Roy Jacobsen: „Weißes Meer“

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Roy Jacobsen ist einer der meistgelesenen Schriftsteller Norwegens, der sich langsam aber auch über die Grenzen seiner Heimat einen Namen in der literarischen Welt macht. „Weißes Meer“ beschert uns ein Wiedersehen mit den Menschen der kleinen norwegischen Insel Barrøy.  Der Roman „Die Unsichtbaren“ spielte bereits hoch im Norden Norwegens auf der Insel Barrøy und erzählt innerhalb einer Zeitspanne von 1913 bis 1930.

Barrøy misst einen Kilometer von Norden nach Süden und einen halben Kilometer von Osten nach Westen. Die Insel ist mit tiefen Buchten versehen und gehört zu einer Gruppe von kleinen Inseln, auf denen jeweils nur eine Familie lebt. Meist sind es Fischer, die einfach leben und sich alles hart erarbeiten müssen. Das Leben als Inselmensch ist meist vom Suchen geprägt. Die Suche nach Spuren, Brennholz, Beeren und alles, was die Natur zum Überleben bereithält. Für Hans und Maria ist dies ein Paradies. Ihre Tochter Ingrid hingegen will mehr. Sie geht auf das Festland. Sie arbeitet als Hausmädchen und kümmert sich um die Kinder der wohlhabenden Familie. Das Drama beginnt, als die Eltern der Kinder verschwinden und Ingrid die Kinder mit auf die Insel nimmt…

Der Roman „Weißes Meer“ ist nun die gelungene Fortsetzung von „Die Unsichtbaren“. Man muss den vorherigen Roman aber nicht gelesen haben. Beide Werke stehen für sich und können sehr gut apart gelesen werden.

„Der Fisch kam zuerst“

Die Handlung spielt 1944 und es ist Krieg. Ingrid arbeitet auf dem Festland als Fischfrau. Sie nimmt eine Saison lang die gefangen Fische aus und legt diese ein. Als der Winter naht und die Fänge immer magerer werden, fährt sie zurück auf die Insel Barrøy. Ihre Tante, die dort lebt, ist im Krankenhaus und der noch lebende Rest der Familie hat die Insel schon lange verlassen.

Ingrid beginnt sich auf der Insel erneut einzuleben. Sie lebt vom Fischfang und von dem, was die Insel hergibt. Während eines heftigen Sturms und durch einen Angriff werden viele tote deutsche Soldaten an die zerklüfteten Küsten der Insel geschwemmt.  Auch Ingrid findet neben toten Seehunden eines Tages angespülte Leichen und diverse Männerkleidung, die mit Papier und Holzspäne ausgestopft war, als zusätzlicher Wärmeschutz. Einer der Männer hat überlebt und sie kann ihn schwerverwundet in ihre Hütte bringen und gesundpflegen. Trotz der sprachlichen Barrieren kommen sich beide immer näher. Sein Name ist Alexander und er scheint ein russischer Kriegsgefangener zu sein. Es beginnt eine zarte Liebe. Er gibt ihr auch einen schriftlichen Liebesbeweis, doch wird es lange dauern, bis ihr dieses Schriftstück übersetzt wird.

Ingrid will melden, dass auf ihrer Insel viele Tote sind, doch wird sie als Frau vorerst nicht wahrgenommen. Als dann doch die Behörden und besonders die Deutschen mit ihren Kollaborateuren sich auf die Suche nach Deserteuren machen, gerät das heimliche und stille Glück der beiden in Gefahr. Ingrid verausgabt sich und dehydriert so sehr, dass sie ohnmächtig ins Krankenhaus gebracht wird. Dort überlebt sie einen Anschlag und kehrt nach längerer Zeit schwanger auf ihre Insel zurück. Aber Alexander ist bereits verschwunden…

Ein Roman, der Stimmungen und Geschichte aufleben lässt und mit jeder Zeile den Leser in die karge Landschaft einlädt. Es ist kein Satz zu viel oder zu wenig und die Handlung kippt niemals ins Kitschige. Die Figuren sind tiefgründig und die Sprache des Romans ist knapp, dicht und gehaltvoll.

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Marlen Schachinger: „Unzeit“ & „Albors Asche“

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Ich wurde bereits zum zweiten Mal im Auftrag der Autorin angeschrieben. Jedes Mal war ein ansprechendes Leseexemplar für mich dabei. Aus Zeitmangel konnte ich mich erst jetzt mit der „Unzeit“ beschäftigen. So war der bisherige Eingang wohl auch für mich stets zu einem unpassenden Zeitpunkt, zur Unzeit bei mir angekommen. Aber die Sprache hat mich in die Kurzgeschichten hineingesogen, dass ich auch gleich den vorherigen Roman „Albors Asche“ von Marlen Schachinger gelesen habe.

003Marlen Schachinger schreibt sehr kunstvoll und man holpert leicht am Anfang, wird aber dann immer mehr von der Handlung und besonders der Sprache gefesselt. In „Albors Asche“ werden wir Zeuge, wie in einem kleinen Ort, der zunächst nur harmlos wirkt, durch das Auftauchen einer rothaarigen Fremden Fremdenhass und Brutalität ausgelebt wird. Beobachtet wird der Einzug dieser Fremden von einem, der bereits seit einer sehr langen Zeit sein Zimmer nicht mehr verlassen hat und alles, was sich vor seinem Fenster abspielt, akribisch notiert. Pastora, die geheimnisvolle Fremde, wird Opfer, denn sie löst Bewunderung, aber auch Aggression aus. Ein Roman, der langsam auf die Tragödie zusteuert. Ein Untergang in Intrigen und Boshaftigkeit einer vermeintlichen Idylle aus Angst vor dem Anderssein.

Ein sehr komplexer und sprachgewaltiger Roman, der sich lohnt erkämpft zu werden.

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004Neu erschienen sind nun die Erzählungen „Unzeit“. Ein großartiger Figurenreigen, der die Zustände der Zeit, d.h. der Unzeit darstellt. Es sind viele Protagonisten, die im Leser einen bleibenden Eindruck hinterlassen.  Sei es die kluge Physikerin mit ihren wichtigen Arbeiten, die aber keinen Erfolg hat, da sie eine jüdische Frau ist. Eine Frau die hofft, dass der Tod sie nicht vergisst. Einem Manager, der seinen Arbeitstag in der Welt des Onlinehandels beendet und in den Feierabend geht. Sein Ziel ist es, die Produktion zu steigern, d.h. er musste sein „Menschenmaterial“ ausbeuten oder verringern, d.h. entlassen.

Es sind Menschen, die versuchen mit den Umständen der Gesellschaft, Politik und Geschichte zurechtzukommen. Wesentliche Themen spiegeln die Figuren: Politische Systeme, Kapitalismus, d.h. menschliche Gier, und das Verschwinden oder der Rückzug in künstliche Idylle.

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Mich hat besonders die Sprache und der Klang der Sprache der Autorin begeistert. Keine Werke, die man flüchtig oder nebenbei inhalieren kann. Man liest und ist in dem Netz der Formulierungen und Figuren gefangen. Ich habe mich gefreut, diese Autorin für mich entdecken zu dürfen.

 

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Ben Bova: „Mars“

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Der Heyne Verlag hat einen älteren Leseschatz gehoben. Die Wiederentdeckung ist wohl dem Erfolg des „Marsianers“ von Andy Weir zu verdanken. Ben Bovas Roman stellte uns aber wohl den ersten beindruckenden Marsianer in der Science-Fiction-Literatur vor.

Die geschilderten Szenarien sind sehr realistisch beschrieben, dass ich mich kurz wunderte, als eines Tages im Fernsehen von einem Mars-Projekt gesprochen wurde, denn ich ging davon aus, die Menschheit wäre doch bereits dort gewesen. Dieser kurze Gedankenblitz in mir verflog, denn mir wurde bewusst, das Wissen in mir über die erste bemannte Mars-Expedition stammt aus der Welt der phantastischen Literatur.

Ich liebe ab und zu einen guten phantastischen Roman. Gerne Science-Fiction – siehe hier im Leseschatz: Der Weltraum, unendliche Weiten…

Es muß aber eine gute und kluge Geschichte sein und tiefgründige Charaktere beinhalten. Meist sind es die Klassiker, an die ich mich gerne erinnere oder eine ausgedehnte „Space Opera“ z.B. von Peter F. Hamilton oder Frank Herbert. Satirische Science-Fiction hat ja bereits die Gegenwart erreicht, wenn es nun schon an Kreuzungen Lichtsignale am Boden gibt, damit das Menschlein seinen Blick vom Handy nicht zu heben braucht.

Ben Bovas „Mars“ ist so ein Klassiker. Es ist die Geschichte der ersten bemannten Mars-Mission. Im Jahr 2020 machen sich Männer und Frauen aus verschiedensten Nationen auf die Reise zu unserem sagenumwobenen Nachbarplaneten. Es sind Astronauten und Wissenschaftler, die hoffen auf dem Mars auf Spuren außerirdischen Lebens zu stoßen. Nebenbei erfahren wir die politischen Machtgefüge und Verhältnisse auf der Erde, die auch einen Einfluss auf die Expedition nehmen. Auf dem roten Planeten stoßen die Menschen an ihre Grenzen. Es sind lebensfeindliche Umweltbedingungen und zuletzt eine Krankheit, die, wie es scheint, eine Marskrankheit ist. Die Mission droht durch diese Krankheit sowie durch die menschlichen und kulturellen Rangeleien zu scheitern.

Findet die Mannschaft letztendlich Beweise für ein Leben auf dem Mars? Was sind es für Artefakte in den Canyons des Planeten? Ist die Krankheit wirklich eine bedrohliche „Marskrankheit“ oder hat der Mensch seine Anpassung an die fremde Umgebung zu leichtsinnig einkalkuliert?

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Jamie Waterman, der Held aus „Mars“ kehrt in „Rückkehr zum Mars“ mit Ingenieuren und Wissenschaftlern zurück, er hat sich zur Aufgabe gemacht, die Geheimnisse des Planeten Mars zu lüften…

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Alessandro Baricco: „Mr. Gwyn“

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Sind wir der Mensch, den wir in uns sehen? Die Vorstellung von meinem Selbst, die meist gespielten Egos, sind doch Rollen, die eine Geschichte erzählen. Diese Person, mein Selbst, d.h. meine Vorstellung von mir kann zu einer imaginären Figur werden, in der wir uns wiederfinden. Wie wird aber diese Person von anderen wahrgenommen und welche Geschichte sieht jemand in dieser Rolle?

Alessandro Baricco hat mit Mr. Gwyn eine solche Rolle erschaffen, die durch bestimmte Inszenierungen, die Geschichte des zu charakterisierenden, d.h. porträtierenden, erahnen kann und durch kurze Textfragmente oder Szenen skizziert und somit fixiert. Mr. Gwyn behauptet sogar durch seine Porträts könne er die Menschen nach Hause bringen, d.h. ihnen ihr wahres Selbst erkenntlich machen.

Der Roman beginnt als der bekannte Autor Mr. Gwyn eine Liste von 52 Dingen in renommierten Zeitungen veröffentlicht, die er nicht mehr machen wird. Höflich zu Menschen sein, die er verachtet, keine Rolle mehr vorspielen, d.h. keine gewollten Gesten machen, die ihn in seiner Figur wiederspiegeln soll, d.h. sich z.B. mit der Hand am Kinn in nachdenklicher Pose fotografieren zu lassen. Die Liste endet mit dem Punkt, dass er nie wieder Romane schreiben werde. Sein Freund und Literaturagent hält dies vorerst als einen Werbegag. Doch ist es Mr. Gwyn sehr ernst. Die entstehende innere Leere des kreativen Mannes sucht rastlos nach Ersatz. Er beschließt Kopist zu werden. Er möchte gleich einem Maler von Menschen Porträts erstellen. Diese aber nicht gemalt, sondern geschrieben. Wie genau so ein Porträt aussehen wird bleibt für den Leser länger fraglich, aber anfänglich auch für Mr. Gwyn selbst. Er ist sich seines Vorhabens ganz sicher und lässt sich durch seine Imagination leiten. Er bekommt auch seelische Unterstützung durch innere Zwiegespräche mit einer bereits verstorbenen Frau.  Er mietet ein rustikales Atelier und lässt einen befreundeten Klangkünstler und Komponisten einen eigenen für die Räumlichkeit passenden Soundteppich kreieren. Ferner beauftragt er einen Lichtkünstler, das Atelier in kindlichem Licht erleuchten zu lassen. Diese Glühbirnen werden von Hand gefertigt und haben eine genau kalkulierte Lebensdauer für den Zeitraum des zu erstellenden Porträts.

Sein erstes Porträt erstellt er von der Praktikantin seines Literaturagenten. Diese junge Frau wird als korpulent beschrieben, die aber in der Gegenwart von Mr. Gwyn im Atelier ihre Hemmungen ablegt und sich natürlich in diesem surrealen Umfeld bewegt. Anfänglich sieht Mr. Gwyn in ihr auch diese typische Beschreibung von Übergewichtigen, die sich in der Öffentlichkeit meist unwohl fühlen und sich dadurch verstellen. Doch wachsen beide an ihrer neuen Rolle. So wird sie auch zukünftig seine Assistentin in diesem Kopisten-Projekt. Aber sind es Kopien die er erstellt? Schreibt er Menschen ab oder schreibt er Geschichten ab, die zu diesen zu porträtierenden Menschen passen?

Er verpflichtet alle seine Kunden Stillschweigen zu bewahren. Als er aber ein Porträt für ein junges Mädchen erstellen soll, gerät alles aus dem Ruder. Sie hält sich nicht an seine Vorgaben und die Presse bekommt von Mr. Gwyns Gewerbe mit und schlachtet es aus. Somit endet alles schlagartig. Mr. Gwyn verschwindet und löst das Atelier auf. Seiner Assistentin schenkt er noch ein Buch ihrer Lieblingsautorin. Als sie dies liest, kann sie sich im Text wiederfinden. Ihr Porträt ist in diesen Text eingeflossen…

Zehn Porträts hat Mr. Gwyn erstellt, wobei er nur neun Menschen empfange hatte…. Ist das letzte Porträt sein eigenes? Denn wer ist Mr. Gwyn alles? Welche Rollen hat er gespielt und hat er wirklich aufgehört zu schreiben?

In dem Roman ist von einem kleinen Buch die Rede, geschrieben von einem Angloinder. Das fiktive Büchlein trägt den Titel „Dreimal im Morgengrauen“. Das Buch „Mr. Gwyn“ endet genau mit diesem Roman, der im Roman selbst eine Rolle spielt.

Ein leichter Roman, der irritieren und etwas verzaubern kann. Man liest, um endlich zu erfahren, welche Rollen gespielt werden und, was es mit den Porträts auf sich hat. Der Text ist ab und zu klischeehaft und einfach gehalten, spielt aber gerade mit diesen einfachen Mitteln, um die anfänglich formulierten Fragen aufzugreifen. Der letzte Abschnitt, d.h. der Roman im Roman „Dreimal im Morgengrauen“ ist in der deutschen Ausgabe ein Bonus, denn in Italien war es eine separate Veröffentlichung. „Dreimal im Morgengrauen“ ist sprachlich etwas einfacher gehalten und ergänzt nur bedingt den eigentlichen Roman, erklärt aber die Struktur dieser Porträts des Mr. Gwyn.

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Sue Hubbell: „Leben auf dem Land“

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Ein Buch, mit dem man bereits beim Lesen die Hektik ablegt und sich in der Zeit verliert, um gänzlich auf dem Land zu stranden. Ein Buch, in das man eintaucht und innerhalb der Jahreswechsel fast schon neidisch auf das Leben auf dem Lande schaut. Eine Frau, die alleine ihre Farm, d.h. ihre Bienenzucht betreibt und in völligem Einklang mit sich, der Natur und allem, was auf ihrem Land stoffwechselt, lebt.

Sue Hubbell, Tochter eines Botanikers, entscheidet sich mit ihrem Mann für ein Leben auf dem Land. Als Flucht vor der Konsumgesellschaft und dem alltäglichen Dasein in den Städten. Inspiriert durch Thoreau sucht sie mit ihrem Ehemann einen für sie geeigneten Ort zum Verweilen. Zwischen einem Nationalpark und einem Fluss finden sie eine Farm in den Ozark Mountains im Südosten Missouris. Aus Mangel an Wissen und zu großem Respekt vor einem Landwirtschaftsbetrieb gründen sie eine Bienenzucht. Sue Hubbell ist mit viel Wissen über die Fauna und Flora ausgestattet. Sie geht mit jedem Lebewesen, ob Pflanze oder Tier, mit viel Liebe und Respekt um. Ihr Mann hat sie mittlerweile verlassen und wir können ihr anhand ihres Abenteuers in der Folge der Jahreszeiten folgen. Ihr Universum ist voller Leben. Überall beobachtet sie voller Respekt und Hingabe die Pflanzen, Insekten, Spinnen, Schlangen, Vögel und Säugetiere.

Ihre Bienenstöcke stehen im Vordergrund. Alleine zwanzig hat sie auf ihrer Farm stehen. In den Ländereien der Umgebung hat sie viele weitere aufstellen dürfen. Sie nimmt den Bienen lediglich ihre Überproduktion ab, damit die fleißigen Bienen selbst von ihrem Tagwerk leben können. Sie lebt von den Bienen und versteht es, uns, den Leser, für diese Insektenstaaten zu begeistern. Die Suche nach Nektar, das Leben im Stock, die Organisation des Volks und das Leben der Königin. In der Wildnis ist Harmonie, die voller Geheimnisse und Wunder steckt.

Sue Hubbell lernt auf ihrem Land, einem ehemaligen Indianergebiet, das lange von Menschen unbewohnt war, dass jegliches Leben seinen individuellen Regeln, Trieben und Gesetzen folgt. Es gibt keinen echten Besitz und es gibt nichts Beständiges. Der Mensch ist ein Teil der Natur und hat dieses nur aus seinem Bewusstsein verdrängt oder sich aus der Natürlichkeit erhoben. Ein einzelner Mensch verändert etwas in der Natur und wird damit Teil des natürlichen Kreislaufs. Das Leben, der Mensch und wohl alles, was lebt, ist noch nicht fertig und die biologischen Rätsel bleiben verwirrend und oft ungelöst.

Beim Lesen habe ich mich an eigene Erlebnisse mit unserem Familien-Beagle und zornigen Bienen erinnert. Aber auch mich noch mehr bestärkt, alles genau zu beobachten und anzusehen, denn die Schönheit in der Natur ist in jedem kleinen und großen Leben zu finden.

Wir als Leser dürfen am Zauber der Natur teilhaben und erfahren viel. Ein Buch, das mich in meiner Liebe zur Natur bestärkt hat. Ein schönes Buch zum erlesenen Ausstieg…

 „Fremd in mir, was hier wohnt

Tränen fließen vor Dankbarkeit und Demut“

Unbekannter Japanischer Autor ( S. 31)      

Leben auf dem LAnde

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Jona Oberski: „Kinderjahre“

Kinderjahre

Dies Buch erscheint wieder zu einer Zeit in der einige vergessen zu haben scheinen, was Fremdenhass für eine schreckliche Geschichte hat. Ein Text, der sich einreiht in die großen Werke über den Holocaust. Das vorliegende Buch erinnert an alle Augenzeugenberichte, Werke und Romane und doch ist es anders und schockiert durch seine Wahrhaftigkeit und Naivität. Denn gleich dem Film „Das Leben ist schön“ erinnert sich der Erwachsene Jona Oberski an seine Kindheit und versetzt sich noch einmal in sein Leben als Vierjähriger, der mit seinen Eltern von Amsterdam nach Bergen-Belsen verschleppt wurde.

Der kleine Junge versteht nicht, warum der Nachbarjunge, der Sohn des Händlers, plötzlich so gemein zu ihm ist. Warum er seine Sandtörtchen zertritt und kurz darauf der Krämer seinen Eltern sogar verbietet, bei ihm einzukaufen. Seine Eltern versuchen ihm noch alles als relativ normal hinzustellen. Das Tragen des gelben Sterns findet er nicht so schön, verbindet diesen aber mehr mit seinem Vater, dessen Arbeitsplatz er auch mal besuchen und sogar erste Übungen auf der Schreibmaschine machen darf. Als er mit seiner Familie das erste Mal abgeholt wurde, soll es noch ein Irrtum gewesen sein. Später erzählen sie, sie gehen auf Reisen.

Im Lager ist er zu klein, um alles zu verstehen. Aber alles, was er sieht und wahrnimmt, lesen wir als Geschichtswissende mit einem Gruseln. Er versteht nicht, dass er eine Chance bekommt, die großen Töpfe zu reinigen, um sich satt zu essen. Er will diese doch nur reinigen, wie angeordnet. Als er den großen Kindern imponieren möchte und den Wächtern eine lange Nase zieht, ahnt er nicht, was für Folgen daraus entstehen könnten. Als sein Vater, der von ihm und seiner Mutter getrennt untergebracht ist, durch die Lagerarbeit und Folter im Sterben liegt, vergisst Jona, es seiner Mutter zu sagen, da er sich Gedanken über seine Wege im Lager macht. Das Tropenhaus, in das er als Mutprobe von den anderen Kindern reingeschickt wird, entpuppt sich als Totenhaus, in dem wohl auch sein Vater auf den Leichenbergen liegt.

Während eines weiteren Transports wird der Zug von der roten Armee befreit und Jona kommt zurück nach Amsterdam. Aber als Waise… Als er langsam wieder versteht, bricht es aus ihm aus…

Es sind Kinderjahre im unbeschreiblichen Horror des Dritten Reichs, beschrieben aus der Sicht eines Kindes, das erzählt und uns als Leser verstehen lässt. Das Buch ergreift einen und schockiert. Ein wichtiges Buch gegen das Vergessen, das beim Lesen sprachlos macht. Ein menschliches Buch aus einer dunklen unmenschlichen Zeit.

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Sarah Kuttner: „180 Grad Meer“

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Die Innenansicht einer jungen Frau, die es liebt aufs offene Meer zu schauen. Der freie Blick muss offen sein und birgt in sich eine Sehnsucht auf klare Weite, auf Ferne und auf etwas Unerreichtes. Sie lebt in sich und ihren Problemen. Diese oft genannte Pop-Literatur ist dann doch mehr und lässt den psychologischen Tiefblick auf das Seelenleben der Protagonistin zu.

Jule ist Sängerin und versteht es, sich zumindest auf der Bühne zu verstellen. Sie gibt ihrer Songauswahl gespielte Seele, den Soul, den es benötigt, damit das Publikum ihr das vorgetragene Liedgut auch abnimmt, auch wenn es Songs sind, die sie verabscheut. Denn hassen tut Jule viel. Eigentlich die ganze Welt, aber besonders sich selbst.

Warum Jule so unglücklich und wütend ist, erfahren wir Stück für Stück. Sie kann schlecht mit Menschen umgehen und kommt mit sich selbst nicht zurecht. Eigentlich möchte sie nur behütet sein. Still in der Achselhöhle ihres Freundes liegen zum Beispiel.

Ihre Eltern sind eher verantwortungslose 68er-Eltern und ihr Vater hat sie, als Jule noch klein war, verlassen. Ihre Mutter hat sich mehr auf Jule verlassen, als diese sich auf ihre Mutter verlassen konnte. Spielerisch wollte Jule auch, dass ihr kleiner Bruder zu ihr Mutter sagt. Daher schlummert stets ein Groll in ihr und sie wird beziehungsunfähig. Sie empfindet sich selbst als hässlich und wertlos.

Sie betrügt auch ihren Freund mit dem Betreiber der Bar, in der sie mit ihren Pianisten auftreten darf. Als ihr Freund davon mitbekommt, bittet er sie zu gehen. Um etwas Klarheit und ruhigen Weitblick aufs Meer und auf ihre Innenwelt zu bekommen, reist sie zu ihrem Bruder nach London. In dieser WG trifft sie auf einen treuen Begleiter, den Hund Bruno. Die Reise führt sie aber nicht nur zu ihrer aktuellen Beziehungssituation, sondern auch in ihre Vergangenheit. Sie erfährt von ihrem Bruder, dass der Vater ganz in der Nähe ist und an irreparablem Krebs erkrankt ist.

Das Buch liest sich flüssig, humorvoll und ist trotz der überspitzten Sicht auf die Probleme der Heldin für mich eine positive Überraschung, denn es ist mein erster Roman der bekannten Fernsehmoderatorin. Ein Roman, der sich in die Werke der jüngeren Autoren einreiht, die sich mit der überforderten Seele der Gegenwart beschäftigen. Schnelllebigkeit und stete Vernetzung steht gegenüber der geborgenen und natürlichen Familienwelt. Was verbindet uns Menschen und was lässt uns wachsen oder zusammenwachsen? Ein glaubwürdiges Buch, in dem mir wohl ab und zu Sarah Kuttner begegnet ist…

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Christoph Hein: „Glückskind mit Vater“

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Kann man der Geschichte entkommen? Kann man losgelöst von Bindungen seinen eigenen Lebensweg finden? Das sogenannte Glückskind geht durch Niederlagen, Demütigungen und versucht sich stets aus dem Schatten der Geschichte seines Vaters zu lösen. Er lebt seit seiner Geburt, in der entstehenden DDR, im Fluchtmodus vor der Vergangenheit seines toten Vaters, dem Nazi und Kriegsverbrecher.

Es ist die Geschichte von Konstantin Boggosch. Seit seine Mutter ihren Familiennamen wieder angenommen hat, hat Konstantin immer versucht, seine Herkunft zu verleugnen. Mit dieser wird er im Ruhestand konfrontiert, als eine Journalistin über das Gymnasium schreiben möchte und in der Kleinstadt leben noch drei der vorherigen und der amtierende Direktor der Schule. Boggosch war einer von ihnen. Er verweigert sich dem Interview und möchte auch auf keinem Foto mit den anderen veröffentlicht werden. Selbst jetzt im vorangeschrittenen Alter und als Pensionär möchte er sich nicht mit der Vergangenheit befassen. Auch seiner jetzigen Ehefrau hat er nichts erzählt. Diese wird skeptisch als ein Schreiben vom Finanzamt bei ihnen eintrifft. Es ist eine Kirchensteuerfahndung und gesucht wird ein Konstantin Müller mit denselben Geburtsdaten wie die von Konstantin.

Gerhard Müller, sein Vater, war ein vermögender Fabrikbesitzer. Doch seine ganzen Machenschaften verbarg er auch gegenüber seiner Familie.  Er war ein SS-Mann und baute neben seiner Fabrik ein KZ in einem gerodeten Birkenwald. Er wurde zum Kriegsende wegen seiner Gräueltaten in Polen gehängt. Lediglich sein Bruder, der auch an der Firma beteiligt war, hält weiterhin zu seinem toten Bruder.

Die Frau von Gerhard Müller lässt ihren Namen und den ihrer beiden Söhne in ihren Mädchennamen umtaufen. Sie bleiben in der DDR und es ist allen gegenwärtig, dass Konstantin ein Kriegsverbrecherkind ist. Das bleibt für seinen Lebensweg stets ein Hindernis. Da Konstantin kein Abitur machen darf, beschließt er kurzerhand abzuhauen. Er will nicht nur aus den Schatten der Vergangenheit treten, sondern träumt von einer Musketierromantik und will in Marseille zur Fremdenlegion. Seine Flucht verläuft bereits anders als geplant und als er endlich in Südfrankreich ankommt, wird er im Rekrutierungsbüro im wahrsten Sinne entblößt.

Er strandet als Jugendlicher mit seinem wenigen Ersparten im sonnigen Marseille. Hier trifft er auf Mitglieder des französischen Widerstands, die in ihm wohl eine Hoffnung sehen, dass nicht alle Deutschen schlecht sind. Da Konstantin vier Fremdsprachen spricht, wird er als Übersetzer bei einem Antiquariat eingestellt. Der Inhaber stellt Konstantin auch seinen Kameraden vor und sie umsorgen ihn großzügig. Er kann auch mit ihrer Unterstützung sein Abitur machen und hat zum ersten Mal das Gefühl des Losgelöstseins. Er entdeckt für sich die Hingabe zum Kino.

Konstatin kehrt kurz vor dem Mauerbau in die DDR zurück. Trotz seiner Kenntnisse werden ihm abermals seine Wünsche verwehrt und sein Lebensweg verläuft über Umwege zum Schulleiter.

Der Roman von Christoph Hein hat einen erzählerischen Sog und ist in einer sehr schönen Sprache geschrieben. Die Handlung bietet viel mehr als deutsche Geschichte. Es geht um Geschichte, der man nicht entkommen kann. Man kann zwar die Ortschaften verlassen und Grenzen überschreiten, aber die Vergangenheit kann den Protagonisten nicht verlassen. Ein großer Roman über deutsche Zustände – im Politischen, Gesellschaftlichen und Privaten.

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Garth Risk Hallberg: „City on Fire“

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Ein Werk mit unglaublicher Sogkraft und einer erzählerischen Dichte um New Yorks dunkelste Nacht. In Amerika wurde der Autor als eine neue Stimme der amerikanischen Gegenwartsliteratur gefeiert. Ein Werk, zu dessen Besprechungen oft Dickens als Vergleich herhalten musste. Aber auch ich habe für das Buch Feuer gefangen.

1977 legte ein Stromausfall ganz New York lahm und die Folgen waren katastrophal. Besonders in den ärmeren Vierteln und Gegenden. Es gab Horden, die unzählige Geschäfte plünderten und viele Feuer legten. Dies ist der Ausgang für das komplexe Werk, dessen Hauptprotagonist wohl die Stadt New York selbst ist.

Der Autor hat sechs Jahre an dem vorliegenden Buch gearbeitet. Es ist ein Mammutwerk geworden, das in der wechselnden Perspektive der Protagonisten das sich zuspitzende Drama erzählt und Spannung gleich einem Thriller aufbaut. Erst dachte ich, das Werk würde einen mit seinem Umfang und seiner Dichte erschlagen, doch dann wurden mir die doch eigentlich wenigen Protagonisten immer vertrauter und die unterschiedlichen Erzählstimmungen und Perspektiven haben mich für das Buch gewonnen. Auch ist das Werk unterbrochen durch handschriftliche Briefe, Notizbucheinträge und dem Punk-Fanmagazin eines der Charaktere.

Benötigt die Stadt einen nahenden Schneesturm und den Stromausfall, um in ein Chaos zu versinken? Lebt die ewige Stadt nicht gerade durch den Lärm, den Schmutz, die Graffitis und die Jugendbanden? New York durchlebte eine Finanzkrise und die Kriminalität und Armut wuchsen in den 70ern dramatisch. Es ist aber auch die Stadt der Künstler, der Träumer, der Unternehmer und stets das Sinnbild einer lebendigen Weltmetropole.

Die Handlung beginnt mit einem Weihnachtsbaum. Mercer Goodman, einziger afro-amerikanischer Lehrer an einer Mädchenschule, der heimlich an einem Roman arbeitet, hat mit seinem Lebenspartner William einen sehr großen Baum erworben, den sie nun mehr oder weniger begeistert in der gemeinsamen Wohnung aufstellen. William Hamilton-Sweeney lebt seine Punkattitüde und war auch als Billy Three-Stick der Sänger der ehemaligen Punkband „Ex Post Facto“. Was Mercer immer schon ahnte, zeigt sich durch ein zufälliges Treffen mit Regan Hamilton-Sweeney, der Schwester seines Liebhabers, nämlich dass dieser ein schwerreicher Erbe ist. Doch hat er mit dieser Welt gebrochen und weigert sich die Familienfeierlichkeiten aufzusuchen. Diese Einladung nimmt aber Mercer an, um endlich mehr über seinen Freund zu erfahren.  Mercer taucht bei der Neujahresfeier der Familie Hamilton-Sweeney auf und wird vorerst durch seine Hautfarbe als Personal angesehen. Als er mit Regan auf dem Balkon steht, sie zusammen einen Joint rauchen und auf den Central Park schauen, hören sie von dort Schüsse.

Charlie Weisberger liebt die Punkmusik, weil er in Samantha Cicciaro verliebt ist. Diese nimmt Charlie mit zu einem Konzert der neuen „ Ex Post Facto“-Band, lässt ihn dann aber wieder alleine, denn sie hat eine Beziehung zu einem älteren Mann. Dieser Mann ist Keith Lamplighter, der mit Regan Hamilton-Sweeney zwei Kinder hat. Er und Sam hatten sich verabredet und doch bleibt Sam alleine im Central Park, als die Schüsse fallen…

Die Protagonisten sind in der Stadt verstreut, während die Handlung sich zuspitzt. Der Schneesturm zieht auf, ein Feuerwerk erleuchtet den Himmel und im Central Park liegt jemand erschossen im Schnee. Nach dem Stromausfall und dem Finale im Dunkeln ist kein Leben wie zuvor…

Es werden in dem Werk viele Geschichten erzählt, die sich alle immer mehr verbinden. Es werden die Milieus anhand der Figuren liebevoll beleuchtet und lebendig. Der Vater von Sam verkörpert die Arbeiterschicht. Er ist italienischer Herkunft und ist noch einer der alten Feuerwerksbastler. Die materielle Finanzwelt wird verkörpert durch den Hamilton- Sweeney-Clan. Dieser prallt auf die Punkbewegung. Das Buch ist eine Studie, die viel will, es meiner Meinung nach auch schafft und durch die erzählte Kunst, selbst zu solcher wird.

Eigentlich kann ich mit diesem Leseeindruck nicht alles wiedergeben und erzählen. Das Werk will erobert werden und bietet viel Raum für eigene Entdeckungen. Eventuell liegt hier der große amerikanische Roman vor, von dem Mercer stets träumt?

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Nicholas Shakespeare: „Broken Hill“

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Es sind nur 125 Seiten, die uns eine Geschichte anhand einer wahren Begebenheit erzählen und uns wiedermal Geschichte aufzeigen, die vor hundert Jahren passierte, aber immer noch aktuell ist. Was heißt es, ein Fremder in einem fremden Land zu sein? In einer anderen Kultur zu leben? Wo wurzelt der Fremdenhass, das Unverständnis für den oder die Anderen? Die mangelnde Bereitschaft aufeinander zuzugehen und nicht auszugrenzen, kann wie immer fatale Folgen haben und ist, wie sich auch bereits vor hundert Jahren zeigte, unmenschlich und endet viel zu oft in schrecklicher und unnützer Gewalt.

Broken Hill ist eine Bergbausiedlung in Australien. Die Bodenschätze, die Metalle, die hier aus den Stollen gegraben werden, sind eine begehrte Handelsware. Durch den Ersten Weltkrieg versiegt aber der Handel immer mehr. Die Handlung beginnt kurz vor Zehn Uhr am Neujahrstag des Jahres 1915. Die Bewohner wollen an diesem heißen Tag ihren alljährlichen Ausflug machen. Es soll ein unbeschwertes Picknick vor den Toren der Stadt werden. Noch ahnt keiner aus dem Hinterland, dass an diesem Tag die angestaute Wut zweier Einwanderer ausbrechen wird.

Die Frage ist, ob das Drama vorauszusehen war oder sogar hätte verhindert werden können. Die Menschen, denen wir im Zug begegnen, sind meist einfache Menschen, die zu Teilen ihren Rassismus aussprechen und sogar diesen unangenehm leben und somit andere Kulturen von vornherein ausgrenzen. Aber es gibt auch Menschen, die neugierig sind und sich den Anderen nicht verschließen und auch Gefühle zulassen. Rosalind, die Hauptfigur ahnt, dass sie während des Picknicks verlobt werden soll, doch dabei regen sich in ihr auch Gefühle für den Eisverkäufer Gül Mehmet. Er ist ein friedliebender Mensch, der mit seinem Freund, Molla Abdullah, nach Broken Hills gekommen ist, um dort ein besseres Leben zu finden. Molla Abdullah ist ein ritueller Schlachter, der seinen Beruf nicht mehr ausüben darf. Durch das Unverständnis der anderen Lebensgewohnheiten und die schnell ausgesprochenen Hygienegesetze beginnt für beide ein Leben voller Diskriminierung. Auch Gül Mehmet muss die Qualität seines Eises stets beweisen. Alle Beteiligten steigern sich in ihre Ansichten hinein, ohne wirklich mit den Betroffenen zu reden. So müssen die beiden Einwanderer lange unter Anfeindungen und Ausgrenzungen leben.

Alles geschieht vor dem Hintergrund der großen Ereignisse in der Welt. Im fernen Europa tobt der Erste Weltkrieg und Australien sendet Truppen, um Großbritannien zu unterstützen. Als 1914 der türkische Sultan zum Kampf gegen England und dessen Alliierte aufruft, zögern im australischen Hinterland Molla Abdullah und sein Freund Gül Mehmet nicht, denn sie haben sich im Laufe der Zeit immer mehr radikalisiert und planen unbemerkt einen Anschlag auf die 1239 Männer, Frauen und Kinder auf ihrem Weg zum Picknick.

Es kommt zu einem unnützen Blutbad, das in die Geschichte eingeht. Warum und wodurch kommt es zu solchen Ausgrenzungen und Radikalisierungen?  Eine Geschichte, die hundert Jahre her ist und sich im fernen australischen Hinterland ereignete, ist leider immer noch aktuell…

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