Es ist ein tolles, ein famoses Werk, daß in seiner Tiefe und der Geschichte wohl keinen Leser unberührt lassen wird.
Der Roman ist in einer kompakten und sehr schönen Sprache geschrieben und fast schon konventionell erzählt. Er zeigt bereits in den Anfängen des umfangreichen 1022 Seiten starken Textes das ganze Spektrum des Kommenden auf. Wer in Kategorien denken möchte, kann das vorliegende Buch schwer einordnen, denn ob es nun ein Entwicklungs- oder ein Bildungsroman ist, fällt bei der Fülle schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist es ein Meisterwerk. Die US-Autorin hat zu Recht für diesen Roman den diesjährigen Pulitzer-Preis in der Kategorie Literatur erhalten.
Der Roman handelt von menschlichen Beziehungen, von Tod und Verlust, von Freundschaften, aber auch von Verrat und natürlich der Liebe.
Theodore Decker, der Ich-Erzähler, ist dreizehn Jahre alt, als er seine Mutter bei einem Bombenanschlag im New Yorker Metropolitan Museum verliert. Minutiös und sehr detailliert schildert Tartt bereits diese Anfangsszene, die in sich schon den ganzen charakteristischen Zusammenfall beinhaltet. Er und seine Mutter besuchen das Museum und betrachten den zarten Distelfink, das Werk von Carel Fabritius, einem Schüler Rembrandts und Lehrer Vermeers. Die Mutter erzählt ihrem Sohn, daß Fabritius 1654 bei einer Explosion ums Leben kam. Kurz danach explodieren im Museum zwei Bomben und Theos Leben nimmt eine ungute Wendung. Im Chaos nach der Detonation trifft er den älteren Herrn, dem er kurz vorher in Begleitung eines rothaarigen Mädchens, „Pippa“, begegnet war, und dieser animiert ihn skurril und leicht verwirrt zum Kunstraub. Theo nimmt den Distelfink an sich.
Er wird von der Familie Barbours, einer wohlhabenden Familie eines ehemaligen Schulfreundes, aufgenommen, denn sein Vater, ein gescheiterter Schau- und Glücksspieler, der ihn und seine Mutter vor einiger Zeit verlassen hat, ist unauffindbar und die Großeltern wollen den Jungen nicht zu sich nehmen. Theo trifft später wieder auf Pippa, die ihn vom ersten Augenblick an fasziniert hat und begegnet so auch ihrem Großvater Hobie, der sein väterlicher Freund wird.
Der erste Teil des Buches ist eine sorgfältige Charakterstudie, die bereits alle Themen des Buches anklingen lässt. Die Handlung überschlägt sich, als Theos Vater ihn doch abholt und nach Las Vegas mitnimmt. Der moralische Zerfall von Theo wird getragen von Lügen, Alkohol und Diebstahl. Im Hintergrund rumort in ihm immer das entwendete Gemälde. Stets möchte er sich erleichtern, es jemandem beichten, doch je länger er es bei sich hat, desto unmöglicher wird es.
Das große Thema des Buches ist, warum wir wissentlich Falsches machen und dies auch erkennen und wie, wenn es auffliegt, das ganze maskierte Lebensbild ins Wanken gerät. Theo treibt die Sehnsucht an, etwas Bleibendes festzuhalten.
Der Distelfink ist ein Symbol. Ein angeketteter leichter Vogel. Man kann diesen für seine Schönheit und Ausstrahlung bewundern, aber dennoch ist er ein gefangenes, zartes Geschöpf, das in sich selber gefangen ist. Ebenso verhält es sich mit dem Roman. Er ist ein verästeltes Kunstwerk mit enormer Wirkung und einer Fülle an realistischen Details.
„Und so gern ich an eine Wahrheit jenseits der Illusion glauben würde, glaube ich doch inzwischen, dass es sie nicht gibt. Denn zwischen der „Realität“ auf der einen Seite und dem Punkt, an dem der Geist die Realität trifft, gibt es eine mittlere Zone, einen Regenbogenrand, wo die Schönheit ins Dasein kommt, wo zwei sehr unterschiedliche Oberflächen sich mischen und verwischen und bereitstellen, was das Leben nicht bietet: und das ist der Raum, in dem alle Kunst existiert und alle Magie.“


„Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter“ von Malcom Mackay
„Mädchenjäger“ von Paul Finch
„Felsenfest“ von Jörg Maurer
„Ein paar Tage Licht“ von Oliver Bottini
„Kindertotenlied“ von Bernhard Minier



Leider ist das Gesamtwerk von Nikos Kazantzakis fast vergriffen. Lediglich sein berühmter Roman: „Alexis Sorbas“ ist noch verfügbar. Alexis Sorbas, die strahlende Titelfigur aus Nikos Kazantzakis weltberühmtem Roman, ist Lebenskünstler und -philosoph zugleich, voll sprudelnder Energie und gedanklicher Tiefe. In der Freundschaft des Ich-Erzählers mit Sorbas begegnen sich zweifelnde Vernunft und urwüchsig lebendige Kraft – Zutaten, die Kazantzakis mit der äußeren Handlung gekonnt zu einem liebevollen Porträt seiner Heimat Griechenland verwebt. Schon bald nach seinem Erscheinen 1946 trug der Roman seinem Autor Weltruhm ein. 1964 brillierte Anthony Quinn als Alexis Sorbas in der oscarprämierten gleichnamigen Verfilmung.
st auch „Der kretische Gast“ von Klaus Modick: Kreta 1943: Der deutsche Archäologe Johann Martens soll im Auftrag der Wehrmacht die Kunstschätze der besetzten Insel katalogisieren. Der Einheimische Andreas wird zu seinem Fahrer und Führer, doch verbindet beide bald mehr. Die Lebensart der Kreter und noch mehr Andreas‘ schöne Tochter Eleni schlagen Martens immer mehr in ihren Bann. Als die Deutschen eine Razzia planen, muß sich Johann entscheiden, wo er steht.






