Teri Terry: „Mind Games“

Mind Games Coppenrath

„Alle Welt schreit nach Wahrheit, und doch leben nur wenige danach.“ Georg Berkeley

Ein spannendes Jugendbuch, das den Leser in eine Zeit katapultiert, die in einer fernen Zukunft nur noch aus virtuellen Welten und Avataren besteht. Man trifft sich online. Man loggt sich ein für die Schule, für die Arbeit und sogar das Körperliche, wie Sport findet nur noch in einer Unwirklichkeit genannt RealWorld statt.
RealWorld, da diese erschaffene Welt alles, auch den User, attraktiver erscheinen lässt als in der Realität. Die Handlung spielt nach dem dritten Weltkrieg.
Die Grundidee zu diesem Roman kam Teri Terry beim Lesen des eingehenden Zitates von Berkeley. Warum machen kluge Menschen manchmal dumme Dinge? Jemand kann intelligent und gleichzeitig irrational sein. In dieser Zukunft wird Intelligenz gleichgesetzt mit der Rationalität. Was aber, wenn ein intelligenter, aber irrationaler Mensch in einer alles kontrollierenden Gesellschaft sich plötzlich diesen virtuell erschaffenen Welten verschließt? Kann so ein Mensch zu einer Gefahr werden?

Luna ist die Tochter einer Hackerlegende. Ihre Mutter kam vor Jahren bei einem Online-Spiel ums Leben und sie gehört zu einer kleinen Gruppe von Verweigerern, die in der Schule noch in echten Klassenräumen sitzen und lernen. Der Rest ist stets online und per Implantat vernetzt. Ihre Großmutter warnt sie auch ständig vor den Gefahren der virtuellen Welten.

„Lieber eine intelligente Hölle als ein dummes Paradies“ Victor Hugo

Doch verwischen sich ab und zu die Wahrnehmungen. Was ist real, was ist virtuell? Die gemalten Schlangen im Gesicht der Lehrerin, die nicht verschwinden wollen. Eine Haarspange, die Luna online geschaffen hatte, um ihr Haar zu bändigen, ist plötzlich auch in der Realität angekommen…

In der Schule ist sie eine Außenseiterin und von der Rektorin nicht gern gesehen. Umso überraschender ist es, als sie von der mächtigen Firma PareCo, die alle Hard- und Software produziert, zu einem Einstufungstest eingeladen wird. Hier soll die Intelligenz und die Rationalität getestet werden, um die Probanden in die zukünftigen Aufgaben einzugliedern. Da Luna noch kein Implantat hat und auch online nie das Bewusstsein ihres Körpers verliert, wie fast alle anderen, deckt sie den eigentlichen Test auf. Dennoch bekommt sie einen der begehrten Jobs auf der Insel der Firma. Was hat die Firma wirklich für ein Interesse an ihr? Als sie den Hacker Gecko kennenlernt und selber versteht, dass sie eine der überaus begabten Silber-Hacker ist, beginnt sie die von PareCo erschaffenen Welten immer mehr zu hinterfragen. Denn was passiert mit den jungen Menschen nach der Ausbildung? Wo sind sie tätig und besonders, was passiert mit ihren Körpern? Und wer oder was ist Luna wirklich?

„Die Welt, in der Du lebst, existiert nur in deinem Kopf – doch was, wenn jemand mit deinen Gedanken spielt?“

Ein Buch, das zügig zu inhalieren ist und tolle Lesestunden verspricht. Für Tad Williams Leser, die „Otherland“ gelesen haben, bietet der Inhalt nicht viel Neues. Eine junge Version von „Matrix“ und „Inception“. Teri Terry hat mal wieder eine Geschichte für junge Erwachsene geschrieben, die sich gänzlich wie ein Science-Fiction-Roman liest. Das Buch ist im Gegensatz zu ihrem großen Erfolg der „Gelöscht-Trilogie“, die in „Mind Games“ als Online-Spiel auftaucht, ein einzelnes Werk ohne geplante Fortsetzung. Der Inhalt und die Sprache bieten feines Kopf-Kino!

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Ralf Rothmann: „Im Frühling sterben“

Suhrkamp Sterben im Frühling

Der neue Roman von Ralf Rothmann lässt uns teilhaben am Wahn der letzten Kriegsmonate. Ralf Rothmann bekam bereits viele Literaturpreise überreicht und seine Themen sind meist einfache Lebenssituationen, kleine Rebellionen und Einsamkeit. Zum Beispiel wendet sich sein Werk „Milch und Kohle“ dem Ruhrgebiet der 60er Jahre zu. Der Roman schildert ein Leben aus der Sicht eines Arbeitersohnes, dessen Vater vorerst Melker in Schleswig, dann aber als Kumpel unter Tage tätig ist.

In „Im Frühling sterben“ geht Rothmann weiter in die Vergangenheit. Es ist wieder die Vatergeneration, die hier als Erzähler dem Sohn ihre Geschichte erzählt. Es ist das Schweigen, das Verschweigen der Elterngeneration, die im Krieg war. Die Erinnerung kommt durch Kleinigkeiten zu Tage und füllt das familiäre Vakuum mit erlebter Geschichte.

„Im Frühling sterben“ ist ein Antikriegsroman, der die Geschichte von Walter Urban und Friedrich „Fiete“ Caroli erzählt. Beide sind siebzehn Jahre alt, leben in Schleswig und befinden sich in der Ausbildung zu Melkern. Es ist das Jahr 1945 als Jugendliche zwangsrekrutiert wurden. Die jungen Männer wurden in Kurzlehrgängen ausgebildet und in SS-Uniformen gesteckt und an die Front geschickt. Walter, da er einen Führerschein hat, wird Fahrer in der Versorgungseinheit der Waffen-SS. Fiete, der bereits bei der Rekrutierung seinen Mund nicht hält und gegen den Wahn und die Machenschaften der Nazis angeht, kommt direkt an die Front. Sie müssen nach Ungarn, wo die russische Armee immer näher rückt. Es ist ein letztes idiotisches Aufbäumen einer Kriegsmaschinerie, in der Phosphorbomben, Granaten und Bomben den Alltag untermalen. Doch ist in den meisten Soldaten eine Treue zum Vorgesetzten und eine Freude an der Gewalt vorhanden, die einen beim Lesen erschauern lassen. Walter, der wegen einer ehrenvollen Tat wenige Tage frei bekommt, um das Grab seines Vaters zu suchen, findet bei seiner Rückkehr Fiete im Kerker vor. Fiete wollte, da er bereits verwundet war, nicht mehr zurück an die Front und desertierte. Hitlers Kommando: „Ein Soldat kann sterben, ein Deserteur muss sterben“ lässt nun Walter mit einem Karabiner in der Hand vor seinem besten Freund stehen…

Ein Roman voller durchdringender Bilder. Im Mittelpunkt der unfreiwillige SS-Mann Walter. Es sind schreckliche Bilder, die stets die Grausamkeit des Krieges zeigen. Es sind viele Tote, Gefallene auf allen Seiten der Fronten – auf den Feldern, im Wasser, an den Bäumen hängend oder die Landbevölkerung, die einfach sinnlos und brutal ermordet wird. Die Wehrmacht ist auf dem Rückzug und doch sind die Menschen so sehr in diesem Wahn gefangen, dass die Gewalt ein beständiger Begleiter zu sein scheint. Man tötet, feiert Orgien und doch hoffen alle aufs Überleben, an ein baldiges Ende und eine Heimkehr zu den Familien. So endet auch die Geschichte von Walter in einer zarten Liebesgeschichte zu Elisabeth, die bereits vor dem Einzug auf dem Lande ihren Anfang nahm. Nach dem Krieg ist sie in Kiel in einer Kneipe tätig, doch geht sie mit ihm zurück aufs Land und der Bogen spannt sich zum Roman „Milch und Kohle“.

Ein wichtiger Roman, der uns die Schrecken des Krieges und des Naziterrors vor Augen führt und die Frage aufwirft, warum der Mensch zu Gewalt neigt. Ein Antikriegsroman, der sich vor Vergleichen mit der großen Literatur nicht scheuen muss. Unbedingt Lesenswert!

„Mann, was hab ich hier eigentlich verloren. Ich meine, wenn ich Hitler gewählt hätte, wie die meisten … Aber ich wollte nicht in den Schlamassel, genauso wenig wie du. Ich habe keine Feinde, jedenfalls keine, die ich umbringen möchte. Das ist der Krieg von Zynikern, die an gar nichts glauben, außer an das Recht des Stärkeren. Dabei sind´s nur Kleingeister und Schwächlinge, ich hab´s im Feld erlebt. Treten nach unten, buckeln nach oben und massakrieren Frauen und Kinder“ (S. 160f)

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Paula Hawkins: „Girl on the Train“

blanvalet Girl on the train

Ein Pageturner der gleich einer Zugfahrt Höhen und Tiefen hat und doch an Tempo gewinnt und zu fesseln versteht. Es geht um eine frisch geschiedene Alkoholikerin, die über ein, aus ihrer Sicht, glückliches Traumpaar fantasiert, an deren Haus sie täglich mit dem Zug vorbeifährt. Doch wird sie dadurch in ein mögliches Verbrechen einbezogen.

Das Buch war im englischsprachigen Raum ein Riesenerfolg, die Filmrechte sind bereits verkauft und Emily Blunt ist angeblich im Gespräch für die Hauptrolle der Rachel.

Der Plot las sich spannend und sehr schnell war ich auf den Zug aufgesprungen. Die Handlung wird aus drei Perspektiven erzählt. Es sind Rachel, Megan und Anna die uns ihre jeweilige Geschichte erzählen. Im Vordergrund steht Rachel, die jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit nach London fährt. Der Zug fährt durch eine Wohngegend, in der sie ebenfalls mit ihrem jetzt Exmann Tom ein Haus hatte. Doch schaut sie weniger auf ihre wohnliche Vergangenheit, sondern beobachtet die Bewohner der umliegenden Häuser. So nimmt sie jede kleine Veränderung wahr und baut diese in ihre Traumwelt ein. Oft sieht sie ein junges Paar, die sie einfach Jess und Jason nennt. Diese führen in ihrer Phantasie ein Leben, wie es sich Rachel eigentlich wünscht. Die Spannung beginnt zu knistern, als sie eines Tages einen Kleiderhaufen an den Schienen entdeckt.

Rachel lebt zurzeit in einer Wohngemeinschaft und lässt sich immer mehr gehen. Sie verliert zunehmend den Bezug zur Realität und der Alkoholkonsum wächst immer mehr. Dies macht sie nicht sehr sympathisch, zeigt aber einen glaubwürdigen Absturz in diese Krankheit. Sie benimmt sich auch der Mitbewohnerin gegenüber oft nicht sehr freundlich und hinterlässt ekelhafte Spuren ihrer Sucht, die ein gemeinsames Wohnen immer mehr in Frage stellen.

Eines Tages beobachtet sie auf der Zugfahrt etwas für sie schockierendes, denn sie sieht, dass die Beziehung ihres sogenannten Traumpaares anscheinend doch nicht so harmonisch und glücklich ist. Sie will mehr darüber wissen und fährt am Wochenende die Strecke mehrfach hin und her, um mehr zu erhaschen. Sie steigt auch alkoholisiert aus und wacht irgendwann orientierungslos und blutig auf. Ist es ihr Blut? Ihr Exmann, der nun mit seiner neuen Frau Anna in ihrem ehemaligen gemeinsamen Haus wohnt, ruft sie an und möchte wissen, ob es ihr gut gehe, denn Rachel habe Anna einen großen Schrecken eingejagt. Was hat Rachel an dem Abend gemacht? Kurz darauf liest Rachel in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von Megan, die sie einfach „Jess“ genannt hatte. Rachel meldet ihre Beobachtungen der Polizei und verstrickt sich damit in Ereignisse, die sie nicht kontrollieren kann…

Ein Roman, der passend zum Titel zügig zu lesen ist und spannende Lesestunden verspricht. Etwas schnell lässt sich aber ein mögliches Ende erahnen und die Protagonisten sind ab und zu sehr konstruiert, so dass gerade Rachel mich ab und zu etwas nervte, dennoch ein kurzweiliger Lesespaß.

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Joanna Rakoff: „Lieber Mr. Salinger“

Knaus Salinger

Die Reihe der bibliophilen Bücher hat durch „Lieber Mr. Salinger“ ein neues, schönes Werk hinzubekommen. Ich habe es leider erst jetzt gelesen und es hat mich unter anderem in meine eigene Biographie reisen lassen.

Ein wunderbares Buch über die Liebe zu Büchern, zur Literatur und eine Liebeserklärung an die Zeit vor der Digitalisierung.
Gleich am Anfang des Buches steht die Anmerkung der Autorin, dass diese Geschichte der Wahrheit entspricht. Joanna Rakoff gehört wohl zu den wenigen, die Salinger persönlich kannten. Dieser Roman ist aber mehr als nur eine Erzählung um das Werk von Salinger – macht aber auf dieses (erneut) sehr neugierig.

Es ist die Geschichte von Joanna, die nach ihrem Studium als Assistentin in einer angesehenen Literaturagentur beginnt. Gleich am ersten Tag verdeutlicht sich die Wahrnehmung ihrer Rolle. Sie sieht sich als Teil des kulturellen Literaturbetriebes und ist doch nichts anderes als eine Sekretärin, die die Korrespondenz zwischen Verlagen, Autoren und Lesern auf einer Schreibmaschine zu tippen hat. Die Zeit der Digitalisierung naht, ist diesem Büro aber noch sehr fern. Die Chefin hält nichts von all diesen modernen Techniken und so dauert es länger bis der erste Computer die Recherchen innerhalb des Hauses vereinfachen darf.

Joanna tritt in ein sehr persönliches, entschleunigtes Berufsfeld, dessen Arbeitsabläufe sehr langsam und aufwendig sind. Doch spürt Joanna den Drang in dieser Welt zu bleiben, sie bestaunt die Regale mit den gedruckten Werken und hofft auf den Eintritt in die schaffende Literatur. Bald aber beginnt sie zu zweifeln, denn ihre Eltern sehen sie lieber in wirtschaftlich sicheren Jobs und sie verlangen nun, da sie verdient, den Collegekredit selbst zurückzuzahlen. Dies und ihr unsympathischer Freund, der sich als Autor feiert, erschwert Joanna ihr erträumtes Leben in New York. Ihre Tätigkeiten in der Agentur sind strikt reglementiert. Ihre Aufgaben sind die interne Verwaltung des agentureigenen Karteikartensystems und das Tippen der via Diktafon diktierten Schreiben ihrer Chefin.

Es dauert etwas bis sie versteht wer dieser Jerry ist, der in dieser Agentur wie ein Star behandelt wird. Auf keinen Fall darf seine Adresse weitergegeben werden, wenn jemand anruft. Erst langsam begreift Joanna, denn sie muß die Leserbriefe beantworten, die der Autor nicht sehen möchte, es ist J.D. Salinger, den diese Agentur vertritt. Leider hat Joanna aber selbst noch nie ein Werk von ihm gelesen.

Durch ihr Wirken und den Lesestoff beginnt Joanna sich nun zu verändern, sie schafft sich ihren Freiraum und betritt ihr eigenes Leben.

Dies Buch ist ein kleiner Schatz über die Welt der Autoren, deren Agenturen und Verlage. Ein sehr persönliches Buch, denn es ist die Geschichte der Autorin und lässt den berühmten amerikanischen Autoren Salinger lebendig werden.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, denn ich lebe in dieser Welt. Ich bin gelernter Buchhändler und habe auch in die Welt des herstellenden Buchhandels geschnüffelt. Ich habe in Verlagen gearbeitet, die in der Weltstadt Hamburg noch alles auf altmodische Weise verwalten und ein Kundenkarteisystem hatten, dass mich immer noch, wenn ich daran denke sehr belustigt. Auch hatte ich einen herrischen Chef, der in Kiel Verleger spielen wollte. Alles habe ich in diesem Buch erneut gefunden. Aber vorrangig auch meine Liebe zum gedruckten Buch. Menschen, die sich um Inhalte und deren haptische Verpackung Gedanken machen. Es stellt die Literatur und das Buch als Kunstwerk in den Mittelpunkt.

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NordArt

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Dies ist mal kein typischer Leseschatz, sondern ein Ausflugstipp in die Welt der modernen Kunst.
In Schleswig-Holstein, genau in Büdelsdorf findet seit 1999 immer in den Sommermonaten die NordArt statt. Die NordArt gehört zu den größten jährlichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa und ist eine jurierte Ausstellung, die als Gesamtkunstwerk jährlich neu konzipiert wird.

Richard Brixel (Schweden)  „Balance on a tight rope“ 2015, Bronze, 500 x 400 x 280 cm

Richard Brixel (Schweden)
„Balance on a tight rope“ 2015, Bronze, 500 x 400 x 280 cm

In der Carlshütte und im historischen Skulpturenpark werden rund 250 ausgewählte Künstler aus aller Welt ausgestellt. Es sind Bilder, Fotografien, Videos, Skulpturen und Installationen. Aber die Ausstellung versteht sich als Gesamtkunstwerk und gerade das Zusammenspiel mit der einzigartigen Kulisse der Carlshütte und der schönen Parkanlage mit der ACO Thormannhalle lädt den Besucher zu einer unvergleichlichen Entdeckungsreise ein. Bei sonnigem Wetter macht es viel Freude durch den 80.000 Quadratmeter großen Skulpturenpark zu schlendern. Der Rundgang verbindet leichte Wellenspiele, die mit dem Wind zum Leben erwachen, steinige Labyrinthe die einen Hauch Mystik beinhalten, große, sowie kleine Werke aus Fels, Metall und schönem weißen Marmor aus Carrara.

Blick in eine Ausstellungshalle der Nordart 2015, im Vordergrund die Skulptur

Blick in eine Ausstellungshalle der Nordart 2015, im Vordergrund die Skulptur „Festmahl“, 2009, Stahlguss, 1000 x 250 x 250 cm von LV Shun (China)

Die meiste Zeit sollte man aber für die Ausstellung in den gewaltigen Hallen der historischen Eisengießerei mit ihren 22.000 Quadratmetern einplanen. Hier warten ebenfalls Plastiken, Gemälde, Installationen und Fotos auf ihre Besucher. Innerhalb der Räumlichkeiten gibt es jedes Jahr Sonderthemen, d.h. Gastländer. Dieses Jahr ist es die chinesische Kunst und die Fotoausstellung aus der Mongolei.

Eine Kunstaustellung, die ihren ganz besonderen Charme hat und uns jedes Mal begeistert. Man schafft einen Rundgang an einem Tag, ist dann aber von der ganzen Kunst erschlagen und hat sich müde gesehen, daher lohnt sich bereits im Hinterkopf weitere Besuche einzuplanen. Toll war der Besuch nun am ersten Wochenende, da einige der Künstler – besonders jene aus Asien – als Gäste anwesend waren.
Um nun doch den Bogen zu unserem „Leseschatz“ zu schaffen, verweise ich auf den NordArt Katalog. Es gibt jedes Jahr ein umfangreiches Ausstellungsbuch, das neben den Abbildungen viele Informationen über die ausgestellten Werke und Künstler vermittelt. Mehr ein Kunstband, der Lust macht, den gemachten Spaziergang in der Kunst erneut mit dem Buch zu machen oder für den kommenden Besuch seine Schwerpunkte zu setzen.

Die Installation „Halfway to Heaven“, H: 750 cm, von Beate Schubert & Stefan Hulbe (Deutschland/Spanien)

Die Installation „Halfway to Heaven“, H: 750 cm, von Beate Schubert & Stefan Hulbe (Deutschland/Spanien)

Weitere Informationen:
Träger: Kunst in der Carlshütte gGmbH, eine Initiative der ACO Gruppe, vertreten durch Hans-Julius Ahlmann und der Städte Büdelsdorf und Rendsburg
Ort: Auf dem Gelände Kunstwerk Carlshütte, Vorwerksallee, 24782 Büdelsdorf, Schleswig-Holstein
Ausstellungsfläche: 22.000 qm ehemalige Eisengießerei der Carlshütte, 400 qm ACO Wagenremise, 80.000 qm historischer Park, zudem Einbeziehung öffentlicher Plätze im Stadtgebiet

Die gezeigten Fotos sind Pressebilder. Mit freundlicher Genehmigung von der NordArt – Kunst in der Carlshütte gGmbH

http://www.nordart.de 

https://twitter.com/nord_art

https://www.facebook.com/NordArt

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Jérôme Ferrari: „Das Prinzip“

Prinzip

Ein sehr literarischer Text, der in sich gleich dem Thema mit der Unschärfe spielt.

Ein unscheinbares Buch, das auf knappem Raum die Geschichte Werner Heisenbergs aus distanzierter Sicht des Ich-Erzählers schildert. Ein philosophischer Roman, der in einer wunderschönen, fast poetischen Sprache verfasst ist.

„Drückt man sich mittels Metaphern aus, verdammt man sich zur Ungenauigkeit, und wenn man sich weigert, dies zuzugeben, dann läuft man darüber hinaus Gefahr zu lügen.“

Es geht um das Schöne und das Hässliche, das Schaffende und das Vernichtende. Es geht um die Schönheit in der Naturwissenschaft, in der mathematischen Formel, die nur als ein Versuch, die Natur zu verstehen, verstanden werden kann. Wellen oder Atome, Beschleunigung oder Entschleunigung?
Aus der Sicht der Wissenschaft taucht ein Schöpfer lediglich als eine Metapher auf. Gott sieht über die Schulter oder ist es der kleine Mensch, der versucht Gott über die Schulter zu blicken?
„Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag, Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag.“ Goethe Faust

Das Weltbild der Physik wankt, denn die Gesetze der Mechanik gelten nicht für die Ergebnisse der Elementarteilchen, an denen Heisenberg forscht. Die Apparate, die an Materie gebunden sind und daher ungenau, beeinflussen die Messungen. Dies nennt er das Prinzip der „Unschärfe“. Alles steht in Relation zueinander.

Auch der Erzähler bleibt in seinem Bericht und in seinen Metaphern unscharf, hält Heisenberg auf Distanz. Heisenberg, der umstrittene Wissenschaftler, der dann auch am Atomprogramm der Nazis mitgewirkt hat. Es geht um die naturwissenschaftlichen Entdeckungen, aber auch deren furchtbaren Auswirkungen, die unter den Zwängen Hitlers begannen.

Ist jeder Fortschritt eine Bereicherung? Ein Roman, der viele Erkenntnisse bereithält, aber auch verunsichern kann.

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Haruki Murakami: „Wenn der Wind singt / Pinnball 1973“

Dumont Murakami

Dies sind die ersten Romane von Murakami, deren Übersetzung er nun ins Deutsche zugelassen hat. Diese Werke bilden den Grundstein seines gesamten Werkes. Als Vorwort erzählt Murakami seine eigene Geschichte zu diesen kurzen Romanen. Als junger Mensch spürt Murakami den Drang zu schreiben. Er und seine Frau hatten eine Jazz-Kneipe und abends, wenn die Bar geschlossen war, beginnt er auf Servietten seine Ideen und Texte festzuhalten.

In seinem Debüt „Wenn der Wind singt“ sind bereits alle Qualitäten seines großen Schaffens angedeutet. Beide Geschichten eint der namenlose Erzähler und dessen Freund, der nur Ratte genannt wird. Diese beiden Romane komplettieren die „Trilogie der Ratte“, zu der auch „Wilde Schafsjagd“ gehört.

Murakamis Romane bestechen durch ihre einfache Erzählweise und durch die jeweils vielschichtig geschilderten Welten. Es sind Traumwelten, Parallelwelten und verwirrende Momente, die die Protagonisten und uns, die Leser, herausfordern. In den vorliegenden Romanen ist es noch sehr dezent eingesetzt und doch tauchen die Brücken zu den Unter – Parallelwelten durch diverse Symbole und Metaphern auf. So sind es immer wieder Züge, Bahnhöfe und Brunnen, die schöpferische Verbindungen sein können. Verbindungen in die Fremde, in andere Welten. Auch beleben stets Katzen seine Romane, die bekanntlich Schwellentiere sind, die gerne auf Portalen und in Türen zu anderen Welten liegen. Leider müssen diese lieben Tiere ab und zu in seinen Romanen sehr leiden, wohl weil der Mensch ihnen diese Fähigkeit neidet.

Der Wind singt das Lied eines namenlosen Helden, der sich mit seinem Freund Ratte in einer Kneipe trifft. Ratte schreit die Ungerechtigkeiten heraus und ist gleich dem Erzähler stets auf der Suche nach dem wahren Selbst. Es wird viel getrunken, geredet und es ist ein Leben zwischen Studium und Selbstfindung.
Auch die Musik spielt wieder eine große Rolle. Die Jukebox in der Bar oder das private Hören aufgelegter Platten der Helden in diesen Büchern. Es sind Klänge zwischen hartem, aber melodischem Rock, verkopftem Jazz, der die Empfindungen verrücken kann, bis hin zu Klassik mit der Tendenz zur verbindenden Harmonie. Der Erzähler sucht eine Schulfreundin, die ihm mal eine Schallplatte geliehen hatte. Er möchte ihr diese Platte endlich zurückgeben, doch hat er sie nicht mehr und beim Neukauf der Schallplatte trifft er ein sonderbares Mädchen, die einen Plattenladen betreibt und geht mit dieser eine kurze Beziehung ein.

In „Pinball 1973“ wird keine Langspielplatte gesucht, sondern es wird die Suche nach einem Flipperautomaten geschildert. Der Erzähler hatte seinen für ihn größten Erfolg auf diesem Automaten errungen, nach vielen Spielen hat er die höchste Punktzahl erreicht.
Er ist nicht mehr der Student, sondern betreibt nun mit einem Freund ein lukratives Übersetzungsbüro. Seine Mitmenschen bleiben farblos und sind ohne eigene Geschichte, aus der sie plötzlich auftauchen und wieder verschwinden. Er hat eine Beziehung zu Zwillingen, die beide bei ihm wohnen und wie er keine Namen nennen. Er nennt sie einfach Eingang und Ausgang oder beziffert sie, da er sie meist nicht auseinander halten kann.
Auch Ratte taucht wieder auf. Eine Figur, die wie eine Traumfigur agiert oder den Namenlosen spiegelt. Ratte wettert gegen das Materielle und den Wohlstand, wobei er durch sein Elternhaus genug Geld hat, um sein Studium abzubrechen und eines Tages seine Heimatstadt zu verlassen, um Schriftsteller zu werden.

„Es war eine Zeit, in der jeder möglichst cool sein wollte. Als die Schule zu Ende war, beschloss ich, nur noch die Hälfte von dem zu sagen, was ich wirklich dachte. Den Grund dafür habe ich vergessen, aber an diesem Einfall hielt ich jahrelang fest. Und eines Tages entdeckte ich, dass ich ein Mensch geworden war, der nur die Hälfte von dem sagen konnte, was er dachte.“

Murakami spricht mit einer Einfachheit und klaren, simplen Sprache große Momente des Lebens an. Er spiegelt den Traum in der Realität und verwischt diese. Es geht in diesen Büchern auch um die Kunst, die Kunst als Austausch, als Brücke oder als Brunnen zu einer fremden Sichtweise. Nachvollziehen kann man das Erlebte eines Anderen nur durch die Sprache. Die Romane behandeln die Kommunikation als Kunst.

So sind auch die Bücher von Murakami kleine Kunstwerke. Wiedermal ist der Buchumschlag ein transparenter, der eine farbige Blume darstellt. Klappt man den Umschlag beiseite hat sich die bunte Blüte in eine Pusteblume verwandelt.
Eine Pusteblume, die abhängig vom Wind ihre Geschichte forttragen kann. Gleich einem Flipperball, der durch die Mechanik hin und her geschleudert wird und doch kein wahres Ziel hat…

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Jürgen Bauer: „Was wir fürchten“

Septime was wir fürchten

Was ist es, das uns Menschen Angst macht? Was ist Angst und ab wann können Ängste, die Leben schützen, warnen und bewahren sollen, krankhaft werden?
Was bedroht uns und was macht uns am meisten Angst? Die Angst vor Krankheit, Schmerz und Tod? Oder ist es fehlende Liebe, die aus dem beklemmenden Gefühl eine bedrohliche Einsamkeit schafft? Wir als Menschen sind stets in abhängigen Beziehungen, d.h. wir leben in Verbindung mit unseren Mitmenschen, die wir lieben oder hassen. Was ist, wenn die Angst vor Menschen so groß ist, dass man sich in eine Paranoia hineinsteigert? Was ist, wenn sich der Verfolgungswahn als real herausstellt?
Mit diesen Fragen spielt der fesselnde Roman, der vom Leser einiges abverlangt, aber trotz der Tiefe und literarischen Erzählkunst stets spannend bleibt und ein intensives Panorama menschlicher Psyche offenbart.

Erzählt wird die Geschichte von Georg, beziehungsweise ist es Georg, der die Geschichte seiner Familie jemandem uns noch unbekannten berichtet. Dieser Zuhörer scheint alle aus der Familie zu kennen und auch über die Seelen- und Gesundheitszustände der jeweiligen Familienmitglieder Bescheid zu wissen.

Georg leidet gleich seinem Vater unter einer paranoiden Angst. Regelmäßig muss sein Vater in ärztliche Betreuung, um medikamentös erneut eingestellt zu werden. Mit dieser Unberechenbarkeit und dem unbeständigen Elternhaus wächst Georg auf. Er durchlebt die Sätze seiner Eltern als ständige ihn begleitende Mantren: Du bist paranoid, halt den Mund und sei still!“ und „Das ist alles nur in Deinem Kopf“.
Er entwickelt anhand eines medizinischen Ratgebers sehr früh Ängste vor anderen Menschen und Krankheiten. Seine Ängste kippen ins Krankhafte, als er in einem Erdbeerfeld die Mutter eines Freundes tot auffindet. Seitdem stellen die Menschen für Georg eine Bedrohung dar. Sein Familienleben ist in seinen Augen bedroht und er steigert sich in einen regelrechten Verfolgungswahn, der sich Jahre später zu bestätigen scheint. Ein Kind wird von einem Fahrzeug angefahren, aus dem Georg zuvor beobachtet wurde. Georg, bereits verheiratet, flieht und verschwindet aus seinem bisherigen Leben und Umfeld.

Nach seiner Rückkehr geht Georgs Wahn aber immer weiter – oder bildet er sich alles gar nicht ein? Entlang vieler Lebensbeispiele werden Wendepunkte in Georgs Leben beleuchtet.
Schritt für Schritt entblättert sich die ganze Familiengeschichte und bisherige Antworten werden infrage gestellt und müssen neu bedacht werden.
Sehr geschickt wird von Jürgen Bauer hier auch der Leser mit einbezogen. Denn man beginnt an vielen Geschichten zu zweifeln, sucht nach der Realität in dem Erzählten. Eventuell liegt die letzte Lösung bei der Person, der Georg alles erzählt.

Ein intelligenter fesselnder Roman über Unruhe, Ängste, Paranoia und Sorge bis hin zu Manipulation innerhalb der Familienbande.

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Keigo Higashino: „Böse Absichten“

Klett Cotta Böse Absichten

Ein spannender und gut zu lesender Kriminalroman aus Japan. Das Buch hat ein klares, schlichtes Design und zeigt als Titelbild einen zart blühenden Zweig. Aber die roten Blüten entpuppen sich als Blutstropfen. Doch ist dies vorliegende Buch ein sehr unblutiger Krimi, der sehr geschickt konstruiert und geschrieben ist. Die Handlung nimmt beständig neue Wendungen und der Leser wird gleich dem Kommissar Kyochiro Kaga manipuliert und die Figuren und deren Leitmotive verändern sich mit jeweiliger neuer Sichtweise.

Kunihiko Hidaka, ein gefeierter Bestsellerautor, wurde in seinem Haus ermordet. Er wurde mit einem Briefbeschwerer bewusstlos geschlagen und dann mit einer Telefonschnur erwürgt. Seine Romane werden als Fortsetzungswerke in den japanischen Literaturzeitungen veröffentlicht. An seinem letzten Abend in Japan und auf Erden wollte er eine neue Episode an seinen Verlag senden und danach mit seiner Frau nach Kanada auswandern.

Sein Freund und Kollege, der Kinderbuchautor Osamu Nonoguchi, wird skeptisch, da Hidaka ihn an diesem Abend zu sich bestellt hat und er das Haus verdunkelt vorfindet. Die Ehefrau, die bereits in einem Hotel schlief, kommt hinzu und beide finden im Haus die Leiche.

Auch der ermittelnde Kommissar wird befangen, denn er erkennt den Freund des Ermordeten wieder. Vor vielen Jahren unterrichteten er und Nonoguchi gemeinsam an einer öffentlichen Schule. Kaga ging nach einem Mobbingvorfall in der Schule in den Polizeidienst, während Nonoguchi ebenfalls den Beruf des Lehrers beendet, um sich dem Schreiben zu widmen. Doch bleibt Nonoguchi erfolglos und steht im Schatten des großen Autors Hidaka.

Kaga findet Hinweise, dass die Beziehung der beiden Schriftsteller nicht immer sehr freundschaftlich war. Doch Nonoguchi und die Ehefrau haben beide ein festes Alibi. So scheint es jedenfalls zu Beginn der Ermittlungen…

War es ein Mord aus niederen Beweggründen? Ging es um Mobbing und Gewalt in der Schule? War es ein Mord aus Neid an der Literatur? Der Verdacht des Plagiats keimt auf und es stellt sich die Frage, ob Hidakas erste Ehefrau durch einen herbeigeführten Unfall ums Leben kam und wirklich eine Affäre hatte? …

Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Wir lesen den Bericht von Nonoguchi und die polizeilichen Protokolle von Kaga. In einem spannenden Hin und Her versuchen die Charaktere die Vergangenheit für sich zu klären oder zu manipulieren. Denn die eigentliche Frage ist bald nicht mehr, wer der Mörder war, sondern, warum Hidaka sterben musste und welches Alibi stimmt und was das wahre Tatmotiv war…

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Jón Kalman Stefánsson: „Fische haben keine Beine“

Piper Fische haben keine Beine

Das Buch „Fische haben keine Beine“ von Jón Kalman Stefánsson ist ein sprachlich und inhaltlich großer Roman, der aus der Sicht eines namenlosen Erzählers über mehrere Generationen erzählt.
Die Charaktere und deren einzelne Schicksale ergeben den einzelnen Ton und zusammen spielen sie eine progressive Melodie, die voller Leben ist.
Wir landen mit dem Text in Keflavik, einer Hafenstadt in Südwestisland, wo das bekannteste Bauwerk, der Flughafenhangar auf einer alten Luftwaffenbasis, ist.

„In Keflavik gibt es drei Himmelsrichtungen: den Wind, das Meer und die Ewigkeit.“

Wie es scheint ist Keflavik ein karger, unwirtschaftlicher Ort, in dem der Erzähler und Ari als Jugendliche lebten und diesen als Erwachsene wieder verließen. In der Gegenwart kommen sie zurück in den Ort, der ein Vergessen symbolisiert. Das Buch reflektiert die Ereignisse in Aris Familie von Beginn des Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Ein gefüllter Familienroman mit vielen verwobenen Geschichten.

Ari kehrt in seine Heimatstadt zurück, weil sein Vater im Sterben liegt. In seinem Gepäck ist eine Ehrenurkunde seines Großvaters, dem Kapitän, Fischer und Schiffseigner Oddur Jónsson. Ari hatte damals seine Frau einfach sitzengelassen. Morgens beim Frühstücken verschwand er einfach und lebte eine Weile in Kopenhagen, weil in ihm etwas Unausgesprochenes rumorte. Er arbeitete dort als Lektor und hatte gerade einen sehr erfolgreichen Ratgeber über den Sinn des Lebens redigiert.
Doch der Tod seines Vaters zieht ihn zurück nach Island und damit zurück in die Vergangenheit seiner Familie. Ari ist Autor und Verleger, er hat es aber gelernt seiner eigenen Geschichte und den alten und neuen Fragen stets aus den Weg zu gehen.

Seine Großeltern hatten ein tragisches Leben und lebten in und von der rauen, kargen isländischen Natur. Es sind alltägliche Geschichten von Menschen auf der Suche nach Glück und Liebe. Es sind Geschichten voller Schmerz, Verlust und der Suche nach sich selbst.
Ari erinnert sich anhand eines alten Fotos und er durchlebt erneut seine Jugend im schwarzen Loch: Keflavik. Dort lernte er die Soldaten, die Rockmusik und die Mädchen kennen. Ein Mädchen und ihr Schicksal werden Ari sein ganzes Leben begleiten.

Ein Roman, der gleich großer Musik erst als Ganzes verstanden werden kann. Ein bildreicher, poetischer und schöner Text, der an den Grundfragen rüttelt. Ein realistischer und sehr gut geschriebener Familienroman mit einer feinen, melancholischen Stimmung, die aber mit vielen klugen und heiteren Momenten durchwebt wird. Ein Werk voller Denkanregungen über das Leben. Ein Roman, der nicht wie Aris Sachbuch Antworten über den Sinn des Lebens bereithält, sondern eher zum Selbstfinden anregt. Der Weg zum wahren Selbst und die Verantwortung als Einzelperson und in der Gesellschaft.

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