Portfolio-Analysen und weiteren Business-Modellen ausrichten. Der Text hat etwas, im wahrsten Sinne des Wortes, Cooles und ist stets kurz, einfach und ohne weitere Erläuterung gehalten. Somit baut sich langsam eine Handlung und, wenn überhaupt möglich, ein Bezug zu den Charakteren auf. Es ist kein Wohlfühlbuch und man hadert mit den Charakteren. Daher fällt das Lesen ab und zu schwer, aber es ist auch schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen, weil man gefesselt wird und sich dem Ganzen irgendwie nicht entziehen kann und mag.

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Isabelle Autissier: „Klara vergessen“

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Nach dem gefeierten Roman „Herz auf Eis“ hat Isabelle Autissier nun einen neuen Roman herausgebracht und konnte sich mit „Klara vergessen“ sogar literarisch steigern. Isabelle Autissier, Seglerin und engagierte Naturschützerin, hat einen Roman geschrieben, der von einer Familie erzählt, die durch die Geschichte der UdSSR geprägt wurde. Die Familie erlebte eine Inhaftierung, einen großen Verrat und lebt nun mit dem Vergessen, d.h. der Verdrängung und dem Schweigen darüber. Es ist ein historisches Abenteuer und lebt von den gelungenen Charakterisierungen und den großartigen Beschreibungen der Natur und der Ortschaften. Der Roman, der aus dem Französischen von Kirsten Gleining übersetzt wurde, unterhält, bildet und ist unheimlich packend geschrieben.

Es beginnt mit einer E-Mail. Juri ist Ornithologe und lebt in Amerika. Er bekommt eine Nachricht, dass sein Vater, der immer noch in Murmansk lebt, sterbenskrank ist und in der Klinik ist. Er möchte Juri um einen Gefallen bitten. Juri, der mit einem Mann zusammenlebt und ein glückliches Leben in Nordamerika gefunden hat, zögert nicht lange und begibt sich auf die Reise in seine Heimat. In Murmansk hat sich vieles verändert aber auch vieles ist so geblieben, wie es Juri aus seiner Kindheit erinnert. Rubin, sein Vater, ist immer noch ein harter, mitleidloser Mann, auch jetzt auf dem Sterbebett. Er möchte, dass Juri das Geheimnis um Klara, Rubins Mutter und Juris Großmutter, lüftet.

Juri geht der Geschichte nach und es wird ihm deutlich, dass sein Leben mit dem Schicksal von Rubin und Klara eng verbunden ist. Zu Zeiten Stalins kamen die Eltern von Rubin als Wissenschaftler nach Murmansk. Rubin wurde Zeuge von unheimlichen Gesprächen seiner Eltern, die anscheinend eine große Gefahr witterten. Eines Nachts wird Klara abgeführt und der fünfjährige Rubin ist seitdem leicht traumatisiert. Rubin wird später ein unerbittlicher Fischer, der seinem Sohn Härte demonstrieren will. Juri erlebte sein erstes Freiheitsgefühl am Hafen, als er und seine Mutter auf das Einlaufen des Schiffes von Rubin warteten und er den Seevögeln nachschaute. Diese Leidenschaft  wuchs in ihm und er wurde immer mehr zu einem wissbegierigen Ornithologen. Als Pionier in einem Camp entdeckte er auch seine noch nicht ausgelebte Homosexualität.

Rubin wollte Juri zu einem starken Mann erziehen, der wie er zur See fährt und nahm ihn eines Tages auch mit an Bord. Auf hoher See erlebte Juri das brutale und entbehrungsreiche Leben der Fischer und musste sich als Schiffsjunge vieles gefallen lassen. Es kam zu einer bedrohlichen Auseinandersetzung, als er in seiner Freizeit Vögel beobachtete und ihm sein Fernglas entnommen und ins Meer geworfen wurde. Er war das Opfer von täglicher Gewalt auf dem Schiff seines Vaters. Er schwor, sich von seinem Peiniger zu befreien und es kam zu einer schicksalshaften Wendung in seinem Leben.

Juri suchte sein Glück in Amerika und wurde dort auch als Ornithologe ansässig. Nun katapultiert ihn die Nachricht einer ehemaligen Nachbarin zurück in seine Vergangenheit und auch in die seines Vaters und seiner Großeltern. Klaras Inhaftierung und Verbleib ist immer noch ein Rätsel, das Rubin immer für sich geklärt haben wollte, nun aber mit seiner Krankheit auf Juri, seinen Sohn, abwälzt. Damals wurden unglaublich viele Menschen verhaftet, die sich meistens gar nichts haben zu Schulden kommen lassen. Hat Klara sich damals gegen das Regime gestellt, war sie als Wissenschaftlerin ein Opfer der Zeit oder wurde sie verraten? Juri erlebt nun das Aufbrechen des gefährlichen Schweigens und stellt sich der Vergangenheit.

Ein großartiger Roman, der fesselt und toll geschrieben ist. Mit viel Feingefühl und einer klaren, manchmal knappen Sprache wird ein großes Panorama an Geschichte, Emotionen und persönlichen Schicksalen eröffnet.

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Jami Attenberg: „Nicht mein Ding“

Jami Attenberg Nicht mein Ding Schöffling

Erwachsen werden ist ein schleichender Prozess, den man erlebt, verschmäht oder gerne auch aufschiebt.  Was ist der entscheidende Auslöser in einem Leben, der einen plötzlich bewusst oder unbewusst erwachsen handeln lässt? Jami Attenberg, die Autorin von u.a. „Die Middlesteins“ oder „Saint Mazie“, wirft eine junge Frau ins Leben und lässt diese erzählen, was ihr Ding ist, dass sie am Leben hält. Auch die Umkehr, das Benennen und Erzählen von dem, was nicht ihr Ding ist, weckt beim Lesen einen Wissensdurst, der zum persönlichen Ding wird und man möchte aus dem Leben der Protagonistin mehr erfahren.

Es geht um eine Frau, die sich auf einem Selbstfindungstripp befindet. Leichter fällt es ihr natürlich, das auszufiltern, was nicht zu ihr passt, d.h. nicht ihr Ding ist. Dabei verliert sie leider ab und zu die Übersicht. Denn einiges, was sie abgelegt hatte, vermisst sie wiederum in Folge. Zum Beispiel die Kunst, die Kreativität und natürlich die Liebe.

Gleich zu Beginn der Lektüre wird man durch die direkte Ansprache per Du geradezu überrollt. Doch ist man als Leser wirklich gemeint oder wem erzählt Andrea, die Heldin des Werkes, die ganze Geschichte? Durch diesen  literarischen Schachzug wird man aufgefordert, sich dem Kommenden zu stellen und sich ganz auf das Buch einzulassen.

Andrea hat Kunst studiert und abgebrochen. Sie lebt in New York und arbeitet in einer Agentur. Sie verdient einigermaßen gut, kann sich mit der Arbeit aber nicht identifizieren und fühlt sich unterfordert. Meist hat sie ihre Aufgaben vor dem Abgabetermin fertiggestellt. In ihrem Umfeld tauchen Menschen, Freunde und Liebhaber auf, die sie mal mehr, mal weniger berühren. Ihre Familie hat emotionalen Schaden genommen. Ihr Vater, der den Jazz lebte und liebte, ist an einer Überdosis gestorben. Seitdem war die depressive Mutter für Andrea und ihren Bruder alleine zuständig. Der Bruder spielt in diversen Bands, die aber alle an mangelndem Erfolg scheitern. Dennoch bleibt er der Musik treu. Er heiratet eine Frau, die Karriere bei einem Magazin machte, das aber durch den Wandel der Zeit auch ihre berufliche Laufbahn gefährdet. Beide bekommen ein schwer krankes Kind und ziehen in die ländliche Umgebung. Andrea wird es aus egozentrischen Gründen selten schaffen, diese dort zu besuchen. Andreas Wahrnehmung kreist viel zu oft um sich selbst. Somit hat sie es auch schwer, Menschen an sich zu binden. Ihr leichter Umgang mit Sex und Alkohol vermindert sich, als sie für ihre Mutter während eines Trauerfalls und besonders für ihren Bruder und dessen Frau da sein muss, als es deren Kind immer schlechter geht. Doch auch hier möchte sie meist lieber anstelle des Kindes ein Glas Wein halten. Die angestaute Wut und Trauer um den Verlust ihres Vaters und bezüglich der vielen Männer, die sie im Umfeld ihrer Mutter, als sie noch Kind war, belästigten, sucht sich einen Weg in ihr Bewusstsein, um endlich verarbeitet zu werden. Es wird Zeit, dass sie endlich, sieht, was tatsächlich ihr Ding ist, um in der Welt der Erwachsenen mithalten zu können.

Ein Roman, der durch seinen Sound, die Erzählstruktur und die Charakterisierung begeistert. „Nicht mein Ding“ (im Original: „All Grown Up“ – Übersetzung: Barbara Christ) ist genau mein Ding: Eine humorvolle, traurige und mitreißende Lektüre. Der Roman ist spritzig, zügig und mit viel Zuneigung für die Figuren geschrieben. Das Witzige steht oft dem Tragischen gegenüber und somit wird man als Leser selbst in ein Gefühlschaos hineingerissen und verliert, d.h. verliebt sich in den Text.  Das Buch wurde von Barbara Christ übersetzt und erzeugt einen enormen Drive.

Danke an den Schöffling Verlag, der mich u.a. in der Verlagsvorschau bereits zitiert (Siehe Foto)

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