Archiv der Kategorie: Erlesenes

David Grossman: „Kommt ein Pferd in die Bar“

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Das Buch erinnert schon beim Betrachten an ein Album von Tom Waits. Beim Lesen gerät man in einen Sog, der einen bannt und so schnell nicht mehr loslässt. Gleich den Gästen einer Comedian-Veranstaltung, die sich vom Vortragenden etwas Ablenkung erhoffen, aber doch viel mehr bekommen, als sie möchten oder erwarten durften. Der Titel klingt wie der Anfang eines belanglosen, schlechten Witzes. Doch bleibt der Witz im Halse stecken. Der Text wandelt zwischen Lachen und Weinen – Gleich den Polaritäten: Genie und Wahnsinn, Schlaf und Tod.

Das Buch spielt in Jerusalem und handelt von Dovele, der sich selber als Randfigur der Gesellschaft sieht. Er verwendet für sich ein einfaches Bild. Das Bild einer Gruppe von Menschen, die gemeinsam wandern und bei einem lösen sich beim Gehen die Schnürsenkel. Wenn dieser stehen bleibt, um diese zu schließen, gibt es zwei Möglichkeiten: Er ist ein Bestandteil der Gruppe und alle warten oder er wird nicht beachtet und die anderen ziehen desinteressiert weiter. Als letzteres empfindet sich Dovele, der Comedian.

Der eigentliche Erzähler des Romans ist der Richter Avischai Lasar. Dieser wurde von Dovele gebeten, an diesem Abend sein „Richter“ zu sein. Er solle sich ein Bild von ihm und dem Abend machen. Dovele erwartet von ihm eine Rückmeldung, wie er auf der Bühne auf ihn wirkt.

Dovele tritt auf. Er kommt auf die Bühne als hätte ihn jemand zum Auftritt überzeugen müssen. Als würde er auf die Bühne gestoßen. Nachdem er sich berappelt hat, beginnt er zu erzählen. Er erzählt Anekdoten und Witze. Für eine Pointe ist ihm nichts zu schade. Er wirkt wie fast jeder Stand-Up-Comedian zynisch und sarkastisch. Er gibt alles, denn heute ist sein Geburtstag.

Will er dem Publikum überhaupt gefallen? Denn zwischen den Witzen erzählt er seine tragische Geschichte. Hat er deswegen den Richter eingeladen? Beide kennen sich von einem Lager, in dem sie als Schüler militärisch ausgebildet wurden. Will sich Dovele rächen? Was möchte er und warum soll der ehrenwerte Richter dabei sein? Ist es Zufall, dass in der ersten Reihe eine kleine Frau sitzt, die mal seine Nachbarin war? Sie kennt Dovele als den Jungen, der oft auf den Händen ging. Dies tat er, um seine Mutter, zu der er ein enges Verhältnis hatte, zum Lachen zu bringen. Auch scheint die Welt so für ihn erträglicher zu sein. Geht man auf den Händen kann einem auch niemand ins Gesicht schlagen. Dies wird seine Flucht aus der Realität. Die Verschiebung der Wahrnehmung, das Leben steht Kopf und wird dadurch von ihm zum Witz deklariert.

Während seines Vortrages werden die Pointen immer seltener und das Kleinstadtpublikum wird immer ungeduldiger. Aber er möchte seine Geschichte erzählen. Seine Floskel, „wo war ich stehen geblieben“ führt ihn und seine immer mehr reduzierten Zuhörer zurück in seine Vergangenheit. Damals wurde er während des Lagers abgeholt. Aber keiner traut sich ihm zu sagen, was geschehen ist. So geht er dem Offizier auf Händen nach und wird von seinem Zeltkammeraden, dem jetzigen Richter beobachtet. Er soll zu einer Beerdigung gebracht werden, doch jeder der mit ihm spricht, hofft, ein andere möge ihm sagen, wer der oder die Verstorbenen sind. Der Fahrer, der ihn vom Lager zur Beerdigung fährt, versteckt seine Unsicherheit auch hinter Witzen und Anekdoten, die er seiner Schwester und Dovele während der Autofahrt zum Besten gibt.

Gleich dem Publikum wird man durch die Geschichte gefesselt. Man möchte ihm zurufen, endlich weiterzuerzählen. Seine Witze sein zu lassen, um endlich zum Kern seines Vortrages zu kommen. Es ist das Wesentliche, das in uns ist, das er Stück für Stück offenlegt und darbietet. Es geht um Verrat, um Trauer, um Schmerz und um Freundschaft.

Ein großer Roman, der wie ein Kleinkünstler daherkommt, der für sein Publikum eine ganz andere Reise geplant hat, als man als Zuhörer, d.h. Leser erwartet hatte.

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Abbas Khider: „Ohrfeige“

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Eine Ohrfeige eines Flüchtlings aus dem Irak an alle Menschen, die ihm sein Leben erschweren. Denn das Buch handelt von einem Menschen, der in seiner Heimat und in der Fremde nicht leben darf.
Er fesselt seine zuständige Sachbearbeiterin bei der Ausländerbehörde, gibt ihr eine Ohrfeige und erzählt ihr seine ganze Geschichte. Seine Frustration lässt ihn letztendlich so handeln. Oder träumt er das Ganze? Hat er sinneserweiternde Stoffe eingenommen und phantasiert seinen kleinen Racheakt an seiner kalten, bürokratischen Sachbearbeiterin?

Abbas Khider, der Autor, wurde 1973 in Bagdad geboren und mit 19 Jahren aus politischen Gründen verhaftet. Nach seiner Entlassung floh er und lebt seit 2000 in Deutschland. Am 15. Dezember 2013 wurde ihm der Nelly-Sachs-Preis überreicht. „In seinen Romanen schildert Khider exemplarische Schicksale unserer zerrissenen Gegenwart. Lakonisch, humorvoll, erzählerisch versiert und literarisch.“ So in der Laudatio von Hubert Spiegel (Literaturkritiker der F.A.Z).

Abbas Khider hielt sich als „illegaler“ Flüchtling in verschiedenen Länder auf und erlebte wohl eine persönliche Odyssee. So auch sein Protagonist, Karim Mensey, dem gleich Odysseus nur selten Gastfreundschaft gewährt wird. Er flieht aus einem Land, um der Diktatur dort zu entkommen, strandet aber letztendlich im Dschungel der Bürokratie. Er erlebt die Schikanen des Bundeskriminalamtes, Peinlichkeiten des Bundesnachrichtendienstes und die alltäglichen Vorurteile bis hin zum Rassismus.

Karim ist eigentlich kein politisch Verfolgter. Er verlässt seine Heimat nicht politisch motiviert. Doch ist die Flucht für ihn sehr wichtig und er wird von seinem Vater unterstützt. Er leidet unter Gynäkomastie. Nach der Schule ist sein Notendurchschnitt knapp unter der Regulierung für das Studium und dem damit verschobenen Militärdienst. Er darf vorerst nicht studieren, sondern muß den Militärdienst antreten. Sein nackter Körper ist ihm aufgrund seines Leidens sehr peinlich und könnte ihm im Irak sehr gefährlich werden. Er glaubt seine damalige Kinderliebe hätte ihm, nach ihrem grausamen Tod, ihre Weiblichkeit übertragen. Diese versucht er stets mit Kleidung zu verbergen und möchte nun zu seinem Onkel Murad nach Paris fliehen. Seine Reise dauert fast fünf Wochen und durch die verschiedenen Einzeletappen, sowie Fahrzeuge, verliert Karim die Orientierung. Als er von der Ladefläche des Transporters springt, ist er nicht in Frankreich, sondern in Dachau. Drei Jahre und vier Monate wird er nun in Deutschland leben. In Zirndorf, Bayreuth, Niederhofen und in München.
Sein Aufenthalt ist geprägt vom Warten. Langsam spielen die Einheimischen für ihn eine immer wichtigere Rolle. Besonders Frau Schulz, seine Sachbearbeiterin von der Ausländerbehörde, gehört zu den Menschen, die er am häufigsten sieht. Frau Schulz bearbeitet sehr bürokratisch, unfreundlich und zu Teilen auch willkürlich die vorgelegten Anträge. Karim muss sich eine Lebensgeschichte ausdenken, damit er Asyl bekommt und sich endlich wieder frei bewegen kann. Er kämpft sich durch Formulare und Asylunterkünfte und lässt sich auf fragwürdige Freundschaften ein.

Mit dem 11.09.2001 verändert sich alles und die Welt steht Kopf. Nach dem Irakkrieg bekommt Karim seinen Widerruf und er soll in den Irak abgeschoben werden. Jetzt, nachdem er sich in Deutschland eingefunden hatte, die Sprache erlernt, die Mentalität erhaschen konnte, steht er wieder am Anfang. Er muss sich einen neuen Schlepper suchen. Einen, der ihn aus Deutschland rausbringt. Aber vorher geht er zu Frau Schulz und erzählt ihr seine ganze Geschichte…

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Dada feiert Geburtstag!

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Eine Kunst, die die Antikunst schafft. Wenn in der damaligen Zeit ein Sinn in Krieg und Gewalt gesehen wurde, wurde mit Dada der Unsinn deklariert. Die alten Kunstbegriffe wurden durch die Erschütterung des Ersten Weltkrieges in Frage gestellt. Dada war gegen die bisherige Kunst, war also eine Antikunst, die wiederum um die Kunst buhlte. Die Dadaisten rangen um die Kunst als Lebensphilosophie. Freiheit gegenüber allem. Dies spiegelt sich auch in der „fehlenden“ Kunstform und der Benutzung jeglichen Materials. Das Schöpferische als Gegenbewegung, als Revolution gegen den Ungeist der Zeit. Aus dem Demolieren und Protestieren kann ein Vergnügen entstehen. Gerade in Zeiten, in denen es wenig zu lachen gab. Dadas Ursprung liegt in Zürich, wandert über New York, Paris, Berlin, Köln, nach Hannover, um dort mit der Merzbewegung von Kurt Schwitters eine Antwort auf die Antikunst zu finden und eine aufbauende Kunst zu erschaffen.

Dada ist mir oft begegnet und ich mag besonders die Dada-Lyrik. Die Lautgedichte und die grafischen Gedichte, die selbst in der Darstellung, der Typografie, ein Kunstwerk ergeben. Ich habe mich zum ersten Mal mit Dada beschäftigt, als ich noch zur Schule ging. Es war das Thema meiner Jahresarbeit in der 12. Klasse (Waldorfschule Kiel) und eines der mündlichen Abschlussthemen meiner Prüfung zum Buchhändler.
Beim Vortrag meiner Jahresarbeit war ich krank und unglaublich heiser. Mein erster alleiniger Auftritt vor einem großen Publikum. Aber gerade meine Stimme ließ die „Karawane“ von Hugo Ball zu einer erlebbaren Karawane werden und die „Zigarren“ von Tristan Tzara ließen mich als kräftigen Raucher erklingen. Hängen geblieben ist bei mir aber stets Kurt Schwitters mit seinen „Merz“-Werken. Besonders natürlich die Frau, die von hinten, wie von vorne ist: ANNA Blume. Auch der Post- und Neo-Dada hat mir immer viel Spaß gemacht.

Warum Geburtstag? Dada wurde im Februar 1916 von einer Gruppe von Literaten und Künstlern ins Leben gerufen. Sie gründeten das Cabaret Voltaire in Zürich. Hier fanden nun abendlich verstörende Manifeste und Lyrik-Abende statt, die das Publikum schockten, unterhielten, aufwühlten oder sogar verhohnepiepelten.
Jetzt, zum Geburtstag, macht es erneut sehr viel Spaß in den Klassikern der Dada-Literatur zu stöbern. Auch die Novitäten, die jetzt erscheinen lohnen sich zum Einstieg, zum Festlesen und zum finden seines Oberdadas.

Wer sich nicht gleich in die Urlautsonaten, Manifeste und Nonsens-Texte stürzen möchte und lieber den Menschen hinter Dada erkunden möchte, dem sei die tolle Biographie von Bärbel Reetz „Das Paradies war für uns“ empfohlen. Das Werk beschäftigt sich mit den Leben des Künstlerpaares Emmy Ball-Hennings und Hugo Ball.

Als Einstieg hat mir von den Novitäten sehr gut gefallen: „Dada total – Manifeste, Aktionen, Texte, Bilder“, „Dada zum Vergnügen“ und „Dada-Almanach. Vom Aberwitz ästhetischer Contradiction – Textbilder, Lautgedichte, Manifeste“ gefallen.

Diese und noch viel mehr Dada

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Lisa Weichart: „Wolkenfisch“

Wolkenfisch

Vor langer Zeit hatte ich versprochen, den „Wolkenfisch“ zu probieren. Lisa Weichart hat sogar die weite Reise zu uns angetreten und uns besucht. So war es mir nun unmöglich, sie aus den Kopf zu bekommen, denn so wurden Thea, die Protagonistin, und Lisa, die Autorin, beim Lesen eine Figur.

Beide haben auch viel gemeinsam. Thea arbeitet in einem Italienischen Markt, gleich der Autorin und selbst in der Charakterisierung findet sich vieles wieder, wie ich Lisa Weichart erleben durfte. Aber „Wolkenfisch“ ist wohl kein autobiographisches Werk. Es erinnert doch mehr an die filmischen Umsetzungen von „Anleitung zum Unglücklichsein“ und „Die fabelhafte Welt der Amélie“.

Thea ist geschieden und sorgt sich als alleinerziehende Mutter um ihre beiden Kinder. Eigentlich führt sie zwei Leben. Eins als gefühlte Italienerin und eins als sorgende Hausfrau. Die stolze Italienerin erwacht schon in ihr auf dem Weg zur Arbeit. Sie ist eine lebendige Verkäuferin in einem italienischen Feinkostmarkt und liebt ihre Kunden und das Sortiment. Doch durch den wachsenden Erfolg des Ladengeschäfts, der durch einen Werbespot mehr Kunden anlockte, droht ihr eine Verbannung an die Kasse. Das Lebendige, das Verkaufsgespräch, soll ihr genommen werden.

Auch privat hat Thea mit der Realität zu kämpfen. Ihre Träume und Sehnsüchte finden hier auch nicht das gewünschte Fundament. Ihr Partner, einst ein Romantiker und verständnisvoller Freund, stumpft immer mehr ab und kann sich auch immer noch nicht ein gemeinsames Wohnen mit Thea vorstellen. Sie ist irgendwie einsam, aber nie allein. Sie schweigt auch lieber und wartet, dass die Themen angesprochen werden, bevor Sie etwas thematisiert. Auch schleicht sich langsam ein Unbehagen in die Beziehung ein. Hat Tom, ihr Freund, eine andere Frau?

Thea zweifelt und erträumt sich meistens eine andere Realität. Ihre Arbeit im Markt führt sie in Gedanken in eine leichtere Welt – voller Gerüche und schmackhafter Köstlichkeiten. Doch ihre Zweifel und ihre Eifersucht fressen sie auf, ein Wechselspiel der Liebe. Bis sich etwas ändert und Roy in ihr Leben tritt.

Ein feiner, kleiner Leseschatz, der leicht, wohl wie ein Wolkenfisch, zu genießen ist. Ein nie überladenes Büchlein über Liebe und Sehnsüchte. Ein gelungener Debütroman, der sprachlich leicht, aber mit viel Freude am Fabulieren geschrieben wurde. Eine feine Poetik, die nicht gewollt in den Text eingeflossen ist. Ein kurzweiliger, aber schöner Lesespaß.

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Antonia Michaelis: „Im Auge des Leuchtturms“

Emons Auge des Leuchtturms Michaelis

Antonia Michaelis schreibt Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren. Eins haben ihre Werke gemein, sie zeigen uns die vertraute Welt, in der stets etwas anderes lauern kann. Als Leser erliest man eine neue Perspektive, eine Welt, die mal Kopf stehen darf, sich im Nebel verbirgt oder uns etwas Märchenhaftes offenbart.
Ihre Texte lesen sich spannend, träumerisch und in Teilen kindlich naiv. Doch ist dies keine Kritik, denn gerade das Naive, das Kindliche in uns, macht unsere Welt verständlicher oder sogar erträglicher.
Ob nun das Buch „Im Auge des Leuchtturms“ ein Kriminalroman ist, wie auf dem Titelblatt angekündigt, sei mal in Frage gestellt. Es ist ein atmosphärischer und intensiver Roman, der zwischen Realität und Traum wandelt. Es ist eine surreale Geschichte im typischen Michaelis-Stil, den ich persönlich sehr mag. Ihre bekanntesten Werke sind wohl ihre Jugendbücher „Märchenerzähler“, „Solange die Nachtigall singt“ und „November“. Doch besonders schätzen gelernt habe ich sie durch „Paradies für alle“.

„Im Auge des Leuchtturms“ erzählt die Geschichte von Nada Schwarz, die sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit macht. Sie will Licht in ihr verdrängtes Unterbewusstsein bringen. Was ist damals, als sie ein Kind war, auf der Nordseeinsel „Nimmeroog“ vorgefallen?

Nada lebt in Berlin. Sie ist jung und sehr erfolgreich. Sie ist die Managerin einer Restaurantkette „Lichthaus“. Jedes Restaurant spiegelt eine andere Jahreszeit und Himmelsrichtung. Wichtig ist immer die Helligkeit. Es darf nichts dunkles zu sehen sein, kein Schatten darf sich im Gästezimmer bilden. Überall müssen genügend Lichtquellen angehende Schattenplätze überstrahlen. Sie lebt ganz für ihre Arbeit. Für Freunde und Familie hat sie nie Zeit. Auch für ihrer Vergangenheit hat sie nichts übrig und sie nimmt sich auch nicht die Zeit, sich mit dieser zu beschäftigen. Nur Frank, ihr Chef, der sehr viel für sie empfindet, steht ihr näher.

Ihr durchgeplantes Leben gerät ins Schwanken, als sie eines Tages eine Postkarte mit einem Leuchtturmmotiv erhält. Der Text der Karte ist eine mystische Aufforderung zu einem Ferienhaus zu kommen. Dort könne man bis hinter den Horizont sehen und eine Dunkelheit wäre immer noch da. Der Absender, der sich nicht zu erkennen gibt, würde sie als Anker brauchen.
Nada macht sich sich auf den Weg zu der kleinen Nordseeinsel, dessen Leuchtturm auf der Karte abgebildet ist. Schon auf dem Weg vom Fähranleger zum blauen Ferienhaus geschieht Unheimliches. Sie hört angsterfüllte Todesschreie im Hain. Ruft dort ein Tier, ein Vogel oder ist es ein Mensch, ein Kind?
Mit dem Einzug in das Ferienhaus, stellt sie fest, dass sie tatsächlich hier schon mal gewesen sein muss. Ihre Eltern, denen das Haus gehört, wollten wohl auch nicht, das sie sich erinnert.

Ihr Aufenthalt auf der Insel wird immer verstörender. Wird sie krank? Bildet sie sich alles ein oder wandelt sie wirklich zwischen Traum und Realität? Immer steht der Leuchtturm im Zentrum ihrer Wahrnehmung als Ziel ihrer Spaziergänge oder als Ort ihrer Träume, in dessen runden Zimmern sie sinnlose Möbel aufbaut. Durch ein altes Telefon spricht sie mit einem kleinen Mädchen, das sie um Hilfe bittet.

Nadas Welt versinkt und wird immer nebeliger. Ihre Träume scheinen Licht in ihre Vergangenheit zu bringen gleich dem Leuchtturm, der auch wieder sein Licht über den Horizont sendet, damit die Seeleute ihren Weg finden.

Nada Schwarz hatte ihre Vergangenheit so sehr verdrängt, begraben, dass ihr wahres Selbst ein kauerndes Etwas in ihr geworden ist, das nun endlich in die Helligkeit möchte. Was ist wirklich damals vorgefallen? Wo endet der Traum und was ist Realität? Was ist den Kindern Nada, Nil und Niente am Leuchtturm passiert?

Antonia Michaelis spielt mit Licht und Dunkelheit. Sie verbirgt in der Geschichte die unterbewusste Angst, die sich gleich einem „Ding“ in der Finsternis versteckt. Als Kind hat man diese Angst in der Dunkelheit immer gespürt, doch als Erwachsener verdrängt man diese, bis sie, wenn man sie nicht zulässt, zu mächtig werden könnte.

Ein märchenhafter Spannungsroman, der gleich Peter Pan in eine Traumwelt der Protagonistin einlädt. Eine Welt voller verborgener Schrecken. Alles kann ein Traumbild sein, die Namen, die das Nichts beinhalten: Nada, Nil und Niente. Selbst die erdachte Insel „Nimmeroog“, die neben Amrum sein soll, erinnert an das wohl große Vorbild: Nimmerland.

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Siehe: Lesung mit Antonia Michaelis: Am 23.08.2013 las Antonia Michaelis aus „Paradies für alle“ in der Buchhandlung Almut Schmidt

Siehe auch: Antonia Michaelis „Das Institut der letzten Wünsche“

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Anne Siegel: „NordBräute“

CINDIGO NordBräute

Ein Roman über die Frauen, die dem Aufruf des isländischen Bauernverbandes folgten, um kurzweilig oder für immer in Island auf den Höfen zu arbeiten. Junge Frauen, die in Deutschland nach dem Krieg keine Zukunft sahen. Dieser Aufruf wurde 1949 in einer norddeutschen Zeitung abgedruckt. Gesucht wurden u.a. Landarbeiterinnen und zukünftige Frauen für alleinstehende Bauern. Mit der „Esja“, einem Frachtkutter, geht es nach Island. Die Bewegründe für die Ausreise sind meist unterschiedlichster Natur.

Der Roman beginnt auf hoher See. Wir lernen drei Frauen kennen, die ihrer neuen Zukunft auf Island entgegenfahren. Die meisten Frauen haben aber keine Vorstellung von der Insel und deren Begebenheiten. Auf der „Esja“ sind Paula und Johanna, die sich über Christa unterhalten, die anscheinend eine Nazi-Vergangenheit zu haben scheint.

„Sie hatte das Netz ihrer offiziellen Vita bis zum Ankommen in Island so fest und dicht und sicher um sich gespannt, dass sie ihr eigenes Lügengebäude nicht gleich ganz auflösen wollte. Auch Lügengebäude hatten eine Statik und sie musste sorgsam überlegen, an welcher Stelle sie den ersten Balken aus diesem fragilen Bauwerk, das aus Unwahrheiten bestand, entfernen wollte.“

59 Jahre später ist Christa Hendriksson Islands reichste Maklerin, doch die Wirtschaftskrise hat auch die Insel erreicht. Sie erwartet ihre Kinder und ihre Enkel zu Besuch. Es soll ihr 90. Geburtstag gefeiert werden. Als erstes trifft Jón, ihr Enkel ein. Dieser ist Cellist in Deutschland und lebt in Köln. Christa hat zu ihm die engste Verbindung und möchte ihn und ihrer Familie endlich ihre ganze Geschichte erzählen. Sie war eine Lazarettschwester aus Ostpreußen, die in Lübeck einige Jahre auf ihren Verlobten gewartet hatte. Dieser ist vor Island mit einem U-Boot gesunken. Doch zweifelt sie an seinem Tod. Sie hatten sich geschworen, wenn sie sich wieder sehen würden, dann in Lübeck. Als sie sich das Leben nehmen wollte, wird sie von Johanna gerettet, die bereits plant nach Island zu gehen. Sie überzeugt Christa davon ebenfalls mitzukommen. Christa, Johanna und Paula, die Assistentin eines verrückten Zauberers, treffen sich beim isländischen Konsulat.

Christa hatte sich und Gott geschworen, wenn ihr schon alles und besonders die Liebe genommen wurden, möchte sie auch in Zukunft auf diese verzichten, dafür will sie wenigstens eine reiche Frau werden. Im Oktober 2008 feiert nun Christa ihren 90. Geburtstag und ist die reichste Frau Islands. Sie möchte nun endlich vor ihrer Familie reinen Tisch machen und alles erzählen.
Doch was hat Jóhanna, die den Titel „Gräfin vom Gletscher“ trägt, damit zu tun? Ihre Tochter wurde gerade verhaftet und Island gerät in einen Bankencrash und steht vor dem finanziellen Ruin.

Anne Siegel hat sich erneut das Thema jener Auswandererfrauen zu Eigen gemacht. Ihr Buch „Frauen Fische Fjorde“ bildete wohl die Vorlage zu diesem Roman. Sie schreibt bereits an der Fortsetzung von „Nordbräute“.

Ein Roman, der Geschichte und Geschichten erzählt, die fesseln und bewegen. Ein Buch über Flucht, Neuanfang, Heimat und Familie. Besonders die Landschaft Islands macht dieses Buch zu einem Leseerlebnis.

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Kathrin Schärer: „Der Tod auf dem Apfelbaum“

Atlantis Verlag Der Tod auf dem Apfelbaum

Mein heutiger Leseschatz ist ein persönlicher. Denn am Montag ist unser Kater verstorben. Dieses Bilderbuch ist eine wunderschöne Geschichte über den Tod, das Leben und das Sterben.

Es ist die Geschichte von einem Fuchs, der seinen Apfelbaum liebt. Gleich morgens genießt er den Duft seiner Äpfel. Doch was muss er hören? Amselgezwitscher und die Vögel picken unbekümmert auf seinem Baum in die Äpfel. Der Fuchs und seine Füchsin sind alt und das wissen die anderen Tiere und naschen auch genüsslich von den Früchten, denn sie wissen, sie sind schneller als der alte Fuchs.

Aber schlau ist der Fuchs! Er fängt ein Zauberwiesel, das ihm, wenn er es wieder frei lässt, einen Wunsch gewährt. Einen Zauberspruch, der auf immer und ewig hält. Nur der Fuchs kann diesen Zauber lösen. So zaubert das Wiesel, dass alle, die auf den Apfelbaum klettern oder landen, auf diesem festkleben. Nur für die Bienen soll dieser Zauber nicht gelten.

So kleben nun alle Tiere am Baum bis der Fuchs diese wieder befreit. Es spricht sich die Sache mit dem Apfelbaum schnell in der Tierwelt herum. Es wagt keiner mehr, sich dem Baum zu nähern.

So lebt der Fuchs glücklich mit seiner Füchsin und erfreut sich an seinem Baum. Doch wird er älter und älter… Eines Tages steht sein Tod unter dem Apfelbaum. Sein Tod sieht aus wie er – nur ganz in weiß.

Aber der Fuchs möchte noch nicht sterben und bittet den Tod, ihm einen letzten Apfel zu holen und als der Tod ihm einen roten Apfel pflückt, klebt auch er auf dem Baum fest.

Nun lebt der Fuchs immer länger und sorgenfrei. Der Tod wartet und die Jahre vergehen. Als die Füchsin stirbt wird der Fuchs auch immer älter und gebrechlicher. Sein Tod wartet auf dem Apfelbaum. Als der Fuchs immer schwächer wird, bittet er den Tod herunter und sie essen den letzten Apfel, umarmen sich und gehen…

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Bettina Steinbauer: „Das Unbehagen der Elsa Brandt“

9783932927935

Ein spaßiges Psychogramm. Eine kluge Einsicht einer Frau, die ihre Melancholie und Trauer mit Zynismus und Trotz zu verbergen versucht.

Wir erleben eine Frau, Elsa, die dem Verlust der Liebe nicht mit Depression begegnet, sondern mit Wut und Protest. Sie verabscheut Phrasen und stellt unangenehme Fragen ohne selbst welche zu beantworten. Sie geht stets mit falschem Namen im Stau auf ausgewählten Autobahnen auf Männerjagd. Sie überzeugt ihre „Opfer“ mit ihr einen Kaffee trinken zu gehen. Meist provoziert sie die Gesprächspartner und wartet auf tiefgründige Antworten oder Texte, die aber doch selten kommen. Daher bleiben es immer kurzweilige Bekanntschaften für launige Minuten. Sie sucht vergeblich nach einem Menschen, der ihr standhält. Sie tritt als Menschenfeind auf und doch kümmert sie sich um ihre Nachbarin, die sie als Tante bezeichnet.

Auch ihre Arbeit macht sie nicht glücklich. Sie schreibt für ein Käseblatt die Beiträge von Eröffnungen und Feiern der Umgebung. Ihr Traum ist es endlich ihr Buch zu vollenden. Doch ist sie innerlich leer. Sie fordert ihr Schicksal heraus und lässt sich nach einem selbstprovozierten Unfall in eine Nervenklinik einweisen. Doch auch dort ist sie fehl am Platz und wird auch durch ihr verbal-aggressives Verhalten entlassen. Als ein alter Freund sie, d.h. ihr Wesen, nicht wiedererkennt und sie meidet, lernt sie in einer sozialen Küche, einen obdachlosen Koch kennen. Sie kündigt ihre Wohnung und den Job. Mit dem ehemaligen Koch fährt sie nach Amrum, damit dieser endlich das Grab seiner verstorbenen Frau besuchen kann. Mit dabei ist die leicht demente Nenntante. Hier öffnet sich Elsa langsam und kommt weg aus der inneren Hektik. Sie lernt auf der Nordseeinsel Justus kennen, der nicht so reagiert wie die bisherigen Gesprächspartner.

Das Buch lebt von den witzigen Dialogen und Situationen. Die Gespräche und Gedankengänge sind oft tiefgründig, klug und zu Teilen sehr, sehr witzig. Es sind grundlegende Fragen nach dem Sinn des Lebens. Was lohnt sich zu lernen bzw. zu erfahren, wenn das Bewusstsein mit dem Ableben doch auch erlischt? Warum reden wir von Zeittotschlagen, wobei es doch unser höchstes Gut ist? Das Unbehagen der Protagonistin ist das projizierte Unwohlsein einer wohl verwöhnten Gesellschaft, die sich nicht traut dem eigenen Bewusstsein und dem Gegenüber Raum zu geben und diesen auch in Teilen aufzunehmen und zu versuchen zu verstehen.

Ein irrer, humorvoller Roman. Buch macht Spaß und unterhält auf kluge Weise.

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Oliver Sacks: „Dankbarkeit“

978-3-498-06440-2

Ein kleiner Leseschatz- ein Vermächtnis eines Autors, der uns mit seinen neurologischen Fallgeschichten erreicht und wohl unser Denken verändert hat. Oliver Sacks wurde 1933 in London geboren. Er arbeitete fast fünfzig Jahre als Neurologe und schrieb viele Bücher, unter anderem „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“. Sein bekanntestes Werk ist „Awakenings: Zeit des Erwachens“. Zwischen 1916 und 1927 grassierte weltweit eine Epidemie der sogenannten Europäischen Schlafkrankheit, eine Gehirnkrankheit. Dieses Buch war auch die Vorlage für die Verfilmung mit Robert De Niro und Robin Williams.

Am 30. August 2015 starb Oliver Sacks nach längerem Krebsleiden. In seinen letzten Monaten hat er eine Reihe von Aufsätzen geschrieben, in denen er über das Altern, über seine Krankheit und über den nahenden Tod nachdachte.

„Ich habe den Tod vor Augen, aber mit dem Leben noch nicht abgeschlossen“

Es sind vier Essays: „Quecksilber“, „Mein Leben“, „Mein Periodensystem“ und „Sabbat“.
In diesen Texten drückt er seine Dankbarkeit aus. Er ist dankbar für alles, was er in seinen 82 Jahren erleben durfte. Er ist dankbar für die Liebe, die er empfangen und geben durfte. Es sind kurzweilige Texte, die berühren und reflektieren lassen. Eine Lektüre über Leben, Liebe, Tod, Glauben und Wissen. Besonders seine Liebe zur Naturwissenschaft, vor allem das Periodensystem sticht hervor. Die Elemente hatten für ihn stets einen Bezug zu seinem Leben.
Das Buch wird durch Bilder seines Lebensgefährten, Bill Hayes, abgerundet.

„Ich kann nicht behaupten, ohne Furcht zu sein. Doch mein vorherrschendes Gefühl ist das der Dankbarkeit. Ich habe geliebt und wurde geliebt, ich habe viel bekommen und ein wenig zurückgegeben; ich habe gelesen und ferne Länder bereist und gedacht und geschrieben…“

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Dennis Lehane: „Am Ende einer Welt“

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Ein neuer Mafia-Roman von Dennis Lehane. Wiedermal lädt das Buch zu stimmungsvollem Kopfkino ein. Eine melancholische Schwarz-Weiß-Stimmung mit vielen Kugeln und coolen Männern mit diabolischem Charme und eleganten Hüten. Auch wenn die meisten fiese Gangster sind und man deren Taten nicht gut heißen darf und kann, mag man einige der „Helden“ und fiebert mit. Denn Gewaltverbrechen sind für die meisten alltägliches Geschäft, auch wenn der Hauptprotagonist diese eigentlich verabscheut, ist sie doch ein nützliches Mittel zum Zweck…

Der Romanheld ist Joe Couglin, den wir bereits aus „In der Nacht“ kennen. Im vorherigen Roman konnten wir miterleben, wie er vom Handlanger zum Chef eines Rum-Schmuggel-Syndikats aufsteigt. Dank der Prohibition ist er ein gemachter Mann geworden, der innerhalb und außerhalb der Mafia großen Einfluss ausübt. „Am Ende der Welt“ spielt 1943. Joe lebt zurückgezogen und hält sich als Boss aus dem aktiven Geschäft heraus, aber er ist weiterhin ein geschätztes Mitglied und Consigliere des Bartolo-Syndikats. Er hat mehr oder weniger seine kriminelle Vergangenheit hinter sich gelassen. Er ist alt geworden, aber immer noch fit und geistig und körperlich bestens in Form. Da seine Frau verstorben ist, pflegt er eine Beziehung zu der attraktiven Gattin des Bürgermeisters. Aus seiner Ehe ist ihm die Erinnerung und sein Sohn, Thomas, geblieben. Damit er Thomas ein einigermaßen geordnetes Leben bieten kann, verübt er keine direkten Verbrechen mehr.

Die Welt ist im Wandel, denn es herrscht Krieg in Europa. Joe betrachtet den Krieg als Gelegenheit noch mehr Geld zu verdienen. Die vielen Toten sind ihm egal, er kennt sie ja auch nicht persönlich.

„Für die meisten Menschen ist in meinem Herzen kein Platz. Ich habe nichts gegen sie, aber es nimmt mich auch nichts für sie ein.“

Sein Rat ist stets hilfreich, um seine Mafia-Familie noch reicher zu machen und er gilt als loyaler und ehrlicher Partner. Doch fühlt er sich vielen überlegen und damit macht er sich nicht überall beliebt. Eines Tages vernimmt er aus einem Gefängnis eine warnende Stimme, denn er hat Neider und anscheinend auch Feinde. Wurde ein Kopfgeld auf ihm angesetzt und wurde ein Killer beauftragt, ihn zu beseitigen?

Er möchte nicht, dass die Menschen, die er zu seiner engsten Familie zählt, seiner Frau folgen müssen und auf keinen Fall soll seinem Sohn Thomas etwas zustoßen oder dieser gar ohne Vater aufwachsen.

Ein Mafia-Epos mit vielen tollen Lebens- und Nebengeschichten, die in reale historische Ereignisse eingebunden sind. Ein spannender, witziger Roman voller machtgieriger, korrupter und verrückter Menschen. Ob jemand Banker oder Gangster wird, hängt in dieser Welt vom Hochschulabschluss ab.

Ein rasanter Lehane, der wiedermal tolle Unterhaltung bietet und bei mir trotz der Gewalt und Melancholie für gute Laune sorgte…

Dennis Lehane, irischer Abstammung, geboren 1965 in Dorchester, Massachusetts. Seine erfolgreich verfilmten Bücher „The Drop – Bargeld“, „Mystic River“ und „Shutter Island“ sind Weltbestseller. Das Prohibitions-Epos „In der Nacht“, verfilmt von Ben Affleck, kommt 2017 in die Kinos.

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